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Nach der Machtergreifung Hitlers (1933-1940)

Interview mit Hans Sion

Hans Sion
Hans Sion

von Franz Ludwig Mathar

...Wir verlassen die 20er Jahre und wenden uns dem nächsten Jahrzehnt zu. Wie haben Sie denn die sogenannte nationalsozialistische "Machtergreifung" erlebt?

"Als Hitler an die Macht kam, veränderte sich die Atmosphäre der Kölner untereinander merklich. Man mußte höllisch aufpassen, was man sagte. Ich habe dann im Gespräch, wenn es um den "Führer" ging, immer vom "Jochen" gesprochen, als Deckname für Hitler, weil das unauffälliger war. Immer wenn im "Volksempfänger" dem NS-Standard-Radio viel Wagner-Musik gespielt wurde, wußte man, aha, da war wieder etwas los. Es gab damals einen Witz über Hitler, der lautete so: "Kam der "Jochen" in einen Teppichladen und verlangt einen Teppich. Der Verkäufer fragte ihn freundlich: Wollen Sie ihn mitnehmen oder wollen sie ihn gleich hier verzehren?" - Denn der Führer wurde ja heimlich wegen seiner vielen Wutausbrüche der "Teppichfresser" genannt."

... Haben denn auch die Gäste im Brauhaus ihre Meinung geäußert und was haben Sie persönlich von der Stimmung der damaligen Zeit miterlebt?

"Hier im Brauhaus erlebte man ja aus erster Hand. Hier kamen alle prominenten Zeitgenossen durch und außerdem alles was zum Rathaus ging oder von dort kam. Angefangen von Hindenburg über Ebert oder umgekehrt Ebert über Hindenburg, bis zum von der "Vorsehung gesandten Führer". Ich weiß noch genau, wie Adolf Hitler Köln besuchte und deshalb ein gewaltige Kundgebung stattfand. Ich habe damals mit meinem Schulfreund Dr. Hilgers am Fenster gestanden und wir haben unser Kölsch getrunken. Nachher strömten alle Kundgebungsteilnehmer ins Brauhaus. Man soll es nicht für möglich halten, einer sagte damals tatsächlich: "Dä hätt mich aangeloort". Da sagte der Hilgers: "Do häste ävver jet". Auch viele Frauen waren beim Anblick des "Führers" total aus dem Häuschen. Aber sonst war in Köln nach meinem Empfinden die Begeisterung nicht so stark wie anderswo. Man hat das natürlich hier im Brauhaus aus erster Hand immer mitbekommen, weil ja auch fast alle Stadtverordneten bei uns verkehrten. Ich habe mich dann gerne an die Kasse gesetzt und zugehört, was die so erzählten. Dabei erfuhr man immer etwas Interessantes."

... Wie sahen Sie denn in der Vorkriegszeit die Zukunft für die Kölner Brauer?

"Da müssen wir schon etwas tiefer schürfen, um an die eigentlichen Wurzeln zu stoßen. Ich hatte schon immer das Fernziel, ein spezielles Kölner Bier zu brauen. Als dann in den 50iger Jahren wieder aufgebaut wurde, war mir klar, daß das, was ich immer im Auge hatte, nur das obergärige Kölsch sein konnte. In Köln konnte das untergärige Bier bzw. das bayerische Bier nicht unsere Zukunft bedeuten. Wir mußten uns darauf besinnen, daß Köln und Kölsch in einer gewissen Abhängigkeit standen und die alte Kölner Brauhaus-Kultur mit ihrem Mittelpunkt, dem Kölsch-Bier, wiederbelebt werden mußte. Es konnte doch nicht sein, daß die Kölschen nur Würzburger Hofbräu oder Münchner Löwenbräu trinken würden. Das habe ich mir immer vor Augen geführt. Hermann Sester, der sich immer sehr für die Kölner Brauer engagiert hat und auch nach dem Krieg lange Jahre Präsident der St. Peter von Mailand Bruderschaft war, stand auf der anderen Seite, besonders auch sein "vornehmer" Bruder. Beide waren der Meinung, daß Kölsch ein bißchen zu "buurisch" sei."

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...Wie waren denn die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Vorkriegs-Brauereien, wie ging es denen wirklich?

"Um das einmal deutlich zu sagen war es so, daß es denen nach außen hin gut ging. Aber innerlich war das Gros der Brauereien finanziell marode, viele fast bankrott. Die Betriebe waren auch nicht in den Größenverhältnissen wie heute zu messen, die Masse waren kleine Hausbrauereien, die vielleicht zwei oder drei Kneipen hatten und sich damit so einigermaßen durchschlugen."

... Sie sind dann ja auch schon als junger Mann eine zeitlang nach Amerika gegangen, wie alt waren Sie damals?

"Ja, das war 1934, da war ich 23 Jahre alt. Zu dieser Zeit war die politische Lage noch so, daß man das ohne Schwierigkeiten machen konnte. Ich habe in den USA auch gearbeitet und das kam so. Ich hatte in München einen Studienfreund aus Rosenheim, der nach San Antonio in Texas als Brauer ausgewandert war. Er war von dem Inhaber einer Brauerei in San Antonio, damals war die Millionenstadt San Antonio noch ein kleiner Ort, adoptiert worden. Er hatte sich in München während des Studiums wenig mit Ruhm bekleckert, sondern er hat lieber "rumgeturnt". Als er dann mit dem Studium fertig war, sagte er "Hans, komm doch mit rüber nach Amerika". Ich sagte zu unter der Bedingung, dass er mir einen Verdienst garantiere. Ja, sagte er, wir richten in San Antonio ein Labor ein. Was meinst Du, wie stolz mein Adoptivvater dann ist. Gut sagte ich, dann gib mir die Garantie eine Rückfahrkarte per Schiff. Auf diese Art und Weise bin ich nach Texas gekommen und bin da ein halbes Jahr geblieben. Ich habe mir dort einen Wagen gekauft, bin dann die Westküste raufgefahren und in New York in der Brauerei Schäfer gelandet, einer großen deutschstämmigen Brauerei. Ich habe dann dort auch noch einige Monate gearbeitet."

... Wie erging es denn den größeren Aktienbrauereien, wie entwickelten die sich in dieser Zeit?

"Da gab es die Adler-Brauerei, in Ehrenfeld an der Subbelrather Straße. Das war ein jüdisches Unternehmen, die wurde zwischen 1931 und 1934 von der Hirsch-Brauerei übernommen. Die Adler-Brauerei hatte nach dem ersten Weltkrieg einmal 100.000 Hektoliter Bier produziert. Sie ging Mitte der 20er Jahre pleite. Die Brauerei besaß sehr viele Kneipen und hatte einen verhältnismäßig hohen Ausstoß, aber wenig Gewinn. Sie waren dann so am Boden, weil die Kneipen restauriert werden mußten. Es waren fast dieselben Verhältnisse wie wir sie nach dem Krieg hatten, und teilweise auch heute noch haben. In verschiedenen Stadtvierteln sind auch heute noch Kneipen, da müßte man etwas dran tun. So war das damals auch. Die Adler- und die damalige Hirsch-Brauerei, heute Dom-Brauerei, die beiden schlossen sich zusammen zur Hirsch-Brauerei in der Tacitusstraße."

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... Sie sagten, 6.000 Hektoliter war damals schon eine ganze Menge Bier, wie war der Durchschnitt?

"Wir haben zu dieser Zeit ungefähr etwa 4-6 Hektoliter umgesetzt. 6 oder 7 Hektoliter hatte der Gürzenichbräu von Heinrich Hilgers. Er hatte sich auch eine Zeit lang als Sprecher der Kölschbrauer emporgeschwungen, weil er meinte, daß er der "Größte" war . Das gab dann wieder Eifersüchteleien mit dem Baum. Wie gesagt, "Knies gab es immer". Wenn man bedenkt, was die Brauerei Sion heute für einen Ausstoß hat. Das darf man aber nicht vergleichen, weil die Verhältnisse ganz andere waren. Nach damaliger Auffassung setzte eine Groß-Brauerei 100.000 Hektoliter um. Das war an und für sich nur die heutige Dom-Brauerei, damals hieß sie noch Hirsch-Adler und sonst keine."

... Es gab ja neben den kleinen Hausbrauern auch nach die meist größeren mittelständischen Brauereien, welche sind Ihnen da noch im Gedächtnis?

"Da war die Apostel-Brauerei von Heinrich Bädorf in Lindenthal, Dürener Straße 112. Sie war aus einer Hausbrauerei entstanden, die ursprünglich in der Apostelstraße und zwar ist das da, wo das Bitchen war, an der großen Brinkgasse. Die alte Brauerei hatte früher einmal dem Peter Joseph Früh gehört und danach dem Heinrich Bädorf. Er fusionierte dann mit der Gabrinus-Brauerei von Christian Sünner, das war ja alles eine Verwandtschaft. Denn die Frau von Horst Sünner war eine verwitwete oder geschiedene Bädorf.

Dann gab es die Kalker-Aktien-Brauerei, später Kronen-Brauerei AG von Joseph Bardenheuer in Kalk. Sie wurde 1938 von der späteren Dom-Brauerei übernommen und geschlossen. Den Firmen-Mantel den hatten später die Herren Schmitz-Otto und Haffkemeier erworben. Sie wollten unter diesem Mantel in Hitdorf eine eigene Mälzerei aufmachen. Das Unternehmen bestand noch auf dem Papier bis 1954. Bei der Hubertus-Brauerei, es war die 1868 von Carl Schmitz gegründete Brauerei in Müngersdorf, waren auch die Familie Sünner über Christian Sünner beteiligt. Ich war ja immer hinter dem Anteil den die hatten her, aber ich habe den nie bekommen. Mein Sohn Hans Georg hat das dann 1992 gemeinsam mit Brau und Brunnen geschafft, allerdings nur bis zum Abriß 1996. 1936 wurde die Westmark-Brauerei von Christian Sünner, deren Kundenkreis sich aus der ehemaligen Apostel Brauerei Heinrich Bädorf, Köln und der Gambrinus-Brauerei, Düren zusammensetzte. von der Hirsch-Brauerei übernommen. Diese heutige Dombrauerei war die expansionsfreudigste Brauerei in ganz Köln die übernahmen alles, was sie kriegen konnten, wobei die größte die Adler-Brauerei in Ehrenfeld war. 1937 erfolgte aus opportunen politischen Gründen die Umbenennung der Vereinigten Hirsch- und Adler-Brauerei in Dom-Brauerei. Unsere Brauerei Unter Taschenmacher war ja ursprünglich die Dom-Brauerei gewesen. Wir haben den Namen dann an die Brauerei in Bayenthal weiter gegeben. Später hat mir das leidgetan, aber das Schicksal geht manchmal seltsame Wege."

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... und wie ging es den größeren, industriell betrieben Brauereien?

"Die größeren, wie die Hitdorfer-Brauerei, die hier im Köln der Vorkriegszeit, aus meiner Sicht wettbewerbsmäßig ein Konkurrent von der Bitburger Brauerei Simon war. Bitburg und Hitdorf hatten nach dem ersten Weltkrieg den klugen Dreh gefunden, das Pilsener Bier als Haupt-Verkaufsgetränk so hell zu machen, dass viele Biertrinker sogar zu den Wirten sagten: "Du verkaufst ja Bier aus dem Wasserhahn". Man darf nicht vergessen, für die Kölner Brauer war vor dem ersten Weltkrieg das gute Bier vom Malzgeschmack und vor allem auch von der Stammwürze bestimmt. Es war stärker und es war auch dunkler. Man hat das ja heute noch vergleichsweise in England und Irland. Der Brau-Ingenieur Dr. Münder, der früher bei Dom war, hat in den 60er Jahren in Irland bei Guinesss in Dublin ein helles Bier eingebraut. Er hat es tatsächlich fertig gebracht, die Iren, neben ihrem schwarzen "Stout" auf ein helleres Bier umzustellen. Es war die gleiche obergärige Brauverfahren wie bei Kölsch. Das helle Bier hat sich denn in Irland auch gut auf dem Markt behauptet. Ich weiß nicht, ob der Dr. Münder noch lebt, er ist nachher in seiner Pensionierung nach Kanada gegangen."

... Wie entwickelte sich denn der Biertransport in den 30er Jahren?

"In den 30er Jahren belieferte die Hitdorfer-Brauerei den "alten" Handelshof, wo heute das Polizeipräsidium steht. Dahin verkauften sie "Doppelhektoliter" in 200 Liter-Fässern. Stellen sie sich das einmal vor, die Bierkutscher haben diese Fässer, rechnen sie ein Liter gleich ein Kilo, über die Schulter auf den Wagen bzw. in der Brauerei von der Rampe aufs Auto befördert. Dann wieder vom Auto runter in den Bierkeller. Sie müssen einmal probieren, nur einen halben Hektoliter, also 50 Liter Bier, freihändig lediglich mit einem Seil, über das Knie in den Keller herunter zu lassen. Ich habe in der Josephstraße in einem Lokal, das existiert heute noch, einmal selbst abgeladen, da bin ich fast mit einem 70er Faß in den Keller gefallen. Ich konnte das Faß nicht halten. Man muß sich diese Kraftanstrengung vor Auge halten, wenn heute die Leute schimpfen, wie schwer sie es haben. Sicherlich, man hatte nicht so viele Bierkästen, wie heute. Aber heute wird ja kaum Kastenbier transportiert, die Masse geht ja mit der Palette oder mit dem Gabelstapler. Sie können sich sicherlich vorstellen, was das für einen finanziellen Aufwand bedeutete. Man brauchte immer wieder neue Fässer. Die Holzfässer waren natürlich einem hohen Verschleiß unterworfen. Auf jeden Fall war damals in den 30er Jahren die Umstellung eine wirtschaftlich eine Frage. Es ging ja nicht nur, daß man sich umstellte nach außen in der Werbung, das war damals auch schon, es fing an mit den Neonanlagen und solchen Dingen, dann ging es los mit der Einrichtung in der Brauerei, mit der Technik. Ich war immer sehr glücklich, wenn man irgendwo hin kam, Mensch, der hat noch Holzfässerlager. Es gab Wirte in den 30er Jahren, die kamen mit dem Handkarren ein 50 Liter-Fass holen und mußten das immer direkt bezahlen. So war das in dieser Zeit. Es war eben alles "etwas anders."

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... Gab es denn auch Versuche aus dem Ausland auf dem hiesigen Biermarkt Fuß zu fassen?

"Ja, das gab es auch, genau wie heute. In den 30er Jahren, also kurz vor 1932 oder kurz nach 1930, fing es an, daß die Engländer aber auch die Amerikaner versuchten, bei den deutschen Brauereien durch Geld Einfluß zu gewinnen. Die Hitdorfer Brauerei hatte damals aus England ein Angebot für einen Bankkredit von 400 000 Reichsmark. Wenn man sich das vor Augen hält, was das für Gelder waren. Wenn hier dagegen andere hingingen und ein Darlehen von 5000 oder 10.000 Mark aufnahmen, das war schon ganz hoch. Die Hausbrauer konnten das nicht, hinzu kam auch noch, die rasante, aber teure technische Entwicklung. Das war in den 30er Jahren auch sehr gravierend. Das fing schon an mit den Brauerei-Pferden, die durch Autos ersetzt wurden."

... Wie stark waren den die auswärtigen Brauer in dieser Zeit, was hatten sie für Marktanteile?

"In den 30er Jahren das Export-Bier, das war das stärkere Bier 36,75 DM und das Pilsener Bier 40,75 DM ohne die später dazutretenden sogenannten Gemeindebiersteuern, die extra erhoben wurden. Die Preise, die ich jetzt nenne, sind bei mir so fest verankert, die können sie nachprüfen. Es gab Großhändler, die 100.000 Hektoliter auswärtiges Bier verkauft haben. Und die machten uns auch noch Kummer im Preis. Ich nenne jetzt nur einmal diese, unabhängig von den Brauereien, die aus dem südlichen Raum Deutschlands kamen, die uns hier uns auch preislich in der damaligen Zeit dermaßen unterboten, daß wir sagten, dafür können wir kein Bier herstellen. Es gab hier Brauereien aus dem Westerwald oder etwas weiter, die kamen an und verkauften den halben Liter für denselben Preis, für den wir ein normales Glas verkauften. Der Großhändler, der hier die Dortmunder Union vertrat, hat allein schon 100 000 Hektoliter verkauft. Hinzu kam noch die Dortmunder Ritter, die 150.000 Hektoliter verkaufte, die machte hier in den 30er Jahren finanziell den größten Kummer, weil die nämlich den Gastwirten schon Darlehen gaben mit Abschreibung. Da war der Vertreter der Fürstenberg-Brauerei, ein eleganter Mann, der kam in die Gaststätten rein und sagte: "der Fürst läßt sie grüßen", die Leute waren alle wie erschlagen."

...Und wie war dann in der Vorkriegszeit in Köln das Verhältnis Kölsch-Pils?

"Wir hatten eine Gaststätte in Nippes, auf der Ecke Niehler Straße/Xantener Straße, die wurde mit Pils von der Hubertus-Brauerei beliefert wurde und wir lieferten dort unser Kölsch. Das war eine der wenigen Gaststätten, wo es halbe-halbe lief, aber auch nur weil es unser Eigentum war. Die Kölschgaststätten hatten ihre ganz typische Einrichtung, wo der kleine Mann mit dem großen Mann an einem Tisch saß. Bei Früh verkehrte zum Beispiel ganz regelmäßig der alte Peter Muehlens von 4711. Der hat damals sogar ein Gedicht gemacht, um am Ruhme Kölns und des Kölsch zu bauen: "Zweimal Gutes man ersann, Kölnisch Wasser für die Frau, Kölsch Bier für den Mann."

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... Wie verhielten sich die neuen Machthaber gegenüber dem für die Brauereien so wichtigen Kreditgeschäft?

"Vom Prinzip her lehnten sie das natürlich grundsätzlich ab, der Staat wollte auch die Oberhoheit über die privaten Finanzen haben. Bis 1933 hatten wir Brauer im Wettbewerb im wahrsten Sinne des Wortes mit der Kapitalvergabe freie Hand. Aber dann kam die Zeit nach 1933, da waren die Banken gegenüber den Brauereien sehr zurückhaltend. Der Hauptpunkt war, nach 1933 haben sich die Banken dagegen gewehrt, daß die Brauer Darlehen gaben. Den Spruch habe ich noch im Ohr: "Der eine soll Bier brauen, das ist sein Beruf, und der andere soll bei den Geldgeschäften zur Bank gehen". Das paßte natürlich manchem Brauer nicht bzw. uns allen. Aber das Kreditgeschäft der Brauer ging doch nicht ganz verloren."

... Wo genau befand sich denn eigentlich die alte Brauerei?

"Das ist eine gute Frage, denn die Lage war eine sehr verzwickte Angelegenheit. Wir hatten vor der Zerstörung die Zufahrt zur Brauerei hinter dem Haus in der Pützgasse. Diese Gasse, der Zugang von der Straße "Am Hof", die heute noch vorhanden ist, war nach dem Pütz, dem Brunnen, benannt der die Brauerei in alter Zeit mit Brauwasser versorgte. Nach dem Kriege wurde das ganze Gelände allerdings nur als Parkplatz genutzt. Neben dem alten Brauhaus die Nachbarhäuser waren alle verschachtelt. Die Nr.7 gehörte zu 9-11. Unsere Brauerei lag zum Teil noch mit einigen Quadratmetern in diesen Grundstücken. Die gehörten eigentlich zum Nachbarhaus. Auch das Haus Nr. 3 hatte irgendwie dazugehört, als war mit allem verbunden. Ich habe von meinen Eltern gehört, daß das um die Jahrhundertwende einmal ein Brand ausgebrochen ist und es wurde nachher festgestellt, daß nirgendwo Brandmauer vorhanden."

(FM)

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