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Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996 | Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

Zeugen Kölner Brau-Kultur 1396 - 1996
Begleitbuch der Ausstellung zur 600-Jahrfeier der St. Peter von Mailand Bruderschaft

5.C. Ausstellung: Die Petrus von Mailand-Brudeschaft

Der Zweck der Bruderschaft ist nach den Statuten eine Vereinigung von Brauern, die sich unter den Schutz und die Fürbitte des hl. Petrus Martyr stellt und dabei das Gedächtnis der verstorbenen Mitglieder bewahrt und ihrer jährlich besonders gedenkt. Jährlich findet am Fest des Heiligen, dem 29.April, eine Festmesse statt. Geleitet wird die Bruderschaft durch einen Vorstand mit dem Präfekten an der Spitze, der auf drei Jahre gewählt wird. Aufgenommen wurden ursprünglich nur katholische Brauer, nämlich selbständige Braumeister, die vor der Aufnahme vom Vorstand geprüft werden.

5.17. Hl. Kreuzkirche der Dominikaner (Rekonstruktion)

Hl. Kreuzkirche der Dominikaner (Rekonstruktion)

Foto nach: Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd.7.3 Ergbd. S.164 mit Fig.118. Dort wird auch der chorus s. Petri martyris erwähnt. 1267 Petrus von Mailand als "Patron" der Kölner Dominikanerkirche. Bereits 15 Jahre nach seinem Tod wurde in einer Schreinsbucheintragung die Dominikanerkirche als Kirche des hl. Petrus des Märtyrers bezeichnet. Eintrag: HAStK Schreinsbuch 79, Bl.6

Lit.: Vgl. Giesen, M.J.: Zur Volkstümlichkeit des Petrus Martyr. In:JbKGV 29/30 (1954/55) S.333.

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5.18. Die Petrus-von-Mailand-Bruderschaft an der Dominikanerkirche.

Reliquienverzeichnis, Einblattdruck. Köln: Quentel? Um 1500 - 1865 im Besitz von J.J.Merlo, heutiger Aufbewahrungsort unbekannt. (ohne Abbildung)

Die erste Nennung der Bruderschaft im Kölner Dominikanerkonvent erfolgt auf einem Einblattdruck des Kölner Druckers Heinrich Quentel, der die Reliquien des Dominikanerklosters aufzählt: Iste reliquie habentur in Colonia apud fratres Predicatores. Am Schluß heißt es (Übs.): Außerdem gibt es (neben der Rosenkranzbruderschaft) in dem Konvent zwei andere Bruderschaften, nämlich die des Hl. Märtyrers Sebastian und die des Hl. Petrus von Mailand, wo täglich viele Wunder aufleuchten.

Lit.:Abgedruckt bei J.J. Merlo: Bonner Jahrbücher 38 (1865) S.114-116. Vgl. W.Scheben: Die Brauerzunft lll, 1866, S.25f.; Ders. Zunfthaus S.149  

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5.19. Älteste erhaltene Rechnungs- bzw. Zunftprotokollbuch des Brauamtes - von W. Scheben gerettet und mit eigenen Werken angereichert.

Papier, Folio, 434 S. davon 79 S. beschrieben, Rest Schebens Werke. Lederbez. Deckel mit Prägung HAStK Zunft A201. (ohne Abbildung)

Amtsmeisterwahl, Einnahmen von der Aufnahme neuer Meister und Bruderschaftsmitglieder, Annahme von Lehrjungen und Knechten, Bußgeld- und Hauszinseinnahmen, Ausgaben, geführt vom Gaffelknecht (1588-92 Gerhard Engels; s.1593 sein Sohn Dietrich Engels)

1591: Zu den Pretgeren ist S. Peter van Meilains Kuirgen repareirt, dem Maler zu Stuir komen mit 3 Albus, 6 Gulden 12 Albus (S.27)

1597: S.Petter Meilans Ahrm lassen besserenn 8 Albus (S.58)

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5.20. Brauersfrauen als Mitglieder der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft. 1617.

2 Glasgemälde, je 105x60,5cm. Z.T. neu zusammengesetzt aus mindestens 3 fragmentarisch erhaltenen Scheiben und fremden Stücken ; Inschrift b) aus 2 Inschriftenhälften zusammengefügt. - a) - b) KSM Inv.Nr. R.M. 1937/1338; Inv.Nr. R.M. 1937/1337. Foto RBA 61164.

Die beiden Zunftscheiben stammen aus dem Zunfthaus und gehören zur ersten Verglasung des Neubaues von 1612/13. Sie bilden frühe Belege für die Petrus von-Mailand-Bruderschaft der Brauer.

Glasgemälde, 105x60,5cm, "Brauersfrauen als Mitglieder der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft. 1617."
  1. Adam Mettmann und Ehefrau Margret Bechems. (Mittelscheibe Allianzwappen mit Hausmarken nicht zugehörig?), darunter: "Anno 1613", seitlich 4 weitere Wappenschilde mit Brauer-Hausmarken. Inschrift: "Adam Meidtman un Margretha Bechems Eheleuth, suster der Broderschafft S.Peter Maylandt."
Glasgemälde, 105x60,5cm, "Brauersfrauen als Mitglieder der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft. 1617."
  1. Gothard Dünwald, [Amtsmeister?] und Ehefrau; [Johann M?]irkenich und Ehefrau. (Mittelscheibe nicht zugehörig), darunter "Anno 1613", seitlich weiterer Schild mit Brauer-Hausmarke. Inschriften (jeweils ergänzt): "Gothardt Du[nwald Amtsmeister?]
    Zur Zeit Vnd He[Iena? ... Ehel]euth, Suster de[r Broderschafft] S. Petter M[eylandtl 16-(17?)". / "[Johan van M?Iirckenich Vnnd [....... ]hs Eheleuth, [Suster der] Broderschafft [S. Petter] Meylandt [16]17".

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5.21. Gelenius: De admiranda, sacra et civili magnitudine Coloniae Claudiae Agrippinensis. Köln: Kalkoven 1645

UStBK, Rh G 2206 (ohne Abbildung)

Gelenius führt in seinem Buch über die Größe Kölns bei den Predigern u.a. an die "Fraternitas S.Petri de Mediolano Martyris Ord. Praed. 468; S.463 wird unter den Reliquien erwähnt: XVII Sancti Petri Martyris Ordinis Praedicatorum partem Costae in qua caro sanguine tincta apparet; S.469 wird unter den Festen des Klosters aufgeführt: In Aprilis, 29, S.Petri Martyris Ord. Praed. cum plenariis indulgentiis; (S.464-469).

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5.22. St. Peter-von-Mailand-Kapelle in St. Andreas, Foto

St. Peter-von-Mailand-Kapelle in St. Andreas, Foto

Die erste Kapelle auf der Nordseite mit Wandgemälden zum Marienleben (14.Jh.) und einem Christophorus-Fresko, bis dahin St. Ursula- und Lambertuskapelle, wurde 1895 nach dem Umzug aus der Hl. Kreuz-Kirche in der Stolkgasse als Kapelle des Schutzpatrons der Kölner Brauer eingerichtet. 1911 stiftete die Bruderschaft dort einen Marmoraltar, der im Auftrag der Bruderschaft 1960 erneuert wurde. Die Kapelle war bis zum Krieg mit Glasfenstern ausgestattet, die St. Petrus als Prediger vor Häretikern und sein Martyrium zeigten.

Lit.:Breuer, Joseph: Die Stifts- und Pfarrkirche St. Andreas zu Köln. Köln 1925, S.41-43.

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5.23. Die alten Statuten der Bruderschaft von 1603

UStBK, Rh V 1198 (ohne Abbildung)

Abdruck bei Wilhelm Scheben: Die Zunft der Brauer in Köln in ihrem inneren Wesen und Wirken nebst den im Jahre 1603 erneuerten uralten Ordnungen. Köln 1880 S.139-14 nach einer verschollenen Handschrift aus der Fürstenbergischen Bibliothek Stammheim. Die Statuten der Bruderschaft wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepaßt. Sicherlich einer der Gründe, der die Bruderschaft so lange weiterbestehen ließ.

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5.24. Die Statuten der Bruderschaft im 19. Jahrhundert

UStBK, Rh V 1196 (ohne Abbildung)

Abdruck bei Wilhelm Scheben: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer in Köln. Köln 1875, S.170f.

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5.25. Fahne der Petrus von Mailand-Bruderschaft

Fahne der Petrus von Mailand-Bruderschaft

Entwurf von dem Maler und Dominikanerpater Joseph (Marcellinus) Morkramer (1894 -1971) in Walberberg. Die Ausführung besorgte Cläre Baldner, Köln-Klettenberg Köln, St. Andreas

Auf der Bruderschaftsfahne, die in St. Andreas aufbewahrt wird, befindet sich eine Abbildung des Petrus von Mailand. Sie wird bei Anlässen wie dem jährlichen Patronatsfest am 29. April und der Totenmesse im November am Altare aufgestellt.

Lit.: Unser Köln 5 (1953) H.6 S.23;Abb. ebd. H.5 S.11.

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5.26. Plakat zur Erinnerung an das 500-jährige Bestehen der Bruderschaft im Jahre 1896

Plakat zur Erinnerung an das 500-jährige Bestehen der Bruderschaft im Jahre 1896

Wallraf, A. jr.: Kölner Brauer-Corporation (Peter von Mailand-Bruderschaft), begründet im Jahre 1396 - Köln, Brauhaus Päffgen

Vor den Domtürmen sitzt Gambrinus, König von Brabant, begleitet von der Mutter Colonia und zahlreichem Gefolge, das ihm kredenzt. Im Vordergrund ein Kölner Narr neben einem Stadtwappen mit einem Köbes als Helmzier.

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5.27. Mitgliederlisten der Petri-Mailand-Bruderschaft von 1864 - 1887

UStBK, R4V 1194, 96, 97, 99 (ohne Abbildung)

  • 1864-67 bei W. Scheben: Die Brauerzunft und die Petri-Mailand-Bruderschaft zu Köln. Köln 1864-67.
  • 1874 bei W. Scheben: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer zu Köln. Köln 1875, S.172-173.
  • 1879 bei W. Scheben: Bankrolle der ehemaligen Brauerzunft in Köln. Köln 1880 S.63-65.
  • 1887 bei W. Scheben: Verzeichnis der gegenwärtigen Mitglieder der... Brauer-Corporation für das Jahr 1887. Köln 1887.

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5.28. Die Bruderschaft heute

Die Bruderschaft heute

Bruderschaft versteht sich als christliche Vereinigung, die sich unter den Schutz des Petrus Martyr stellt und seine Fürbitte erbittet. Das Gebet für die verstorbenen Mitglieder nimmt einen wichtigen Platz ein. Diese Pflege des kollegialen Bruderschaftsgedankens verbindet sich mit der Hochschätzung des Brauhandwerks und seiner Geschichte und mit der Liebe zur Vaterstadt Köln.

Die Mitglieder der St. Peter von Mailand Bruderschaft treffen sich monatlich in verschiedenen Kölner Brauhäusern zu kollegialem Gedankenaustausch und einem gemeinsamen Essen mit Umtrunk. Der fachliche Teil nimmt neben dem rein gesellschaftlichen einen wichtigen Platz ein. Bei diesen regelrnäßigen Treffen soll nach Möglichkeit ein kurzer Vortrag stattfinden, der sowohl einen beruflichen als auch kulturhistorischen Inhalt haben kann. Zwei Tage im Jahresablauf der Bruderschaft sind besonders hervorgehoben: der 29.4. als Festtag des Petrus von Mailand und das Totengedächtnis im November (Quatember-Messe).

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