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Gedenken an Brauer Hans Sion

Hans Sion
Hans Sion

Wir erinnern an Hans Sion, den langjährigen Vorsitzenden des Kölner Brauerei-Verbandes.

Nach Abitur, einem Jurastudium und anschließender Lehre mit späterer Prüfung zum Braumeister übernahm der gebürtige Kölner 1936 nach dem frühen Tod seines Vaters die elterliche Brauerei. Von Bad Godesberg aus, wohin es ihn während des Zweiten Weltkrieges verschlagen hatte, startete er 1945 seine "Kölsch-Kampagne", mit der er seine Brauer-Kollegen von der obergärigen Spezialität Kölsch zu überzeugen wusste.

Kurz nach Beendigung des Krieges erhielt Hans Sion von der britischen Besatzungsmacht eine Braugenehmigung, organisierte die für die Bierproduktion erforderlichen Rohstoffe und begann wieder zu brauen, vorerst allerdings in befreundeten Brauhäusern, da die eigene Brauerei an der Anschrift 'Unter Taschenmacher 5-11' am 31. Mai 1942 bei einem der schwersten Luftangriffe auf Köln völlig zerstört worden war. 1951 konnte das neu erbaute Brauhaus an alter Anschrift wieder eingeweiht werden.

Schon früh setzte sich Hans Sion über den Rahmen seiner eigenen Firmentätigkeit hinaus für die allgemeinen Belange seines Berufsstandes ein und bekleidete zahlreiche Ehrenämter. Bereits 1936 wurde er Obermeister der Kölner Brauer- und Mälzerinnung, ein Amt, das er über 50 Jahre lang ausübte. Von 1948 bis 1983 war er der erste Vorsitzende des Kölner Brauerei-Verbandes. Außerdem gehörte er lange Jahre dem Vorstand des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Brauereien an und war 17 Jahre lang Vorstand im Bundesverband der Mittelstandsbrauereien und in der CBMC, welche die Interessen der Brauer auf europäischer Ebene wahrnimmt. Als sein größtes Verdienst gilt jedoch die Durchsetzung des 'Kölsch' nach dem Zweiten Weltkrieg zu der heute bundesweit anerkannten und in ganz Europa geschützten Bierspezialität.

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