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Alte Kölner Brauhausnamen

In München steht ein Hofbräuhaus. In Köln ist das ganz anders. Es gab zwar ein Brauhaus München an der Rechtschule, aber das hieß nur München-Brauhaus, weil es von Mönchen, den Franziskanern von gegenüber, seinen Namen hatte. Die lebten im Minoritenkloster an der Ecke Rechtsschule und Richartzstraße, auf dem Grundstück, wo sich heute das ehemalige Wallraf Richartz Museum befand. Das Cölner Hofbräuhaus kennt jeder. Es ist das heutige Brauhaus. Die genaue Adresse lautet: Am Hof 12 und daher heißt es auch Hofbräuhaus. In Köln braute man nicht für den Hof (eines Königs oder Fürsten), man braute am Hof, dem Domhof ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Unterschiedlich waren auch die vielen Brauhausnamen. Nicht der Name des Brauers wurde angenommen, sondern der Name des Brauhauses, der den Familiennamen des Gründers oft um Jahrhunderte überlebt hat. 21 Brauhausnamen aus dem Jahre 1412 sind in den Magistratsakten enthalten.

Historisches Brauhaus 'SÜNNER Im Walfisch'

Sehr beliebt waren Tiere aller Art, vom kleinsten, dem "Eichhorn", bis zu den größten, dem "Elephant" und dem "Walfisch". Vögel waren als Zeichen besonders begehrt, von der "Krehen" (Krähe) über den "Raben", den "Schwanen", den "Hahnen", die "Henne", den "Falken" bis zum König der Lüfte, dem "Adler". Aber auch der König aller Tiere, der "Löwe" war vertreten gleich zweimal der rote und der goldene; ebenso wie auch das "Lamm". Die weniger geachteten Tiere, wie "Ochsen", "Esel" und "Stockfisch" gaben ihre guten Namen her. Raubtiere, wie "Bär" und "Wolf" wurden zu Brauhausnamen gezähmt. Das edle Wild war durch den "Hirsch" und den "Hasen" vertreten.

Wild und handfest ging es im Brauhaus "Zum wilden Mann", "Zur harten Faust" zu, ebenso wie in dem "Tollhaus", obwohl es sich hier wohl eher um das Zollhaus gehandelt hat. Ganz aus dem mittelalterlichen Leben entstammen die Namen "Zum Reuter", "Zum Ritter", "Zum Hufeisen" und zum "Sporenmacher". Am Firmament leuchteten das Brauhaus "Zum Himmelreich", "Zum goldenen Stern" und "Zum halben Mond".

Mehr irdisch waren die Bezeichnungen, welche einfach den Standort - die Adresse - angaben: "Zum hölzernen Steeg", "um St. Peter", "Zum Pütz" (Brunnen), "Zum langen Gang", "Oben Mauren", "Auf'm kleinen Kriegsmarkt" (Griechenmarkt), "Auf Rom", "Im Bollig", "Zur Spitzen", "Auf dem Berg" und etwas irritierend "Zum roten Brauhaus auf den weißen Frauen". Aber auch letztere Bezeichnung lässt sich leicht erklären. Die "weißen Frauen" waren die Nonnen des Klosters Maria im Capitol. Einfacher sind "Zum Kranz", "Zum Mühlenstein", "Zum Bart", "Zur Rübe" und "Zum Holz" zu verstehen.

In der preußischen Zeit ab 1815 wurden die Namen vaterländisch bzw. vaterstädtisch. Es gab "Germania'" oder "Rhenania", "Hansa", "Drei Kronen", "Colonia" und ein "Kaiser"- Brauhaus, allerdings nicht nach dem Preußenkaiser benannt, sondern nach seinem Besitzer Hubert Kaiser. Daneben gab es noch eine Brauerei "Zu den drei Kaisern", die auf das "Drei-Kaiser-Jahr" 1888, wahrscheinlich auch das Gründungsjahr der Brauerei am Chlodwigplatz. (FM)

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