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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

7.A. Ausstellung: Biergenuß in Köln vor 1800

7.1. "Bannung des Saufteufels". Morgensprache der Stadt Köln vom 16. Januar 1456.

"Bannung des Saufteufels". Morgensprache der Stadt Köln vom 16.Januar 1456.

HAStK, Verf. und Verw. V 125, Bl. 72r. Druck: Stein, Bd.2, Nr. 231, S.374 f.

In dieser Morgensprache, einem öffentlich verkündeten, allgemeinverbindlichen Ratsbeschluß, wurde festgelegt, daß es wegen vieler schandbarer Vorkommnisse, die sich Tag und Nacht in den Tavernen und Schankstuben gerade auch zwischen Männern und Frauen ereignet haben, zukünftig verboten sei, dort noch Bier auszuschenken. Das dürfen von nun an nur noch die konzessionierten Brauhäuser. Verbote dieser Art mußten in unregelmäßigen Abständen erneuert werden, was darauf schließen läßt, daß sie nur sehr begrenzten Erfolg hatten.

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7.2. Der Kölner Rat bricht den Brauerstreik 1614.

Gedr. Edikt vom 18.4.1614. - HAStK- Edikte 1, Bl. 8. (ohne Abbildung)

Mit der Schließung ihrer Brauhäuser versuchten einige Brauer, Widerstand gegen die Erhöhung der städtischen Malzakzise zu leisten. Um diesen Widerstand zu brechen und, wie er sagte, um die Bierversorgung sicherzustellen, erlaubte der Rat bis auf weiteres allen Bürgern, allen fremden Brauern und insbesondere den Wirten das Brauen und den freien Verkauf von Bier.

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7.3. Dollbierschenken in Bayenthal und am "Toten Juden".

Plan des befestigten Kölner Rheinufers (=Rheinwerft). Farbige Handzeichnung des Geometers Adolf Cronenberg vom 11.9.1717. HAStK - Plankammer 1/377/3. (ohne Abbildung)

Die genannten "Dollbierschenken" sind auf dem Plan als Nr.6 (Bayenthal) und Nr.8 (Toter Jude/Brühler Straße) bezeichnet und in Form von 3 bzw. 2 Holzschuppen dargestellt. Die zugehörigen Texte weisen jeweils auf ihre (ärgerliche) Funktion als Vergnügungsstätten außerhalb des reichsstädtischen Gebiets hin, an denen "das lästerlich- und ärgerliches Vollsauffen des dollen Bierß getrieben wirdt".

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7.4. Polizeibericht aus Kölner Vergnügungsstätten im 2. Stadtviertel.

Anfang 19.Jahrhundert. HAStK - Franz. Verw. 2192, Bl.7r-8v. (ohne Abbildung)

Dieser leider nur mit dem Tagesdatum 18.Juli versehene Polizeibericht aus der französischen Zeit Kölns bietet eine Auflistung aller Cafés, Bier-, Branntwein- und Weinstuben, Spielhallen und Bordelle im 2.Stadtviertel das von den Straßenzügen Hahnenstraße/ Schildergasse, Hohe Straße,/ Severinstraße und der Stadtmauer zwischen Hahnen- und Severinstor begrenzt wurde. Das Ziel war die Überwachung aller Stätten, an denen viele Kölner Bürger zusammenkamen und die deshalb Gelegenheit zu subversiven politischen Aktivitäten boten. Diese Gefahr bestand nach dem geringschätzigen Urteil der Autoren des Berichts in den Bier- und Branntweinstuben nicht, da sie die Besucher dieser Etablissements von derartigen Anfechtungen nicht gefährdet sahen.

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