1. zum Inhalt
Sie sind hier: Kölsch-Bibliothek > Historische Kölsche Brauhäuser > Brauhaus "Zum Rubens"
Brauerei "Zum Rubens"

Brauhaus "Zum Rubens"

Die Sternengasse war einmal eine erste Adresse in der Stadt Köln. Hier lebten so berühmte Leute wie die Königin von Frankreich, Maria von Medici, welche hier die letzten Monate ihres Lebens im Exil verbrachte, hier wohnte der Maler Wilhelm Leibl, Sohn des Domkapellmeisters Carl Leibl, hier machte Johann Wolfgang von Goethe im Haus Jabach Station, hier gab der junge Ludwig van Beethoven sein erstes Konzert und hier verlebte der weltberühmte Maler Peter Paul Rubens seine Kindheitsjahre.

Die Straße, die heute ein kümmerliches Nebenstraßendasein führt, war einmal ein vornehmes, elegantes Quartier. Das Haus, das in neuerer Zeit den Namen Rubenshaus trug, wurde zum ersten Mal 1279 als Haus "Zum Bussent" erwähnt. Im Jahre 1422 hieß es "Zum Raben" und 1641, als Eigentum des Feldmarschalls Jost Maximilian Graf von Groensfeld trug es den Namen "Groensfelder Hof". Vorher lebte in diesem Hause vom Jahre 1578 bis 1587 Peter Paul Rubens. Dann kehrte die Familie nach Anwerpen zurück, wo der flämische Maler dann Ruhm und Reichtum erwarb. In diesem Haus wurde im Jahre 1867 eine Brauerei errichtet.

Die Brauerfamilie Arenz hatte das Haus erworben und als erster braute hier Heinrich Arenz von 1867 bis 1875. Ihm folgte sein Sohn Johann Heinrich bis 1879; dann verstarb er und seine Witwe hielt den Betrieb bis zum Jahre 1881 aufrecht. Carl Welty, der vorher eine Brauerei am Eigelsteintor betrieben hatte, führte die Brauerei von 1881-1883. Dann übernahm Hermann Päffgen, der anschließend die heute noch florierende Hausbrauerei in der Friesenstraße gründete, für ein Jahr die Brauerei, ehe er sein neues Unternehmen übernahm. Für ein Jahr kehrte Carl Welty ins Rubenshaus zurück, ehe er die Brauerei in der Sternengasse aufgab. Christian Waechter war der letzte Brauer im Brauhaus "Zum Rubens". Von 1887 bis 1894 braute er hier Bier, dann wurde die Brauerei stillgelegt und der gemütliche Ausschank verschwand.

Das Brauhaus wurde anschließend zum Weinlokal umfunktioniert, wo an weiß gedeckten Tischen Mosel-, Ahr- und Rheinweine flossen. Die Straße verfügte ja außerdem noch über einige andere bekannte Brauhäuser. Im Hinterhof des Rubenshauses befanden sich vor dem Zweiten Weltkrieg die städtischen Puppenspiele, das "Hänneschen". Alle diese Institutionen haben die Straße verlassen, die man heute getrost die "Freudlose Gasse" nennen kann. Gesichtslose Bauten und die Trennung durch die Nord-Süd-Fahrt prägen den heutigen Charakter der Straße. (FM)

nach oben