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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

8.A. Ausstellung: Kölsch & Humor

Das Wort "Kölsch" gilt für Sprache und National-Getränk. Das obergärige Bier der "Treibstoff" für Lebensfreude und Unterhaltung, für Anekdoten und Krätzchen rund ums Kölsch, das Brauhaus, die "Weetschaft" und die Kölschfreunde. "Kölsche Krätzcher" kann man nur unvollkommen mit "Kölner Witze" ins Hochdeutsche übersetzen. Der Nährboden des Krätzchens ist die Situationskomik, die Gemütlichkeit, und fröhliches Behagen. Die "Genüglichkeit"; das Krätzchen ist harmlose, herzliche, deftige Freundschaftsnahrung von Nachbar zu Nachbar.

8.1. Carnevallied von 1913: Et git nix wat uns ärgre kann!

Köln auf alten Ansichtskarten - Aus der Sammlung Peter Ditgen, Hrsg.KSM, Köln 1995, S.163

Köln auf alten Ansichtskarten - Aus der Sammlung Peter Ditgen, Hrsg.KSM, Köln 1995, S.163

Eine Carnevals-Postkarte mit umseitigem Liedtext. Der Vater der Zwillinge säugt die beiden aus einem Glas mit "Echt Kölsch". Auch dieses Lied stammt aus der Feder von Gerhard Ebeler, dem Literaten der "Großen Kölner".

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8.2. Caneval-Lied-Postkarte H.W.B., Heiss & Co: Schött däm Mann ens en!

Caneval-Lied-Postkarte H.W.B., Heiss & Co: Schött däm Mann ens en!

Köln auf alten Ansichtskarten - Aus der Sammlung Peter Ditgen, Hrsg.KSM, Köln 1995, S.165

Das Motiv dieses Liedes von G.Ebeler, Literat der "Großen Kölner", ist die Pittermännchen-Party zur Kindtaufe. Es ist laut und der Hauswirt verlangt Ruhe. Ein Glas "Wiess" beruhigt ihn und das Fest kann lustig weitergehen.

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8.3. Illustration von Hans Schmitz: Das "Hämmchen-Lied" Carnevals-Schlager von 1914

Illustration von Hans Schmitz: Das "Hämmchen-Lied" Carnevals-Schlager von 1914

Reinold Louis, Kölnischer Liederschatz, Greven Verlag, Köln -1986, S.153

Mit einer urkölnischen Wirtshausszene wird für das heißgeliebte Eisbein ("Hämmchen") geworben. Der Köbes bringt das "Hämmchen" und die hungrigen Gäste recken sich erwartungsvoll über den Brauhaustisch. Im Hintergrund "in dr Thek" sitzt der Brauer und schaut zu. Hämmchen und das Glas Kölsch gehören zusammen wie Köln und der Dom. Reinold Louis wählte das Motiv als Titel seines Buches. 

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8.4. Köbes-Illustration von Josef Stolzen: "Wo es die Fleeg"

Köbes-Illustration von Josef Stolzen: "Wo es die Fleeg"

August Hoursch, Kölsche Krätzcher, Verlag Hoursch & Bechstedt, Köln - 1925, 2.Bändchen, S.34

Die Köbes-Krätzchen (Witze) sind ein Teil der Kölschen Brauhaus-Kultur. Der schlitzohrige, oft vorlaute Köbes hat auf jedes Pöttchen ein Deckelchen. Der Dialog zwischen Köbes und Gast ist ständige Quelle neuer Witze.

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8.5. Brauhaus-Illustration von Josef Stolzen: "Im Leichenbräu"

Brauhaus-Illustration von Josef Stolzen: "Im Leichenbräu"

August Hoursch, Kölsche Krätzcher, Verlag Hoursch & Bechstedt, Köln - 1925. 2.Bändchen, S.47

Dieses Krätzchen ist typisch für eine andere Gattung von Kölschen Brauhaus-Witzen, die wütende Ehefrau holt den Gatten unter Protest vom Biertisch weg. Der "Leichenbräu" war das obergärige Traditions-Brauhaus "Hahnenbräu" in der alten Hahnenstraße Nr.43. Hier kehrten die Trauergäste nach vollzogener Beerdigung auf dem Melaten-Friedhof ein, um das "Fell des Toten zu versaufen". Man nannte das Brauhaus deshalb scherzhaft den "Leichenbräu".

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8.6. Illustration von Hans Schwartz: "Dat hä et nit gedonn hät!"

Illustration von Hans Schwartz: "Dat hä et nit gedonn hät!"

August Hoursch, Kölsche Krätzcher, Verlag Hoursch & Bechstedt, Köln - 1925. 10.Bändchen, S.33.

Zwei echte kölsche Grielächer sitzen zusammen beim Kölsch in der Weetschaft und lästern über alles. Da werden Schlachten von vorgestern geschlagen und uralte Rechnungen aufgemacht, die Spannung steigt. Doch irgendwann entläd sich der Witz, in einer verblüffenden echt kölschen Pointe.

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8.7. Heinz D.Wilden, Kölsch(e) Kommik: "Dun uns noch zwei!"

Heinz D.Wilden, Kölsch(e) Kommik: "Dun uns noch zwei!"

Heinz D.Wilden, Wööt un Schröm, J.P. Bachem Verlag, Köln - 1993, S.46/47

Der Filmregisseur, Lyriker und Cartoonist Heinz D.Wilden hat im Kölschen Bier- und Kneipen-Kosmos seine Studien gemacht und hat Kölsche Eigenart und Humor mit höchst ausdrucksstarken Strichen hier in Bild und Schrift über Kölsch festgehalten.. Die Treffsicherheit seiner Beobachtungen deutet auf große eigene "Sachkenntnis" hin.

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8.8. Heinz D.Wilden: Der Köbes im Selbstgespräch

Heinz D.Wilden: Der Köbes im Selbstgespräch

Heinz D.Wilden, Wööt un Schröm, J.P. Bachem Verlag, Köln - 1993, S.62.

Der schon etwas angetörnte Köbes versucht seine umnebelten Gedanken auf die Reihe zu bekommen. In manchen Brauhäusern haben die Köbesse zwar Alkoholverbot, doch die Ausnahme bestätigt hier die Regel, auch hier bewährt sich die Kölsche Toleranz. Der Köbes ist natürlich auch als Trinkkumpan ein gefragter Mitstreiter, was jedoch nicht im Sinne der Brauhaus-Inhaber ist. 

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8.9. Heinz D.Wilden "Kölsch? No, Scottish!"

Heinz D.Wilden "Kölsch? No, Scottish!"

Heinz D.Wilden, Wööt un Schröm, J.P. Bachem Verlag, Köln - 1993, S.91.

Der Köbes als Touristenschreck. Immer wieder funktioniert der "Gag" mit dem Halven Hahn, und dem Kölschen Kaviar. Die einheimischen Brauhausgäste wenden sich dann diskret ab. Wilden dreht den Spieß um und der Schotte foppt hier den Köbes. 

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8.10. Cartoon Hasan Fazlic: "Kölsch-Stangen"

Cartoon Hasan Fazlic: "Kölsch-Stangen"

Erhard Schlieter, Köln/Cologne Cartoon, Verkehrsamt Stadt Köln Karikaturisten aus 9 Ländern besuchten Köln, S.13.

Das typisch "Kölsche" Trinkglas, die Stange inspirierte den Künstler aus dem ehemaligen Jugoslawien zu diesem fast schon surrealistischen Cartoon. Ein Mann versucht in Bergsteigermanier eine Stange von Kölschgläsern zu erklimmen.  

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8.11. Cartoon von Papan: "Hier ist der Köbes König" - zu Jürgen Beckers Köbismus-Theorie

Cartoon von Papan: "Hier ist der Köbes König" - zu Jürgen Beckers Köbismus-Theorie

Jürgen Becker - Martin Stankowski, Biotop für Bekloppte, Kölner Volksblatt Verlag - 1992 - Ein Lesebuch für Immis und Heimathirsche, S.73

Die Autoren sind durch den alternativen Karneval der "Stunksitzung" in Köln populär geworden. Die Schilderung des "Köbismus", die Charakterisierung des Köbes und sein Bezug zur Weltgeschichte, trifft den Nagel auf den Kopf. Die "Köbismus" Betrachtungen des Kölner Kabarettisten Jürgen Becker über den Brauhaus-Kellner sind mittlerweile sprichwörtlich geworden.

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8.12. Cartoon Mauri Kunnas "Kölsch, bis daß es aus den Ohren läuft"

Erhard Schlieter, Köln/Cologne Cartoon, Verkehrsamt Stadt Köln Karikaturisten aus 9 Ländern besuchten Köln, S.2. (ohne Abbildung)

Die meisten der Karikaturisten, die an diesem Buch beteiligt sind, waren zum ersten Mal in Köln. In den drei Tagen, die ihnen zum Kennenlernen zur Verfügung standen, haben sie sehr schnell auch nach dem Dom das Kölsch kennen und lieben gelernt. Vielleicht so gut, daß es aus den Ohren lief.

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8.13. K.H.Schrörs: Ich kumme !

Erste Kölner Bierzeitung, Hrsg: Hausbrauerei Gebr. Päffgen, Nr.19 - März 1991

Erste Kölner Bierzeitung, Hrsg: Hausbrauerei Gebr.Päffgen, Nr.19 - März 1991

Der Köbes als indische Gottheit mit den sechs Armen, die Rievkooche, Schabau, einen Kranz Kölsch, Flöns, Hämmchen und Halven Hahn gleichzeitig bringt. Am liebsten hätte der hungrig und durstige Gast alles auf einmal. - Der Köbes rotiert.

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8.14. Titel von Alex Ignatius: Kölsch Kaviar un Ähzezupp

Titel von Alex Ignatius: Kölsch Kaviar un Ähzezupp

G.Schmidt; J.Römer - Kölsch Kaviar un Ähzezupp: Vom Essen, Trinken und Feiern in Köln; Mit alten und neuen Rezepten - Köln: Wienand, 1990

Da sind sie alle vereint, die in Köln etwas mit Essen und Trinken zu tun haben und hatten: Die vollbusige Fränkin, der Römer mit dem Diatret-Weinglas vor seinem Schweinefuß, der Pfaffe mit Kölsch und Fastenspeise, der Funk vor dem Hämmchen bekommt gerade vom Köbes ein Kölsch serviert. Ein kulinarischer Bogenschlag über 2000 Jahre- als Illustration.

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8.15. Ohne Worte von Alex Ignatius: Sauerbraten von Firmenich

Ohne Worte von Alex Ignatius: Sauerbraten von Firmenich

Gerard Schmidt; Joachim Römer - Kölsch Kaviar un Ähzezupp: Vom Essen, Trinken und Feiern in Köln; Mit alten und neuen Rezepten - Köln: Wienand, 1990

Der entrüstete Gast hält dem Köbes das im Sauerbraten gefundene Hufeisen entgegen. Anspielung auf die Herkunft dieses ganz speziellen kölschen Sauerbratens. Es gibt ihn noch immer und er findet auch nach wie vor seine Freunde.

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