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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

7.D. Ausstellung: Brauhäuser und Wirtschaften - Typische Innengestaltung

7.18. Kölner Bierhaus "Ein Krüzzge". Am Frankenturm 3.

Fotographie um 1900: Kölner Bierhaus "Ein Krüzzge". Am Frankenturm 3.

Fotographie. Um 1900. - In: Aus dem Alten Köln. - Eine Sammlung älterer Profanbauten und Strassenbilder. - Köln 1900 ff. 1.Lieferung, Taf.1.UStBK-Sign.:Rh fol533

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7.19. Roland Anheisser: Bierbrauerei "Ein Krützge".

Federzeichnung um 1910: Roland Anheisser: Bierbrauerei "Ein Krützge"

Federz. Um 1910. - KSM Gr. Slg. Nr.1950/145/481.

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7.20. Theo Felten: Schankstube der Bierbrauerei "Em Krützge"

Fotographie um 1930: Theo Felten: Schankstube der Bierbrauerei "Em Krützge"

Fotographie. Um 1930. - Reproduktion nach: Theo Felten und Peter Paul Pauquet: Köln: Dein hohes Bild. Wittlich 1952 (S.34)

Die drei Abbildungen bieten die seltene Möglichkeit, den Zustand des Schankraumes eines Kölner Brauhauses über mehrere Jahrzehnte hinweg zu betrachten. Wie die älteren Darstellungen zeigen, gab es vor dem 1.Weltkrieg keine Theke, sondern das Bier wurde aus im Hausflur aufgebockten Fässern gezapft, wie es heute noch üblich ist. Die hintere Tür, Wendeltreppe und Galerie im ersten Stock zeigen, daß es sich immer noch um einen Flur mit Treppenhaus handelte. Die ältere Fotografie, die so exakt Anheissers Zeichnung entspricht, daß sie als Vorlage gelten muß, zeigt einen altertümlichen und unordentlichen Raum; auf Feltens jüngerer Fotografie ist er bis zur Sterilität ordentlich und enthält an Stelle der provisorischen Zapfstelle eine Art "Thekenschrank" mit einer Zapfanlage, aber immer noch keine Theke für die Gäste.

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7.21. Josef Passavanti: Kölnische Wirtschaft "Lölgen", Hohe Pforte 8.

Aquarell. 1905. - KSM, - lnv.Nr.1912/256. (ohne Abbildung)

Das Brauhaus "Zum Grin", Bank/Lölgen, hatte einen dem "Krützge" vergleichbaren Schankraum. Links befindet sich das "Thekenschaaf', rechts das Faß, diesmal mit "Zappes", und auch die Treppe weist den Raum als Hausflur aus. Hier wurde um 1880 der "Halve Hahn" erfunden.

Lit.: Zum Grundriß vgl. Vogts, Bd.1, S.74, Abb.41.

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7.22. August Sander: lnnenansicht des Schankraumes einer Kölschen Wirtschaft

Fotografie um 1930: August Sander: lnnenansicht des Schankraumes einer Kölschen Wirtschaft

Fotografie. Um 1930. August Sander Archiv/SK-Stiftung Kultur.

In dieser bislang nicht identifizierten Gastwirtschaft präsentierte sich der Schankraum noch in der Zwischenkriegszeit so, wie er im "Krützge" vor dem 1.Weltkrieg gewesen war: Mit "Thekenschaaf" und "Spülbüttchen" unter den aufgebockten Fässern statt einer Zapfanlage.

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7.23. Josef Stolzen: Kinder holen Bier im Brauhaus

Federzeichnung um 1910: Josef Stolzen: Kinder holen Bier im Brauhaus

Federzeichnung um 1910. In: August Hoursch. Kölsche Krätzcher. Auswahlbd. 7.Aufl. Köln um 1930, S.49, Privatbesitz.

Zwei kleine Kinder holen aus dem Schankraum eines Brauhauses, den man nur ausschnittweise sehen kann, einen Krug Bier für den häuslichen Verzehr, der ihnen von einem als "Zappes" fungierenden Köbes gefüllt wird. Besonders deutlich sichtbar ist die provisorisch wirkende Aufstellung der Fässer. Während man in manchen Brauhäusern wohl vornehmlich aus atmosphärischen Gründen weiterhin aus Holzfässern zapft, hat die hier gezeigte Form des Aufbockens der Fässer mittlerweile überall einer festeren Installation weichen müsse.

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7.24. Hans Schwartz: Brauhausszene. Um 1914.

In: Köln amüsiert sich - Der Führer durch's lebensfrohe Köln. - Köln 1914. - UStBK. - Sign.: RhKG 131. (ohne Abbildung)

Vom "Thekenschaaf' aus, einem typischen Bestandteil der Kölnischen Wirtschaft, das auch "Beichtstuhl" oder "Kontörchen" genannt wird, hatte der Wirt einen guten Überblick über das Geschehen im Hausflur wie in der Gaststube. Die Benennungen weisen darauf hin, daß es gleichzeitig auch Abrechnungs- und Beschwerdestelle war und dem Spirituosenverkauf diente. Heute verfügen nur noch wenige Häuser über einen "Beichtstuhl' und selbst dort erfüllt er oft nur noch rudimentär seine traditionelle Funktion.

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