Der Weg des Kölsch-Bieres im Laufe der Geschichte war oft schwierig und dornenvoll. War es die Rohstoffknappheit im späten Mittelalter, oder der Dreißigjährige Krieg mit seinen Folgen, die Pest oder Mißernten, so waren doch die Folgen des Zweiten Weltkrieges der schwerste Schlag für das Kölner Braugewerbe. Die Brauereien waren zerstört, Infrastruktur und Rohstoffzufuhr lagen am Boden und die Bürger dachten vor allem ans Überleben und nicht ans Biertrinken.
Eine wichtige Ausdrucksform von Kultur ist das Geschichtsbewusstsein, das Besinnen auf die eigene Vergangenheit. Die Erkenntnis begangener Fehlleistungen und menschlicher Unzulänglichkeit führt zu neuen Einsichten, welche oft schmerzlich, aber auch hilfreich und heilsam sind. Eine davon ist, daß kulturelle Errungenschaften nur im Frieden zu bewahren sind. Der Zweite Weltkrieg war das exakte Beispiel dessen, was menschliche Überheblichkeit und Selbstüberschätzung anrichten können. Die Quittung waren Tod und Vernichtung.
Der Bombenteppich, der die Stadt Köln von 1942 bis 1945 überzog, kostete 20 000 Menschen das Leben und zerstörte 90 Prozent von Kölns Innenstadt. Köln erlebte insgesamt 262 Luftangriffe, von denen der "Tausend-Bombenangriff" am 30. Mai 1942, der Phosphor-Angriff am 29. Juni 1943, bei dem die ganze Altstadt vernichtet wurde, und das Finale, der Angriff am Vormittag des 2. März 1945, die makabren Höhepunkte bildeten. Um das Ausmaß der Katastrophe zu realisieren, muß man sich vorstellen, daß die Zahl der Bombenopfer etwa der Einwohnerzahl einer Stadt wie Jülich entsprach. Hunderttausende wurden obdachlos und mußten Köln verlassen, meist nur mit dem wenigen, was sie am Leibe trugen oder in Koffern mit sich schleppen konnten. Ende des Krieges lebten in den Trümmern einer Großstadt von ehemals 750 000 Einwohnern noch etwa 40 000 Menschen. Die Altstadt war fast menschenleer und total unbewohnbar. In den Luftschutz-Kellern und Bunkern hatten sich Menschen geflüchtet und warteten auf ein schnelles Ende dieses unvorstellbaren Wahnsinns.
Waren die Bombennächte ein infernalischer Chor apokalyptischer Musikanten gewesen, so kam das Kriegsende relativ still. Als letztes Aufheulen ertönte am 2. März 1945 noch einmal das Geräusch explodierender Luftminen, das Bersten einstürzender Mauern, gemischt mit dem monotonen Brummen der Bomber und dem Schreien sterbender Menschen. Dieser Tag gab der geschundenen Stadt den Rest. Vier Tage später war der Krieg für Köln zu Ende. Es herrschte Grabesstille und die Menschen spürten zwar Erleichterung, aber auch eine gewisse Angst vor dem was nun kommen sollte. Die berühmte Stunde Null war da.
Wie die Mehrzahl der Privathäuser so war auch Kölns Industrie am Boden zerstört. Ebenfalls das ehemals blühende Brauwesen bestand nur noch aus Ruinen. Schon beim ersten großen Luftangriff am 30. Mai 1943 fiel das Dombräues, die Brauerei Johann Sion, Unter Taschenmacher, in Schutt und Asche. Vielen Kölner anderen Brauereien erging es danach ebenso. Ein besonderes Schicksal erlitt die Brauerei Früh am Hof: Nachdem sie 1943 zum ersten Mal, von Bomben getroffen, ausbrannte, wurde sie 1944 zum zweiten Mal ein Raub der Flammen. Damit nicht genug - durch die Unachtsamkeit englischer Besatzungssoldaten geriet sie 1945 ein drittes Mal in Brand.
Was im übrigen die alliierten Bomber nicht schafften, gelang den braunen Machthabern mit ihrer Kriegsbewirtschaftung. Die Mangelwirtschaft der Kriegsjahre manifestierte sich in ständig sinkenden Hopfen und Gerstezuteilungen. Das bedeutete eine Reduzierung der Stammwürze des Kölsch, was wiederum zu Lasten von Geschmack und Alkoholgehalt ging. Um nun wenigstens den optischen Eindruck des Bieres zu erhalten, erlaubte man den Zusatz von Zuckercouleur. Das so hoch geschätzte Reinheitsgebot wurde einfach aufgehoben. Man trank ein sogenanntes "Lagerbier". Doch auch dessen Produktion war kaum noch aufrechtzuerhalten, da die Brauereien durch Zerstörung und aus Mangel an Ersatzteilen immer öfter stillgelegt wurden. Auch die Energieversorgung stellte die Brauer vor oft unlösbare Probleme. Hinzu kam das Fehlen von qualifizierten Fachleuten. Sie waren entweder Soldaten oder starben daheim im Bombenangriff. Wie zum Beispiel der Brauer Carl Reissdorf, der auf einem Geschäftsgang am Morgen des 2. März 1945, also wenige Tage vor Ende des Krieges, vom letzten schweren Bombenangriff auf Köln überrascht wurde. Er blieb für immer spurlos verschwunden.
In der ersten Zeit nach dem Zusammenbruch hatten die Leute andere Sorgen als Bier zu trinken. Man war froh, daß man überlebt hatte und die Brauereien waren weitgehend zerstört. Gaststätten gab es kaum noch, und wenn dann meistens nur in den Vororten. Zudem fehlten jegliche Rohstoffe und Männer, die das Bier hätten brauen können, waren teils in Gefangenschaft, teils evakuiert. Deshalb waren die ersten, die wieder brauen ließen auch die englischen Besatzungstruppen. Sie bezogen ihr sogenanntes "Naafi-Bier", das nur speziell für das Militär gebraut wurde von der intakt gebliebenen Brauerei Metzmacher in Frechen.
Doch ganz allmählich kochte es wieder in Kölner Sudpfannen. Zuerst ganz still und heimlich, denn bei der Beschaffung der Rohstoffe ging es nicht immer ganz astrein zu. Da gibt es die Anekdote, daß bei Nacht und Nebel ein Waggon mit wertvollem Hopfen, der bei Kriegsende in einem Tunnel im Kölner Umland liegengeblieben war, mit der Zugmaschine einer kölnischen Schokoladenfabrik unter den Augen der Militärposten in die Stadt gezogen wurde. Oder aber: Bierfässer wurden in Krankenwagen transportiert oder auf Handkarren als Schmuggelware durch die Stadt gefahren. Das war die Zeit, als Bierbrauen zum Abenteuer wurde. Und es war die Zeit, als die Menschen im Trümmerhaufen Köln von Maisbrot, Kaffee-Ersatz, Pellkartoffeln und allen möglichen Ersatz-Produkten lebten. Es gab Eiweißpastete und eine graue Masse, die Kunsthonig hieß - natürlich als Zuckerersatz. Entsprechend hoch war der sogenannte "Nährwert". Den offiziellen Erwerb von alkoholischen Getränken gab es nicht. Höchstens unter der Hand einmal eine Flasche "Knolli Brandy" oder "Cherry Knolli". Das war selbstgebrannter Schnaps aus Zuckerrüben. Unter den Namen "Hopfenperle" oder auch "Gääschtestrüh" (Gerstenstroh) war ein Dünnbier in Umlauf, das auch im entferntesten nicht mehr an Kölsch erinnerte. Einen echten Tropfen gab es nur auf dem schwarzen Markt, einer Art Schattenwirtschaft, vom Ventilgummi für die so lebenswichtigen Fahrräder bis zu Seidenstrümpfen alles zu haben war, jedoch zu Preisen, die für normale Sterbliche unerschwinglich waren oder im Tausch gegen andere wertvolle Dinge, wie echte Teppiche oder Schmuck.
In einer Einladung der Karnevalsgesellschaft Ehrengarde zu einem gemütlichen Treffen mit Damen am 2. März 1946 im Haus Töller heißt es, daß es einen Kaffee mit Friedensaroma gebe, und daß für die Bouillon met Röggelche 100 g Brotmarken zu entrichten seien. Das war dann schon gehobener Luxus! Denn offiziell gab es Lebensmittelrationen nur auf "Lebensmittelkarten". Einige Begriffe aus jener Zeit seien noch genannt, die uns heute weitgehend unverständlich sind. Die "Selbstzucht" beispielsweise war der im eigenen Trümmergarten gezogene Tabak, den man bei Pfeifen Heinrichs unter der Hohenzollernbrücke gegen fermentierten Tabak umgetauscht bekam. "Aktive" waren Fabrikzigaretten wie Bosco und Sondermischung, und Föxe waren Zigarettenkippen, die man zu Hause wieder aufbereitete. "Amis" waren die begehrten amerikanischen Marken Lucky Strike, Pall Mall, Chesterfield u.a. Die bekamen nur diejenigen, die Kontakt zu amerikanischen Soldaten hatten, manche Damen sogar Hautkontakte.
Allmählich aber siegte in Köln der Überlebenswille über die Lethargie. Auf einem Foto von August Sander von 1946 sieht man, wie zwischen den Trümmern vereinzelt Behelfsheime entstanden und kleine Gemüsegärten angelegt waren. Auf Trampelpfaden zwischen den Ruinen laufen Menschen mit Handkarren. Ein zuverlässiger Gradmesser für den Wiederbeginn eines normalisierten Alltags in der fast völlig zerstörten Stadt ist das erste Telefonbuch vom 15. 1. 1946, dessen korrekter Titel lautete: "Amtliches Fernsprechbuch - Official Telephone Director". Viehhändler, Metzger und Lebensmittelgroßhändler tauchten da wieder auf, auch Kartoffel- und Saatguthändler waren "in". Daß Ärzte und Apotheker als erste benötigt wurden, ist verständlich. Architekten und Baufirmen starteten aus politisch neutralen Startlöchern. Die lange Unterdrückten und Verfolgten konnten wieder aufatmen und ins Licht treten, wie die Katholiken, Protestanten, die Synagogengemeinde in der Ottostraße, die Sozialdemokraten und die KPD, die Jesuiten und die Gewerkschaften. Der kölsche Uradel, die "Schmitze", die heute das Telefonbuch auf neun Seiten füllen, waren bis auf 16 zusammengeschmolzen. Die Stadtverwaltung arbeitete fast wieder normal, aber eben nur fast. Da standen 1946 neben heute geläufigen Ämtern auch die Fürsorgestellen für die Großbunker, für politisch Verfolgte, für Ruckkehrer und das Amt für Volksspeisung. Die Kölner Berufsdetektive waren schon wieder an der Arbeit, vier Frauen und zwei Männer. Der Nordwestdeutsche Rundfunk teilte sich Adresse und Telefonnummer mit der "Broadcasting Control Unit". Das Verzeichnis enthielt schon wieder das A-Z der deutschen Wirtschaft: von Agfa bis Zuckerfabrik Brühl. Aber auch die Unterhaltung hatte sich den Trümmerstaub von den Kostümen geklopft und telefonierte wieder: die Millowitsch Heimatbühne, die Humoristin Grete Fluss, der Sänger Willy Schneider und der Kölner Männer-Gesang-Verein.
Doch wer sorgte nun für den Gerstensaft? Welcher Brauer griff denn 1946 schon wieder zum Telefon? Es waren ganze drei Brauereien, die das Inferno einigermaßen heil überstanden hatten: die Dom Brauerei Carl Funke AG in Bayenthal, Tacitusstraße, die obergärige Brauerei in der Gaffel auf dem Eigelstein und eine Brauerei Ernst Sünner in Junkersdorf. Sie waren geblieben - von 33 Brauereien im Telefonbuch von 1938. "Inoffiziell", das heißt ohne offizielle Genehmigung sind 1946 sechs und 1947 wieder dreizehn Brauereien aktiv. Mit dem legendären 'Trümmermalz', angeblich aus den zerstörten Malzlagern geborgenen Rohstoffen beginnt der Gerstensaft allmählich wieder zu fließen und nachts werden die Bierfässer heimlich durch die Stadt transportiert.
Auf den Grundmauern der alten Stadt entstand eine neue. Allen anderen Bestrebungen zum Trotz hielt man am alten Grundriß fest. Peter Fuchs schreibt in seinem Buch "Köln damals gestern heute" den Satz: "Köln, eine neue Stadt mit altem Geist- eine alte Stadt mit neuem Geist". Eine Kompromißformel zwar, aber eine, die man als typisch kölsch bezeichnen könnte. Auch die andren Brauer im Rheinland rappelten sich wieder auf. Der Brauerverband konstituierte sich wieder. Im Juni 1945 wurde der Verband Mittelrheinischer Brauereien gegründet, 1946 folgte der Verband Nordrheinischer Brauereien, der Brauereiverband der britisch besetzten Zone Deutschlands, und 1949 wurde auch der Deutsche Brauerbund wieder gegründet. Die Deutschen Brauer hatten wieder Mut gefaßt - der Wiederaufbau konnte beginnen.
Die Währungsreform beendet diese schwärzeste Epoche der Kölner Braugeschichte, der Aufbau konnte beginnen. Im September 1948 erlaubte die Besatzungsmacht erstmals wieder das Brauen von Schankbier mit 5% Stammwürze, Kölsches Bier war fast wieder echtes Bier. Aber es begann sehr gemischt auf dem Kölner Biermarkt, einige Brauer setzten auf das bewährte obergärige Kölsch, andere favorisierten mehr die untergärigen Erfolgssorten der Vorkriegszeit: untergäriges Pils und Export-Bier. In dieser Situation ergriffen mutige, Männer wie der ehemalige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Kölner Brauerei Verbandes Hans Sion die Initiative zu Gunsten des untergärigen Kölsch-Bieres. Man schuf, wie man heute sagen würde ein Designer-Kölsch. Der Geschmack war nun hopfenbetonter, also etwas frischer, der Schaum durch mehr Kohlensäureanteil sahniger und der hohe Kaloriengehalt wurde gesenkt. Das Kölsch wurde dadurch bekömmlicher. Ein Bier wie es die Kölner und ihre Gäste offensichtlich wünschten und schätzten. Der Siegeszug dieser obergärigen rheinischen Bierspezialität begann. (FM)
07.01.12, 07:03h
Von Bernd Rosenbaum
Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.
Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.
In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.
Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.
Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.
10.12.11 10:19h
Von Annika Leister
Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.
Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.
Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert
Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."
Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn
Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.
Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012
Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.