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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

7.G. Ausstellung: Kunst- und Raritätensammlungen in Kölner Brauhäusern und Gaststätten

7.45. Anzeige der Bierbrauerei und Restauration "Em steine Kännche".

Anzeige der Bierbrauerei und Restauration "Em steine Kännche". Um 1905.

In: Wolfgang Müller. Miebes, der Helden- und Eisentenor. Charakterstudie eines bekannten und beliebten obergärigen Kölner Bier-Barden. Köln. Um 1905 UStBK.-Sign.: RhKG 671.

Wie manche kölsche Wirtschaft des späten 19. und frühen 20.Jahrhunderts zeigte das "Steine Kännche", Vor St. Martin 1416, in der Gaststube ein "Raritäten-Cabinet". Neben Kuriositäten und Altertümchen konnten diese Sammlungen aber auch beachtliche Kunstwerke enthalten.

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7.46. Historisches Brauhaus "Zur Kloog". Innenansicht der Gaststube.

Fotopostkarte um 1915: Historisches Brauhaus "Zur Kloog". Innenansicht der Gaststube

Fotopostkarte. Um 1915. Ed.Hölzermann, Köln a. Rh. -
Sammlung Dr. Erhard Schlieter

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7.47. "Zur Kloog". Anonymer Achtzeiler, der sowohl auf das Raritätenkabinett als auch auf den Aufenthalt Charlottes von Schiller in diesem Haus Bezug nimmt.

Fotopostkarte (Rückseite). Um 1930. - HAStK. (ohne Abbildung)

Auch im Brauhaus "Zur Kloog", Am Bollwerk 15, befanden sich, wie auf der ersten Postkarte zu sehen ist, in der Gaststube zahlreiche heimische Altertümer an der rechten Wand und auf einem umlaufenden Wandbrett. Es handelte sich überwiegend um Bilder, Steinzeugkrüge oder Zinnschüsseln, aber es gab auch römische Altertümer und sogar eine französische Kaffeemaschine aus Porzellan. Auch ein Schuh des Kölner Originals "Maler Bock", der besonders gern in der "Kloog" verkehrte. Eine Postkarte aus der Weimarer Zeit weist sogar mit einem Dialektgedicht auf das "Raritätenkabinett" hin. Ein vergleichbares Wandbrett mit ähnlicher Sammlung ist auch aus dem Brauhaus "Zum Hirsch" in der Cäcilienstraße Nr.32 bekannt; sie wurde durch alte Kupferstiche an den Wänden und eine Bilderserie vom historischen Festzug zur Domvollendung 1880 ergänzt.

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7.48. Humoristische Alt-Köllsche Beerstuvv. Katalog. (Auf dem) Brand 1-3.

Humoristische Alt-Köllsche Beerstuvv. Katalog. (Auf dem) Brand 1-3.

Köln. Um 1889, S.2f. - UStK. - Sign.: Rh KG 789

Als Persiflage auf die Gaststuben mit Raritätensammlungen erschien schon um 1890 dieser "humoristische Auktionskatalog", der durch die Adressenangabe "Brand 1-3" dem Brauhaus "Im Bart" zugewiesen wurde. Dort bestand tatsächlich eine "Alt-Kölnische Bierstube" mit tausend Altertümchen und Kuriositäten. Es läßt sich nicht mehr prüfen, ob die hier beschriebenen Gegenstände dort wirklich zu finden waren.

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7.49. "Em Leckere Dröppche".

Farbpostkarte um 1900: "Em Leckere Dröppche"

Farbpostkarte. Um 1900. Verlag: G.Blümlein & Co., Frankfurt a.M. Sammlung Dr. Erhard Schlieter

Das "Leckere Dröppche" warb nicht nur mit dem "Alleinigen Original-Bier-Ausschank nach Münchener Art", sondern auch mit der grössten Ansichtskarten Sammlung der Welt. Gegenüber den üblichen "Altertümchen-Sammlungen" muß sie geradezu revolutionär gewirkt haben. Sie ist möglicherweise an der Wand des Innenraumes (Mittelbild) zu sehen.- Im Schwanen-Brauhaus J.J. Durst gab es 1905 sogar eine Aquarien-Ausstellung.

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7.50. Gaststätte "Schloss Bensberg", Heumarkt 44. Blick in die Wirtsstube.

Fotografie. Um 1930. In: Johannes Krudewig. Die geschichtliche Vergangenheit des Hauses 'Schloss Bensberg' am Heumarkt zu Köln im letzten Jahrtausend bis zur Jetztzeit. Köln 1931, S.30f UStBK, Sign.: RhV 1527.

Fotografie. Um 1930. In: Johannes Krudewig. Die geschichtliche Vergangenheit des Hauses 'Schloss Bensberg' am Heumarkt zu Köln im letzten Jahrtausend bis zur Jetztzeit. Köln 1931, S.30f UStBK, Sign.: RhV 1527.

Diese Wirtschaft hatte noch zu Beginn der dreißiger Jahre wie die "Klooch" eine große Menge altes Hausgerät und Geschirr auf dem auf der Fotografie erkennbaren umlaufenden Wandbrett stehen, das durch zahlreiche Geweihe, Stiche und Porträts an den Wänden ergänzt wurde.

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7.51. Karl Flöck: Der rote Ochse. Die Gaststätte im Brennpunkt Kölner Geschichte, im Schnittpunkt von Kölns Vergangenheit und Gegenwart, ein Museum mit froher Geselligkeit.

Köln (1962?]. S.56f UStBK.-Sign.: 3 A 3168. (ohne Abbildung)

Um 1960 griff der ab 1957 am alten Platz Thurnmarkt 11 -13 als kölnische Bierwirtschaft wieder aufgebaute Gasthof "Zum roten Ochsen" diese Tradition auf und zeigte in den Gasträumen mehr als 400 Waffen, Rüstungsteile, Gemälde, Plastiken, Mineralien und andere Bodenfunde aus der ganzen Welt, die der Familie des Inhabers Karl Flöck, aber auch zahlreichen Adelsfamilien und sogar dem Wallraf-Richartz-Museum gehörten. Die Sammlung besteht heute leider nicht mehr.

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7.52. Brauhaus Päffgen. "Sälchen", mit zahlreichen Grafiken und Zeichnungen ausgestattet.

Brauhaus Päffgen. "Sälchen", mit zahlreichen Grafiken und Zeichnungen ausgestattet

Fotografie von Oliver Stroemer. 1996

Von den Kölner Brauhäusern hat heute keines mehr eine wirkliche Raritätensammlung. Einige schmücken aber ihre Gaststuben noch immer mit sehenswerten Bildern und alten Drucken, die überwiegend Bezug zum Brauwesen haben oder als Coloniensien gelten können. Dem Eindruck dieser alten Sammlungen kommt das "Sälchen" im Brauhaus Päffgen am nächsten. Die Sammlungstradition ist aber noch in anderer Weise fortgesetzt worden: mehrere Kölner Brauereien verfügen über z.T. sehr umfassende Sammlungen zum Thema "Bier- und Brauwesen". Das bekannteste Beispiel ist das daraus entstandene "Historische Biermuseum" der Küppers-Brauerei .

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