Inhaltsverzeichnis[Verbergen] |
Wer zum ersten Mal die Domtürme sieht, weiß sofort, daß diese Stadt etwas Besonderes hat, das sie von allen anderen unterscheidet. Karneval und Kirchen haben viele, Kölsch als Sprache und Nationalgetränk - gibt es nur hier. Deshalb an dieser Stelle etwas über unser Bier, seine Tradition und die Kölner Brauhauskultur. Genießen Sie gemeinsam mit uns Köln und sein Kölsch – Willkommen in Köln !
Aber jedes Kölsch ist etwas anders. Denn zwanzig verschiedene Brauereien bieten eine Markenvielfalt, die in dieser Form einmalig auf der Welt ist. Zwar ist jedes Kölsch obergärig, hell, hochvergoren und hopfenbetont – aber jeder Kölner Brauer ist stolz auf seine ureigene Rezeptur. Die Kölner mögen das, genausogern wie ihre vielen Gäste. Die folgenden Brauereien und ihre Marken sind Mitglied des Kölner Brauerei-Verbandes.
BISCHOFF KÖLSCH, Hausbrauerei Bischoff, Brühl
BÜRGER KÖLSCH, Rh. Bürgerbräu - Köln
FRÜH KÖLSCH, Cölner Hofbräu P.J.Früh - Köln
GAFFEL KÖLSCH, Privatbrauerei Becker - Köln
GANSER KÖLSCH, Ganser Brauerei - Leverkusen
GARDE KÖLSCH, Brauhaus zur Garde - Dormagen
GIESLER KÖLSCH, Gieslersche Brauerei - Brühl
GILDEN KÖLSCH, Gilden-Kölsch-Brauerei - Köln
KÜPPERS-KÖLSCH, Küppers-Kölsch-Brauerei - Köln
KURFÜRSTEN-KÖLSCH, Kurfürsten-Brauerei - Bonn
MÜHLEN KÖLSCH, Brauerei zur Malzmühle Köln
PÄFFGEN KÖLSCH, Hausbrauerei Päffgen - Köln
PETERS KÖLSCH, Monheimer Brauerei - Monheim
REISSDORF KÖLSCH, Privatbrauerei Reissdorf - Köln
RICHMODIS-KÖLSCH, Richmodis-Bräu - Köln
SESTER KÖLSCH, Sester-Kölsch-Brauerei - Köln
SEVERINS KÖLSCH, Brauerei P. Schopen - Bedburg
SION KÖLSCH, Altstadt-Bräu Joh. Sion – Köln
SÜNNER KÖLSCH, Brauerei u. Brennerei – Köln
ZUNFT KÖLSCH, Erzquell-Brauerei - Bielstein
KÖLSCH ... ist Köbes, Zappes, Stange & Kranz
In Kölner Brauhäusern ist vieles anders als anderswo. Das beginnt mit dem Kellner, den man hier "Köbes"(Jakob) nennt. Dieser holt das Bier beim "Zappes" (Zapfer), der es aus dem Holzfaß in die "Stange", das typische, hohe zylindrische KÖLSCH-Glas füllt. Der Köbes bringt es dann im "Kranz", einem Metallträger, sofort und immer frisch an den Tisch. - Typische Kölner Brauhäuser:
1. ALT-KÖLN, Trankgasse 7-9
2. BIER-ESEL, Breite Straße 114
3. BRAUHAUS PÜTZ, Engelbertstraße 67
4. REISSDORF, Kleiner Griechenmarkt 40
5. BRAUHAUS SION, Unter Taschenmacher 5
6. EM KÖLSCHE BOOR, Eigelstein 121-123
7. BEI DR TANT, Cäcilienstraße 28
8. FRÜH AM DOM, Am Hof 12-14
9. FRÜH EM VEEDEL, Chlodwigplatz 28
10. GAFFEL-HAUS, Alter Markt 20-22
11. GERTRUDENHOF Gertrudenstraße 2a
12. GILDENHAUS, Große Budengasse 10
13. HAXENHAUS am Rheing., Frankenwerft 19
14. MALZMÜHLE, Heumarkt 6-10
15. PÄFFGEN, Friesenstraße 64-66
16. PÄFFGEN in der Altstadt, Heumarkt 62
17. PETERS BRAUHAUS, Mühlengasse 1
18. SCHMITZE LANG, Severinstraße 62
19. SCHRECKENSKAMMER, Ursulagartenstr. 11
20. SÜNNER IM WALFISCH, Salzgasse 13
21. Bierhaus "En dr Salzjass", Salzgasse 5-7
Eng ist gemütlich ! - sagt der Kölner und er meint damit das "gemütliche" Zusammensitzen oder –stehen von fröhlichen Menschen beim Bier. Das kann im Brauhaus, in der Szene-Kneipe, beim Straßenfest oder bei der Familienfeier sein. Die Nähe zum Nachbarn erleichtert die Kommunikation und das Verständnis für einander. Dabei kennt man in Köln keine sozialen Unterschiede. Jeder spricht mit jedem. Gemeinsam ist ihnen aber auch das KÖLSCH-Bier, der soziale "Verbinder" dieser Kölschen Version des "savoir vivre".
Moden mögen sich ändern, neue Trends die Menschen beeinflussen, doch das KÖLSCH ist ein Getränk für alle - für alt und jung - geblieben. KÖLSCH ist "cool", wie man heute sagt. Man trinkt es in Bars und Bistros, Kneipen und Discos. Insbesondere die Brauhäuser haben bei den jungen Gästen einen hohen Stellenwert. Denn das Einfache, das Solide liegt dem Kölner mehr als Glanz und Glamour. Sich mit Kumpels oder der Freundin "auf ein KÖLSCH" zu treffen macht genau so "fun" wie ein Konzertbesuch oder der Abend bei Rock und Pop.
Als im Jahre 1985 die im Kölner Brauerei-Verband vertretenen Brauer die KÖLSCH-Konvention unterschrieben, war das der letzte Schritt einer kontinuierlichen Entwicklung, welche dem KÖLSCH den Stellenwert dokumentierte, den sie im deutschen Biermarkt schon seit langen hatte. Sie besagt Folgendes: "KÖLSCH nur in der Stange, dem typischen Kölschglas serviert, ist ein obergäriges, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes Vollbier. Es ist nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut und darf nur in den Brauereien Kölns und einigen wenigen des benachbarten Umlandes gebraut werden".
KÖLSCH ...die Spezialität vom Rhein!
Champagner, Chianti und einige andere berühmte Namen sind europäische Spitzenprodukte, die mit dem Prädikat "Geschützte Europäische Regional-Spezialität" ausgezeichnet wurden. Auch KÖLSCH gehört seit 1998 zu diesem Kreis.
KÖLSCH ...im Internet? Natürlich!
Das heisst Wenn Sie sich über KÖLSCH, seine Historie und Gegenwart detaillierter informieren wollen, bieten wir Ihnen im Internet umfangreiches Material an.
...Schauen Sie mal bei uns vorbei:
www.Kölner-Brauerei-Verband.de
Kölner Brauhäuser:
ALT-KÖLN, Trankgasse 7-9
BIER-ESEL, Breite Straße 114
BRAUHAUS PÜTZ, Engelbertstraße 67
REISSDORF, Kleiner Griechenmarkt 40
BRAUHAUS SION, Unter Taschenmacher 5
EM KÖLSCHE BOOR, Eigelstein 121-123
BEI DR TANT, Cäcilienstraße 28
FRÜH AM DOM, Am Hof 12-14
FRÜH EM VEEDEL, Chlodwigplatz 28
GAFFEL-HAUS, Alter Markt 20-22
GERTRUDENHOF Gertrudenstraße 2a
GILDENHAUS, Große Budengasse 10
HAXENHAUS am Rheing., Frankenwerft 19
KÜPPERS BRAUHAUS, Alteburgerstraße 157
MALZMÜHLE, Heumarkt 6-10
PÄFFGEN, Friesenstraße 64-66
PÄFFGEN in der Altstadt, Heumarkt 62
PETERS BRAUHAUS, Mühlengasse 1
SCHMITZE LANG, Severinstraße 62
SCHRECKENSKAMMER, Ursulagartenstr. 11
(FM)
21.03.2012 - 21:30 Uhr
Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.
Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.
Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.
Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!
19.03.12 00:08h
NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).
BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.
Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.
Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).
Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?
Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”
Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”
Also, eine bierselige Zukunft?
„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”
Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)
Mehr aktuelle News aus Ruhrgebiet und Umgebung lesen Sie hier auf ruhrgebiet.bild.de.
Quelle: www.bild.de09.03.12 12:18h
Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.
Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.
Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.
Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".
Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.
Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...
Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.
Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).
Quelle: www.rundschau-online.de03.02.12 17:44h
Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.
Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.
Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.
Quelle: www.rundschau-online.de05.02.12 15:49h
Von Christel Thiemann
Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.
Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“
Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“
Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.
Quelle: www.ksta.de07.01.12, 07:03h
Von Bernd Rosenbaum
Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.
Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.
In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.
Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.
Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.
10.12.11 10:19h
Von Annika Leister
Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.
Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.
Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn
Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.
Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012
Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.