Das Geld hat zu allen Zeiten im Leben der Menschen eine große Rolle gespielt. Das wissen wir aus vielen Sprichwörtern und Volksweisheiten. Das ist und war auch besonders in Köln so, da die Stadt schon seit der Römerzeit einer der wichtigsten Geld und Handelsplätze im Europa nördlich der Alpen war und heute sicherlich noch ist. Grund genug, der Geschichte des Geldes hier am Rhein einmal nachzugehen.
Die ersten, welche die Macht am Rhein ausübten, waren die Kellen, die zwischen Osteuropa und dem heutigen Ostfrankreich siedelten. Ihnen folgten am Rheinufer die Stämme der germanischen Ubier, die den Mittelrhein besiedelten. Sie prägten bereits Bronzemünzen, von denen einige beim Bau des Hotels Excelsior im Jahre 1909 gefunden wurden. (Gerd Biegel: "Geld aus Köln", Stadtsparkasse 1979). Diese wahrscheinlich im hiesigen Raum geprägten Geldstücke können als die ersten Kölner Zahlungsmittel angesehen werden.
Als die Römer 50 n. Chr. Köln zu ihrer Stadt machten, waren es die in der Colonia Agrippina geprägten Münzen, die mit den entsprechenden Kaiserbildnissen versehen als Währung galten. Außer in Köln wurden nur noch im römischen Trier Münzen geprägt. Das weltläufige römische Geldsystem kannte sowohl Gold und Silber , als auch Kupfermünzen. Die erste in Köln geprägte römische Münze ist die Goldmünze des römischen Kaisers Postumus (263 n. Chr.).
Im 5. Jahrhundert verdrängten die germanischen Franken die Römer und mit ihnen ihr raffiniertes Geldgefüge. Es dauerte Jahrhunderte, bis in Köln wieder Geld geprägt wurde, und zwar nur in Gold. Das berühmteste Stück ist ein Goldstück mit dem Bild des Frankenkönigs Theudebert (534 548 n. Chr.). Diese Prägung zeigte zwar weniger die handwerkliche Eleganz römischer Münzen, dafür aber mehr Macht und Selbstbewusstsein der fränkischen Könige. Köln auf dem Sprung von der Antike ins Mittelalter. Kaiser Karl der Große schaffte die im Laufe der Jahrhunderte heruntergewirtschaftete Goldwährung ab und forcierte die bereits von seinem Vater eingeführte Silberwährung. Er benötigte in seinem großräumigen Reich mehr und mehr kleinere Zahlungsmittel. Seinem ausgeprägten Organisationstalent und Ordnungssinn entsprach auch eine genaue Festlegung von Wert und Volumen des Geldes. Ein Pfund Silber sollte 240 sogenannte Pfennige beinhalten nicht mehr und nicht weniger. Also quasi "Auf den Pfennig genau".
Den umfangreichen Aufzeichnungen aus seiner Zeit entnehmen wir zwar noch nicht "wat de Butter kost, aber immerhin schon was 10 kg Roggenbrot kosten, nämlich 1 Silberpfennig; ein Schwein je nach Größe zwischen 4 und 12 Pfennig (Bernd Sprenger: "Zwei Jahrtausende Kölner Geldgeschichte", Die Bank 10/88). Die Mönche des Kaisers führten über fast alles Buch. So wissen wir auch, dass ein Landarbeiter 1/2 Pfennig pro Tag verdiente, also den Wert von 5 kg Brot. Da zu jener Zeit Brot und Bier aus demselben Rohstoff hergestellt wurden, ist anzunehmen, dass der eine oder andere Sack Korn auch zu flüssigem Brot wurde.
Vom 8. bis zum 13. Jahrhundert wurden in Köln Silberpfennige geprägt. Sie waren als "Denarius Coloniensis" eine von Osteuropa bis in den Mittelmeerraum gültige Währung. Die Kölner Münzstätte sie stand auf dem Heumarkt war die wichtigste im ganzen deutschen Reich. Um beim Sprichwort zu bleiben: "(Kölsch) Geld regiert(e) die Welt. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden nun auch kleinere Münzen hergestellt. 1/2 und 1/4 Pfennige wurden im immer stärker wachsenden städtischen Alltagshandel notwendig. 1 kg Brot kostete 1/4 Pfennig.
Die Schlacht von Worringen im Jahre 1288 wurde zwar gewonnen, das Münzrecht der Stadt ging dagegen verloren. Die Kölner Erzbischöfe aus der Stadt vertrieben prägten ihre eigenen Münzen nun in Deutz und Bonn. Gold war wieder "in". Die Gulden sie hatten den Wert von 20 Pfennigen wogen 4 g Gold.
1474 erhielt Köln vom deutschen Kaiser Friedrich 111. das Münzrecht zurück. Im Verein mit anderen rheinischen Fürsten und Erzbischöfen brachte die Stadt den Rheinischen Gulden in Umlauf. Er war die wichtigste Zahlungseinheit im Spätmittelalter in Deutschland und diente hauptsächlich zur Zahlung von großen Rechnungsbeträgen zu vergleichen etwa mit unserem heutigen 500 DMSchein .
Der Anstieg des Handels erforderte immer größere Mengen an Goldmünzen, doch die Kölner Prägungen gingen vom 16. 18. Jahrhundert ständig zurück. Man prägte Silbertaler und Kleinmünzen, sogenannte Albusstücke. Silbermünzen zu 8, 4 und 2 Albus. Für ein Pfund Fleisch oder 1 kg Brot' zahlte man 2 Albus.
Doch noch einmal geriet Köln in die Schlagzeilen der Finanzwelt. 1706 wurde hier das erste deutsche Papiergeld herausgebracht. Der Kurfürst von der Pfalz, der Herzog von Jülich-Berg, immer etwas knapp bei Kasse ("Wer den Pfennig nicht ehrt, . . ."), gründete in Köln eine Notenbank; die "Banco di gyro d'affraneatione", ein Unternehmen, das 50 Jahre später lediglich ein Drittel der Einlagen zurückzahlte ("Papier ist geduldig").
Eine Besonderheit des Kölner Münzwesen waren die Ratszeichen, d.h. Münzen, welche an die Ratsherren als Aufwandsentschädigung ausgegeben wurden. Pro Münze erhielt man 2 Liter Ratswein. "Diät(en)wein" könnte man sagen. 1793 wurde die letzte Köl-ner Münze geprägt: eine kleine Kupfermünze - sozusagen der "letzte Heller". 1797 wurde die Münzstätte von den französischen Revolutionstruppen geschlossen. Sie hatten 1789 ebenfalls Papiergeld eingeführt, die Assignaten. Die machten so manchen Kölner zum armen Mann.
Nach dem Sturz Napoleons und den folgenden Befreiungskriegen kam die Stadt Köln zu Preußen. Keine Liebesheirat, wie viele Kölner Bürger meinten, Die Preußen brachten ihre deutsche Währung mit: den Taler, der 3 Mark wert war, und die Mark zu 100 Pfennig.
In A.C. Greven's "Illustrierter Führer durch Köln und Umgegend" aus dem Jahre 1888 finden wir einige interessante Preise aus dieser Zeit. So kostete zum Beispiel: Eintritt in Zoo und Flora je 1 Mark, Kinder und Soldaten natürlich die Hälfte Dombesteigung ebenfalls l_ Mark Hohenstaufenbad, Rathaus- und Gürzenichbesichtigung je 50 Pfennig Besichtigung von Castan's Panoptikum (Schreckenskammer) - kostete 50 Pfennig Eisenbahnfahrt vom Centralbahnhof zum Bahnhof Deutz 40 Pfennig Dampferfahrt zum beliebten Ausflugsort Marienburg hin und zurück 35 Pfennig. Auch die leiblichen Genüsse des Lebens waren auch damals nicht gerate billig. Auf einer Speisenkarte der Bierbrauerei PÄFFGEN finden sich folgende Preise:
Halven Hahn 10 Pfg
Schnittchen Schinken 20 Pfg
Sauerbraten 40 Pfg
Rohes Beefsteak mit Ei 50 Pfg
Hämmchen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree 70 PfgIm Hotel Fränkischer Hof, Komödienstraße 34/36, kostete Logis mit Frühstück MK 2,75. In der Kölschen Wirtschaft kostete das Glas Wieß, wie damals Kölsch allgemein hieß, im Durchschnitt 10 Pfg. Im privaten Postverkehr innerhalb Kölns kostete ein normaler Brief 2 Pfg. Porto, Einschreiben 10 Pfg. Für 2 Mark konnte man zu 3 Personen mit der Pferdekutsehe durch die Innenstadt und nach Deutz fahren (inklusive Brückenzoll). Zu den teuren Dingen des Lebens gehörte eine Konzertkarte im Gürzenich, denn die kostete stolze 5 Mark (Galerie 2 Mark). Dem Kaiserreich folgte die Republik mit Inflation und astronomischen Geldsummen. In dieser Zeit (1923) gab es auch das letzte "Kölner (Not-) Geld"; eine Banknote im Wert von hundert Billionen Mark. Unterzeichnet war das Notgeld vom damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer, gedruckt wurde es bei J. P. Bachem. Ein Jahr später wurde das Inflationsgeld zum Kurs von einer Billion für eine Rentenmark eingetauscht. Wenn man bedenkt, dass man für ein Glas Kölsch Millionen zahlte, lernt man die heutige Stabilität zu schätzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch einmal einen tiefen Einschnitt in unseren Geldbeutel. Die Währungsre form am 20. Juni 1948 befreite uns von der Reichsmark und brachte uns die heute weltweit begehrte D-Mark. Der Umtauschkurs war damals DM 6,50 für RM 100,-. Wieder einmal für viele Kölner ein schlechtes Geschäft.
Ob man nun Flüh, Nüsele, Pinke Pinke, Knöpp, Moos, Asche, Mäuse oder in Alternativ-Deutsch - Knete sagt, gemeint ist immer das Geld, das zwar allein nicht glücklich macht, aber doch sehr beruhigt. Wenn Sie also beim nächsten Mal ihren Deckel bezahlen wollen, denken Sie einmal an die Zeit, wo man dafür Millionen bezahlen musste, und bestellen Sie sich zum Abschied noch ein Kölsch für den Heimweg. Prost! (FM)
21.03.2012 - 21:30 Uhr
Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.
Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.
Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.
Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!
19.03.12 00:08h
NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).
BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.
Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.
Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).
Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?
Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”
Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”
Also, eine bierselige Zukunft?
„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”
Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)
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Quelle: www.bild.de09.03.12 12:18h
Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.
Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.
Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.
Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".
Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.
Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...
Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.
Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).
Quelle: www.rundschau-online.de03.02.12 17:44h
Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.
Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.
Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.
Quelle: www.rundschau-online.de05.02.12 15:49h
Von Christel Thiemann
Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.
Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“
Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“
Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.
Quelle: www.ksta.de07.01.12, 07:03h
Von Bernd Rosenbaum
Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.
Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.
In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.
Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.
Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.
10.12.11 10:19h
Von Annika Leister
Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.
Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.
Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn
Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.
Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012
Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.