Pressespiegel 2010

17.12.2010: Kölsch hält sie zusammen (KSTA)

Das designierte Dreigestirn kommt von der Bürgergarde blau-gold. Der eine spricht herrlich kölsch, der andere singt wunderbar kölsch und der dritte braut leckeres Kölsch. Und befreundet sind sie auch noch. Da kann der Elfte im Elften ja kommen.

Von Norbert Ramme, 11.11.10, 10:15h

Tatort und Gaffel
Das designierte Dreigestirn kommt von der Bürgergarde Blau-Gold (v.l.): Hans René Sion, Frank Steffens und Günter Flüch. (Bild: Worring)
Köln - Das wird ein kölsches Familien-Dreigestirn: Prinz Frank Steffens schwad herrlich kölsch, Bauer Günter Flüch singt wunderbar kölsch und Jungfrau René Sion braut leckeres Kölsch. Und Familienmenschen sind die drei Freunde der Bürgergarde Blau-Gold auch: Zwischen Ehefrauen und Kindern bestehen schon seit Jahren enge Beziehungen - man trifft sich häufig, unternimmt gemeinsam was. Vielleicht wird aus der Freundschaft demnächst auch Verwandtschaft. Bauernsohn Sebastian (21) ist seit einiger Zeit fest mit der gleichaltrigen Beatriz aus dem Haushalt der Jungfrau zusammen.

Prinz Frank

Da kann die Prinzenfamilie (noch) nicht mithalten. Sohn Julian ist gerade acht geworden. Bei Vater Frank (45) und Mutter Silke (40) hatte es ja auch eine Weile gedauert, bis sie zueinander fanden. Kennen gelernt hatten sie sich 1995, als sie in der selben Sparkassen-Filiale an der Venloer Straße in Ehrenfeld arbeiteten. Für ihn war es „Liebe auf den ersten Blick“, sie war noch in einer auslaufenden Beziehung: „Ich hab die schwersten Geschütze aufgefahren und mir rund ein halbes Jahr lang immer wieder Körbe geholt.“

Die Wende kam, als er in Bürgergarde-Uniform beim Empfang des Kölner Dreigestirns für das Düsseldorfer Prinzenpaar auf einem KD-Schiff war und sie zufällig am Ufer spazierte. Ist sie nicht vor Schreck in den Rhein gefallen? „Nein. Ich konnte mich gerade noch festhalten“, erinnert sie sich und lacht. „Der sah schon gut aus. Auf einmal war es wie ein Blitz.“ Seit Mai 1998 sind sie verheiratet und lassen seitdem kein Fest aus. Auch nicht seine Geburtstage. „Ich durfte früher nie richtig Kindergeburtstag feiern, weil ich am 23. Dezember geboren bin. Die Party wurde stets zu meinem Namenstag am 19. März nachgeholt.“

Kölsch sprechen hat Prinz Frank schon in der Grundschule gelernt. Kölsch trinken erst viel später bei der Bürgergarde. Dazwischen lag eine Sport-Karriere. „Ich habe als Vierjähriger mit Judo angefangen und es immerhin bis zum Westdeutschen Mannschaftsmeister geschafft.“ Auch wenn ein Sportunfall die vielversprechende Karriere vorzeitig beendete, habe er durch den Sport viel gelernt. „Vor allem Selbstbewusstsein und einen strukturierten Tagesablauf. Das hat mir im beruflichen Leben sehr geholfen.“ Seit 30 Jahren arbeitet der kommende Prinz bei der Sparkasse Köln-Bonn, heute als Referent in der Personalentwicklung.

Auf den Sport - Steffens gilt immer noch als eine Art lebendes Sportlexikon - folgte der Karneval. Der langjährige Kommandant der Prinzen-Garde, Karl-Heinz Hömig (Steffens: „Bislang der einzige Jeck in unserer Familie“), wollte den jungen Mann ins weiß-rote Traditionskorps locken - doch die Freundschaft zu Bürgergarde-Präsident Markus Wallpott war stärker. „Wir waren in Ehrenfeld schon zusammen auf der Grundschule und später auf der Realschule. Daher wurde ich Blau-Gold.“

Die erste Tour mit dem Korps geriet zum Fiasko. „Ich kannte doch vorher keinen Alkohol, hab aber bei einem Stopp zwischen zwei Auftritten drei Gläser Weißweinschorle in mich reingeschüttet. Das war's dann. Der Rest des Programms fand ohne mich statt.“ Doch das ist Geschichte. Heute ist er bei allen Aufzügen dabei und er hat klare Vorstellungen, was als Prinz auf ihn zukommt. „Ich habe eine Menge Respekt vor dem Amt, aber ich musste nicht lange überlegen.“

Bauer Günter

Wie der Prinz, so kennt sich auch der kommende Bauer Günter mit Finanzen aus. Schließlich hält Steuerberater Günter Flüch (49) seit 16 Jahren als Schatzmeister die Gelder des blau-goldenen Traditionskorps zusammen. Zudem gilt der Mann mit der markanten Bass-Stimme als begnadeter Sänger. Bei allen Tänzen des Korps mimt er den Vorsänger. „Ich war 17 Jahre lang im Domchor, dann fünf Jahre im Kölner Männer-Gesang-Verein.“ Auf die Opernhaus-Bühne beim Divertissementchen hat er es jedoch nicht geschafft. „Als das im Gespräch war, driftete ich schon in Richtung Bürgergarde. Beides ging nicht, weil sich das Training überschnitt.“

Ehefrau Renate hatte sich allerdings noch in einen Sänger verliebt, nicht in einen Gardisten. „Ich selber kann überhaupt nicht singen“, verrät sie. „Ich zähle da zur Quietscheentchen-Abteilung.“ Die beiden kennen sich aus dem Kindergarten und saßen auch in der Grundschule in einer Klasse. Neun Jahre hatte man sich aus den Augen verloren. In der Zeit hatte er die Realschule absolviert, eine Lehre beim Finanzamt gemacht und an einer Abendschule das Abitur nachgeholt. Da ihre Eltern in Sülz ein Café besaßen, kamen die beiden wieder zusammen. „Sie hat bedient. Ich habe oft Kuchen gekauft.“ Im Dreigestirn kam für den selbständigen Steuerberater nur die Bauern-Rolle infrage. Dafür hat er die Figur und die Stimme - ganz tief, sehr fest und schön kölsch. Zudem war Sohn Sebastian schon 1998 Bäuerchen im Kinderdreigestirn und ihm so eine Dreschflegellänge voraus.

Wie der Prinz in spe ist auch Flüch ein großer FC-Fan. Bei den Heimspiele sitzt inzwischen Tochter Stefanie (17) neben ihm. Sie hat die Dauerkarte ihres Bruders geerbt. Seit Sebastian fest mit einer Tochter Sion zusammen ist, hat er nicht mehr so viel Zeit für den FC, bei dem der Vater Mitglied ist. Ist der künftige Bauer etwa ein Vereinsmeier? „Och, ich weiß nicht. Außer FC und Bürgergarde bin ich noch bei der Porzer KG Grön-Wieße Rezag, beim Freundeskreis Rocholomäus und bei den Kölner Bäcker-Sängern.“ Wie kriegt er das alles geregelt? „Mein Mann kann richtig gut organisieren. Auch in der Familie. Er hat ein Händchen, alles unter einen Hut zu bringen.“

Jungfrau Reni

Wenn zu Hause acht Frauen rumlaufen und überall Kleider herumliegen, bleibt für den karnevalsbegeisterten Ehemann nur noch eine Rolle: Jungfrau im Dreigestirn. „Das passt schon“, sagt Hans René Sion (42), Geschäftsführer der Sion-Brauerei. In seiner Patchwork-Familie leben zwei Töchter (Laura,19, und Lisa,17) aus erster, drei (Victoria, 5, Anna, 4, und Isabel, 3) aus zweiter Ehe und zwei Mädels (Beatriz, 21, und Jennifer, 20) hat Ehefrau Maria Belèn Ayensa Fernández mitgebracht. Die Jungfrau überzeugt in der geräumigen Wohnung über dem Brauhaus in der Altstadt mit Qualitäten am Herd. „Ich koche und backe gerne. Und eigentlich alles. Ich bin da vor nix fies. Ich mag nur nicht alles essen.“ Sion isst keinen Fisch und kaum Fleisch. „Ich bin aber kein Vegetarier, denn auch Obst und Gemüse lasse ich stehen. Doch ich verhungere nicht. Es gibt ja noch Pizza und Pasta.“

Bei der Verwandtschaft seiner spanischen Frau stößt das oft auf Unverständnis. „Die stammt aus Galizien, und da kommen stets frische und die besten Fische auf den Tisch.“ Mit dem Geschmack war er immer schon eigen. Am Aschermittwoch 1968 geboren, wechselte der jüngste Spross der Brauerei-Dynastie nach einigen Jahren auf dem Gymnasium in Rodenkirchen zum Internat „Schloss Hagerhof“ in Bad Honnef. „Weg vom Freundeskreis in Rodenkirchen und weg von den Südstadt-Kraade. Das war keine Strafe. Ich bin da gerne hingegangen.“ Die Schul-Abschlussfahrt führte ihn in die Toscana. Da blieb er und begann in Florenz Medizin zu studieren.

„Wenn alles normal weitergelaufen wäre, wäre ich heute Schulmediziner. Aber dem Beruf weine ich keine Träne nach.“ Als seine Mutter 1996 starb, brach er das Studium ab, kehrte heim nach Köln und übernahm die Geschäftsführung des elterlichen Betriebs. Der Pachtvertrag für das Brauhaus läuft zum Jahresende aus. Dann soll es wieder von der Familie bewirtschaftet werden. Seine Frau hat Sion im Karneval kennengelernt. Bei Freunden am Rande des Veedelszoch in Heimersdorf im Jahr 2000. Die Mädels hatten sich gleich gut verstanden und angefreundet. Als aus den Elternteilen ein Paar wurde, wurden aus Freundinnen Schwestern. Die jungen Damen strahlen um die Wette und sind sich einig: „Das klappt super.“

Auch wenn die Freunde der Mädels inzwischen oft dabei sind, wird kein kleiner Reisebus angeschafft. Sion: „Ich habe ein Auto mit sieben Sitzen. Das reicht.“ Für die Session erhält er einen kleineren Wagen - mit Chauffeur. Nach derzeitigem Stand stehen für die Tollitäten 482 Auftritte auf dem Plan.

17.12.2010: Kölsch zu Maultaschen? Nanu! Gaffel im Stuttgarter „Tatort“! (Express)

Bei Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt wäre das folgerichtig, hier wirkt's seltsam: Gaffel-Kölsch im Stuttgarter „Tatort“!

Tatort und Gaffel
Im Schummerlicht der Disco gut erkennbar: Die Gaffel-Werbung. Foto: SWR
9,61 Millionen Zuschauer sahen Sonntag um kurz vor halb 9 im Kult-Krimi der Deutschen, wie Kommissar Richy Müller in der "Piranha Bar" nach einer Verdächtigten suchte.

Exakt bei Minute 12:38 des Krimis dreht er sich dann um, die Kamera schwenkt - und ins Blickfeld der Millionen rückt ein leuchtend blauer Schriftzug, im Schummerlicht der Bar hervorragend zu erkennen: "Gaffel Kölsch".

Kölsch zu Maultaschen? Was macht die Gaffel-Werbung im Stuttgarter Tatort? SWR-Sprecherin Annette Gilcher sagte EXPRESS.DE: „Das ist offensichtlich ein Zufall. Diese Szene haben wir in der Discothek ,Max' in Baden-Baden gedreht. Und dort wird offensichtlich sehr gerne Kölsch getrunken...“

Das weiß jetzt ganz Krimi-Deutschland! Was den Kölschen Brauer natürlich freut. Gaffel-Sprecher Michael Busemann: „Das ist wunderbar, einfach toll! Vor allem, da Stuttgart ja nicht gerade unser Kernabsatz-Gebiet ist. Aber die Stuttgarter wissen eben auch, was gut ist...“

In Auftrag hätte Gaffel die Werbung aber nicht gegeben, betont Busemann. „Das wäre ,Product Placement', also die Werbung im Hintergrund von TV-Sendungen. Das ist zwar erlaubt, wir machen das aber nicht. Wir werben in Print-Produkten und im Internet.“

Beschwerden wegen Schleichwerbung fürchtet auch die ARD nicht. Gilcher: „Das gehört zur Lebenswirklichkeit der Menschen, die wir abbilden. Wir kleben Marken nur ab, wenn sie im Mittelpunkt der Szene stehen. Und dafür hätte sich der Kommissar schon am Kölsch festhalten müssen.“

17.12.2010: Kölschfest 2011 - Spitzenkarneval zum Nulltarif (Express)

Die Cheerleader des 1. FC Köln geben am 18. Februar 2011 den Startschuss zum dritten Kölschfest im Zelt am Südstadion.

Bruce Kapusta
Die Cheerleader des 1. FC Köln geben am18. Februar 2011 den Startschuss zum dritten Kölschfest im Zelt am Südstadion.
Wenn die Cheerleader des 1. FC Köln am 18. Februar 2011 das dritte Kölschfest eröffnen, dürfen sich die Karnevalsfreunde auf die erste „Traditions- Session“ im größten und schönsten Karnevalszelt Deutschlands freuen. Bis zum großen Finale am Rosenmontag, 7. März, wird am Südstadion wieder echt kölscher Karneval gefeiert!

Und wieder sind kölsche Stars dabei: Bruce Kapusta, der Clown mit der Trompete, die Ur-Höhner Peter Horn und FM Willizilmit ihrer Kölschfraktion, die Kolibris, die Cheerleader des FC, die Drei Colonias, Colör, die Vajabunde, Schlagerstar Olaf Henning und viele mehr. Mehr als 55000 Jecke feierten in der letzten Session am Südstadion, machten das Kölschfest zur einer der größten und erfolgreichsten Karnevals-Veranstaltungen Deutschlands. Das soll in diesem Jahr noch getoppt werden: „Wir liegen bei den Reservierungen schon hundert Prozent über dem Vorjahr,“ freuen sich die Veranstalter Albert Damaschke und „Erfinder“ Konstantin Brovot.

Der fügt an: „Das Kölschfest ist angekommen – und wird angenommen. Immer mehr Firmen entscheiden sich, mit Mitarbeitern und Kunden im Kölschfest-Zelt zu feiern. Dafür bieten wir spezielle Logen-Arrangements an.“ Neben dem 15-Musiker starken Kölschfest-Orchester werden je Abend mindestens drei Gruppen für Stimmung sorgen. Die exzellente Kölschfest-Küche bietet rheinische Spezialitäten, herrlich frisches Früh-Kölsch wird in 3-Liter oder 5-Liter-Säulen an den Tisch gebracht.

Und was gibt’s Neues? Neben mehr Stehplätzen an der Mittelbühne zum Beispiel das Prosecco-Frühstück an Weiberfastnacht (ab 9 Uhr) und die „Ähzezupp“ nach den Zügen – ein kostenloses Bonbönchen des Kölschfest- Teams und des Hauptsponsors Früh.

17.12.2010: Kölschfest-Kalender (Express)

Am 18. Februar startet es wieder, das legendäre Kölschfest 2011. Gefeiert werden kann bis Rosenmontag, 7. März, freitags und samstags ab 17 Uhr und an den Karnevalstagen nahezu rund um die Uhr! Und das natürlich bei freiem Eintritt!

Die Kölschfest-Tage:

Freitag, 18.Februar, Großes Opening! Den Startschuss 2011 geben die Cheerleader des 1. FC Köln, außerdem Bruce Kapusta, die Kolibris uvm.

Samstag, 19. Februar, „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“ – unter anderem mit den Ur-Höhnern Peter Horn und FM Willizil und ihrer „Kölschfraktion“

Freitag 24. Februar, „Komm hol das Lasso raus“ –mit Bruce Kapusta, Vajabunde, Kölschfraktion und Schlagerstar Olaf Henning

Samstag, 25. Februar, „Kölsche Mädche sin jefährlich“ – das beweisen „Colör“. Auch dabei: Olaf Henning und die „Altreucher“

Die tollen Tage:

Weiberfastnacht, 3.März, „Die jecken Wiever sin loss“ – bereits ab 9 Uhr beim großen Prosecco- Frühstück. Danach wird gefeiert bis in die Nacht.



Freitag, 4.März, „Von wegen Karnevalspause“ – es geht mit Volldampfweiter. Dabei: Bruce Kapusta, Olaf Henning, und die Drei Colonias

Samstag, 5.März, „Jetzt geht die Party richtig los“ – mit Colör, Olaf Henning, Bruce Kapusta, den Vajabunde

Sonntag, 6.März, Gleich nach den Schull- und Veedelszöch die Starparade auf der Bühne mit Bruce Kapusta, Olaf Henning, Colör, den Vajabunde und der Kölschfraktion

Ein Pils sollte auf sechs Grad gekühlt sein und bei sieben, acht Grad getrunken werden.

Rosenmontag, 7.März, Der Tag der Tage! Los geht's um 8 Uhr mit einem Rosenmontags-Frühstück für Aktive (Zuschauer, Gruppen, Vereine, Gesellschaften). Danach geht's zum Zochweg. Im Kölschfest-Zelt steigt hinterher dann die große Rosenmontags- Party mit den Vajabunde, Olaf Henning und vielen mehr. Für 20 Euro erhält jeder Gast neben der Platzreservierung einen Liter Früh-Kölsch (oder Soft-Drinks) und einen Kölschfest-Teller (z.B. Schinkenkrustenbraten mit Beilagen). Nur Weiberfastnacht und Karnevalssamstag fallen fünf Euro Reservierungsgebühr für eine feste Platzreservierung an. Telefon-Hotline: 0221 /9353 0 755

14.10.2010: So trinkt man richtig Bier (Koelnische Rundschau)

Flasche oder Glas? Zu welchen Speisen? Bier auf Wein - das lass' sein? Wir beantworten ihnen alle Fragen rund ums Bier.

Wenn man aus der Flasche trinkt, ist der Druck auf die Zunge so groß, dass man den Geschmack gar nicht wahrnimmt. Man schluckt das Bier dann viel zu schnell herunter. Die Gläser sind für den optimalen Trinkgenuss entscheidend. Sie beeinflussen, wie das Getränk in den Mund eintritt, wie die Rezeptoren benetzt und welche Informationen an das Gehirn weitergegeben werden. Bei Kölsch ist es wichtig, dass es spitz auf der Zunge ankommt, weil es nicht so wuchtig ist. Daher trinkt man es aus schlanken Gläsern. Bei einem Bier mit viel Alkohol braucht man ein breites Glas, um sowohl die ganze Zunge zu benetzen als auch die Ränder des Mundraums.

Zu welchen Speisen?

Pils eignet sich hervorragend als Aperitif, also vorweg. Man kann es auch gut mischen, beispielsweise mit Aperol, Campari oder Orangenlikör. Auch die Biere mit weniger Geschmack sind eine gute Begleitung zum Essen. Zum Spargel passt Weißbier. Gebackener Fisch, dazu ein Kristallweizen - das ist eine feine Kombination. Dunkle Biere passen zu Geflügel. Die schweren, intensiven Biere gehen mit Käse eine Paarung ein, die sich mit der Kombination von Wein und Käse messen kann. Kölsch geht ebenfalls vorweg. Es passt zu Käse, zu kalten Gerichten, zu würzigem und saurem Essen.

Mixgetränke

Bier kann mit anderen Getränken mischen, das widerspricht nicht dem guten Geschmack. Schiffner hat bereits vor 25 Jahren Bier mit allem Möglichen gemischt: mit Spirituosen, Joghurt, Buttermilch. Alkoholfreie Biere lassen sich gut mit Sirupsorten mixen.

Alkoholfreies Bier

Alkoholfreie Biere können viel Spaß machen. Leider gibt es dabei kaum geschmackliche Unterschiede.

Wie zapfe ich richtig?

Die Schankanlage muss optimal eingestellt sein. Das Bier sollte fein herunterrinnen, wenn der Zapfhahn geöffnet ist. Man macht das Glas einmal voll. Der Schaum kann ruhig noch ein Drittel ausmachen. Das Bier braucht ein paar Minuten, der Schaum muss sich setzen. Dann füllt man auf und setzt zum Schluss die Schaumkrone auf das Bier.

Einschütten aus der Flasche

Aus der Flasche ins Glas, das machen die meisten Biertrinker falsch. Sie halten beides sehr schräg und lassen das Bier ins Glas laufen. Sie füllen es einfach um. Das Glas sollte man aber nur leicht schräg halten und das Bier mit Schwung über den Rand hineingeben. Wie beim Fasszapfen macht man das Glas einmal voll, wartet und setzt dann die Krone drauf. Der Kater danach

Die Kopfschmerzen kommen nicht vom Bier. Das kann höchstens bei starken Bieren passieren, wenn man zu viel trinkt. Meistens kommt der Kater vom Lärm in der Kneipe, vom Zigarettenrauch oder von unsachgemäßer Verwendung. Man darf das Bier zum Beispiel nicht zu kalt trinken.

Wie kalt sollte Bier sein?

Ein Pils sollte auf sechs Grad gekühlt sein und bei sieben, acht Grad getrunken werden.

Bier auf Wein - das lass' sein?

Ein Sprichwort, das Schiffner nicht gutheißen kann. Bier hat eine reinigende Wirkung auf die Geschmacksrezeptoren. Ebenso bieten die Bitterstoffe eine neutralisierende Gefühlssituation. Der Sommelier trinkt beispielsweise bei einer Weinverkostung in den Pausen gerne ein zartherbes Bier, um die Wahrnehmungskraft in Schwung zu halten. Man kann sowohl Bier auf Wein folgen lassen als auch umgekehrt Wein auf Bier. (buc)

14.10.2010: Brauhäuser: Päffgen lässt Früh und Gaffel hinter sich (Express)

Gehen wir in die Kneipe oder in die Disko? Am Ende entscheidet sich der Kölner am liebsten für das Brauhaus. Hier fühlt man sich wohl, hier ist man zu Hause. Hier ändert sich wenig. Es ist ein bisschen Wohnzimmer. Hier sitzt man mit guten Freunden und trinkt ein Kölsch. Oder zwei.

Von den Kölner Brauhäusern haben die EXPRESS-Leser das Päffgen in der Friesenstraße klar auf den ersten Platz gewählt (siehe Tabelle).

Foto: Zik
Foto: Zik
Mit deutlichem Abstand folgen das Früh am Dom und die Malzmühle. Die Frage nach dem urigsten Brauhaus hat viele interessiert: Insgesamt 11 151 Leser haben sich beteiligt.

Interessant: Bei den Frauen hat sich die Mehrheit (25%) für das Früh entschieden, es folgen das Päffgen Friesenstraße (20,5%) und die Malzmühle (17,5%).

Auch in der Altergruppe bis 29 Jahre liegt das Früh am Dom vorn(30,9%), vor dem Päffgen (20,2%) und dem Gaffel am Dom (14,1%).

In der Luft liegt ein aufregendes Gemisch aus Hausmannsküche und Hopfen. Das Parkett im großen Saal ächzt bei jedem Schritt.

Vorne am Fenster haben es sich zwei Anzugträger gemütlich gemacht und genießen ihr Feierabendbier. Ein ganz normales kölsches Brauhaus, möchte man denken. Stimmt nicht.

Mitarbeiterin Eva Schmeisser setzt sich auf dem „Beichtstuhl“ direkt am Eingang und nimmt den Telefonhörer in die Hand. „Brauhaus Päffgen, was kann ich für Sie tun?“

Freundlich wird die Reservierung aufgenommen, ehe der Hörer auf die Gabel gelegt wird. Die Gabel? Leben die hier immer noch nicht schnurlos?

„Das Telefon ist bestimmt schon 60 Jahre alt. Aber es funktioniert. So sind wir eben“, sagt die Assistentin von Inhaber Rudolf Päffgen. Wenn der Chef in Urlaub ist, kümmert sie sich hier um alles.

„Dass wir beim EXPRESS gewonnen haben, ist fantastisch. Vielleicht schätzen die Leute unsere Bodenständigkeit.“ Ihr „Beichtstuhl“ gehört zum festen Inventar, denn an Eva Schmeisser kommt keiner vorbei, ehe der Deckel bezahlt wurde.

Zwar steht das Päffgen in ständiger Konkurrenz zu anderen Brauhäusern, aber hier in der Friesenstraße hat man sich den Charme von einst erhalten.

„Wir verzichten auf den ganzen Schnickschnack, haben keine Cola auf der Karte. Kölsch, Wasser, Apfelsaft - fertig.“

An den Wänden hängen alte große Bilder mit Köln-Bezug, die Holztische haben mal bessere Zeiten erlebt. „Bei uns findet man auch keine rot-weiße Deko. Wir haben Kölsch und das ist Dekoration genug.“

Das Einfache als Betriebsgeheimnis. Schmeisser: „Auch wenn wir einen Artikel des Grundgesetzes außer Kraft setzen: Bei uns bliev et so, wie et wor.“

Dazu gehört, dass man auf das Bier schon mal warten muss. Schließlich zapft der Köbes selbst. Betriebs-Motto: Schlagfertig, flott und immer bemüht.

Und weil das Päffgen trotz der Konkurrenz erfolgreich arbeitet, wird sich hier so schnell auch nichts ändern.

„Warum? Hier kommen ja nicht nur Ältere vorbei, sondern auch Familien. Hier trifft sich eben jeder.“

Aber nicht an der Theke: „Wir haben keine Theke. So etwas gibt es in traditionellen Brauhäusern gar nicht.“

Von BASTIAN EBEL

14.10.2010: Bier-Bike-Verbot - Verwaltungsgericht soll entscheiden (Bild.de)

Die Bier-Bikes rollen vorerst fröhlich weiter. Das Ordnungsamt wartet ein Verfahren der Stadt Düsseldorf vor dem Verwaltungsgericht ab, bevor es selbst gegen die radelnden Biertresen aktiv wird. Amtschef Robert Kilp: „Wir sind da aber in ganz enger Abstimmung mit Düsseldorf.“

Die Bier-Bikes rollen vorerst fröhlich weiter.
Die Bier-Bikes rollen vorerst fröhlich weiter.
Düsseldorfs OB Elbers ist die Bier-Bikes leid, will sie verbieten. Ärger machen die Sauf- räder auch in Köln. SPD-Fraktions-Chef Martin Börschel: „Sie stören, gehen vielen gehörig auf die Nerven. Trotzdem ist ein Verbot immer das letzte Mittel.“

Offen für Bierbikes ist die FDP-Jugend-Referentin Sylvia Laufenberg: „Die Gegner müssen einfach etwas liberaler werden.“ (fe)

18.01.2010: Preisschlacht ums Kölsch (Express)

Die Gastronomen klagen, die Brauereien schäumen – aber uns, die Verbraucher, freut's: Kölsch ist billig wie nie!

Ein ganzer Kasten - also zehn Liter – war am Montag für schlappe 7,80 Euro im Angebot. Das macht für die 0,2 l-Stange daheim einen Preis von 15 Cent! Unschlagbar – oder gehts noch billiger?

Foto: Wand Michael
Foto: Wand Michael
„Hoffentlich nicht!“, wehrt Heinrich Becker vom Kölner Brauerei-Verband ab. „Kölsch ist eine Spezialität, die nicht verrammscht werden darf! Jeder Kasten, der weniger als zehn Euro kostet, ist reines Dumping. Oft sind das Lockvogelangebote, um die Kunden in den Super- oder Getränkemarkt zu holen. Aber das tut unserem Kölsch nicht gut. “

Image hin oder her – für viele zählt nur das Geld. Auch bei einer Kiste Pils zum Aktionspreis von 3,77 Euro, also schon weitaus billiger als Marken-Mineralwasser, griffen die „Netto“-Kunden herzhaft zu.

EXPRESS schaute sich am Montag in Kölner Supermärkten um und verglich die Preise. Und entdeckte ein absolutes Novum: Aldi bietet Küppers Kölsch in Plastikflaschen an. Das passt ja zum neuen Glasflaschenverbot an Karneval. Wem's schmeckt: Prost!

Von PHILIPP J. MECKERT

05.11.2012: Dunkle Alternative zum Kölsch (ksta.de)

15.10.12

Ein dunkles Bier im Gaffel am Dom? Keine Angst, hier handelt es sich nicht um Altbier, sondern eine neue Kreation der Kölner Brauerei: Das Mondhopfen-Bier wird nur saisonal produziert.


Von Martin Boldt


Köln


Das wird doch nicht etwa ein Altbier sein? In einem Kölner Brauhaus? Wer das neue Bier, das bernsteinfarbene Mondhopfen der Gaffel-Brauerei, zum ersten Mal vor sich sieht, ist leicht irritiert. Ein kräftiger Schluck vom dunklen Bräu, das in einem weiten 0,4- Liter-Glas serviert wird, hinterlässt nach dem ersten Schock einen guten Eindruck: Es schmeckt überraschend süffig, hat kaum bittere Nuancen, dafür aber eine leichte Brombeernote. Auch nach mehreren Gläsern bleibe es leicht bekömmlich, versichert Gaffel-Chefbrauer Rainer Radke. „Das liegt am Galaxy-Hopfen mit seiner angenehmen Würze.“ Angebaut wird der Rohstoff, der dieser Bierkreation seine Seele verleiht, im australischen Tasmanien.


Erntezeit bei Vollmond


Die richtige Mixtur für das neue Getränk, das mit 4,2 Prozent Alkohol etwas leichter als ein klassisches Kölsch ausfällt, sei gar nicht so einfach gewesen: „15 Versuche waren schon nötig, um zur richtigen aromatischen Komposition zu gelangen.“ Den poetischen Namen verdankt das Mondhopfen übrigens keinem Werbetexter, sondern der traditionellen Erntezeit seiner Hauptzutat: Die Ernte beginnt alljährlich mit der ersten Vollmondnacht im März. In Australien ist dann Herbst.

Den Grund für das Experiment erläutert Gaffel-Marketingleiter Thomas Deloy: „Der Biermarkt ist seit Jahren rückläufig. Eine Gegenmaßnahme ist, sich breit aufzustellen.“ Das Mondhopfen-Bier solle „als klare Alternative zum Kölsch“ positioniert werden. „Solange ein Produkt zu unserem Haus passt und keine Panscherei ist, ist dies ein Schritt, den wir glaubwürdig verkaufen können.“ Und der erste Eindruck bei den Kunden? „Niemand kommt bislang zu uns nur wegen des Mondhopfens“, räumt Deloy ein, „aber viele probieren ein Glas zwischendurch.“


Noch nicht in Flaschen


Wer das neue Bier testen möchte, sollte nicht zu lange damit warten. Lediglich 300 Hektoliter wurden gebraut, und der Ausschank findet ausschließlich im Gaffel am Dom statt. Eine Flaschenproduktion ist vorerst noch nicht geplant. „Wir müssen bei dem Thema des saisonalen Biers erst einmal ein Gespür dafür entwickeln, wie es von den Kunden angenommen wird“, sagt Deloy. Ausgeschlossen sei eine offizielle Markteinführung allerdings nicht.


Quelle: www.ksta.de

05.11.2012: JUBI(ER)LÄUM! - So wurde vor 170 Jahren das erste Pils der Welt erfunden (BILD.DE)

05.10.2012 — 13:48 Uhr

ERST GAB ES EINEN AUFSTAND, DANN DIE BIER-REVOLUTION


Als Josef Groll am 5. Oktober 1842, also vor 170 Jahren, zum ersten Mal die Sudpfanne im böhmischen Pilsen anschmeißt, revolutioniert er auf einen Schlag die Bierkultur. Im Alter von 31 Jahren erfindet der niederbayerische Braumeister das erste Pils der Welt! Die kuriose Geschichte dahinter: Es ist das Jahr 1838. In der westböhmischen Metropole Pilsen gibt es ein Brauhaus und durstige Bürger. Das Problem: die ortsansässigen Brauer produzieren nur obergäriges Bier, welches den Bürgern nicht schmeckt.


Es kommt zu einem regelrechten Bier-Aufstand. Wohl wütend, um ihr schmackhaftes Feierabend-Bier gebracht zu werden, stürmen die Böhmer die Braustätten, klauen das Bier und kippen die Plörre auf den Marktplatz oder in den Fluss. Dem Pilsner Magistrat bleibt nichts anderes übrig, als die Bürger zu beruhigen, indem er ihnen ein neues Brauhaus baut und verspricht, die Sudpfannen von nun an einem Experten zu überlassen. Der Niederbayer Josef Groll soll es richten und wird 1842 aus dem heimischen Betrieb in Vilshofen abgeworben. Dort hatte der junge Groll schon öfter mit Sudpfannen experimentiert und probiert, mit Zutaten und Zubereitungsart zu spielen. In Bayern war der untergärige Brauprozess zwar schon bekannt, doch was Josef Groll im Oktober 1842 machte, war gänzlich neu. Statt des üblichen dunklen Malzes nahm Groll nur leicht geröstetes und sehr helles Malz. Außerdem profitierte er vom weichen und salzarmen böhmischen Wasser. Seine Geheimzutat: der lokale Saazer Hopfer.


Das Ergebnis muss die Böhmer Wutbürger mehr als zufriedengestellt haben: Statt des schalen, trüben und vermutlich viel zu süßen Bieres aus vergangenen Zeiten kredenzte Groll ihnen ein ungetrübtes und gold-gelbes Bier mit Schaumkrone und fein-herber Geschmacksnote.

Das auf den Namen Pilsener Urquell getaufte Brau-Wunder verweilte nicht lange in den böhmischen Gebieten. Schnell sprach sich die Zubereitungsart und der besondere Genuss herum und eroberte ab 1863 Deutschland, Großbritannien und Nordamerika. Die Marke Pilsener Urquell hat sich bis heute gehalten, seit 1999 gehört die Brauerei zum südafrikanischen Bier-Multi SAB Miller. Produziert wird aber nach wie vor im heute tschechischen Pilsen, wo rund 2500 Mitarbeiter jährlich etwa zehn Millionen Hektoliter brauen.


Quelle: www.bild.de

22.10.2012: Interview: „Deutschland fehlen authentische Biere“ (ksta.de)

Von Rainer Nolte, 28.06.2012

Wie kommen Sie dazu, von einer neuen Bierkultur zu sprechen?

FRITZ WÜLFING In den USA hat Craft-Bier eine große Vielfalt an Bieren hervorgebracht - weg vom neutralen Biergeschmack. Dort hatte sich nach der Prohibition ein Markt mit ausschließlich neutralen, geschmacksarmen Bieren entwickelt. Seit den frühen 80ern ändert sich das, und es gibt heute nirgendwo auf der Welt eine so vielfältige Bierkultur wie in den USA.

Was ist eigentlich Craft-Bier?

WÜLFING Der Name hat einen amerikanischen Ursprung. Kleine Brauereien wollten sich von den großen Industrie-Brauereien abgrenzen, eine neue Bierkultur schaffen. Craft heißt übersetzt Handwerk und hat nichts mit der deutschen "Kraft" zu tun. Es hat auch nicht zwingend einen höheren Alkoholgehalt. Für Craft-Bier dürfen nur natürliche Zutaten und kein Chemie verwendet werden. Auch dürfen keine Dinge benutzt werden, die den Geschmack vermindern. Wer Craft-Bier produziert, darf maximal drei Millionen Hektoliter im Jahr brauen. Der zweitgrößte Hersteller "Sierra Nevada" kommt beispielsweise auf 600 000 Hektoliter, das ist kleiner als die Reissdorf-Kölsch-Brauerei.

Und der US-Markt nimmt das Angebot an?

WÜLFING Der Marktanteil wächst in den vergangenen Jahren ganz rasant. Derzeit sind es fünf Prozent des Brauvolumens. Der Umsatzanteil liegt schon bei sieben Prozent, weil die Craft-Biere hochpreisiger verkauft werden. In den USA gibt es mittlerweile mehr als 2000 Braustellen, die Sorten im fünfstelligen Bereich produzieren. Genau kann man die Zahl nicht sagen, weil es sich täglich ändert - das ist das Schöne daran und zeigt die Vielfalt. Es gibt keine Konstanz, sondern immer neue Ideen. Es wird nie langweilig.

Wenn nur Naturprodukte verwendet werden, sind die Biere dann quasi nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut?

WÜLFING Nein, nicht explizit. Die meisten sind wohl nach dem Reinheitsgebot, bei dem nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe benutzt werden darf, gebraut, aber es ist nicht nötig, um ein gutes Bier zu machen. In Amerika werden alle Biersorten gebraut, die international vorkommen. Dort ist man nicht an eine Bierkultur gebunden, die Bevölkerung und damit die Bierstile sind deswegen so vielschichtig. Zum Beispiel werden alte deutsche Biersorten wiederaufgelegt, wie das "Gose". Aber es werden auch ganz neue Stile gegründet. Mittlerweile gibt es rund 100 Sorten wie Kölsch, Pils, Alt - nicht Marken.

Kann man in Europa den Craft-Trend auch ausmachen?

WÜLFING Ja. Je weniger in einem Land die eigene Bierkultur ausgeprägt ist, desto mehr schlägt das Craft-Bier ein. Am intensivsten ist es derzeit in Italien. Auch in den Niederlanden ist es zu spüren. In den Ländern werden Craft-Biere überdurchschnittlich viel importiert, aber auch gebraut. Wo jedoch die stärkste Bierkultur herrscht, ist die Verbreitung am schlechtesten: Deutschland und Belgien.

Ist in Deutschland denn zumindest ein kleiner Funke zu erkennen?

WÜLFING Ja, es sickert allmählich durch. Die deutschen Brauer haben es erkannt, aber meiner Meinung nach noch nicht richtig verstanden. Es fehlt noch eine gewisse Authentizität. In anderen Ländern sind es kleine Heimbrauer, die das Bier herausbringen und das Handwerk authentisch leben. Hier bei uns ist es groß angelegt, gesteuert mit Marketing, es wird ein schickes Outfit gemacht, das Produkt ist extrem hochpreisig. Das Unwesentliche ist hierbei leider das Bier. Es ist zwar schon wesentlich besser und interessanter, aber ganz authentisch ist es nicht. Es läuft dann nicht unter "handwerklich", sondern unter "luxuriös". Der größte Braukonzern, die Radeberger-Gruppe, hat mit "Braufaktum" (Anm. d. Red.: siehe S. 8) etwas aus der Taufe gehoben, das sich an Craft-Bier anlehnt. Da steckt zwar eine große Kampagne hinter, die das Bier in gehobenen Supermärkten anbietet, aber das könnte ein Wegbereiter für die Craft-Bier-Welle in Deutschland sein.

Kann man in Deutschland auch authentische Biere kaufen, beispielsweise von einer amerikanischen Brauerei?

WÜLFING Ja. Es wird importiert. Die besten Chancen hat man, über das Internet Craft-Bier zu bestellen, zum Beispiel beim Onlinehandel "Bierkompass". Im normalen Getränkeladen ist es aber schwierig, da muss man schon suchen.

In den USA werden Crafts auch in Dosen vertrieben. Passt das zusammen?

WÜLFING Ja. Rund 130 Brauereien füllen ihr Produkt in Dosen. Der Anteil ist zwar gering, aber wächst erstaunlich schnell. Die Hersteller merken, dass das Bier qualitativ besser in der Dose aufgehoben ist. Es ist luft- und lichtdicht verpackt und sehr praktisch für den Transport und die Kühlung. Der Geschmack wird auch nicht beeinflusst. Die ökologischen und ethischen Vorbehalte sind in den USA nicht so stark ausgeprägt wie bei uns. Das ist aber eine politische Sache. Aus der Sicht des Bier-Sommeliers muss ich sagen: Die Dose ist technisch gesehen eine gute Verpackung für Bier. Aus vielerlei Hinsicht besser als die Flasche. Aus ethischer Sicht ist die Flasche natürlich schöner bei einer Verkostung zum Essen.

Craft-Brauereien sind ja schon klein, aber es geht noch kleiner: Nano-Brauereien.

WÜLFING Ja, das ist eine neue Bewegung innerhalb des Craft-Biers. Jeder Craft-Brauer war auch mal ein Nano-Brauer. Das sind Heimbrauer, die auf ihren kleinsten Anlagen kommerziell Bier herstellen. In Deutschland ist das jedoch schwierig, weil je nach Region die Auflagen für eine Zulassung einer Hausbrauerei sehr hoch sind. Das Gypsy-Brauen ist daher eine Lösung: Man hat keine eigene Brauerei, sondern mietet sich woanders ein, wo Kapazitäten frei sind, und braut dort sein Bier nach eigenem Rezept. So mache ich das auch mit meinem Bier, dem "Fritzale", das ich im Siegburger Brauhaus und in der "Braustelle" in Köln-Ehrenfeld fertige. In letzterer um Braumeister Peter Esser ist derzeit in Deutschland der Nabel für die neue Bierkultur. In der "Braustelle" bricht man schon seit Jahren mit Konventionen, denn es gibt dort ein "Ehrenfelder Alt".

Was könnte man am Kölsch-Geschmack verändern?

WÜLFING Beim Kölsch können Brauer nicht so sehr mit den Malzen spielen, weil es ja hell sein muss. Man kann dafür aber viel mit Hopfen-Aromen machen. Zum Beispiel ist dann ein leichter Zitrusgeschmack vorhanden oder es schmeckt nach Pinienaromen oder schwarzer Johannisbeere.

Wird sich in Deutschland die neutrale Bierkultur gegenüber den Innovationen weiterhin behaupten?

WÜLFING Nein. Weil die deutschen Brauer sehr konservativ sind, wird es wohl etwas länger dauern. Die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird sich einiges getan haben. Ein wichtiger Punkt ist, dass 2016 das Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird. Dieses Jubiläum wird wahrscheinlich von der Vermarktung noch einmal richtig ausgeschlachtet, und Veränderungen werden eher zurückgehalten. Aber danach wird es rasant losgehen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE RAINER NOLTE

Quelle: www.ksta.de

22.10.2012: Kölner Brauerei-Verband (express.de)

18.05.2012 - 08:07 Uhr

Verjüngungskur: Machtwechsel beim Vorstand

Beim Kölner Brauerei-Verband kündigt sich ein Machtwechsel an: In einem Brief an den Vorsitzenden Heinrich Becker schlug Erzquell-Brauerei-Chef Axel Haas vor, dass der bisherige Vorstand im kommenden Jahr nicht mehr antreten solle.

„Wir sollten der jungen Generation Platz machen“, so Haas. Zudem seien die Kölsch-Brauer durch die Ermittlungen vom Bundeskartellamt wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen ins Gerede gekommen. Heinrich Becker: „Ich stimme der Verjüngungskur zu.“ Kandidaten für den neuen Vorstandsposten sind Heinrich Becker junior oder Melanie Schnell von der Malzmühle.

Quelle: www.express.de

23.04.2012: Zum Weltwassertag - Dat Wasser vun Kölle is Kölsch (express.de)

21.03.2012 - 21:30 Uhr


Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.

Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.

Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!


Quelle: www.express.de

22.03.2012: Wer braut wo und wieviel in Westfalen: Der große Bier-Atlas (bild.de)

19.03.12 00:08h


NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).

BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.

Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.

Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).

Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?

Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”

Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”

Also, eine bierselige Zukunft?

„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”

Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)

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Quelle: www.bild.de

22.03.2012: Bierseminare in Rhein-Sieg - Heute mal Kakaobier statt Kölsch (rundschau-online.de)

09.03.12 12:18h


Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.

Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.

Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.

Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".

Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.

Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...

Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.

Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).

Quelle: www.rundschau-online.de

22.03.2012: Kölschfest - Kölsch ohne Ende (rundschau-online.de)

03.02.12 17:44h


Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.

Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.

Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.

Quelle: www.rundschau-online.de

01.03.2012: Neues Leben im alten Bahnhof (ksta.de)

05.02.12 15:49h

Von Christel Thiemann


Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.

Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“

Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“

Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.

Quelle: www.ksta.de

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut (rundschau-online.de)

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus (ksta.de)

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de