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Hans Sion - Ein Leben für das Kölsch

Hans Sion
Hans Sion

In der Zeit zwischen 1990 bis zum Tode von Hans SION im Jahre 1998 führte Franz MATHAR mehrere Interviews mit Hans SION. Zeitweilig anwesend waren Anneliese SCHWARTZ, Eigentümerin der Brauerei zur Malzmühle und Heinrich SCHLÖSSER, langjähriger Direktor der heutigen Dombrauerei.

Vorab einige Daten zu Hans Sion, einem wichtigen Akteur und Zeitzeugen. Er war einer der Männer, die tatkräftig am Wiederaufbau der Stadt Köln und zielstrebig an der Durchsetzung des Kölsch-Bieres nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt waren. Geboren am 24. März 1911 im Herzen von Köln, hat er sein Leben lang alle Kraft in den Dienst Kölns und die Sache der Kölsch-Brauer gesteckt. Nach Abitur, Jurastudium und dem Examen als Braumeister trat er in die elterliche Brauerei ein.

Der Zweite Weltkrieg brachte auch für Hans Sion viele schwerwiegende Veränderungen. Militärdienst, Verwundung und am 31.5.1942 beim "1000 Bomberangriff" die völlige Zerstörung des Brauhauses und der Brauerei. Er erlebte die Stunde 'Null' im benachbarten Godesberg in der Evakuierung. Von hier aus startete er nach dem Krieg seinen friedlichen Feldzug für das Kölsch-Bier. Er besorgte eine Braugenehmigung bei der englischen Besatzung, 'organisierte' Rohstoffe und begann in befreundeten Brauereien wieder selbst zu brauen, da das eigene Brauhaus in Schutt und Asche lag.

Hans Sion erkannte als erster, daß es für Köln und sein Umland wichtig war, ein lokales, unverwechselbares Bier zu brauen, das in dem zu erwartenden neuen Biermarkt eine Chance hatte. Er überzeugte die meisten der wieder neu beginnenden Brauer, auf die obergärige Sorte Kölsch zu setzen. Auch politisch engagierte er sich, für eine Legislaturperiode wurde er zum Bürgermeister der Stadt Köln gewählt. Hans Sion verstarb Am 3. Januar 1998 im Alter von 86 Jahren in seiner geliebten Stadt Köln. Er war einer der Männer der "ersten Stunde", die tatkräftig am Wiederaufbau Kölns beteiligt waren. Doch sein größtes Verdienst war die Durchsetzung des Kölsch-Bieres nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer heute bundesweit anerkannten Bierspezialität, die viel für die regionale Identifikation und den sozialen Zusammenhalt der Menschen in und um Köln getan hat. Hans Sion verdankt das Kölner Braugewerbe die wichtigen Impulse, die es heute zu Prosperität und Wohlstand verholfen haben. Deshalb trägt er auch heute den Ehrentitel: Vater des Kölsch. (FM)

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