Der Patron, nach dem die Kölner Bruderschaft der Bierbrauer ihren Namen hat, Petrus von Mailand (auch Petrus Martyr oder Petrus v. Verona), war ein schon zeitgenössisch weithin berühmter Dominikaner. Nach der Überlieferung um 1205 oder 1206 in Verona geboren, stammte er aus einer Familie mit Namen Rosino, die sich den Albigensern angeschlossen hatte" jener Ketzerbewegung in Südfrankreich und Norditalien, die in der Tradition der Neumanichaer mit der Lehre eines Strengen Dualismus zwischen Gott und dem Weltschöpfer Teufel in scharfem Gegensatz zur katholischen Kirche stand und von ihr heftig bekämpft wurde. Dennoch besuchte Petrus eine katholische Schule und fand hier den Weg zur Kirche in solcher Tiefe, daß er sich zum Theologie- studium entschloß. Dabei begegnete er 1221 in Bologna dem neuem Orden der Dominikaner. Der hatte sich, von Dominikus Guzman gegründet, die Bekehrung der Abgefallenen und die seelsorgerische Betreuung der Bevölkerung in den anwachsenden Städten zur Aufgabe gemacht. Eine gute wissenschaftliche Ausbildung war als Fundament der Verkündigung für diesen Predigerorden (Ordo predicatorum) unerläßliche Voraussetzung. Es waren Wesenszüge, die Petrus so begeisterten, daß er sich schnell anschloß. Vielleicht wurde er noch vom Ordensvater Dominikus (+1221), der damals in Bologna lebte, in den Orden aufgenommen.
Petrus machte im Orden schnell Karriere: Sein ausgesprochenes Rednertalent machte ihn weithin berühmt, er wurde Prior in Como, 1232 päpstlicher Gesandter in Mailand und 1240 Prior in Asti. 1251 erhielt er die Aufgabe eines Päpstlichen Großinquisitors in Norditalien. Seine Bekehrungstätigkeit, bei der er weniger auf Strafen als auf Überzeugung gesetzt haben soll, machte ihn den Albigensern so verhaßt, daß sie ihn bereits am 6. April 1252 durch gedungene Mörder zusammen mit einem Gefährten auf dem Wege von Como nach Mailand umbringen ließen (Nr.5.1.).
Die Mordtat erweckte weites Aufsehen, und schon ein Jahr später, am 25. März 1253, sprach ihn Papst Innozenz IV. in der Stadt Perugia heilig. Petrus wurde zunächst in der Kirche S.Sirnpliciano in Mailand aufgebahrt, dann aber in die Kirche S. Eustorgio überführt, in der er in einem prachtvollen Hochgrab, von Giovanni di Balduccio gestaltet (1336-1339), seine letzte Ruhe fand (Nr.5.2). Eine Kopie des Hochgrabes des Petrus Martyr befindet sich heute ebenfalls im Londoner Victoria & Albert Museum. Die Vita des Petrus Martyr fand weiteste Verbreitung und wurde z.B. in die berühmte Legendensammlung "Legenda aurea" (geschrieben 1263-1273) seines Ordensbruders Jacobus von Voragine (um 1230-1298) aufgenommen, der ihn vielleicht noch persönlich gekannt haben könnte und der 36 Wunder des Heiligen überlieferte (Nr.5.3).
So nimmt es nicht wunder, daß der allgemein verehrte Heilige zum begehrten Fürsprecher wurde: Petrus Martyr ist Patron der Städte Como, Cremona, der Lombardei und des Hzt. Modena. Er wird als Patron der Wöchnerinnen, der Dominikaner und der lnquisition verehrt. Er ist die Zuflucht bei Kopfleiden und Kopfschmerzen, gegen Blitz und Sturm (in Rom und Piacenza wurden an seinem Fest Olivenzweige geweiht, die vor den Gefahren des Gewitters bewahren), und Garant für das Gedeihen der Feldfrüchte. Als Patron von Wallfahrtstätten mit Brunnen und Heilwasser wird er in Friesach, Graz, Lienz und Wien verehrt. An seinem Festtag werden Weidenzweige ins geweihte Wasser getaucht und bewirken Heilung; ebenso dienen gesegnete Petrus-Martyr-Kreuzlein aus gesteckten Zweigen gegen Unwetter, Zauberei und Feldungeziefer (in Selztal, Mitterndorf und Werfenau).
Es erstaunt nicht, daß sich schon bald Bruderschaften an mehreren Orten unter den Schutz dieses so bekannten Heiligen stellten. Petrus von Mailand Bruderschaften speziell für bestimmte Berufszweige gab es z.B. in Palma de Mallorca (für die Schuster), im katalonischen Manresa (für die Weber), in Rieti (wo sie zur exklusiven Gemeinschaft der reichen Kaufleute wurde) und in Köln (für die Brauer). Wie lange die Kölner Bruderschaft besteht, ist nicht mehr genau festzustellen.
Scheben vermutete, daß die Corporation bis in die Zeit der Heiligsprechung des Petrus von Mailand 1253 zurückzuführen ist; bezeugt sah er sie nach seinen Forschungen erst bei der Neukonstituierung des Stadtregiments durch den Verbundbrief 1396: Danach formierten sich die Brauer politisch in der entsprechenden Gaffel, wirtschaftlich-standespolitisch in der Zunft und geistlich in der Bruderschaft. Ihren geistlichen Mittelpunkt hatte die Bruderschaft bei einem Patron aus dem Dominikanerorden naheliegend - in der Heilig Kreuz-Kirche der Kölner Dominikaner (Nr. 5.6, 5.8, 5.10, 5.18, 5.21). Neuere Forschungen eröffnen die Perspektive, daß die Bruderschaft ursprünglich allen Berufszweigen offenstand und erst im späteren 15.Jh., als die Dominikaner in Köln mit Jakob Sprenger die Rosenkranzbruderschaft propagierten (Nr. 5.5), zur Bruderschaft eines speziellen Berufszweiges wurde. Den ersten bekannten Beleg für die Existenz der Bruderschaft an Hl. Kreuz haben wir in einem (z.Zt. verschollenen) Einblattdruck aus dem Ende des 15.Jhs (Nr.5.19). Etwa um die gleiche Zeit wird die spätgotische Holzfigur des Petrus von Mailand datiert, die sich heute im Kloster St. Andreas befindet (Nr.5.10) und die vermutlich aus der Heiligkreuz-Kirche stammt. Dort war dem Patron der Kölner Brauer Petrus von Mailand ein eigenes Chörchen mit Altar gewidmet, das diese Statue des Heiligen geschmeckt haben könnte.
Ihren Mittelpunkt fanden die Brauer in ihrem Zunfthaus, dem Haus Mirweiler in der Schildergasse, das sie 1494 erwarben. Dort hing ein Zyklus von drei Gemälden aus der Zeit um 1530. Es ist der früheste Beleg für eine Beziehung der Brauer zu ihrem Patron. Zu sehen ist er auf den seitlichen Bildern (im 2. Weltkrieg verbrannt) mit den Stadtpatronen St. Kunibert, St. Ursula und den Heiligen Drei Königen. Auf dem Mittelbild, einer Kreuzigung, ist neben dem Stadtwappen das der Brauerzunft abgebildet (Nr.5.9).
Ebenfalls im Brauerzunfthaus befand sich als Teil der Wandtäfelung ein Relief des Petrus von Mailand (heute im Kölnischen Stadtmuseum), das ins 16.Jh. zu datieren ist (Nr.5.11). Die Verbindung der Brauer zu Petrus von Mailand wird auch deutlich im ältesten erhaltenen Rechnungsbuch bzw. Zunftprotokollbuch des Brauamtes, das Scheben seinerzeit gerettet hat. Hier sind Ende des 16. Jhs. Ausgaben für die Reparatur der Petrus von Mailand- Statue und für Kerzen zu seinen Ehren belegt (Nr.5.12). Wenig später, um 1608, als Peter Oeckhoven Bannerherr war und eine Erneuerung der Zunft vornahm, wurde statt des alten Siegels, das mutmaßlich um 1595 zum letzten Male bezeugt ist, im neuen Siegel der Schutzheilige Petrus von Mailand abgebildet (Nr.5.13). 1660 wurde schließlich auf einem reich geschmückten Kalenderblatt bei den Patronen der Brauer u.a. Petrus von Mailand abgebildet (Nr.5.14).
Von den verschiedenen Aspekten des Zusammenlebens und Zusammenhalts der Brauer wie der Vertretung der Standesinteressen in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht, der Pflicht zur gegenseitigem Unterstützung in Notfällen, der Pflege geselligen Kontakts unter den Mitgliedern charakterisiert die Bruderschaft vor allem der religiöse: Gleichgesinnte fanden sich hier zusammen, um in der Verehrung des Petrus Martyr als Schutzpatron und der Feier seines Festtages die Fürbitte für die Lebenden und das Gedächtnis der Verstorbenen der Bruderschaft in der hl. Messe zu begehen. Sie feierten das Fest des Petrus Martyr von alters her mit einem Hochamt und einer Prozession, bei der die oben erwähnte, im Zusammenhang mit der Ausstellungsvorbereitung wiederentdeckte Statue des Heiligen von den Meistern des Amts getragen wurde. Bis 1741 klang das Fest abends mit einem Bruderschaftsessen aus. 1603 wurde die Satzung erneuert und dabei den Mitgliedern die Teilnahme an den religiösen Gebräuchen streng eingeschärft (Nr.5.23). (Anlage IV. Ordtnung wie man die Bruderschafft an sich erlangen möge, und sich darinnen wie allen Quatertemper-Gebotten verhalten solle. In: W.Scheben, Zunft der Brauer, Köln 1880, S.139-141., ebenso in W.Scheben, Bankrolle der ehemaligen Brauerzunft in Köln. Köln 1880, S.27-29).
1693 richtete die Witwe des Bannerherrn und Ratsmitgliedes Johann Pulheim aufgrund einer testamentarischen Verfügung ihres verstorbenen Schwiegervaters, Heinrich Pulheim, eine Stiftung für ein feierliches Hochamt am Petrus von Mailand-Fest und den 4 Quatembertagen ein, die, nachdem sie in der Franzosenzeit erloschen war, von Wilhelm Scheben und seiner Frau 1869 erneuert wurde. Während die Zünfte in der Franzosenzeit untergingen, blieb die Bruderschaft, dem Zeitgeist gemäß als Kölner Brauer Corporation konstituiert, weiter erhalten. Nach der Aufhebung des Dominikanerklosters 1802 siedelte sie an die Pfarrkirche St. Andreas über, die manches Ausstattungsstück der Dominikaner übernahm und so auch für den berühmten Rosenkranzaltar eine neue Stätte gewährte (Nr. 5.5). In dieser Kirche werden seitdem kontinuierlich die jährlichen Messen am Festtag des Petrus Martyr begangen. Hier wurde 1895 eine eigene Petrus von Mailand-Kapelle eingerichtet und von der Bruderschaft ein Marmoraltar und ein prächtiges Glasfenster gestiftet (Nr.5.22 und 5.7). 1911 schenkte die Bruderschaft u.a.ein Petrus Martyr-Reliquiar an die Kirche (Nr.5.4).
Nach dem Ende der Franzosenherrschaft lebte 1816 auch der alte Name der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft wieder auf. Im 19.Jh. verdankt sie ihrem langjährigen Präses Wilhelm Scheben viele neue Erkenntnisse ihrer Geschichte. Die Statuten des 19. Jhs. zeigen die zeitgemäße Erneuerung der Bruderschaft. Dieses Reglement ist bis heute gültig. (Abdruck bei W.Scheben, Bankrolle der ehemaligen Brauerzunft in Köln. Köln 1880, S.61-62). 1896 wurde das 500jährige Jubiläum festlich begangen.
Noch heute versammeln sich die rund 90 Bruderschaftsmitglieder, die sich aus den unbescholtenen und (im Zeitalter der Ökomene) christlichen Brauern und Mälzern beider Konfessionen rekrutieren, die leitend in Kölner Brauereibetrieben tätig sind, zu den Fest- und Gedenkmessen in St. Andreas. Dort ist seit dem 2.Weltkrieg ein Dominikanerkonvent tätig, so daß hier an alte Traditionen angeknüpft werden konnte. Auch das Gesellige kommt nicht zu kurz, und monatlich einmal treffen sich die Mitglieder zur Pflege des geselligen Lebens und des Meinungsaustauschs in einem der Kölner Brauhäuser.
Derjenige, der sich um die Erforschung der Bruderschaft und ihre Erneuerung im 19.Jh. besonders verdient gemacht hat, war Wilhelm Scheben (Nr.5.31). Er wurde just am 29.4., dem Fest des Petrus Martyr, 1812 in Köln als Sohn eines Branntweinbrenners geboren. Wie seine beiden Brüder ging auch Wilhelm ins Braugewerbe. 1841 kaufte er zusammen mit seiner Braut Gasthaus und Brauerei "auf Rome", die in unmittelbarer Nähe seines Elternhauses im Stadttorgebäude der Würfelpforte in der Nachbarschaft der Maria-Ablaß-Kapelle lagen (Nr.5.32). Scheben wurde 1843 Mitglied der Kölner Brauerbruderschaft. Offenbar aus dieser Zeit datiert sein Interesse an der Geschichte und Tradition dieser Bruderschaft, das 1864 in seinem Buch "Die Brauerzunft und die Petri-Mailand-Bruderschaft zu Köln", 1875 "Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer in Köln" und 1880 "Die Zunft der Brauer in Köln" ihren Ausdruck fand. 1868 beschäftigte sich sein Buch "Das Haus Rome an der Wurpelportzenl" mit seinem eigenen Brauhaus. Scheben war kein gelernter Historiker, verfügte aber über eine gute Schulbildung, die er auf dem katholischen Gymnasium erhalten hatte. Dazu fußen seine Schriften auf einer genauen Kenntnis von zahllosen Originaldokumenten, die er einsah oder gar erst zusammentrug und damit vor dem Untergang rettete.
1849 wurde er Vorsitzender der Vereinigung und war auch in zahlreichen anderen Gremien und Gesellschaften zur Förderung kultureller, kirchlicher und sozialer Belange tätig. 1865 wurde er Präfekt und Schatzmeister der Bruderschaft. 1869 erneuerten er und seine Frau anläßlich ihrer Silbernen Hochzeit die Stiftung für eine alljährliche Patronatsmesse der Brauerbruderschaft. 1872 verkaufte Scheben sein Brauhaus "auf Rome", das die Stadt Köln noch im selben Jahr aus verkehrstechnischen Gründen abreißen ließ. Die Gründe für Schebens Entschluß sind nicht überliefert. Vielleicht haben diese Pläne der Stadt fördernd gewirkt, vielleicht waren es aber auch wirtschaftliche Motive, da damals auswärtige Biere besonders Dortmunder, Münchner und Pilsener Brauart in Köln zunehmend Eingang fanden und die heimischen kleinen Brauereien zurückdrängten, so daß viele schließen mußten. Scheben ging nicht aufs Altenteil, sondern nutzte die freie Zeit des Rentiers, um als Abgeordneter der Zentrumspartei für die Wahlkreise Cochem und Mayen in den Preußischen Landtag einzuziehen (ab 1873), ein Mandat, das er bis zu seinem Tode behielt. 1885 focht er in einer Versammlung von 320 rheinischen und westfälischen Brauern im Fränkischen Hof in Köln gegen die Pläne einer Aktiengesellschaft in Köln, die sich von der Ausbeutung des Maltose-Herstellungsverfahrens großen Gewinn versprach. Scheben wandte sich entschieden gegen die Anwendung aller Surrogate zur Herstellung von Bier und verfocht das Reinheitsgebot aus Wasser, Hefe, Hopfen und Malz. (s. Kölner Tageblatt v. 5.11.1885). Obwohl das Preußische Abgeordnetenhaus ein Verbot verwarf, gab es doch eine interne Absprache unter den Brauern, die die Verwendung von Maltose unter eine hohe Konventionalstrafe stellte.
1893 beging Scheben die 50-Jahrfeier seiner Mitgliedschaft in der Petrus-von Mailand-Bruderschaft im Isabellen-Saal des Gürzenich. Dabei wurde dem Jubilar als Geste des Dankes eine von seinem Freund Toni Avenarius künstlerisch gestaltete Urkunde überreicht (Nr.5.33). Scheben konnte auf ein Lebenswerk zurückblicken, bei dem sich eine Tätigkeit als engagierter Praktiker und Vertreter handfester Standesinteressen mit der des kenntnisreichen Fachhistorikers und Heimatforschers verband. Bis zuletzt für die Erforschung der Kölner Geschichte tätig, starb Scheben am 14.April 1895. Seinen Nachlaß mit wertvollen Originaldokumenten zur Geschichte des Kölner Brauwesens vermachte er testamentarisch der Stadt Köln.
Literaturnachweis:
J.Bauer, in: LThk Bd.8, Sp. 369f.; Monumenta Ordinis Fratrum Praedicatorum historica, ed. B.M. Reichert, Bd.1 Rom 1896, S.236-248, 308f.; Franz v. Sales Doyé: Heilige und Selige, Bd.2 Leipzig 1929, S.153; Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, hrsg. von Hanns Bechtold-Stäubli. Bd.6, Berlin und Leipzig 1934/35, Sp.1540.; G. Ederle: San Pietro da Verona, Verona 1952; J.Giesen. Zur lkonographie des hl. Petrus Martyr in Deutschland, in: JbKgV 28 (1953) S.66-73. Zahlreiche Beiträge von Dr. Erhard Schlieter, der sich viel mit Petrus Martyr beschäftigt hat, z.B. : Neues über St.Petrus von Mailand. Sonderveröffentlichung der Ersten Kölner Bierzeitung, Dezember 1993; ders.: St.Peter von Mailand - Patron der Kölner Brauer. Erste Kölner Bierzeitung. Sonder Beilage September 1995
Lit.: Scheben, Wilhelm: Die Brauerzunft und die Petri-Mailand-Bruderschaft in Köln. Köln 1864-1867. Scheben, Wilhelm: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer in Köln. Köln 1875. Wilhelm Scheben: Bankrolle der ehemaligen Brauerzunft in Köln. Köln 1880. Scheben, Wilhelm: Die Zunft der Brauer in Köln in ihrem inneren Wesen und Wirken. Culturhistorischer Beitrag. Köln 1880. Scheben, Wilhelm: Verzeichnis der gegenwärtigen Mitglieder der uralten, seit dem Jahre 1396 in Köln, unter dem Schutze des h. Peter v. Mailand bestehenden Brauer-Corporation für das Jahr 1887 nebst einer kurzen geschichtlichen Übersicht. Köln 1887. Meersseman, Gilles 0.P. Etudes sur les anciennes confreries dominicaines. In: Archivum fratrum Praedicatorum 21 (1951) S.51-196, bes. S.100-102. Klersch, Joseph: Die Kölner Brauer-Korporation. In: Unser Köln 5 (1953) H.5 S.11-14. Mathar, Franz; Rudolf Spiegel: Kölsche Bier und Brauhäuser. Köln 2.Aufl.1991
Lit.: Probst, Freya: Wilhelm Scheben (1812 bis 1895). Zum 100. Todestag des Kölner Brauers und Historikers. In: Gesellschaft für die Geschichte und Bibliographie des Brauwesens e.V. Jb.1994/95 S.55-68.
Petrus von Mailand, berühmter Prediger, Dominikaner und lnquisitor im Kampf gegen die Albigenser wurde von diesen 1252 auf dem Wege von Como nach Mailand ermordet.
Die Gemälde zeigen das Martyrium des Petrus von Mailand und seines Mitbruders Fra Domenico. Auf dem Gemälde von Bossi findet sich die Szene, in der Petrus sterbend das "Credo" mit seinem Blut in den Sand schreibt. Ein Gemälde Tizians verbrannte 1867 in Venedig. Es sind nur Skizzen des Malers im Museum von Lille und einige Kopien erhalten.
Petrus wurde zuerst in der Kirche S.Sirmpliciano aufgebahrt. Er fand seine endgültige Ruhestätte in der Kirche S. Eustorgio in einem prächtigen Hochgrab, das von Giovanni di Balduccio aus Pisa gestaltet wurde. Der Sarkophag des Heiligen wird von den sieben Tugenden getragen: Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Tapferkeit, Gehorsarn, Hoffnung, Glauben und Liebe. Reliefs zeigen Szenen aus seinem Leben und Leiden. In der Mittelnische des Aufbaus steht die Madonna mit dem Kind, umgeben von Dominikus und Petrus Martyr. Eine Nachbildung des Grabmals befindet sich im Victoria & Albert-Museum in London. Die Portinari, eine Bankierfamilie aus Florenz, hatte von 1462-1468 an die Kirche S. Eustorgio eine Kapelle durch Michelozzo oder Filarete anbauen lassen. Sie enthält Deckenfresken mit Szenen aus dem Leben und Martyrium von Petrus Martyr, die Vincenzo Foppa um 1465 ausgeführt hat.
Voulliéme, Ernst: Der Buchdruck Kölns bis zum Ende des 15. Jhs, Bonn 1903 Nr. 626; Petrus Martyr-Legende fol. clxxxviij v. - UstBK Ennen 272
Der Dorninikaner Jacobus de Voragine (um 1230 - 1298) trug 1263-1273 mit großem Arbeitsaufwand die Legenden der Heiligen zusammen, ordnete sie nach dem Ablauf des Kirchenjahres und schuf daraus die große Sammlung der "Legenda aurea". Sie war im Mittelalter überaus beliebt. In zahlreichen Handschriften Überliefert, fand sie auch schnell und häufig den Weg zum Druck. Das ausgestellte Exemplar aus der Offizin des Kölner Frühdruckers Ludwig von Renchen (1485) bringt die Legendensammlung in der damals in Köln üblichen ripuarischen (Kölner) Schriftsprache. Viele Holzschnitte mit zeitgenössischer Kolorierung illustrieren hier die Legenden.
Lit.: Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Übs. von Richard Benz, Hedelbeg 1979, S.322-337
Geschenk der Bruderschaft 1911 an St. Andreas. Das Reliquiar des St. Petrus Verona befindet sich heute in der Sakristei der St. Andreas Kirche.
Lit.: Breuer, Joseph: Die Stifts- und Pfarrkirche St,Andreas zu Köln, Köln 1925 (ND 1983) S.43.
Die bildlichen Darstellungen zeigen den hl. Petrus v. Mailand im Dominikanergewand mit einer klaffenden Kopfwunde und einem Messer in der Brust als Attribute seines Martyriums. Hinzu kommt manchmal ein Buch und das Wort "Credo", das Petrus nach der Überlieferung sterbend mit seinem Blut auf den Boden schrieb.
Köln, Kirche St. Andreas - (Foto).
Der berühmte Flügelaltar der 1474 unter Mitwirkung der Dominikaner gestifteten Rosenkranzbruderschaft hing früher in der Heilig-Kreuz-Kirche der Dominikaner in Köln. Er zeigt rechts Petrus Martyr, erkennbar an der Kopfwunde und den Werkzeugen seines Leidens. In der Mitte steht Maria mit dem Kind, deren Hermelinmantel von Petrus und auf der linken Seite von Dominikus gehalten wird. Daneben sind noch weitere Personen dargestellt: Papst Sixtus IV., Kaiser Friedrich lll. und Gattin, sein Sohn Maximilian. Zwei Heilige frankieren die Szene: links die hl. Dorothea, übrigens auch eine Patronin der Bierbrauer, rechts die hl. Cäcilie. Geistliche und Bruderschaftsmitglieder runden die Szene ab.
Lit.: Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Bd.7.3 Ergbd. S.171 mit Abb. 124.; Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinproinz, Bd. 6.4, S.78-8o mit Tafel IX.
Die Scheiben stammen aus den zweibahnigen Fenstern des Chores der 1804 abgebrochenen Dominikanerkirche Hl. Kreuz in Köln. 1823 kamen sie in den Dom; das Petrus Martyr-Fenster wurde für den 1959/60 angebauten Kapitelsaal verwendet. Diese Glasmalerei gehört zu den ältesten deutschen Darstellungen dieses Heiligen wobei die Binnenstruktur der Figur erneuert wurde. Mit dem Dominikanerhabit bekleidet, trägt er Palme und Buch. Die ihm zugeordneten Propheten Habakuk und Nahum haben wohl typologische Bedeutung. Die beiden Dominikaner ohne Nimbus sind als Nachfolger des Heiligen zu verstehen.
Lit.: Rode, Herbert: Die mittelalterlichen Glasmalereien des Kölner Domes. Berlin 1974 (Corpus vitrearum medii aevi. Deutschland 4.1) S.148-149 mit Fig. 49 und Abb. 350-57; Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd.7.3 Ergbd. S.169.
Firma: Schneiders & Schmolz, Köln 1896 Kirche St. Andreas (kriegszerstört)
Dieses Fenster wurde anläßlich der 500 Jahrfeier der Bruderschaft bei der Einrichtung einer der Kapellen der Kirche für die Bruderschaft gestiftet. Die Darstellung zeigt unten links den hl. Petrus Martyr in seinem Lehr- und Predigeramt vor dem Mailänder Dom. Rechts ist sein Martyrium dargestellt. Über diesen Darstellungen sind in den beiden Rosetten die Wappen der Brauer und der Stadt Köln angebracht und über beiden thront die Gottesmutter. Ein Spruchband verkündet: "Gott zu Ehre, ihrem Patron Sankt Peter von Mailand nach 500jährigem Bestehen gewidmet von der Kölner Brauerkorporation A.D. 1896." Die Fenster wurden vermutlich im 2. Weltkrieg zerstört. Lit.: Kölner Lokalanzeiger Nr.115 v. 29.4.1899 S.4 zu den Fenstern vgl. Kölner Localanzeiger 29.4.1899 Nr 115/3.10,1895 Nr269,-15.9.1895 Nr.251.
RBA 45027, Köln, St. Andreas - (Foto).
Wie im Glasfenster ist der hl. Petrus Martyr, jedoch ohne Palme, mit dem hl. Dominikus in Gemeinschaft mit den 12 Aposteln auf der sog. Stola des Albertus Magnus dargestellt. Die Abbildung wurde von Clemen, KDR 1.Bd. IV.Abt. 1916 S.90 in die Mitte des 14.Jhs. datiert, sie ist aber nach Rode (Glasmalereien s.o. S.148 Anm. 26) eher um 1300 anzusetzen. Sie gehörte ursprünglich zum Kirchenschatz der Hl. Kreuzkirche der Dominikaner.
Lit.: Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd.6.4 S.89; ders. Bd.7.3 Ergbd. S.177,- Mauritius Keller: 1000 Jahre St.Andreas zu Köln. Köln 1962; Albertus Magnus - Ausstellungskatalog zum 700. Todestag. Historisches Archiv der Stadt Köln, Köln 1980., Abb.23 (S.236) und Nr.224.
Gemälde Leinwand, ehem. WRM Inv. 681, RBA 47322, Köln, Wallraf-Richartz-Museum (Kriegsverlust) - (Foto).
Neben St.Kunibert, St.Ursula und den Hl. Drei Königen erscheint Petrus Martyr als Schutzheiliger auf drei ursprünglich zusammengehörigen Gemälden eines Kölner Meisters im Wallraf-Richartz-Museum, die aus dem Zunfthaus stammen. Das Mittelbild mit der Kreuzigung zeigt oben links das Kölner Stadtwappen, oben rechts das Wappen der Kölner Brauerzunft. Die beiden seitlichen Bilder sind 1943 verbrannt, auf dem linken war St. Petrus dargestellt.
Lit.: Vgl. Waltraf-Richartz-Museum der Hansestadt Köln. l.. Die Gemälde der altdeutschen Meister Köln 1939, S.182 u. Abb. S.80; Zehnder, Frank Günther: Kataloge der Altkölner Malerei, Köln 1990 Nr. 212 S.196ff.
Die Figur stellt einen Dominikanermönch mit Tonsur im Habit dar, der in der linken ein Buch hält, während die heute verlorene Rechte vielleicht einen Lilienzweig, wahrscheinlich ein Schwert gehalten hat. Die Hiebwunde auf dem Scheitel weist die Figur als Petrus von Mailand aus. Genauere kunsthistorische Untersuchungen der Statue stehen zwar noch aus, doch handelt es sich wahrscheinlich um jene Figur, die auf dem Altar der Brauer im Petrus-von Mailand-Chörchen in der Dominikanerkirche stand, und von den Brauern am Patronatstag in Prozessionen mitgeführt wurde. Nach Scheben ist "diese Statue ... 1803 mit nach der Andreaskirche übersiedelt worden und befindet sich noch daselbst"? also 1875. Später ist sie offenbar in Vergessenheit geraten. Der Hinweis auf die Figur ist dem Prior des Dominikanerklosters, P. Thomas Krauth zu verdanken.
Das Relief stammt vermutlich aus einer Holzverkleidung. Petrus ist erkennbar an der Kopfwunde und dem Krummschwert in der Linken. In der rechten Hand trägt er ein Buch als Attribut seines Verkündigungsauftrages. Links im Bild neben der Hopfenranke erkennt man das Wappen der Kölner Brauer: unter den drei Kronen befinden sich ein vierzackiger Maisch-Scheid und zwei gekreuzte Malzschaufel. Das Brauerzunfthaus befand sich zwischen Schilder- und Brüdergasse. Lit.:Schwering, Max-Leo: Handwerk in Köln, Köln 1984,Abb. S.161.
Die Brauerzunft nimmt Petrus v. M. in ihr neues Siegel auf, das bis zur Franzosenzeit in Geltung bleibt. Er steht darin als Dominikanermönch mit Schwert, Buch und Lilienstengel über dem Wappenschild des Brauamtes. Die Umschrift lautet: S(iegel). DES.LOEBL(I)CHEN./ BREWER. AM (PTS). IN.COL(N). Der erste bekannte Abdruck ist von 1608, aber schlecht erhalten.
Kupferstich von Abraham Aubry ? nach Zeichnung von Johann Toussyn, Köln: Gerhard Altzenbach KSM Graph. Slg.K.H.624 RBA 57566
Auf einem reich mit einer allegorischen Darstellung des Stadtrates auf dem Ratsschiff, einer Stadtansicht und den Namen und Wappen aller Regierenden Herren, Ratsherren, Gaffeln und Bannerherren geschmückten Kalenderblatt auf das Jahr 1660 findet sich am rechten Rand unter Nr.13 auch der Hausmarkenschild des Brauer-Bannerherrn Johann Hermanni und das Brauerwappen, beide von Engeln gehalten. Daneben sind die Patrone der Gaffel abgebildet, u.a. Peter Melan (= von Mailand).
Künstler: Peter Fuchs, 1880 - Kölner Dom-Nord-portal: Mitte, zweite Reihe, erste Figurrechts mit Buch und Aufschrift Credo - (Foto).
Lit.: Clemen, Paul: Der Dom zu Köln. Düsseidorf 1937 (Kunstdenkmäler 6.3) S. 142.
Um die Lunula sind 12 Heilige dargestellt, darunter Petrus Martyr. Der Entwurf stammt von Friedrich Schmidt, 1861, die Ausführung von Werner und Gabriel Hermeling, August 1862.
Lit.: Schäfke, Werner: Goldschmiedearbeiten des Historismus in Köln, 1980 Nr.29, S.84-86.
Der Zweck der Bruderschaft ist nach den Statuten eine Vereinigung von Brauern, die sich unter den Schutz und die Fürbitte des hl. Petrus Martyr stellt und dabei das Gedächtnis der verstorbenen Mitglieder bewahrt und ihrer jährlich besonders gedenkt. Jährlich findet am Fest des Heiligen, dem 29.April, eine Festmesse statt. Geleitet wird die Bruderschaft durch einen Vorstand mit dem Präfekten an der Spitze, der auf drei Jahre gewählt wird. Aufgenommen wurden ursprünglich nur katholische Brauer, nämlich selbständige Braumeister, die vor der Aufnahme vom Vorstand geprüft werden.
Foto nach: Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd.7.3 Ergbd. S.164 mit Fig.118. Dort wird auch der chorus s. Petri martyris erwähnt. 1267 Petrus von Mailand als "Patron" der Kölner Dominikanerkirche. Bereits 15 Jahre nach seinem Tod wurde in einer Schreinsbucheintragung die Dominikanerkirche als Kirche des hl. Petrus des Märtyrers bezeichnet. Eintrag: HAStK Schreinsbuch 79, Bl.6
Lit.: Vgl. Giesen, M.J.: Zur Volkstümlichkeit des Petrus Martyr. In:JbKGV 29/30 (1954/55) S.333.
Reliquienverzeichnis, Einblattdruck. Köln: Quentel? Um 1500 - 1865 im Besitz von J.J.Merlo, heutiger Aufbewahrungsort unbekannt.
Die erste Nennung der Bruderschaft im Kölner Dominikanerkonvent erfolgt auf einem Einblattdruck des Kölner Druckers Heinrich Quentel, der die Reliquien des Dominikanerklosters aufzählt: Iste reliquie habentur in Colonia apud fratres Predicatores. Am Schluß heißt es (Übs.): Außerdem gibt es (neben der Rosenkranzbruderschaft) in dem Konvent zwei andere Bruderschaften, nämlich die des Hl. Märtyrers Sebastian und die des Hl. Petrus von Mailand, wo täglich viele Wunder aufleuchten. Lit.:Abgedruckt bei J.J. Merlo: Bonner Jahrbücher 38 (1865) S.114-116. Vgl. W.Scheben: Die Brauerzunft lll, 1866, S.25f.; Ders. Zunfthaus S.149
Papier, Folio, 434 S. davon 79 S. beschrieben, Rest Schebens Werke. Lederbez. Deckel mit Prägung HAStK Zunft A201.
Amtsmeisterwahl, Einnahmen von der Aufnahme neuer Meister und Bruderschaftsmitglieder, Annahme von Lehrjungen und Knechten, Bußgeld- und Hauszinseinnahmen, Ausgaben, geführt vom Gaffelknecht (1588-92 Gerhard Engels; s.1593 sein Sohn Dietrich Engels)
1591: Zu den Pretgeren ist S. Peter van Meilains Kuirgen repareirt, dem Maler zu Stuir komen mit 3 Albus, 6 Gulden 12 Albus (S.27)
1597: S.Petter Meilans Ahrm lassen besserenn 8 Albus (S.58)
2 Glasgemälde, je 105x60,5cm. Z.T. neu zusammengesetzt aus mindestens 3 fragmentarisch erhaltenen Scheiben und fremden Stücken ; Inschrift b) aus 2 Inschriftenhälften zusammengefügt. - a) - b) KSM Inv.Nr. R.M. 1937/1338; Inv.Nr. R.M. 1937/1337. Foto RBA 61164.
Die beiden Zunftscheiben stammen aus dem Zunfthaus und gehören zur ersten Verglasung des Neubaues von 1612/13. Sie bilden frühe Belege für die Petrus von-Mailand-Bruderschaft der Brauer.
b) Gothard Dünwald, [Amtsmeister?] und Ehefrau; [Johann M?]irkenich und Ehefrau. (Mittelscheibe nicht zugehörig), darunter "Anno 1613", seitlich weiterer Schild mit Brauer-Hausmarke. Inschriften (jeweils ergänzt): "Gothardt Du[nwald Amtsmeister?] Zur Zeit Vnd He[Iena? ... Ehel]euth, Suster de[r Broderschafft] S. Petter M[eylandtl 16-(17?)". / "[Johan van M?Iirckenich Vnnd [....... ]hs Eheleuth, [Suster der] Broderschafft [S. Petter] Meylandt [16]17".
UStBK, Rh G 2206
Gelenius führt in seinem Buch über die Größe Kölns bei den Predigern u.a. an die "Fraternitas S.Petri de Mediolano Martyris Ord. Praed. 468; S.463 wird unter den Reliquien erwähnt: XVII Sancti Petri Martyris Ordinis Praedicatorum partem Costae in qua caro sanguine tincta apparet; S.469 wird unter den Festen des Klosters aufgeführt: In Aprilis, 29, S.Petri Martyris Ord. Praed. cum plenariis indulgentiis; (S.464-469).
Die erste Kapelle auf der Nordseite mit Wandgemälden zum Marienleben (14.Jh.) und einem Christophorus-Fresko, bis dahin St. Ursula- und Lambertuskapelle, wurde 1895 nach dem Umzug aus der Hl. Kreuz-Kirche in der Stolkgasse als Kapelle des Schutzpatrons der Kölner Brauer eingerichtet. 1911 stiftete die Bruderschaft dort einen Marmoraltar, der im Auftrag der Bruderschaft 1960 erneuert wurde. Die Kapelle war bis zum Krieg mit Glasfenstern ausgestattet, die St. Petrus als Prediger vor Häretikern und sein Martyrium zeigten.
Lit.:Breuer, Joseph: Die Stifts- und Pfarrkirche St. Andreas zu Köln. Köln 1925, S.41-43.
Abdruck bei Wilhelm Scheben: Die Zunft der Brauer in Köln in ihrem inneren Wesen und Wirken nebst den im Jahre 1603 erneuerten uralten Ordnungen. Köln 1880 S.139-14 nach einer verschollenen Handschrift aus der Fürstenbergischen Bibliothek Stammheim. Die Statuten der Bruderschaft wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepaßt. Sicherlich einer der Gründe, der die Bruderschaft so lange weiterbestehen ließ.
UStBK, Rh V 1198
Abdruck bei Wilhelm Scheben: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer in Köln. Köln 1875, S.170f.
UStBK, Rh V 1196
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C. Die Petrus von Mailand-Brudeschaft
Der Zweck der Bruderschaft ist nach den Statuten eine Vereinigung von Brauern, die sich unter den Schutz und die Fürbitte des hl. Petrus Martyr stellt und dabei das Gedächtnis der verstorbenen Mitglieder bewahrt und ihrer jährlich besonders gedenkt. Jährlich findet am Fest des Heiligen, dem 29.April, eine Festmesse statt. Geleitet wird die Bruderschaft durch einen Vorstand mit dem Präfekten an der Spitze, der auf drei Jahre gewählt wird. Aufgenommen wurden ursprünglich nur katholische Brauer, nämlich selbständige Braumeister, die vor der Aufnahme vom Vorstand geprüft werden.
Foto nach: Clemen, Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd.7.3 Ergbd. S.164 mit Fig.118. Dort wird auch der chorus s. Petri martyris erwähnt. 1267 Petrus von Mailand als "Patron" der Kölner Dominikanerkirche. Bereits 15 Jahre nach seinem Tod wurde in einer Schreinsbucheintragung die Dominikanerkirche als Kirche des hl. Petrus des Märtyrers bezeichnet. Eintrag: HAStK Schreinsbuch 79, Bl.6
Lit.: Vgl. Giesen, M.J.: Zur Volkstümlichkeit des Petrus Martyr. In:JbKGV 29/30 (1954/55) S.333.
Reliquienverzeichnis, Einblattdruck. Köln: Quentel? Um 1500 - 1865 im Besitz von J.J.Merlo, heutiger Aufbewahrungsort unbekannt.
Die erste Nennung der Bruderschaft im Kölner Dominikanerkonvent erfolgt auf einem Einblattdruck des Kölner Druckers Heinrich Quentel, der die Reliquien des Dominikanerklosters aufzählt: Iste reliquie habentur in Colonia apud fratres Predicatores. Am Schluß heißt es (Übs.): Außerdem gibt es (neben der Rosenkranzbruderschaft) in dem Konvent zwei andere Bruderschaften, nämlich die des Hl. Märtyrers Sebastian und die des Hl. Petrus von Mailand, wo täglich viele Wunder aufleuchten.
Lit.:Abgedruckt bei J.J. Merlo: Bonner Jahrbücher 38 (1865) S.114-116. Vgl. W.Scheben: Die Brauerzunft lll, 1866, S.25f.; Ders. Zunfthaus S.149
Papier, Folio, 434 S. davon 79 S. beschrieben, Rest Schebens Werke. Lederbez. Deckel mit Prägung HAStK Zunft A201.
Amtsmeisterwahl, Einnahmen von der Aufnahme neuer Meister und Bruderschaftsmitglieder, Annahme von Lehrjungen und Knechten, Bußgeld- und Hauszinseinnahmen, Ausgaben, geführt vom Gaffelknecht (1588-92 Gerhard Engels; s.1593 sein Sohn Dietrich Engels)
1591: Zu den Pretgeren ist S. Peter van Meilains Kuirgen repareirt, dem Maler zu Stuir komen mit 3 Albus, 6 Gulden 12 Albus (S.27)
1597: S.Petter Meilans Ahrm lassen besserenn 8 Albus (S.58)
2 Glasgemälde, je 105x60,5cm. Z.T. neu zusammengesetzt aus mindestens 3 fragmentarisch erhaltenen Scheiben und fremden Stücken ; Inschrift b) aus 2 Inschriftenhälften zusammengefügt. - a) - b) KSM Inv.Nr. R.M. 1937/1338; Inv.Nr. R.M. 1937/1337. Foto RBA 61164.
Die beiden Zunftscheiben stammen aus dem Zunfthaus und gehören zur ersten Verglasung des Neubaues von 1612/13. Sie bilden frühe Belege für die Petrus von-Mailand-Bruderschaft der Brauer.
b) Gothard Dünwald, [Amtsmeister?] und Ehefrau; [Johann M?]irkenich und Ehefrau. (Mittelscheibe nicht zugehörig), darunter "Anno 1613", seitlich weiterer Schild mit Brauer-Hausmarke. Inschriften (jeweils ergänzt): "Gothardt Du[nwald Amtsmeister?] Zur Zeit Vnd He[Iena? ... Ehel]euth, Suster de[r Broderschafft] S. Petter M[eylandtl 16-(17?)". / "[Johan van M?Iirckenich Vnnd [....... ]hs Eheleuth, [Suster der] Broderschafft [S. Petter] Meylandt [16]17".
UStBK, Rh G 2206
Gelenius führt in seinem Buch über die Größe Kölns bei den Predigern u.a. an die "Fraternitas S.Petri de Mediolano Martyris Ord. Praed. 468; S.463 wird unter den Reliquien erwähnt: XVII Sancti Petri Martyris Ordinis Praedicatorum partem Costae in qua caro sanguine tincta apparet; S.469 wird unter den Festen des Klosters aufgeführt: In Aprilis, 29, S.Petri Martyris Ord. Praed. cum plenariis indulgentiis; (S.464-469).
Die erste Kapelle auf der Nordseite mit Wandgemälden zum Marienleben (14.Jh.) und einem Christophorus-Fresko, bis dahin St. Ursula- und Lambertuskapelle, wurde 1895 nach dem Umzug aus der Hl. Kreuz-Kirche in der Stolkgasse als Kapelle des Schutzpatrons der Kölner Brauer eingerichtet. 1911 stiftete die Bruderschaft dort einen Marmoraltar, der im Auftrag der Bruderschaft 1960 erneuert wurde. Die Kapelle war bis zum Krieg mit Glasfenstern ausgestattet, die St. Petrus als Prediger vor Häretikern und sein Martyrium zeigten.
Lit.:Breuer, Joseph: Die Stifts- und Pfarrkirche St. Andreas zu Köln. Köln 1925, S.41-43.
Abdruck bei Wilhelm Scheben: Die Zunft der Brauer in Köln in ihrem inneren Wesen und Wirken nebst den im Jahre 1603 erneuerten uralten Ordnungen. Köln 1880 S.139-14 nach einer verschollenen Handschrift aus der Fürstenbergischen Bibliothek Stammheim. Die Statuten der Bruderschaft wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepaßt. Sicherlich einer der Gründe, der die Bruderschaft so lange weiterbestehen ließ.
UStBK, Rh V 1198
Abdruck bei Wilhelm Scheben: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer in Köln. Köln 1875, S.170f.
UStBK, Rh V 1196
Auf der Bruderschaftsfahne, die in St. Andreas aufbewahrt wird, befindet sich eine Abbildung des Petrus von Mailand. Sie wird bei Anlässen wie dem jährlichen Patronatsfest am 29. April und der Totenmesse im November am Altare aufgestellt.
Lit.: Unser Köln 5 (1953) H.6 S.23;Abb. ebd. H.5 S.11.
Vor den Domtürmen sitzt Gambrinus, König von Brabant, begleitet von der Mutter Colonia und zahlreichem Gefolge, das ihm kredenzt. Im Vordergrund ein Kölner Narr neben einem Stadtwappen mit einem Köbes als Helmzier.
1864-67 bei W. Scheben: Die Brauerzunft und die Petri-Mailand-Bruderschaft zu Köln. Köln 1864-67.
1874 bei W. Scheben: Das Zunfthaus und die Zunft der Brauer zu Köln. Köln 1875, S.172-173.
1879 bei W. Scheben: Bankrolle der ehemaligen Brauerzunft in Köln. Köln 1880 S.63-65.
1887 bei W. Scheben: Verzeichnis der gegenwärtigen Mitglieder der... Brauer-Corporation für das Jahr 1887. Köln 1887.
UStBK, R4V 1194, 96, 97, 99
Bruderschaft versteht sich als christliche Vereinigung, die sich unter den Schutz des Petrus Martyr stellt und seine Fürbitte erbittet. Das Gebet für die verstorbenen Mitglieder nimmt einen wichtigen Platz ein. Diese Pflege des kollegialen Bruderschaftsgedankens verbindet sich mit der Hochschätzung des Brauhandwerks und seiner Geschichte und mit der Liebe zur Vaterstadt Köln.
Die Mitglieder der St. Peter von Mailand Bruderschaft treffen sich monatlich in verschiedenen Kölner Brauhäusern zu kollegialem Gedankenaustausch und einem gemeinsamen Essen mit Umtrunk. Der fachliche Teil nimmt neben dem rein gesellschaftlichen einen wichtigen Platz ein. Bei diesen regelrnäßigen Treffen soll nach Möglichkeit ein kurzer Vortrag stattfinden, der sowohl einen beruflichen als auch kulturhistorischen Inhalt haben kann. Zwei Tage im Jahresablauf der Bruderschaft sind besonders hervorgehoben: der 29.4. als Festtag des Petrus von Mailand und das Totengedächtnis im November (Quatember-Messe).
Wilhelm Scheben (1812-1895), Besitzer des Brauhauses "auf Rome" an der Würfelpforte und später preußischer Abgeordneter, verdankt die Bruderschaft in besonderem Maße ihre Erneuerung und die Erforschung ihrer Geschichte.
Das Foto wurde nach Schebens eigenhändiger Beschriftung auf der Rückseite an seinem 76. Geburtstag in Berlin aufgenommen und stammt aus seinem Nachlaß.
Wilhelm Scheben kaufte die Brauerei an der Würfelpforte, heute befindet sich hier der Brunnen vor der Börse, im Jahre 1841. Das Haus "auf Rome" entstand als Teil der alten Stadtbefestigung um 1180 und ist bereits 1468 als Brauerei urkundlich erwähnt. Der Name "Rome" wird auf den ersten Besitzer zurückgeführt, der Römer oder Romanus geheißen haben soll. Als die Stadt Köln in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts sich aus der Umklammerung der mittelalterlichen Befestigungsanlagen freimachte, mußte auch die alte Brauerei "auf Rome" an der Würfelpforte weichen, um neuen Durchgangsstraßen Raum zu geben. Wilhelm Scheben verkaufte das Brauhaus aus diesem Grunde nach langen Verhandlungen mit der Stadt Köln im Jahre 1872. Noch im selben Jahr wurde das alte, ehemalige Stadttor aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen. Eine Brauerei die über 400 Jahre bestanden hatte, war dem Fortschritt zu Opfer gefallen.
Die Zeichnung stammt von Schebens Freund, dem Maler und Komponisten Tony Avenarius. Wichtige Stationen im Leben Wilhelm Schebens sind in kleinen Medaillons festgehalten: u.a. links oben: Zunfthaus der Brauer, darunter Schebens Brauhaus "auf Rome", rechts oben das Brauhaus "Zum Heetz" mit der Bemerkung "25.Hochzeitsfeier 1868", darunter die Innenansicht von St. Andreas als Patronatskirche der Brauer. Der untere Bereich zeigt humoristische Szenen aus Schebens Kampf gegen die Verwendung von Maltose u.a. für die Bierherstellung. Im Fränkischen Hof (Mittleres Medaillon) stand er einer Protestversammlung vor.
Lit.: Schwering, Max Leo: Handwerk in Köln, Köln 1984, S.158; Probst, Freya: Wilhelm Scheben, Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte und Bibliographie des Brauwesens 1994/95, S.62-65.
UStBK, Rh V 1194
Bei dem vorliegenden Exemplar dieser wichtigen Schrift von Scheben handelt es sich um das durchschossene Handexemplar des Verfassers.
HAStK, Best. 1274 Nr.12
Schebens eigenhändiges Testament. Er vermachte u.a. der Stadt Köln für das Stadtarchiv seine stadthistorischen Dokumente und für das Historische Museum in der Hahnentorburg das große, von Soentgen gemalte Porträtbild des Brauer-Bannerherren Christian Lommeder, das aus dem Brauerzunfthaus stammte und nach 1798 im Brauhaus Rom verwahrt wurde. Der Petrus-von-Mailand-Bruderschaft sollten u.a. die drei Schweinsleder-Folianten der Bruderschaft vom Jahre 1743 an zurückgegeben werden, die er als Rendant der Bruderschaft hütete.