Bei der "Kölsch-Konvention" handelt es sich um Wettbewerbsregeln des Kölner Brauerei-Verbandes zum Schutze und zur Förderung der Wirksamkeit des Wettbewerbs. Sie wurden am 31.05/05.06.1985 vom Bundeskartellamt genemight und im Bundesanzeiger vom 25.06.1985 eingetragen.
Festgeschrieben wird die Qualifikation des "Kölsch" unter Hinweis auf die qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung, wobei festgehalten wird, dass Kölsch nach den Bestimmungen des deutschen Reinheitsgebot hergestellt wird. Dies wird in der Eintragung von "Kölsch" als geschütze geographische Angabe (ggA) durch die Kommission der Europäischen gemeinschaft ebenfalls festgehalten.
Die Bezeichnung Kölsch ist seit alters her eine qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung für nach dem Reinheitsgebot hergestelltes helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes obergäriges Vollbier, die von den beteiligten Wirtschafts- und Verkehrskreisen, von Verwaltungsbehörden und Gerichten sowie in zwischenstaatlichen Abkommen über den Schutz von Herkunftsbezeichnungen anerkannt und bestätigt worden ist. Mit dem Ziel, die Bezeichnung "Kölsch" als qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung zu schützen, ein den Grundsätzen lauteren Wettbewerbs entsprechendes Verhalten zu fördern und unlauterem Wettbewerb im Zusammenhang mit der Benutzung der Bezeichnung "Kölsch" entgegenzuwirken, insbesondere die Gefahr von Irreführungen, Verwechslungen und Verwässerungen sowie Mißbräuche der Herkunftsbezeichnung zu unterbinden, hat die Mitgliederversammlung des Kölner Brauerei-Verbands einstimmig die nachstehenden Wettbewerbsregeln des Kölner Brauerei-Verbandes e.V. beschlossen. Nach Anerkennung der Wettbewerbsregeln durch das Bundeskartellamt sind diese Wettbewerbsregeln für alle Mitglieder des Kölner Brauerei-Verbands verbindlich.
(1) Die Bezeichnung "Kölsch" ist eine qualifizierte geographische Herkunftsbezeichnung.
(2) Die Bezeichnung "Kölsch" darf nur für nach dem Reinheitsgebot hergestelltes helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes obergäriges Vollbier verwendet werden, das innerhalb des Herkunftsbereichs von "Kölsch" hergestellt wird und dem dort herkömmlich und unter der Bezeichnung "Kölsch" hergestellten und vertriebenen obergärigen Bier entspricht. Der Herkunftsbereich von Kölsch ist das Stadtgebiet von Köln. Zum Herkunftsbereich gehören darüber hinaus diejenigen Brauereien außerhalb des Stadtgebiets von Köln, die an der Bezeichnung "Kölsch" bereits vor Inkrafttreten dieser Wettbewerbsregeln einen wertvollen Besitzstand erworben hatten.
(1) Die Art und Weise der Benutzung der Bezeichnung "Kölsch" darf nicht zu irgendwelchen Irreführungen oder Verwechslungen oder zu einer Verwässerung der Bezeichnung oder zu sonstigen Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb führen.
(2) Die Bezeichnung "Kölsch" darf insbesondere nicht mit weiteren die geographische Herkunftsbezeichnung verwässernden Zusätzen (zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: "Echt Kölsch", "Original Kölsch", "Ur-Kölsch", "Kölsches Kölsch") oder in Verbindung mit anderen geographischen Zusätzen (zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: Rheinisches Kölsch, Bergisches Kölsch) oder in Verbindung mit anderen Bezeichnungen, Marken, Warenzeichen, Ausstattungen, Ausstattungselemenlen, Firmen, Firmenbestandteilen, Firmenschlagworten, Firmenabkürzungen, Bierbezeichnungen, Biersorten oder anderen Zusätzen verwendel werden, die mittelbar oder unmittelbar zu Irreführungen über die geographische Herkunft oder zu Verwechslungen oder zu einer Verwässerung der Bezeichnung (zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: Spezial-Kölsch, Super-Kölsch, Top-Kölsch, Premium-Kölsch) oder zu sonstigen Verstößen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb führen können. Soweit es aus rechtlichen Gründen erforderlich ist, einen Brauort außerhalb des Stadtgebiets von Köln, für den ein wertvoller Besitzstand gemäß § 1 Abs. 2 Satz 3 besteht, auf dem Etikett anzugeben, muß die Angabe des Brauorts so erfolgen, daß sie nicht zu irgendwelchen Irreführungen oder Verwässerungen der geographischen Herkunftsbezeichnung "Kölsch" führen kann.
(1) Die Behältnisse (zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: Flaschen, Dosen und ähnliche Gebinde) von Bier, das gemäß § 1 unter der Bezeichnung "Kölsch" vertrieben werden darf, müssen deutlich mit der Bezeichnung "Kölsch" gekennzeichnet werden. Dabei muß die Bezeichnung "Kölsch" im Rahmen des Gesamteindrucks der Vorderseite der Ausstattung optisch deutlich erkennbar sein. Für Fässer gilt Absatz 3.
(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Verpackungen (zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: Kisten, Kästen, Umkartons), soweit diese gekennzeichnet werden. Soweit Kästen lediglich mit der Firma der herstellenden Brauerei gekennzeichnet sind, sollen sie zusätzlich mit der Bezeichnung "Kölsch" gekennzeichnet werden.
(3) Fässer müssen mit der Firma oder einer Kurzbezeichnung der gemäß §1 Abs. 2 berechtigterweise herstellenden Brauerei gekennzeichnet sein. Die unbefugte Verwendung fremder Fässer ist nicht gestattet. Satz 2 gilt nicht, wenn für die Verwendung die schriftliche Zustimmung der Brauerei, die Eigentümerin der Fässer ist, vorliegt. Im Falle von Satz 3 müssen die Fässer zusätzlich mit der Firma der herstellenden Brauerei und der abgefüllten Kölschmarke gekennzeichnet sein.
(4) Alle Behältnisse und Verpackungen dürfen weder nach Art, Form und Farbe noch in sonstiger Weise zu Irreführungen über die geographische Herkunft führen. Satz 1 gilt entsprechend für die Form und Gestaltung von Gläsern, in denen "Kölsch" ausgeschenkt wird.
(5) Absatz 1 bis 4 gelten in entsprechender Weise für sämtliche beim Vertrieb von "Kölsch" verwendeten Werbeträger und Werbemittel (zum Beispiel Anzeigen, Plakate, Bierdeckel, Getränkekartenvordrucke, Verkaufsförderungsmaterial, Beschriftung von Gebäuden und Fahrzeugen, Rundfunk-, Kino- und Fernsehwerbung). Salz 1 gilt nicht, soweit im Einzelfall sachlich berechtigte Gründe entgegenstehen.
(6) Die Hersteller von "Kölsch" werden sich nach besten Kräften dafür einsetzen, daß "Kölsch" nur in der sogenannten "Kölsch-Stange" (Kölner Stange) zum Ausschank kommt, wie sie üblicherweise heim Ausschank von "Kölsch" verwendet wird. Soweit die "Kölsch-Stange" gekennzeichnet wird, gilt Absalz 1 entsprechend.
Lohnbrauverträge zur Herstellung von "Kölsch" dürfen nur zwischen Brauereien abgeschlossen werden, die zum Herkunftsbereich von "Kölsch" (§ 1 Abs. 2) gehören.
"Kölsch" darf nur unter Marken und Ausstattungen in den Verkehr gebracht werden, deren Rechte der gemäß § 1 Abs. 2 berechtigterweise herstellenden und liefernden Brauerei gehören. Erfolgt die Abfüllung durch den Abnehmer, hat die liefernde Brauerei dafür Sorge zu tragen, daß diese Wettbewerbsregeln, insbesondere deren §§ 2, 3, 5 und 6, eingehalten werden.
Soll bei der Kennzeichnung von "Kölsch" auf Vertriebsrechte des Abnehmers hingewiesen werden, so muß auch auf die Herstellung durch die Brauerei, die unter § 1 Abs. 2 fällt, deutlich hingewiesen werden (z.B.: Alleinvertrieb: X-Brauerei; Gebraut von der Y-Brauerei, Köln). Die Angabe der Vertriebsrechte des Abnehmers darf in Schriftgröße, Schrifttype, Plazierung und Farbe im Vergleich zur Angabe der herstellenden Brauerei nicht hervorgehoben werden. § 5 findet Anwendung.
Dritten, die nicht gemäß diesen Wettbewerbsregeln zur Verwendung der Bezeichnung "Kölsch" berechtigt sind, darf die Benutzung der Bezeichnung "Kölsch" nicht gestattet werden, weder in Alleinstellung noch in irgendeiner Kombination oder in sonstiger Weise, weder ausdrücklich noch stillschweigend.
Die Mitglieder des Kölner Brauerei-Verbandes übernehmen folgende Verpflichtungen: a) die Bestimmungen dieser Wettbewerbsregeln einzuhalten, insbesondere die Bezeichnung "Kölsch" nur gemäß den Bestimmungen dieser Wettbewerbsregeln zu benutzen - b) Verletzungen dieser Wettbewerbsregeln und jeden sonstigen unberechtigten, insbesondere irreführenden oder mißbräuchlichen Gebrauch der Bezeichnung "Kölsch" dem Kölner Brauerei-Verband unverzüglich mitzuteilen - c) die Bestimmungen der Zeichensatzung zum geographischen Verbandszeichen " Kölsch " einzuhalten - d) alles zu tun, um den guten Ruf der Bezeichnung "Kölsch" zu fördern und zu sichern.
(1) Der Kölner Brauerei-Verband ist berechtigt und verpflichtet: a) die Einhaltung dieser Wettbewerbsregeln zu überwachen - b) für eine Eintragung der Bezeichnung "Kölsch" als geographisches Verbandszeichen zu sorgen - c) gegen jeden unberechtigten Gebrauch der Bezeichnung Kölsch" sowie gegen jedwede sonstige Störung oder Beeinträchtigung der Bezeichnung "Kölsch" im eigenen Namen vorzugehen.
(2) Der Kölner Brauerei-Verband richtet einen ständigen Ausschuß ein, welcher die Mitglieder bei der Einhaltung dieser Wettbewerbsregeln berät.
(3) Besteht begründeter Anlaß zu der Vermutung, daß ein Mitglied des Kölner Brauerei-Verbands beim Abschluß von Verträgen gegen die Bestimmungen der §§ 4 bis 7 dieser Wettbewerbsregeln verstoßen hat, so ist der Kölner Brauerei-Verband berechtigt und verpflichtet, die betreffenden von dem Mitglied abgeschlossenen Verträge durch einen unabhängigen, beruflich zur Verschwiegenheit verpflichteten Dritten überprüfen zu lassen. Die Mitglieder sind verpflichtet, dem Prüfer die betreffenden Verträge im Original zur Einsicht vorzulegen. Der Prüfer hat dem Kölner Brauerei-Verband über das Ergebnis seiner Einsichtnahme einen schriftlichen Bericht zu erstatten, der sämtliche für die Beurteilung der Einhaltung der §§ 4 bis 7 relevanten Tatsachen enthalten muß.
(1) Gegen ein Mitglied des Kölner Brauerei-Verbandes, welches gegen die Bestimmungen dieser Wettbewerbsregeln verstößt, wird eine Maßnahme gemäß Absatz 2 verhängt.
(2) Maßnahmen im Sinne von Absatz 1 sind: a) Warnung - b) Abmahnung - c) Verweis - d) Vertragsstrafe - e) Ausschluß aus dem Kölner Brauerei-Verband. Die Vertragsstrafe beträgt eintausend DM bis zweihundertfünfzigtausend DM. Soweit Bier unter Verstoß gegen diese Wettbewerbsregeln gekennzeichnet worden ist, kann die gemäß Satz 1 festzusetzende Vertragsstrafe um einen Betrag zwischen eine DM und dreißig DM je hl der unzulässig gekennzeichneten Menge erhöht werden. Bei der Festsetzung der Vertragsstrafe sind die Schwere und die Dauer des Verstoßes, der Umfang des Verschuldens sowie eventuelle mit der Zuwiderhandlung erzielte Wettbewerbsvorteile zu berücksichtigen. Bei der Ermittlung der unzulässig gekennzeichneten Menge ist die Schiedsstelle (§ 13) berechtigt, Einblick in die Umsatzmeldungen der Mitglieder an den Kölner Brauerei-Verband zu nehmen oder Schätzungen vorzunehmen. Die Vertragsstrafe ist an den Kölner Brauerei-Verband zu zahlen.
(3) Die Maßnahmen gemäß Absatz 2 sind als solche zu bezeichnen. Sie können nebeneinander verhängt werden. Weitergehende Ansprüche, insbesondere auf Unterlassung und Schadensersatz, bleiben unberührt.
(1) Maßnahmen gemäß §10 Abs. 2 a) bis c) werden durch den Vorstand des Kölner Brauerei-Verbands verhängt, falls der Vorstand die Regelung nicht an die Schiedsstelle (§ 13) verweist oder gemäß § 15 die ordentlichen Gerichte anruft. Entscheidungen des Vorstands sind endgültig.
(2) Die Maßnahme gemäß § 10 Abs. 2 e) wird durch Beschluß der Mitgliederversammlung des Kölner Brauerei-Verbands mit der in der Satzung für den Ausschluß vorgesehenen Mehrheit verhängt.
(3) Beschwert sich ein Mitglied über einen angeblichen Verstoß eines anderen Mitglieds gegen diese Wettbewerbsregeln, und leitet der Vorstand nicht innerhalb eines Monats seit schriftlicher Aufforderung durch das Mitglied ein Verfahren gegen das andere Mitglied ein, so ist das beschwerdeführende Mitglied berechtigt, den gemäß § 9 Abs. 2 eingerichteten Ständigen Ausschuß anzurufen. Der Ständige Ausschuß wird sodann innerhalb eines Monats durch den Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbands einberufen. Der Ständige Ausschuß ist in diesem Fall verpflichtet, die Sache innerhalb eines weiteren Monats in entsprechender Anwendung von § 13 Abs. 2 an die Schiedsstelle zu verweisen.
(1) Ist ein Mitglied des Vorstands betroffen oder in sonstiger Weise befangen, so darf es an dem Verfahren betreffend die Verhängung von Maßnahmen nicht teilnehmen.
(2) Das Mitglied, gegen das eine Maßnahme verhängt werden soll, ist durch den Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbands von der Verfahrenseinleitung schriftlich unter Hinweis auf § 15 zu unterrichten. Das Mitglied ist anzuhören und zwar schriftlich oder mündlich. Es kann innerhalb einer Frist von einem Monat nach Zugang der Mitteilung eine mündliche Anhörung verlangen.
(1) Zur Verhängung von Maßnahmen gemäß § 10 Abs. 2 a) bis d) ist eine Schiedsstelle zuständig, soweit nicht eine Maßnahme gemäß § 11 durch den Vorstand verhängt oder gemäß § 15 das ordentliche Gericht angerufen wird. Die Schiedsstelle ist ein Schiedsgericht im Sinne des Zehnten Buches der Zivilprozeßordnung. Die Schiedsstelle besteht aus einem unabhängigen Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Der Vorsitzende muß die Befähigung zum Richteramt haben und darf nicht Mitglied, Organ, Angestellter oder Mitarbeiter des Kölner Brauerei-Verbands oder Organ, Angestellter oder Mitarbeiter eines Mitglieds des Kölner Brauerei-Verbands sein oder in sonstiger Weise für den Kölner Brauerei-Verband e.V. tätig gewesen sein. Die Beisitzer können aus dem Kreise der Mitglieder des Kölner Brauerei-Verbands oder deren Organen, Angestellten oder Mitarbeitern stammen.
(2) Wenn der Vorstand eine Sache an die Schiedsstelle verweist (§ 11 Abs. 1) teilt er dies dem betroffenen Mitglied durch eingeschriebenen Brief mit Rückschein unter gleichzeitiger Benennung eines Beisitzers mit. Der Einschreibebrief muß die Aufforderung enthalten, binnen eines Monats, gerechnet vom Tage der Zustellung des Einschreibebriefs, ebenfalls einen weiteren Beisitzer zu benennen. Der Einschreibebrief gilt als Mitteilung über die Verfahrenseinleitung gemäß § 12 Abs. 2. Die Beisitzer wählen binnen eines weiteren Monats den Vorsitzenden. Können sich die Beisitzer nicht auf einen Vorsitzenden einigen, wird ein Beisitzer nicht bestimmt oder wird ein weggefallener Beisitzer nicht binnen eines Monats ersetzt, so wird der Vorsitzende oder der fehlende Beisitzer durch den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Köln bestimmt.
(1) § 12 gilt für das Verfahren der Schiedsstelle entsprechend. Ein Mitglied der Schiedsstelle kann wegen Befangenheit abgelehnt werden, wenn einer der Fälle der §§ 41, 42 ZPO vorliegt.
(2) Die Beisitzer der Schiedsstelle erhalten ein angemessenes Sitzungsgeld, dessen Höhe von der Mitgliederversammlung des Kölner Brauerei-Verbands festgesetzt wird. Der Vorsitzende der Schiedsstelle erhält eine oder mehrere 20/10-Gebühren unter entsprechender Anwendung der Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung, und zwar auf der Grundlage eines von der Schiedsstelle festzusetzenden, angemessenen Streitwerts.
(3) Im Spruch der Schiedsstelle ist außer der Entscheidung zur Sache die Zahlung der Kosten und Auslagen festzulegen und zu bestimmen, welcher Partei die Zahlung obliegt oder in welchem Verhältnis Kosten und Auslagen zu verteilen sind.
(4) Für die Hinterlegung des Schiedsspruchs und für sonstige Maßnahmen, für die die Mitwirkung eines ordentlichen Gerichts erforderlich ist, ist das Landgericht Köln ausschließlich zuständig.
(5) Im übrigen finden auf das Verfahren der Schiedsstelle die Vorschriften des Zehnten Buches der Zivilprozeßordnung Anwendung.
(1) Der Vorstand kann statt der Verweisung an die Schiedsstelle die ordentlichen Gerichte anrufen. Das betroffene Mitglied hat die Wahl zwischen der Entscheidung durch den Vorstand bzw. die Schiedsstelle oder durch die ordentlichen Gerichte.
(2) Lehnt das betroffene Mitglied die Entscheidung des Falles durch den Vorstand bzw. die Schiedsstelle ab, so hat es dies dem Vorstand des Kölner Brauerei-Verbands innerhalb eines Monats seit Zustellung der Mitteilung der Verfahrenseinleitung schriftlich mitzuteilen.
(3) Im Falle der Wahl der ordentlichen Gerichte ist das Landgericht Köln ausschließlich zuständig. Andernfalls bleibt es bei der Zuständigkeit der Schiedsstelle, deren Spruch endgültig ist und die Wirkung eines rechtskräftigen gerichtlichen Urteils hat.
Soweit für Streitigkeiten aus diesen Wettbewerbsregeln nicht die Schiedsstelle zuständig ist, ist ausschließlicher Gerichtsstand für die Streitigkeiten aus diesen Wettbewerbsregeln das Landgericht Köln.
15.10.12
Ein dunkles Bier im Gaffel am Dom? Keine Angst, hier handelt es sich nicht um Altbier, sondern eine neue Kreation der Kölner Brauerei: Das Mondhopfen-Bier wird nur saisonal produziert.
Von Martin Boldt
Köln
Das wird doch nicht etwa ein Altbier sein? In einem Kölner Brauhaus? Wer das neue Bier, das bernsteinfarbene Mondhopfen der Gaffel-Brauerei, zum ersten Mal vor sich sieht, ist leicht irritiert. Ein kräftiger Schluck vom dunklen Bräu, das in einem weiten 0,4- Liter-Glas serviert wird, hinterlässt nach dem ersten Schock einen guten Eindruck: Es schmeckt überraschend süffig, hat kaum bittere Nuancen, dafür aber eine leichte Brombeernote. Auch nach mehreren Gläsern bleibe es leicht bekömmlich, versichert Gaffel-Chefbrauer Rainer Radke. „Das liegt am Galaxy-Hopfen mit seiner angenehmen Würze.“ Angebaut wird der Rohstoff, der dieser Bierkreation seine Seele verleiht, im australischen Tasmanien.
Erntezeit bei Vollmond
Die richtige Mixtur für das neue Getränk, das mit 4,2 Prozent Alkohol etwas leichter als ein klassisches Kölsch ausfällt, sei gar nicht so einfach gewesen: „15 Versuche waren schon nötig, um zur richtigen aromatischen Komposition zu gelangen.“ Den poetischen Namen verdankt das Mondhopfen übrigens keinem Werbetexter, sondern der traditionellen Erntezeit seiner Hauptzutat: Die Ernte beginnt alljährlich mit der ersten Vollmondnacht im März. In Australien ist dann Herbst.
Den Grund für das Experiment erläutert Gaffel-Marketingleiter Thomas Deloy: „Der Biermarkt ist seit Jahren rückläufig. Eine Gegenmaßnahme ist, sich breit aufzustellen.“ Das Mondhopfen-Bier solle „als klare Alternative zum Kölsch“ positioniert werden. „Solange ein Produkt zu unserem Haus passt und keine Panscherei ist, ist dies ein Schritt, den wir glaubwürdig verkaufen können.“ Und der erste Eindruck bei den Kunden? „Niemand kommt bislang zu uns nur wegen des Mondhopfens“, räumt Deloy ein, „aber viele probieren ein Glas zwischendurch.“
Noch nicht in Flaschen
Wer das neue Bier testen möchte, sollte nicht zu lange damit warten. Lediglich 300 Hektoliter wurden gebraut, und der Ausschank findet ausschließlich im Gaffel am Dom statt. Eine Flaschenproduktion ist vorerst noch nicht geplant. „Wir müssen bei dem Thema des saisonalen Biers erst einmal ein Gespür dafür entwickeln, wie es von den Kunden angenommen wird“, sagt Deloy. Ausgeschlossen sei eine offizielle Markteinführung allerdings nicht.
05.10.2012 — 13:48 Uhr
ERST GAB ES EINEN AUFSTAND, DANN DIE BIER-REVOLUTION
Als Josef Groll am 5. Oktober 1842, also vor 170 Jahren, zum ersten Mal die Sudpfanne im böhmischen Pilsen anschmeißt, revolutioniert er auf einen Schlag die Bierkultur. Im Alter von 31 Jahren erfindet der niederbayerische Braumeister das erste Pils der Welt! Die kuriose Geschichte dahinter: Es ist das Jahr 1838. In der westböhmischen Metropole Pilsen gibt es ein Brauhaus und durstige Bürger. Das Problem: die ortsansässigen Brauer produzieren nur obergäriges Bier, welches den Bürgern nicht schmeckt.
Es kommt zu einem regelrechten Bier-Aufstand. Wohl wütend, um ihr schmackhaftes Feierabend-Bier gebracht zu werden, stürmen die Böhmer die Braustätten, klauen das Bier und kippen die Plörre auf den Marktplatz oder in den Fluss. Dem Pilsner Magistrat bleibt nichts anderes übrig, als die Bürger zu beruhigen, indem er ihnen ein neues Brauhaus baut und verspricht, die Sudpfannen von nun an einem Experten zu überlassen. Der Niederbayer Josef Groll soll es richten und wird 1842 aus dem heimischen Betrieb in Vilshofen abgeworben. Dort hatte der junge Groll schon öfter mit Sudpfannen experimentiert und probiert, mit Zutaten und Zubereitungsart zu spielen. In Bayern war der untergärige Brauprozess zwar schon bekannt, doch was Josef Groll im Oktober 1842 machte, war gänzlich neu. Statt des üblichen dunklen Malzes nahm Groll nur leicht geröstetes und sehr helles Malz. Außerdem profitierte er vom weichen und salzarmen böhmischen Wasser. Seine Geheimzutat: der lokale Saazer Hopfer.
Das Ergebnis muss die Böhmer Wutbürger mehr als zufriedengestellt haben: Statt des schalen, trüben und vermutlich viel zu süßen Bieres aus vergangenen Zeiten kredenzte Groll ihnen ein ungetrübtes und gold-gelbes Bier mit Schaumkrone und fein-herber Geschmacksnote.
Das auf den Namen Pilsener Urquell getaufte Brau-Wunder verweilte nicht lange in den böhmischen Gebieten. Schnell sprach sich die Zubereitungsart und der besondere Genuss herum und eroberte ab 1863 Deutschland, Großbritannien und Nordamerika. Die Marke Pilsener Urquell hat sich bis heute gehalten, seit 1999 gehört die Brauerei zum südafrikanischen Bier-Multi SAB Miller. Produziert wird aber nach wie vor im heute tschechischen Pilsen, wo rund 2500 Mitarbeiter jährlich etwa zehn Millionen Hektoliter brauen.
Von Rainer Nolte, 28.06.2012
Wie kommen Sie dazu, von einer neuen Bierkultur zu sprechen?
FRITZ WÜLFING In den USA hat Craft-Bier eine große Vielfalt an Bieren hervorgebracht - weg vom neutralen Biergeschmack. Dort hatte sich nach der Prohibition ein Markt mit ausschließlich neutralen, geschmacksarmen Bieren entwickelt. Seit den frühen 80ern ändert sich das, und es gibt heute nirgendwo auf der Welt eine so vielfältige Bierkultur wie in den USA.
Was ist eigentlich Craft-Bier?
WÜLFING Der Name hat einen amerikanischen Ursprung. Kleine Brauereien wollten sich von den großen Industrie-Brauereien abgrenzen, eine neue Bierkultur schaffen. Craft heißt übersetzt Handwerk und hat nichts mit der deutschen "Kraft" zu tun. Es hat auch nicht zwingend einen höheren Alkoholgehalt. Für Craft-Bier dürfen nur natürliche Zutaten und kein Chemie verwendet werden. Auch dürfen keine Dinge benutzt werden, die den Geschmack vermindern. Wer Craft-Bier produziert, darf maximal drei Millionen Hektoliter im Jahr brauen. Der zweitgrößte Hersteller "Sierra Nevada" kommt beispielsweise auf 600 000 Hektoliter, das ist kleiner als die Reissdorf-Kölsch-Brauerei.
Und der US-Markt nimmt das Angebot an?
WÜLFING Der Marktanteil wächst in den vergangenen Jahren ganz rasant. Derzeit sind es fünf Prozent des Brauvolumens. Der Umsatzanteil liegt schon bei sieben Prozent, weil die Craft-Biere hochpreisiger verkauft werden. In den USA gibt es mittlerweile mehr als 2000 Braustellen, die Sorten im fünfstelligen Bereich produzieren. Genau kann man die Zahl nicht sagen, weil es sich täglich ändert - das ist das Schöne daran und zeigt die Vielfalt. Es gibt keine Konstanz, sondern immer neue Ideen. Es wird nie langweilig.
Wenn nur Naturprodukte verwendet werden, sind die Biere dann quasi nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut?
WÜLFING Nein, nicht explizit. Die meisten sind wohl nach dem Reinheitsgebot, bei dem nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe benutzt werden darf, gebraut, aber es ist nicht nötig, um ein gutes Bier zu machen. In Amerika werden alle Biersorten gebraut, die international vorkommen. Dort ist man nicht an eine Bierkultur gebunden, die Bevölkerung und damit die Bierstile sind deswegen so vielschichtig. Zum Beispiel werden alte deutsche Biersorten wiederaufgelegt, wie das "Gose". Aber es werden auch ganz neue Stile gegründet. Mittlerweile gibt es rund 100 Sorten wie Kölsch, Pils, Alt - nicht Marken.
Kann man in Europa den Craft-Trend auch ausmachen?
WÜLFING Ja. Je weniger in einem Land die eigene Bierkultur ausgeprägt ist, desto mehr schlägt das Craft-Bier ein. Am intensivsten ist es derzeit in Italien. Auch in den Niederlanden ist es zu spüren. In den Ländern werden Craft-Biere überdurchschnittlich viel importiert, aber auch gebraut. Wo jedoch die stärkste Bierkultur herrscht, ist die Verbreitung am schlechtesten: Deutschland und Belgien.
Ist in Deutschland denn zumindest ein kleiner Funke zu erkennen?
WÜLFING Ja, es sickert allmählich durch. Die deutschen Brauer haben es erkannt, aber meiner Meinung nach noch nicht richtig verstanden. Es fehlt noch eine gewisse Authentizität. In anderen Ländern sind es kleine Heimbrauer, die das Bier herausbringen und das Handwerk authentisch leben. Hier bei uns ist es groß angelegt, gesteuert mit Marketing, es wird ein schickes Outfit gemacht, das Produkt ist extrem hochpreisig. Das Unwesentliche ist hierbei leider das Bier. Es ist zwar schon wesentlich besser und interessanter, aber ganz authentisch ist es nicht. Es läuft dann nicht unter "handwerklich", sondern unter "luxuriös". Der größte Braukonzern, die Radeberger-Gruppe, hat mit "Braufaktum" (Anm. d. Red.: siehe S. 8) etwas aus der Taufe gehoben, das sich an Craft-Bier anlehnt. Da steckt zwar eine große Kampagne hinter, die das Bier in gehobenen Supermärkten anbietet, aber das könnte ein Wegbereiter für die Craft-Bier-Welle in Deutschland sein.
Kann man in Deutschland auch authentische Biere kaufen, beispielsweise von einer amerikanischen Brauerei?
WÜLFING Ja. Es wird importiert. Die besten Chancen hat man, über das Internet Craft-Bier zu bestellen, zum Beispiel beim Onlinehandel "Bierkompass". Im normalen Getränkeladen ist es aber schwierig, da muss man schon suchen.
In den USA werden Crafts auch in Dosen vertrieben. Passt das zusammen?
WÜLFING Ja. Rund 130 Brauereien füllen ihr Produkt in Dosen. Der Anteil ist zwar gering, aber wächst erstaunlich schnell. Die Hersteller merken, dass das Bier qualitativ besser in der Dose aufgehoben ist. Es ist luft- und lichtdicht verpackt und sehr praktisch für den Transport und die Kühlung. Der Geschmack wird auch nicht beeinflusst. Die ökologischen und ethischen Vorbehalte sind in den USA nicht so stark ausgeprägt wie bei uns. Das ist aber eine politische Sache. Aus der Sicht des Bier-Sommeliers muss ich sagen: Die Dose ist technisch gesehen eine gute Verpackung für Bier. Aus vielerlei Hinsicht besser als die Flasche. Aus ethischer Sicht ist die Flasche natürlich schöner bei einer Verkostung zum Essen.
Craft-Brauereien sind ja schon klein, aber es geht noch kleiner: Nano-Brauereien.
WÜLFING Ja, das ist eine neue Bewegung innerhalb des Craft-Biers. Jeder Craft-Brauer war auch mal ein Nano-Brauer. Das sind Heimbrauer, die auf ihren kleinsten Anlagen kommerziell Bier herstellen. In Deutschland ist das jedoch schwierig, weil je nach Region die Auflagen für eine Zulassung einer Hausbrauerei sehr hoch sind. Das Gypsy-Brauen ist daher eine Lösung: Man hat keine eigene Brauerei, sondern mietet sich woanders ein, wo Kapazitäten frei sind, und braut dort sein Bier nach eigenem Rezept. So mache ich das auch mit meinem Bier, dem "Fritzale", das ich im Siegburger Brauhaus und in der "Braustelle" in Köln-Ehrenfeld fertige. In letzterer um Braumeister Peter Esser ist derzeit in Deutschland der Nabel für die neue Bierkultur. In der "Braustelle" bricht man schon seit Jahren mit Konventionen, denn es gibt dort ein "Ehrenfelder Alt".
Was könnte man am Kölsch-Geschmack verändern?
WÜLFING Beim Kölsch können Brauer nicht so sehr mit den Malzen spielen, weil es ja hell sein muss. Man kann dafür aber viel mit Hopfen-Aromen machen. Zum Beispiel ist dann ein leichter Zitrusgeschmack vorhanden oder es schmeckt nach Pinienaromen oder schwarzer Johannisbeere.
Wird sich in Deutschland die neutrale Bierkultur gegenüber den Innovationen weiterhin behaupten?
WÜLFING Nein. Weil die deutschen Brauer sehr konservativ sind, wird es wohl etwas länger dauern. Die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird sich einiges getan haben. Ein wichtiger Punkt ist, dass 2016 das Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird. Dieses Jubiläum wird wahrscheinlich von der Vermarktung noch einmal richtig ausgeschlachtet, und Veränderungen werden eher zurückgehalten. Aber danach wird es rasant losgehen.
DAS GESPRÄCH FÜHRTE RAINER NOLTE
18.05.2012 - 08:07 Uhr
Verjüngungskur: Machtwechsel beim Vorstand
Beim Kölner Brauerei-Verband kündigt sich ein Machtwechsel an: In einem Brief an den Vorsitzenden Heinrich Becker schlug Erzquell-Brauerei-Chef Axel Haas vor, dass der bisherige Vorstand im kommenden Jahr nicht mehr antreten solle.
„Wir sollten der jungen Generation Platz machen“, so Haas. Zudem seien die Kölsch-Brauer durch die Ermittlungen vom Bundeskartellamt wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen ins Gerede gekommen.
Heinrich Becker: „Ich stimme der Verjüngungskur zu.“ Kandidaten für den neuen Vorstandsposten sind Heinrich Becker junior oder Melanie Schnell von der Malzmühle.
21.03.2012 - 21:30 Uhr
Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.
Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.
Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.
Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!
19.03.12 00:08h
NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).
BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.
Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.
Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).
Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?
Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”
Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”
Also, eine bierselige Zukunft?
„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”
Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)
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Quelle: www.bild.de09.03.12 12:18h
Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.
Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.
Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.
Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".
Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.
Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...
Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.
Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).
Quelle: www.rundschau-online.de03.02.12 17:44h
Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.
Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.
Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.
Quelle: www.rundschau-online.de05.02.12 15:49h
Von Christel Thiemann
Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.
Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“
Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“
Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.
Quelle: www.ksta.de07.01.12, 07:03h
Von Bernd Rosenbaum
Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.
Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.
In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.
Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.
Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.
10.12.11 10:19h
Von Annika Leister
Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.
Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.
Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn
Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.
Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012
Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.