1. zum Inhalt
Sie sind hier: Kölsch-Bibliothek > Historische Kölsche Brauhäuser > Brauhaus "Em Ritter"

Brauhaus "Em Ritter"

Brauhaus "Em Ritter"
Brauhaus "Em Ritter"

Das Brauhaus "Em Ritter" war eines der fast unbekannten Kölner Brauhäuser der Zeit um 1900. Es lag am Schnittpunkt der Ehrenstraße, Benesisstraße, Pfeilstraße, Alte Wallgasse und Kettengasse. Hier befanden sich in unmittelbarer Nachbarschaft so bekannte Brauhäuser wie die "Henne" und der "Dreckelige Kaiser" direkt gegenüber. Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Stift St. Aposteln und im Jahre 1589 wird in den Schreinsbüchern ein Weingarten erwähnt, der bis zur Kleinen Brinkgasse reichte.

Die Brauerei ist bereits auf dem Stadtplan von 1836 eingezeichnet, wird aber namentlich erst im Jahre 1865 erwähnt. Der Brauer hieß Johann Josef Künster und betrieb die Brauerei lediglich ein Jahr lang. Dann folgte bis 1881 für fünfzehn Jahre der Brauer Carl Hamacher, nach dem die Brauerei aber eingestellt wurde. Die Brauerei "Em Ritter" geriet total in Vergessenheit, wie so viele der kleinen Kölner Innenstadtbrauereien, die zum Ende des letzten Jahrhunderts der Industrialisierung des Braugewerbes zum Opfer fielen und von der Bildfläche verschwanden.

Dann wurde hier nur noch eine Brauhaus-Gaststätte betrieben, die sich Obergäriges Bierhaus "Em Ritter" nannte. Um 1910 wurde das Haus umgebaut und modernisiert. Die Inneneinrichtung behielt jedoch den Charakter eines Kölschen Brauhauses mit weiß gescheuerten Tischen und einem "Thekenschaaf", wie er heute noch üblich ist. Hinzu kamen eine moderne Kegelbahn und ein Festsaal. Das Interieur der Gasträume strahlte somit eine solide Atmosphäre aus und verfügte über alle die notwendigen Accessoires eines echten Kölschen Brauhauses. Das Haus blieb im Zweiten Weltkrieg ziemlich unversehrt, wurde aber seitdem nur als Geschäftshaus genutzt. (FM)

nach oben