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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

5.D. Ausstellung: Wilhelm Scheben

Wilhelm Scheben (1812-1895), Besitzer des Brauhauses "auf Rome" an der Würfelpforte und später preußischer Abgeordneter, verdankt die Bruderschaft in besonderem Maße ihre Erneuerung und die Erforschung ihrer Geschichte.  

5.29. Porträt Wilhelm Scheben

Foto "Porträt Wilhelm Scheben"

29.4.1887, Berlin - Fotografie (Carte de visite), L.Haase & Comp., Berlin, Unter den Linden, 11x7cm Köln, HAStK, Best.1274 Nr.13

Das Foto wurde nach Schebens eigenhändiger Beschriftung auf der Rückseite an seinem 76. Geburtstag in Berlin aufgenommen und stammt aus seinem Nachlaß.

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5.30. Die Brauerei "auf Rome" an der Würfelpforte

Brauerei von Wilhelm Scheben
Brauerei von Wilhelm Scheben
Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Köln von Arnold Mercator, 1571
Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Köln von Arnold Mercator, 1571

Wilhelm Scheben kaufte die Brauerei an der Würfelpforte, heute befindet sich hier der Brunnen vor der Börse, im Jahre 1841. Das Haus "auf Rome" entstand als Teil der alten Stadtbefestigung um 1180 und ist bereits 1468 als Brauerei urkundlich erwähnt. Der Name "Rome" wird auf den ersten Besitzer zurückgeführt, der Römer oder Romanus geheißen haben soll. Als die Stadt Köln in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts sich aus der Umklammerung der mittelalterlichen Befestigungsanlagen freimachte, mußte auch die alte Brauerei "auf Rome" an der Würfelpforte weichen, um neuen Durchgangsstraßen Raum zu geben. Wilhelm Scheben verkaufte das Brauhaus aus diesem Grunde nach langen Verhandlungen mit der Stadt Köln im Jahre 1872. Noch im selben Jahr wurde das alte, ehemalige Stadttor aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen. Eine Brauerei die über 400 Jahre bestanden hatte, war dem Fortschritt zu Opfer gefallen.

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5.31. Ehrenurkunde der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft für Wilhelm Scheben aus Anlaß seiner 50jährigen Zugehörigkeit.

Ehrenurkunde der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft für Wilhelm Scheben aus Anlaß seiner 50jährigen Zugehörigkeit

Original blieb in Familienbesitz und ist verschollen; Schwarz-weiß-Reproduktion im Besitz des KSM - Köln, Brauhaus Päffgen (Dauerleihgabe)

Die Zeichnung stammt von Schebens Freund, dem Maler und Komponisten Tony Avenarius. Wichtige Stationen im Leben Wilhelm Schebens sind in kleinen Medaillons festgehalten: u.a. links oben: Zunfthaus der Brauer, darunter Schebens Brauhaus "auf Rome", rechts oben das Brauhaus "Zum Heetz" mit der Bemerkung "25.Hochzeitsfeier 1868", darunter die Innenansicht von St. Andreas als Patronatskirche der Brauer. Der untere Bereich zeigt humoristische Szenen aus Schebens Kampf gegen die Verwendung von Maltose u.a. für die Bierherstellung. Im Fränkischen Hof (Mittleres Medaillon) stand er einer Protestversammlung vor.

Lit.: Schwering, Max Leo: Handwerk in Köln, Köln 1984, S.158; Probst, Freya: Wilhelm Scheben, Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte und Bibliographie des Brauwesens 1994/95, S.62-65.

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5.32. Wilhelm Scheben: Die Brauerzunft und die Petri-Mailand-Bruderschaft zu Köln. Köln 1864-67.

UStBK, Rh V 1194 (ohne Abbildung)

Bei dem vorliegenden Exemplar dieser wichtigen Schrift von Scheben handelt es sich um das durchschossene Handexemplar des Verfassers.

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5.33. Wilhelm Schebens Testament v. 12. März 1891

Das Brauhaus "Zur Zweipann" trug seinen Namen wegen der zwei Sudpfannen, die es besaß.
Das Brauhaus "Zur Zweipann" trug seinen Namen wegen der zwei Sudpfannen, die es besaß.

HAStK, Best. 1274 Nr.12

Schebens eigenhändiges Testament. Er vermachte u.a. der Stadt Köln für das Stadtarchiv seine stadthistorischen Dokumente und für das Historische Museum in der Hahnentorburg das große, von Soentgen gemalte Porträtbild des Brauer-Bannerherren Christian Lommeder, das aus dem Brauerzunfthaus stammte und nach 1798 im Brauhaus Rom verwahrt wurde. Der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft sollten u.a. die drei Schweinsleder-Folianten der Bruderschaft vom Jahre 1743 an zurückgegeben werden, die er als Rendant der Bruderschaft hütete.

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