News-Archiv 2007

2007

31.08.2007: Gaffel Brüder streiten vor Gericht (Kölner Stadt-Anzeiger)

Im Zwist um die Geschäftsführung setzt sich Heinrich gegen Johannes durch

Liegen im Clinch: Heinrich (oben) und Johannes Becker.
Liegen im Clinch: Heinrich (oben) und Johannes Becker.

Im Streit um die Vorherrschaft in der Gaffel-Brauerei hat das Oberlandesgericht ein Machtwort gesprochen: Gestern verkündete der 18. Zivilsenat, dass Johannes Becker, der wie sein Bruder Heinrich 38 Prozent am Unternehmen hält, nicht mehr „als Geschäftsführer auftreten oder handeln“ darf (Az. 18 U 53 / 07). Damit hat das OLG Heinrich Becker doch noch Recht gegeben. Der ist gleichfalls Geschäftsführer der „Gaffel Brauerei Becker & Co. oHG“ und hatte zusammen mit seinem Sohn Heinrich Philipp und seinem Neffen Philipp, denen auch Anteile an der Firma gehören, den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen seinen Bruder beantragt. Die hatte das Landgericht im März dieses Jahres abgelehnt.

Die Gaffel-Brauerei wirbt damit, sie sei mit 26 Prozent Marktanteil „der eindeutige Gastronomie-Marktführer“ im Regierungsbezirk Köln. Mit einem Absatz von 500 000 Hektolitern pro Jahr gehöre Gaffel „zu den sechs größten Fassbier-Marken in der Bundesrepublik“. Zwischen Heinrich (61) und Johannes (57), die die Privatbrauerei in vierter Generation führen, bestehen seit längerem Spannungen, die die Geschäftsführung betreffen. Der Streit eskalierte in der Gesellschafterversammlung vom 6. Dezember 2006. Dort ging es um die Frage, wie man sich weiter an einer Getränkevertriebsfirma beteiligen sollte, an der die Gaffel-Brauerei bereits einen Anteil von 25,1 Prozent hielt. Während Johannes Becker die Erhöhung des Anteils auf 50 Prozent anstrebte, sprach sie Heinrich für eine komplette Übernahme in Kooperation mit einer anderen Brauerei aus und setzte sich damit durch.

Nachdem Johannes Becker Widerstand angekündigt hatte, beriefen Heinrich, sein Sohn und sein Neffe ihn auf der nächsten Gesellschafterversammlung als Geschäftsführer ab - zunächst mit einfachem Mehrheitsbeschluss, in einer weiteren Abstimmung auch „aus wichtigem Grund“. Dabei hielten sie ihrem Kontrahenten Untreuehandlungen vor; so habe er über die Firma private Reise-, Bewirtungs- und Tankkosten abgerechnet. Ähnliche Vorwürfe erhob Johannes Becker gegen seinen Bruder und nahm dies zum Anlass, nun dessen Abberufung als Gesellschafter zu fordern. Diesen Antrag lehnten die anderen ab. Das wollte Johannes Becker nicht gelten lassen und beantragte seinerseits eine einstweilige Verfügung. In diesem zweiten Verfahren (Az. 18 U 57 / 07) verkündete das OLG gestern eben falls eine Entscheidung: Es bestätigte das Urteil des Landgerichts und wies die Berufung von Johannes Becker zurück.

Der Beschluss, den 57-Jährigen als Geschäftsführer allein durch ein fachen Mehrheitsbeschluss abzuberufen, entspreche den Bestimmungen des Gesellschaftervertrags, begründete das OLG seine Entscheidung im ersten Verfahren. Es habe ein „hinreichend sachlicher Grund“ für seine Absetzung vorgelegen, denn es genüge, „dass der Geschäftsführer in einer wesentlichen Entscheidung eine völlig andere Position als die Gesellschaftermehrheit vertritt, weil dadurch das Vertrauen in ihn verloren gehen“ könne. Als eine solche Entscheidung sei diejenige über die Aufstockung der Anteile an der Getränkevertriebsfirma anzusehen. Auf die Untreuevorwürfe gegen Johannes Becker komme es letztlich nicht an.

Umgekehrt hat Heinrich Becker nach Ansicht des Gerichts in der von seinem Bruder beantragten Abstimmung nicht abberufen werden können, weil ein „wichtiger Grund nicht vorgelegen“ habe oder „glaubhaft gemacht“ worden sei. Bei vielen Vorwürfen der Untreue konnte der Zivilsenat nicht feststellen, ob es sich tatsächlich um Privatausgaben handelte oder ob sie betrieblich veranlasst waren. Er geht allerdings davon aus, dass zumindest ein Teil der Vorwürfe gegen Heinrich Becker zutrifft, „weil er Tankrechnungen seiner Angehörigen als Betriebsausgaben der Brauerei abgerechnet“ habe. Das rechtfertige allerdings keine „Abberufung aus wichtigem Grund“ allein auf Antrag von Johannes Becker, weil dieser sich nach Überzeugung des Senats „in der Vergangenheit ähnlich verhalten hat, indem er Spesenrechnungen aus Kölner Lokalen abrechnete, obwohl er zeitgleich auf Kosten der Brauerei Bewirtungen in den USA vorgenommen“ habe.

17.08.2007: „Marienbild" bald wieder ein Brauhaus (Kölner Stadt-Anzeiger)

Seit Anfang dieser Woche ist die Brasserie Marienbild" an der Aachener Straße in Braunsfeld geschlossen. Der bisherige Pächter Alain Aissa sah sich aus wirtschaftlichen Gründen zu diesem Schritt gezwungen. Heinrich Becker, Inhaber der Gaststätte und Chef der Gaffel-Brauerei, bedauert die Entwicklung, versichert jedoch, er und Aissa hätten sich in bestem Einvernehmen getrennt.

Jetzt sucht Becker einen Pächter, der das Traditionslokal mit neuem Konzept weiterführt. Der Schwerpunkt soll nicht mehr auf mediterraner Küche und Weinausschank liegen. „Wir wollen uns neu orientieren und wieder Brauhaus-Kultur nach Braunsfeld holen", sagt Becker. Mit einem eher rustikalen Ambiente lasse sich auch jüngeres Publikum ansprechen. Becker verhandelt derzeit mit drei Interessenten, er hofft, das „Marienbild" Mitte September wieder eröffnen zu können.

Die früheste Erwähnung des denkmalgeschützten Hauses datiert aus dem Jahr 1721. Damals diente es als Postkutschen-Haltestelle, in der die Reit- und Fahrpost Richtung Aachen abgefertigt wurde. Von 1880 bis 1882 beherbergte es die Dorfschule von Braunsfeld.

17.08.2007: Preis für Kölsch wird noch mal steigen (Kölner Stadt-Anzeiger)

Nach einer Preiserhöhung Ende 2006/Anfang 2007 wegen gestiegener Energie- und Personalkosten müssen sich die Bierkonsumenten erneut auf eine Preisrunde einstellen. Nach dem Deutschen Brauer-Bund und dem Großbrauer Carlsberg meldete sich zu diesem Thema jetzt auch der Vorsitzende des Kölner Brauerei-Verbands und Gaffel-Mitinhaber, Heinrich Becker, zu Wort. Wegen drastisch* steigender Rohstoffe werde es eine neue Preis-runde geben, kündigte er an. Der Preis für Gerstenmalz habe sich nahezu verdoppelt, weil die Anbauflächen reduziert worden seien und Gerste außerdem verstärkt zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt werde. Wirksam werde die Verteuerung allerdings erst 2008, weil es für das laufende Jahr noch Lieferverträge zu den alten Bedingungen gebe. Auch der Preis für (leere) Bierflaschen sei um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Becker rechnet damit, dass sich der Herstellungspreis pro Glas Bier um ein bis zwei Cent verteuern wird. Ein Wirt werde den Preis dann wohl um fünf Cent anheben.

17.08.2007: Ein Billigbier macht Ärger (Kölnische Rundschau )

Traugott-Simon-Kölsch muss unrichtiges Etikett überkleben

Es ist wirklich Billigbier: Exakt 7,99 Euro einschließlich Mehrwertsteuer kostet der Kasten „Traugott-Simon-Kölsch“. Das sorgte für Aufruhr unter Kölns etablierten Kölsch-Brauern, und zwar wagen des aggressiven Preises, vor allem aber wegen der Behauptung auf dem Rückenetikett „Die kleine Privatbrauerei Traugott Simon stellt dieses Kölsch traditionell in offener Gärung her“. Das aber ist nicht richtig.

Das neue Kölsch wird lediglich für die gleichnamige Brau- und Vertriebsgesellschaft hergestellt. Wer der eigentliche Brauer ist, konnte der Eingeweihte jedoch ahnen, wenn er die Adresse las: Kalker Hauptstraße 260. Und das ist die Adresse der alteingesessenen Sünner-Brauerei, die das neue Kölsch im Lohnbrauverfahren herstellt.

Somit entsprach der Brauort auch der Kölsch-Konvention, die die geographische Herkunft exakt beschreibt, und das Bier darf sich demnach auch wirklich Kölsch nennen. Das Frontetikett bleibt denn auch unverändert, sagte Sünner-Marketingchef Eberhard Fischer gegenüber der Rundschau, auch wenn eine andere Brauerei eine gewisse gestalterische Ähnlichkeit mit ihrem eigenen Logo festgestellt haben will.

Der irreführende Hinweis auf dem Rückenetikett hingegen wurde vom Kölner Brauerei-Verband erfolgreich reklamiert und muss von Sünner seit vorgestern überklebt werden. Bei der Produktion ab nächster Woche werden die veränderten Rückenetiketten aufgeklebt, versichert Eberhard Fischer.

Kurios ist allerdings, dass man das Traugott-Simon-Kölsch in Köln überhaupt (noch) nicht kaufen kann, sondern nur im Kölner Umland. Es ist die neue Kölsch-Marke der großen Getränkemarktkette „Trinkgut“ aus Krefeld, und die ist in Köln bislang nicht vertreten. Sie gehört Alexandra und Torsten Toeller, die auch die Kette „Fressnapf“ betreiben.

17.08.2007: Auch 2007 fließt weniger Dom-Kölsch (Kölnische Rundschau)

Brauerei rechnet mit Absatzminus – Aktionäre kritisieren Umwandlung in KGaA

Die Kölner Dom Brauerei rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Absatzrückgang. Geplant sei der Verkauf von 144 000 Hektolitern Bier, sagte Dom-Chef Achim Zweifel gestern auf der Hauptversammlung in Köln. Nach den Plänen sinkt der Umsatz trotz einer Preiserhöhung Anfang des Jahres auf 13,5 Millionen Euro. Operativ solle aber mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden, so Zweifel.

Im vergangenen Jahr waren bei einem Umsatz von 14,5 Millionen Euro noch 150 000 Hektoliter Bier verkauft worden, ein Minus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2006 nannte Zweifel schon „ein weiteres schwieriges Geschäftsjahr“. Wegen der angespannten Liquiditätslage habe Dom nur wenig in die Werbung und neue Objekte investieren können. Als bereinigtes Ergebnis fuhr das Unternehmen so einen Verlust von 2,5 Millionen Euro ein. Weil der Großaktionär, die Vertriebsgesellschaft deutscher Brauereien (VdB), die 78 Prozent der Aktien hält, aber Verbindlichkeiten von 4,3 Millionen Euro übernahm, wies Dom einen Überschuss von 2,1 Millionen Euro aus.

Der Großaktionär löffele die Suppe aus, kommentierte Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung institutionelle Privatanleger. Er bezahle so dafür, dass er frühere Vorstände nicht gestoppt habe. Heftige Kritik von Aktionärsvertretern und Kleinanlegern gab es der Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die VdB verspricht sich davon eine flexiblere Finanzierung und einfachere Steuerung des Unternehmens. Das Sagen hat sie nämlich in Zukunft über die Dom Kölsch Brauerei GmbH mit Sitz in Köln, die persönlich haftende Gesellschafterin wird. „Der Kleinaktionär hat in Zukunft nichts mehr zu sagen“, sagte Buhlmann. Auch Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin.

16.08.2007: Bierernster Streit ums „Stüsser“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

Krach im Agnesviertel: ein Hausbesitzer, der über sein Lokal nicht verfügen kann, eine Wirtin, die sich hineinklagt.

Alle wollen nur das Beste. Für sich - und fürs „Stüsser“. Das altehrwürdige Brauhaus im Agnesviertel gibt Stoff für ein Boulevardstück, das als „Der Kölsch-Klüngel“ ein Erfolg am Millowitsch-Theater wäre. Mit allem, was das Publikum liebt: einem Brauerei-Patriarchen, einer streitbaren Wirtin, einem Ex-Liebhaber, Kölsch und Geld.

Die Geschichte beginnt 2003 mit einem Pachtvertrag, den der Anwalt des späteren Klägers heute ein „furchtbares Werk“ und die beklagte Wirtin „diese Scheiß-Bierklausel“ nennt. Hauseigentümer zu jenem Zeitpunkt ist die Helmut Gymnich und Klaus Müller GBR. Sie vereinbart mit dem Wirtspaar Erica Pantone und Wilhelm Bertram unter anderem jene Bierklausel, die den Wirtsleuten einen Getränkelieferanten vorschreibt. Dieser verlangt für den Liter Sion-Kölsch rund 1,90 Euro. Die branchenüblichen Bierrückvergütungen, im Fall des „Stüsser“ etwa 4500 Euro vierteljährlich, gehen nicht an die Wirtsleute, sondern zum Großteil an die Hauseigentümer.

Vielleicht ein Grund für Erica Pantone, Anfang 2005 ihren Steuerberater um Überprüfung der Bierklausel zu bitten. Sein Ergebnis: Die Klausel ist juristisch wertlos. Sofort wechselt Pantone den Lieferanten; jetzt zahlt sie pro Liter 60 Cent weniger. Überdies guckt der Hauseigentümer fortan bei den Bierrückvergütungen in die Röhre. Gymnich / Müller beschließen: Pantone muss raus. Via Anwalt lassen sie das gesamte Vertragswerk für nichtig erklären und verklagen die Wirte auf Räumung des „Stüsser“.

Diese Klage wartet bis heute beim Landgericht auf ihr Urteil. Erica Pantone betreibt das „Stüsser“ mittlerweile alleine. Ihren Lebensgefährten hat sie nach eigener Aussage „seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen“. Auch die Hauseigentümerschaft hat sich verändert: Neuer Besitzer ist seit Dezember 2006 Johannes Becker junior, Sohn des Chefs der Gaffel-Brauerei. Pantone freilich schenkt weiterhin Sion aus. „Kein Problem“, heißt es dazu vonseiten der Brauerei. Es handele sich um eine Angelegenheit Beckers. Die Räumungsklage bleibt indes bestehen.

Anfang Mai fragt die Hausverwaltung nach einer außergerichtlichen Lösung. Pantone nennt eine Summe von 400 000 Euro. Ragna Bressem von der Smart Immobilien GmbH, die Johannes Becker junior gehört, nennt diese Forderung „nicht verhandelbar.“

Vor rund drei Wochen meldet sich Wilhelm Bertram - offiziell lebt er seit mehr als zwei Jahren im Ausland - bei der Hausverwaltung. Als Vertragspartner Pantones habe er sich mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin geeinigt, den Räumungsanspruch anzuerkennen. Dies schreibt er am 8. August auch Pantones Anwalt.

Ragna Bressem vereinbart für den übernächsten Morgen einen Übergabetermin mit Bertram und einem Vertreter des Nachmieters, der Lütticke & Tschirschnitz Gastronomie-Getränke GmbH. „Herr Bertram hat uns die Schlüssel übergeben“, sagt Bessem. Erica Pantone zweifelt: „Der hatte doch gar keinen Schlüssel.“ Ob Bertram die Schlösser ausgetauscht hat, ist Spekulation. Für Fragen steht er nicht zur Verfügung.

Als Pantone am Freitag ihr Lokal betreten will, wird sie von einem Sicherheitsdienst daran gehindert. Per einstweiliger Verfügung verschafft sie sich am folgenden Tag Zutritt. „Ohne meine Unterschrift sind alle Vereinbarungen wertlos“, stellt sie klar. Die Theke ist in ihrer Abwesenheit weggeschafft worden, Pantone öffnet dennoch neu: mit einer provisorischen Theke und Freibier für Stammgäste, die sie unterstützen. Zwei Websites zum Thema sind bereits online.

Der Streit um das Lokal zerrt an den Nerven der Wirtin. Ans Aufgeben denkt sie dennoch nicht. „Ich habe einen Pachtvertrag bis 2013.“ Derzeit verhandelt sie mit Sion über eine neue Theke. Zum Rechtsstreit erklärt Johannes Becker senior per Pressesprecher: „Wir werden uns im Sinne der Beteiligten und der Gäste um eine schnelle Lösung bemühen.“

15.08.2007: Dom Kölsch erhält neue Rechtsform (Kölner Stadt-Anzeiger)

Die AG wird in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt

Nachdem die Kleinaktionäre der Dom Brauerei im Oktober 2006 nahezu geschlossen auf die Beteiligung an einer Kapitalerhöhung verzichteten, wird das Unternehmen jetzt in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt. Der Großaktionär - die Vertriebsgesellschaft deutscher Brunnen mit mehr als 78 Prozent der Anteile hat nach Angaben von Alleinvorstand Achim Zweifel die Kapitalerhöhung zu 98,5 Prozent getragen und verspricht sich von der Umwandlung eine flexiblere Finanzierung und Steuerung der Gesellschaft. Ein Abfindungsangebot gibt es nicht, weil die Papiere auch künftig an der Düsseldorfer Börse gehandelt werden. Diskutiert wird die 150 000 Euro teure Umwandlung morgen auf der Hauptversammlung.

Für 2007 erwartet die Dom einen operativen Gewinn, der allerdings durch hohe Pensionsverpflichtungen aufgezehrt wird. Diese Zahlungen (vor allem an frühere Vorstände) belasteten das Unternehmen Jahr für Jahr mit 1,4 Millionen Euro.

Aus der Kölner Südstadt ist Dom inzwischen nach Porz umgezogen. Nach wie vor hält man an dem Plan fest, Dom Kölsch ab 2010 nicht mehr im Lohnbrauverfahren herstellen zu lassen, sondern wieder in einer selbst genutzten Braustätte. Dies sei etwa vier Euro pro 100 Liter Bier billiger, sagt Zweifel. Für vier verschiedene Standorte in Köln lägen bereits Angebote vor, und Investoren habe man auch.

15.08.2007: Merkwürdiges „Traugott Simon“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

Alles Müller-Kölsch, oder was?

Kölsch-Trinker müssen vorerst nicht auf Milch umsteigen.Trotz des Brauerei-Sterbens immer noch die Qual der Wahl unter rund 20 einheimischen Marken. Jetzt ist sogar noch eine dazugekommen: das „Traugott Simon Kölsch“. Nicht nur der Name, sondern sozusagen alles an diesem Bier ist extrem ungewöhnlich. Es kostet mit 4,99 Euro pro Kasten deutlich weniger als jedes andere Kölsch - im Vergleich zu den führenden Premiummarken ist es sogar um rund zwei Drittel billiger. Hergestellt wird es - den Angaben auf der Flaschenrückseite zufolge - in der „kleinen Privatbrauerei Traugott Simon“. Von der haben selbst alteingesessene Kölner noch nie etwas gehört. Das ist allerdings auch kein Wunder. Eine Brauerei dieses Namens gibt es in der Stadt nämlich gar nicht, was dann umgehend auch den Kölner Brauerei-Verband auf den Plan rief.

Der wurde mit Erfolg aktiv. Der Krefelder Getränkemarktbetreiber trinkgut, der das Kölsch in Köln produzieren lässt, hat inzwischen eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abgegeben, berichtet der Geschäftsführer des Brauerei-Verbands, Adolf Andörfer. Danach werden die irreführenden Angaben korrigiert und Altbestände nur noch bis einschließlich heute verkauft. Von morgen an müssen die Etiketten geändert oder zumindest überklebt sein. Die Vertragsstrafe bei Zuwiderhandlungen beträgt 10 000 Euro.

Hoch interessant - und deutlich vertrauter als der ungewöhnliche Name - ist die Vorderseite des Traugott-Kölsch: Das Etikett in Rot-Weiß-Gold, mit altertümlichem Schriftzug und elf kölschen Flammen erinnert in Form und Farbe stark an den Auftritt von Früh. In dem kölschen Traditionshaus wird denn auch interveniert: Man habe trinkgut gebeten, die Anmutung zu ändern, sagt Früh-Vertriebschef Dirk Heisterkamp. Doch diese Intervention ist pikant: Gebraut wird das neue Billig-Kölsch nämlich bei Sünner in Kalk - und diese Brauerei gehört ausgerechnet Ingrid Müller-Sünner, der Frau des Früh-Mitinhabers Hermann Müller. Und sie produziert nebenher auch noch die Billig-Marke Severins. Alles Müller-Kölsch, oder was?

Dass das - durchaus eloquente - Ehepaar Müller im Vorfeld nicht miteinander über die neue Marke gesprochen hat, gilt in Kölsch-Kreisen als ausgeschlossen. Für Müller-Sünner ist das Traugott-Kölsch wohl nur ein Beitrag zur besseren Auslastung der eigenen Brauerei. Ihren Mann wird das allerdings weniger freuen, denn in den regionalen Getränkemärkten des Krefelder Händlers soll die billige Alternative die teure Konkurrenz von Reissdorf und Früh bereits in die Ecke gedrängt haben. Kölsch-Brauer, Bierverleger und Händler könnten sich bei anhaltendem Erfolg nun auch selbst dazu genötigt sehen, auf das Billigst-Kölsch mit eigenen Low-Cost-Marken zu reagieren. Vielleicht muss dann sogar die erfolgreiche Mono-Marke Früh ein preiswerteres Zweitprodukt auf den Markt bringen.

Das neue Traugott-Kölsch gibt es bislang übrigens nur außerhalb der Stadtgrenzen zu kaufen, weil die Krefelder mit ihren Getränkeabholmärkten in Köln selbst noch nicht aktiv sind. Dafür ist der NRW-Marktführer rund herum gut vertreten: etwa in Leverkusen, Frechen, Euskirchen Troisdorf, Siegburg und Bonn. Die Kette verfügt insgesamt über 220 Verkaufsmärkte und ist damit alles andere als unbedeutend. Künftig sind zudem Neueröffnungen wohl auch in Köln geplant.

Probiert haben wir die Kostbarkeit „Traugott Simon“ übrigens noch nicht. Wir müssen die aus dem Umland importierte heiße Ware erst noch kalt stellen.

15.08.2007: Ein echter Lommerzheim zum Anbeißen (Kölnische Rundschau)

Lommi-Fan Peter Mees bietet 111 Kotelettfotos zum Kauf an – Erlös für Brunnen in Deutz

Die Sache mit dem letzten Lommerzheim-Kotelett ist noch nicht gegessen. Zwar wurde das finale Wunder aus der Küche von Kultwirt Hans „Lommi“ Lommerzheim an Silvester 2004 verspeist, doch der findige Lommi-Fan Peter Mees (er ging an dem Tag kotelettmäßig übrigens leer aus) sicherte sich unbemerkt wenigstens Teller, Besteck, Mostertpöttchen und den abgenagten Knochen. Unlängst übergab er den Knochen und das sauber gespülte Diebesgut mit Billigung der inzwischen verwitweten Annemie Lommerzheim dem Kölnischen Stadtmuseum - wie in der Rundschau zu lesen war. Also aus und vorbei? Nein!

Den Teller samt Zubehör im Originalzustand gibt es nämlich noch auf einem Foto, ordentlich gerahmt und in exakt 111 Exemplaren durchnummeriert. Der Clou: Peter Mees, Vorsitzender des Lommi e. V., will die Fotos, signiert von Annemie Lommerzheim und ihm selbst, nach einem einfachen System zum Kauf anbieten und damit den geplanten Lommi-Brunnen in Deutz finanzieren.

„Meine Idee: Die Foto-Exemplare 1 und 111 wollen wir meistbietend versteigern. Die anderen haben einen festen Preis: Nummer 110 kostet fünf Euro, die 109 kostet 6 Euro und so weiter bis zur Nummer 2. Dazu kommen immer 5 Euro für den Rahmen. So können auch Lommi-Freunde mit kleinem Geldbeutel eine schöne Erinnerung erwerben.“ Sind einige Ausgaben besonders begehrt, wird gelost, und die „Verlierer“ können Alternativen erwerben. Fänden alle Fotos einen Liebhaber, würden rund 6000 Euro zusammen kommen, und der Bronzebrunnen von Bildhauer Herbert Labusga wäre nahezu komplett bezahlt. Angebote können abgegeben werden per E-Mail an peter.mees@t-online.de oder per Post an AKA-Verlag Köln, c / o Ursula Wilke Kartonagen, Vogelsanger Straße 385a, 50827 Köln; Einsendeschluss ist der 31. August.

Ein Sahnehäubchen versucht Mees noch obendrauf zu setzen: Vielleicht gibt Annemie Lommerzheim das Originalrezept preis, wie damals die Koteletts in der Gaststätte an der Siegesstraße zubereitet wurden. Übergeben werden sollen die gerahmten Fotos bei einer Signierstunde im Brauhaus Päffgen (wer nicht kommen kann, bekommt sein Exemplar auch zugeschickt). Der Ort ist nicht zufällig gewählt: War doch Lommerzheim eine der wenigen Kölner Gaststätten, in denen die Kölsch-Spezialität Päffgen ausgeschenkt wurde. Und Gastronom Rudolf Päffgen will in wenigen Wochen die Deutzer Kultkneipe wieder eröffnen. Dann soll es auch wieder die legendären Koteletts geben. Und zwar in echt.

15.08.2007: Dom hält an Plänen für neue Brauerei fest (Kölnische Rundschau)

Entscheidung soll Anfang 2008 fallen. Ein Liquiditätsrisiko besteht weiter

Die Kölner Dom-Brauerei hält an ihren Plänen fest, eine neue Produktion einzurichten. „Bis Anfang 2008 soll die Entscheidung fallen“ sagte Vorstandschef Achim Zweifel vor der morgigen Hauptversammlung. Mindestens zwei Grundstücke im Kölner Stadtgebiet seien gefunden worden.

Seit 2006 wird Dom von der Erzquell-Brauerei („Zunft-Kölsch“) in Wiehl gebraut, nachdem Dom das eigene Gelände in Köln verkauft hatte. Der Vertrag mit Erzquell läuft 2009 aus, allerdings bestehe die Option auf eine Verlängerung, so Zweifel. Er leitet das Unternehmen, seit Walter Baldus die Brauerei Ende Oktober 2006 verlassen hat. Der Streit mit dem vorherigen Vorstand Jochen Köhler ist inzwischen vor Gericht beendet worden. Allerdings habe diese öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung dem Unternehmen geschadet, räumte Zweifel ein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil lange Zeit unklar war, wie viel Geld Köhler noch zustand. Dieser erhält seit Januar eine monatliche Pensionszahlung von 10 735 Euro. Aus dem Vergleich hatte Köhler aber 793 000 Euro an Dom zurückgezahlt und bis Ende 2006 auf Ansprüche in Höhe von 427 000 Euro verzichtet.

Die Finanzlage von Dom ist weiter angespannt. Es bestehe ein Liquiditätsrisiko, heißt es im Geschäftsbericht, zukünftige Investitionen in den Markt seien noch nicht gesichert. Dom hat nach Angaben von Zweifel allein im ersten Halbjahr 2007 bereits eine Million Euro in den Bestand und die Neuakquise investiert. Die Mittel stammen aus dem Cashflow, da keine Bank mehr zu Kreditlinien bereit ist. „Die Sicherheiten, die wir bieten können, sind für die Banken nicht interessant“, sagte Zweifel.

Mit größeren liquiden Mitteln könne Dom viel schneller vorankommen, die Nachfrage sei da. Die Brauerei setzt dabei neben dem heimischen, hart umkämpften Markt auch auf den nationalen Vertrieb. Durch die Belieferung der Ketten „Alex“ und „All Bar One“ wird Dom deutschlandweit gestreut. Schon jetzt werde 20 Prozent der Absatzes außerhalb Kölns generiert.

2006 brach der Absatz von Dom um rund zehn Prozent auf 150 000 Hektoliter ein. Trotzdem weist die Brauerei einen Jahresüberschuss von 2,0 Millionen Euro (Vorjahr: Fehlbetrag von 730 000 Euro) aus. Die Verbesserung resultiert aus der Übernahme von Verbindlichkeiten von 4,3 Millionen Euro durch den Mehrheitsgesellschafter, die Vertriebsgesellschaft deutscher Brauereien. Im ersten Halbjahr 2007 hat das schlechte Juni-Wetter auch die Halbjahresbilanz verregnet. Bis Mai habe man über den Prognosen gelegen, so Zweifel.

13.08.2007: Erfolg für Kölns schnellsten Köbes (Kölnische Rundschau)

Der Braumeister von der Malzmühle wippt ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Nur noch wenige Minuten, dann wird sich zeigen, wie gut Markus Hau (44) in Form ist. „Ich trainiere etwa dreimal in der Woche, 15 bis 17 Kilometer durch das Bergische Land“, sagt der Angestellte der Brauerei zur Malzmühle mit Startnummer 403, der in wenigen Minuten zum GAG-Erlebnis-Halbmarathon antreten wird.

Die letzten zehn Sekunden werden laut heruntergezählt, der Startschuss fällt, und am Wiener Platz setzen sich 1500 Läufer in Bewegung. Von hier aus geht es auf der 21,1 Kilometer langen Strecke über Holweide nach Dellbrück, Merheim und Höhenberg zurück zum Ziel am Wiener Platz. Die lokale Politik ist an diesem Sonntagmorgen auch mit von der Partie: SPD-Parteivorsitzender und GAG-Aufsichtsratschef Jochen Ott sowie CDU-Chef Walter Reinarz sind am Start.

Nur jeweils ein Viertel der Distanz wollen sich dagegen vier Kollegen von Braumeister Markus Hau zumuten. Unter den zehn Unternehmen, die zur Firmenstaffel antreten, hat das Team Mühlenkölsch einen Joker: Walter Hutmacher (39) ist „der schnellste Köbes von Kölle“, wie seine Kollegen noch vor dem Start scherzen. Mit einem Platz auf dem Treppchen rechnen sie allerdings nicht wirklich.

Den Platz ganz oben auf dem Podest holt sich auf der Halbmarathon-Distanz nach einer Stunde und 13 Minuten Vorjahressieger Philipp Nawrocki (29) von der Aachener TG vor Jörg Albrecht aus Essen und Jochen Kümpel vom SV Blau-Gelb Dernau. Bei den Frauen läuft Pascale Schmoetten, 39, nach einer Stunde und 25 Minuten als Erste ins Ziel vor Marion Eschweiler vom Kölner TSV Weiß und Silke Schäpers.

Und dann, fast zeitgleich, mit der schnellsten Frau kommt die große Überraschung um die Ecke: Der 18-jährige Daniel Josch, der Schlussläufer in der Mühlenkölsch-Staffel, überquert als Erster in der Firmenwertung die Ziellinie. Die Zeit für sein Team: 1 Stunde und 25 Minuten. „Das hätten wir alle nicht gedacht“, sagt er. „Ich bin jetzt ziemlich kaputt, aber glücklich.“

Wacker schlägt sich auch Wolfgang Lob, mit 80 Jahren der älteste Teilnehmer. Er will zum Abschluss seiner Läuferkarriere im Herbst noch beim Köln-Marathon mitlaufen.

19.07.2007: Pilsner Urquell zieht in die Präsidentenvilla (Kölner Stadt-Anzeiger)

Einen repräsentativen Firmensitz hat sich Pilsener Urquell ausgesucht:</p>
<p>die ehemalige Präsidentenvilla am Rheinufer.
Einen repräsentativen Firmensitz hat sich Pilsener Urquell ausgesucht:

die ehemalige Präsidentenvilla am Rheinufer.

Deutschland-Niederlassung kommt im November von Kerpen nach Köln.

Die Vertriebsgesellschaft verlegt ihren Firmensitz in das Rhein-Triadem am Konrad-Adenauer-Ufer.

Der Geschäftsführer kommt aus Irland. Das Unternehmen gehört zur britisch-südafrikanischen SAB-Miller Gruppe, dem zweitgrößten Brauereikonzern der Welt, mit Sitzen in London und Johannesburg. Das Pilsner wird - wo auch sonst - im tschechischen Pilsen gebraut und das Europageschäft von November an vom Konrad-Adenauer-Ufer aus gemanagt.

Edler Firmensitz

Die Pilsner Urquell International Distribution GmbH, seit 1997 in Kerpen angesiedelt, hat sich einen äußerst repräsentativen Firmensitz ausgesucht: die ehemalige Präsidentenvilla neben der alten Bundesbahndirektion am Rheinufer, aufwändig restauriert und erweitert, ein Teil des neuen Rhein-Triadems. Rund 50 Mitarbeiter werden nach Köln wechseln. „Wir haben uns für diesen Standort entschieden, weil er besonders verkehrsgünstig direkt am Hauptbahnhof liegt und natürlich auch sehr repräsentativ ist“, sagt Geschäftsführer Tiarnán Bergin. In Kerpen sei alles zu eng geworden, „außerdem kommen die meisten unserer Mitarbeiter schon jetzt aus Köln“.

Das erste Pils der Welt, dessen Geschichte bis in das Jahr 1842 zurückreicht, habe keinen Grund, sich in der Stadt des Kölsch zu verstecken. Im Gegenteil. „Wir sind sehr erfolgreich, seit 2006 das Importbier Nummer eins in Deutschland.“ Über die genauen Absatzzahlen schweigt sich das Unternehmen aus. Nur so viel: Mehr als 200 000 Hektoliter wurden 2005 von Pilsner Urquell in Deutschland abgesetzt. Zum Vergleich: Kölsch-Marktführer Reissdorf bringt es auf einen Jahresabsatz von mehr als 500 000 Hektolitern.

Bier bekannt machen

Für Tiarnán Bergin ist der Auftrag klar: Den Absatz steigern und den Bekanntheitsgrad der anderen Biermarken erhöhen, die zum Portfolio der Pilsner-Gruppe gehören. Die tschechische Marke Gambrinus und die polnischen Sorten Tyskie und Lech sind Deutschlands Bierkonsumenten noch gänzlich unbekannt.

„Klar, ich trinke auch ganz gerne mal ein Kölsch“, sagt der Ire Bergin, um gleich hinzuzufügen, dass selbst die Premiummarken des Obergärigen es mit einem Pilsner Urquell bei weitem nicht aufnehmen. Selbst wenn Letzteres in Deutschland nur aus der Flasche zu haben ist. Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans wird das egal sein. Er kann ab sofort mit einem neuen Slogan für den Wirtschaftsstandort werben: Pils-Stadt Köln. Daran werden wir uns erst gewöhnen müssen.

19.07.2007: Hitze setzt Hopfenbauern zu (Kölner Stadt-Anzeiger)

Ein Landwirt in Niederbayern prüft Wuchs und Qualität des Hopfens auf dem Feld. Brauer fürchten, dass der Rohstoff knapp wird.
Ein Landwirt in Niederbayern prüft Wuchs und Qualität des Hopfens auf dem Feld. Brauer fürchten, dass der Rohstoff knapp wird.

Rohstoff wird knapp – Bierproduktion allerdings noch nicht gefährdet

Rodung und schlechte Ernten im Zuge des Klimawandels lassen die Bierbrauer bangen.

München - Bierbrauer studieren derzeit den Wetterbericht. Denn beim für sie wichtigen Rohstoff Hopfen kann sich die Branche keine zweite schlechte Ernte in Folge leisten, warnt Stephan Barth. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Nürnberger Barth-Haas-Gruppe und damit des global führenden Hopfenvermarkters. Es könne sein, „dass wir in diesem Jahr zu wenig haben“, sagt Barth und spricht von struktureller Unterversorgung. Selbst dann gebe es zwar weiter genug Bier. Die Brauer hätten aber weniger Bitterstoff, was Liebhaber des herben Geschmacks zu schmecken bekommen würden.

Anbaufläche schrumpft

Schon 2006 brachte eine weltweit miserable Hopfenernte knapp ein Zehntel Rückgang auf 85 600 Tonnen des Stoffs, der Gerstensaft bitter und würzig schmecken lässt. Hierzulande, wo ein Drittel allen Hopfens weltweit angebaut wird, ging die Ernte sogar um knapp ein Fünftel zurück. Das war nicht allein Folge ungünstiger Witterung, sagt Barth. Seit Jahren schrumpfe die Anbaufläche für Hopfen, weil zunehmend größere Braukonzerne die Preise drücken und dabei auch auf ihre lange Zeit vollen Hopfenlager vertrauen konnten.

Vor zehn Jahren wurde weltweit noch auf 77 000 Hektar Hopfen angebaut, sagt Barth, dessen Familienkonzern jedes Jahr einen viel beachteten Branchenbericht vorlegt. 2006 ging die Anbaufläche um ein Drittel auf 50 000 Hektar zurück, obwohl die Weltbierproduktion seit Jahren ungebremst steigt. 1,7 Milliarden Hektoliter waren es 2006 rund um den Globus und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr, was vor allem auf steigenden Bierdurst in China zurückgeht.

Effizienzgewinne beim Hopfenanbau und schmelzende Hopfenlager konnten die gegenläufigen Entwicklungen lange ausgleichen. Kommen schlechte Ernten dazu, wird es eng. Damit wird der Klimawandel zum Thema für die Branche. „Heiße Sommer mag der Hopfen gar nicht“, erklärt Barth. Die Pflanze brauche Wärme im Wechsel mit Regen. Klimaforscher sagen jedoch Hitzeperioden auch für unsere Breitengrade voraus.

Es räche sich nun, dass zuletzt zu viel Anbaufläche gerodet wurde, um vermeintlich lukrative Stilllegungsprämien zu kassieren, sagt Barth. Sein Konzern vermarktet rund ein Drittel der Welthopfenernte. Was Brauer bewegt, weiß Barth deshalb genau. Diese seien neuerdings von der Lage beim Hopfen aufgeschreckt. Anders als in früheren Jahren hätten sie die Ernten für dieses und nächstes Jahres bereits so gut wie vollständig per Vorverträgen aufgekauft. Sogar für 2010 seien schon drei Viertel fest vergeben.

Die Vorsicht scheint berechtigt. Klimatisch bedingt sei seine Branche in den letzten Jahren fraglos unkalkulierbarer geworden, klagt Barth. Die Ernteausschläge würden immer größer, Missernten häufiger. Vor 2006 wurde schon 2003 extrem wenig Hopfen eingefahren. Im Vorjahr hatte das eine Verdreifachung der Hopfenpreise zur Folge. Auf den Bierpreis wirkt sich das aber kaum aus, weil Hopfen bei der Produktion bislang nur ein Prozent der Kosten verursacht hat. Wie es dieses Jahr mit der Ernte aussieht, sei erst Mitte August klar. Noch liege alles in der Hand des Himmels.

06.07.2007: Kaffefahrten zum Christopher Street Day (Kölnische Rundschau)

Nicht nur Schwule und Lesben feiern am Wochenende in Köln - Toleranz ist gestiegen

Auffällige Plakate kündigen in Köln schon seit Tagen den Christopher Street Day an. Die Stadt Köln wirbt „andersrum„.
Auffällige Plakate kündigen in Köln schon seit Tagen den Christopher Street Day an. Die Stadt Köln wirbt „andersrum„.
Gewohnt witzig die Werbeaktion für Früh-Kölsch: Selbstbewusst präsentieren sich die Bierflaschen auf rotem Grund.
Gewohnt witzig die Werbeaktion für Früh-Kölsch: Selbstbewusst präsentieren sich die Bierflaschen auf rotem Grund.

„Schon unglaublich: Als wir 1991 die erste CSD-Parade in Köln machten, wurden wir nur von ein paar Japanern fotografiert. Sonst hatten wir keine Zuschauer", erinnert sich Ulrich Breite, der von Beginn an Mitorganisator des Christopher Street Day ist. „Heute - 16 Jahre später - ist der CSD ein Kulturphänomen, bei dem auch Leute vom heterosexuellen Lager mitmischen. Es gibt sogar Kaffeefahrten für Senioren zum CSD."

In den Neunzigern wäre es für Breite unvorstellbar gewe¬sen, seine heterosexuellen Freunde mit zum CSD zu nehmen. „Dass das heute anders ist, zeigt, dass die Toleranz deutlich höher ist als noch vor wenigen Jahren", so Breite. Während sich an diesem Wochenende entspannte Reggae-Liebhaber zum „Summerjam" am Fühlinger See treffen, wird es in der Innenstadt wohl wieder bunt, schrill und wild zugehen.

Unter dem Motto „Homo Europaeicus: Geht aufrecht!" treten auf drei Bühnen verschiedene Musikgruppen, Kabarettisten und DJ´s auf, die entweder aus der schwul-lesbischen Szene kommen oder mit ihr sympathisieren. „Das Motto soll Homosexuellen in ganz Europa zu verstehen geben, dass sie sich nicht verstecken müssen", sagt Mitveranstalte¬rin Petra Pusch. „Und es soll natürlich zur Toleranz in ganz Europa aufrufen."

Am Samstag um 21.50 Uhr wird sich ein Großteil der Szene auf dem Heumarkt versammeln. Denn dann tritt auf der Hauptbühne ein ganz besonderer Gast auf: Marianne Rosenberg, die mit ihrem Klassiker „Er gehört zu mir" zur Königin der schwullesbischen Musik gekrönt wurde. Auch die Evangelische Kirche beteiligt sich am CSD und reanimiert dazu ihr Kirchentagsmotto „Lebendig und kräftig und schärfer". Die Pfarrer Reiner Jarchow und Dr. Bertold Höcker laden um 18 Uhr ami Samstag zu einem ökumenischen Abendmahlsgottesdienst in der Antoniterkirche, Schildergasse.

„Bei soviel buntem Treiben ist es aber auch dringend nötig, auf die Gefahr durch den Aids-Virus aufmerksam zu machen", meint Anselm Riddermann von der FDP Köln. „Prävention nehmen viele leider noch nicht ernst genug." Die Partei fährt daher das ganze Wochenende durch die Stadt, um Kondome unters Volk zu bringen. Auch die Grünen sind mit einem Wagen bei der großen Parade am Sonntag vertreten. So werden auch Claudia Roth und Volker Beck dabei sein und den zwei Millionen Besuchern ein „Kölle Aloha" zurufen.

29.06.2007: Wie Springbrunnen in der Sahel-Zone (Kölner Stadt-Anzeiger)

Töller-Wirt Henning Heuser zapft ab jetzt Päffgen-Kölsch - und sorgt damit für Gesprächsstoff im Veedel.
Töller-Wirt Henning Heuser zapft ab jetzt Päffgen-Kölsch - und sorgt damit für Gesprächsstoff im Veedel.

Ab Samstag wird bei Töller Päffgen gezapft - Eine Wirtschaftsgeschichte

Nüchtern betrachtet könnte man es für Schleichwerbung halten. Was ist das schon für eine Nachricht? Ein Wirtshaus, das die Biermarke wechselt. Aber erstens handelt es sich nicht um irgendein Wirtshaus, zweitens nicht um eine x-beliebige Biermarke.

Ab Samstag wird im Haus Töller in der Weyerstraße frisches Päffgen gezapft, Nach 51Jahren Sion und 34 Jahren Mühlen, das in seinen Anfängen Kochsches Schwarzbier hieß. Päffgen ist, nüchtern betrachtet, bis heute das, was Töller in der Ära Peter Esser bis Anfang der 80er Jahre war: eine veritable Legende. Hennes Weisweiler, Berti Vogts, Helmut Schön, Sepp Herberger, Konrad Adenauer, Heinrich Lübke, Hildegard Knef und Joseph Beuys - sie alle waren Stammgäste bei Töller.

Zugegeben, diese Zeiten sind lange vorbei und werden wohl so schnell nicht wiederkehren. Doch allein die Tatsache, dass es Gastwirt Henning Heuser gelungen ist, Braumeister Rudolf Päffgen als seinen Kölsch-Lieferanten zu gewinnen, dürfte sich im Veedel rund um den Barbarossaplatz in Windeseile rumsprechen. Denn Päffgen-Zapfstellen in Köln sind ungefähr so selten wie Springbrunnen in der Sahel-Zone. „Neben dem Stammhaus in der Friesenstraße sind es mit uns jetzt fünf*, sagt Heusing, der das Töller im November 2003 übernommen hat. Und „dabei wird es wohl auch bleiben." Einzige Ausnahme: Wenn im Herbst die Kneipe der verstorbenen Wirtslegende Lommerzheim in der Deutzer Siegesstraße wieder öffnet, wird dort natürlich wieder Päffgen fließen. Hinter dem Tresen, sagen die Gerüchte, wird der Chef-Köbes aus der Friesenstraße stehen. Bis dahin werden die berühmten gepichten Eichenfässer, die sich bei Lommi im Hinterhof stapelten, durchs Töller rollen. Wie Heusing ans Päffgen-Kölsch kam, ist übrigens schnell erzählt: „Ich habe ihn einfach gefragt, weil ich vor 25 Jahren mal bei ihm im Klapperhof zur Miete gewohnt habe", sagt Henning Heuser. So einfach kann das sein, an jenes begehrte Kölsch zu kommen, das würzig schmeckt und bernsteinfarben im Glas schimmert. Rund 6000 Hektoliter pro Jahr, mehr Päffgen gibt es nicht, „weil es nicht pasteurisiert wird und deshalb nicht lange gelagert werden kann", sagt Heusing. Päffgen und lagern - das schließt sich aus. Am Samstag wird Rudolf Päffgen höchstpersönlich bei Töller im Beichtstuhl sitzen. Zur Feier des Tages.

15.06.2007: Vorhang zu bei Lommi! (Bild)

Kölsche Kultkneipe wird restauriert.Aber es gibt Ärger um den Biergarten.

Alles soll im Stil der 50er Jahre bleiben. Alles an „Lommi", Kölns Kneipenlegende Hans Lommerzheim erinnern. Tische, Stühle, Holzvertäfelung und Theke. Kölsch vum Fass und decke Koteletts uss dr Pann. Nur ein Biergarten soll dazukommen, wo der Flach- dachanbau stand. Jetzt gibt’s auf der Baustelle Probleme. Bauherr und Päffgen-Chef Rudolf Päffgen: „Ich weiß nicht, ob der Biergarten vom Bauaufsichtsamt erlaubt wird. Mein Architekt verhandelt.

«Lommi" open air - der Knaller. Denn in der Kneipe gibt’s nur 45 Sitzplätze. Plus Stehplätze. Wieviele weiß nicht mal Päffgen: „Bei uns heißt es: Kumm erin un maach keine Welle." Und damit einige Gäste nit vüür dr Dür ihr Kölsch schlürfen, sollte ein Biergarten her. Das Holzhaus steht bereits. Brauerei-Chef Rudolf Päffgen, der das Gebäude von Familie Lommerzheim erworben hat, lässt das alte Gemäuer mit viel Liebe und Geld wiederherstellen. Derzeit wird die Fassade renoviert. Andere Aussenwände sind schon saniert. „Wir haben alle Fugen 5 Zentimeter tief ausgekratzt, mit Mörtel verfüllt Ein Ring- und Zuganker halten das alte Gebäude stabil. Wir machen es, wie et kütt. Wir sehen, was überhaupt machbar ist."

Neue Elektroleitungen sind gelegt, neue Wasseranschlüsse installiert. Bald wird die Küche eingebaut und die Toiletten erneuert.

..Ich möchte die Außenfassade erhalten. Auch die alten Leuchtreklamen. MUSS aber mal hochklettern, ob es geht. Es soll ja nichts runterfallen." Wann „Lommi" öffnet ? Päffgen: „Es muss alles stimmen. Es. ist eine Ehrerbietung an die Familie." Wer hinter der Theke zapfen wird, ist unklar. „Wir suchen noch den Wirt. Haben viele Angebote, Lommi kann man nicht ersetzen. Es muss ein kölscher Jung mit Persönlichkeit sein.’ Denn im Oktober soll eröffnet werden.

11.06.2007: Ernüchterung unter den Bierbrauern (Kölner Stadt-Anzeiger)

Trotz guter Geschäfte im Jahr 2006 erwarten Produzenten sinkende Absätze

München / Berlin - Die Deutschen haben ihren Durst im vergangenen Jahr wieder stärker mit Bier gestillt. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stieg der Bierkonsum, wie aus einer Umfrage unter 231 Brauereien hervorgeht. Jeder Inländer trank im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 116 Liter Bier und damit einen Liter mehr als noch 2005, teilte die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG mit, die die Brauer befragt hat. Dabei spielte neben der Fußball-WM auch das gute Sommerwetter eine Rolle. Vor zehn Jahren tranken die Menschen in Deutschland noch im Schnitt knapp 127 Liter Bier im Jahr.

Die Hersteller sähen in der Entwicklung allerdings keine Trendwende: Mehr als 80 Prozent der Betriebe rechneten in den nächsten fünf Jahren mit weiter sinkenden Absätzen, hieß es.

Der Umfrage zufolge schmecken den Deutschen verstärkt Biermischgetränke und Spezialitäten. Die Brauereien rechnen damit, dass der Absatz von Mischgetränken in den kommenden fünf Jahren um sechs Prozent zulegt. Im gleichen Zeitraum würden jeweils drei Prozent mehr Weizenbier und alkoholfreie Gerstensäfte verkauft. Der Absatz der Sorte Pils werde um vier Prozent zurückgehen.

Das Brauereisterben wird sich laut der Umfrage in Deutschland fortsetzen. Zum einen könnten gerade kleinere Häuser dem Preiskampf auf Dauer nicht standhalten. „Nur wenigen starken Marken gelingt es, dem erheblichen Preisdruck zu widerstehen, der sich aus Überkapazitäten und der Verhandlungsmacht des Lebensmitteleinzelhandels ergibt“, sagte KPMG-Branchenexperte Reiner Klinz. Zum anderen gingen Großbrauereien und internationale Getränkekonzerne in Deutschland weiter auf Einkaufstour und trieben so die Bildung einer kleinen, marktbeherrschenden Spitzengruppe voran. Immerhin zieht jede vierte Brauerei in Betracht, einen Konkurrenten oder eine andere Marke zu übernehmen. Zudem dürfte das Interesse ausländischer Brauriesen an Zukäufen auf dem zersplitterten deutschen Biermarkt groß bleiben. Die Mehrheit der Brauer befürchtet, dass bis 2011 ein Viertel der deutschen Bierhäuser verschwindet.

11.06.2007: Der Bierdurst steigt nur kurzfristig (Kölnische Rundschau)

Wird der Sommer so gut wie 2006, hoffen die Brauer auch ohne WM auf einen ähnlich hohen Bierabsatz.
Wird der Sommer so gut wie 2006, hoffen die Brauer auch ohne WM auf einen ähnlich hohen Bierabsatz.

WM und warmer Sommer beflügelten den Absatz zuletzt - Keine Trendwende

MÜNCHEN. Der Bier-Boom im WM-Jahr 2006 hat den deutschen Brauern wohl nur einen kurzen Aufschwung beschert. Mehr als 80 Prozent der Betriebe rechneten in den nächsten fünf Jahren mit weiter sinkenden Absätzen, berichtete die Beratungsgesellschaft KPMG in einer aktuellen Studie. Nur jeder zehnte Brauer erwarte ein leichtes Marktwachstum. Im Schnitt stellen sich die Betriebe auf einen um jährlich 0,6 Prozent sinkenden Bierabsatz in Deutschland ein.

Überdurchschnittlich läuft das Geschäft immer noch bei heißem Wetter: Die Rekordwärme im April etwa hat den Absatz der Brauereien in Deutschland inklusive der Exporte stieg gegenüber April 2006 um 10,6 Prozent auf gut 9,6 Millionen Hektoliter nach oben schießen lassen. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. In den ersten vier Monaten 2007 stieg der Gesamtbierabsatz um 5,1 Prozent auf knapp 32 Millionen Hektoliter. Im Trend liegen weiter Nischenprodukte wie Bio-Bier, Weißbier und Biermischgetränke.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn, geht für 2007 derzeit von einem Bierabsatz auf Vorjahresniveau aus. Langfristig müsse aber wegen der schrumpfenden Bevölkerung mit einem stagnierenden bis rückläufigen Biermarkt gerechnet werden.

2006 war wegen der WM und des guten Wetters der Pro-Kopf-Verbrauch erstmals seit 1999 wieder gestiegen - und zwar von 115 auf 116 Liter. Vor zehn Jahren tranken die Menschen in Deutschland aber im Schnitt noch knapp 127 Liter Bier im Jahr.

Damit hält der Konsolidierungsdruck in der Branche an. „Nur wenigen starken Marken gelingt es, dem erheblichen Preisdruck zu widerstehen, der sich aus Überkapazitäten und der Verhandlungsmacht des Lebensmitteleinzelhandels ergibt", sagte KPMG-Branchenexperte Reiner Klinz. Die Übernahmewelle werde weiter durchs Land schwappen. Jede vierte Brauerei zieht in Betracht, einen Konkurrenten oder eine andere Marke zu übernehmen. Zudem dürfte das Interesse ausländischer Brauriesen an Zukaufen auf dem zersplitteten deutschen Markt mit über 1200 Brauereien groß bleiben.

06.06.2007: „New York Times“ und das Kölsch (Kölner Stadt-Anzeiger )

In Kölner Kneipen und Brauhäusern wurden bereits Amerikaner mit der Zeitung unterm Arm gesichtet.

Deutsches Bier - da kriegen viele US-Amerikaner leuchtende Augen. Mit einer Reportage über Biere, die selbst im Bierland Deutschland etwas besonders sind, hat ein Journalist der New York Times jetzt seine Landsleute begeistert. Der unterhaltsame Trink-Bericht gehörte auf der Internet-Seite der New York Times wochenlang zu den meistgelesenen Geschichten. Kölsch spielt darin eine herausragende Rolle - nicht zuletzt dank einer charmanten Kölner Studentin namens Mira.

Die genießerische Werbung für das lokale Kölner Bier beginnt der Autor Evan Rail mit dem Hinweis, dies sei ein leichtes, fruchtiges, helles Obergäriges, das zu den wenigen Bieren mit einer geschützten Herkunftsbestimmung zähle, „als wäre es ein Wein“, wie Rail ehrfürchtig bemerkt. Seine Hochachtung vor dem Kölsch-Genuss lässt der New Yorker schon beim ersten Schluck erkennen: Ein Kölsch zu trinken sei mehr als nur Biertrinken, eher wie „das Trinken einer ganzen Kultur“.

Aus dem Brauhaus Päffgen, „einer traditionellen Holz-auf-noch-mehr-Holz-Kneipe“, berichtet der Test-Trinker, dass Kölsch nur in Köln gebraut werden dürfe, erzählt von den typischen zylindrischen Gläsern und von den als scharfzüngig bekannten Köbessen, die ihm allerdings umstandslos das erste Kölsch gebracht hätten. Rail beschreibt die Köbes-Tracht, den Kölsch-Kranz und natürlich sein erstes Kölsch. Inmitten der „Überschwemmung von Pilsener und Industrie-Bieren“ sei Kölsch etwas Spezielles: In der Farbe einem Pilsener vergleichbar, aber von weniger bitterem Geschmack, mit einer netten Gras-Note im Mund und einer delikaten Fruchtigkeit im Abgang. Wie ein Wein eben.

Die traditionelle Ruppigkeit der Köbesse, die ihn schon beim zweiten Bier geduzt hätten, befremdet Rail ein wenig - und auch das sehr traditionelle Dekor im Päffgen, bei Früh oder in der Schreckenskammer, dem Kölsch-Test-Ort, wo die Gäste „einen Altersdurchschnitt von grob gesagt 73 einhalb“ gehabt hätten.

Des Testers Frage, wo denn die nicht pensionsberechtigten Kölner ihr Bier tränken, beantwortete ihm Mira, eine Studentin, die dem hilflos mit dem Stadtplan hantierenden Touristen den Weg zum Schokomuseum wies. Mira erwies sich im Gespräch als Biertrinkerin und bot sich zudem an, den Autoren zu einer Biertour mit ihren Freundinnen mitzunehmen. Die begann in der coolen Scheinbar, wo zwischen Cocktailfreunden auch die jungen Bierliebhaber die unverwechselbare Kölschstange hielten, und endete im Päff, das der Amerikaner als strammvollen Club mit lauter Hip-Hop-Musik und einer Masse feierfreudigen, kölschtrinkenden Besuchern schildert.

Weder aus Berlin noch aus Leipzig oder Bamberg, wo der New Yorker gleichfalls ortstypische Biere getestet hat, brachte Evan Rail seinen Landsleuten so viele Bier-Adressen mit wie aus Köln - Mira sei Dank. Nur bei Übernachtungsmöglichkeiten für Kölschtrinker hat der Amerikaner sich weniger emphatisch geäußert: Das Station Hostel habe klumpige Matratzen, dafür sei es aber zentral gelegen und biete freien Internet-Anschluss.

Den Bier-Reisetipp ihrer Zeitung haben die ersten durstigen Leser offenbar schon umgesetzt: In der „Schreckenskammer“ sind nach dem Bericht schon Amerikaner aufgetaucht, die mit der Zeitung in der Hand auf Rails Kölschspuren wandelten. Und trinkend vielleicht den Altersdurchschnitt überprüfen wollten.

05.06.2007: Cola-Jupp schluckt das Stüsser (Express)

„Mexikaner„: Ex-Prinz Hermann (2. von r.), Frau Heike (r.),Tochter Natascha, Zehnpfennig (I.) und Johannes Becker
„Mexikaner„: Ex-Prinz Hermann (2. von r.), Frau Heike (r.),Tochter Natascha, Zehnpfennig (I.) und Johannes Becker
Ziehen ins Stüsser und stoßen schon mit Gaffel an: Prinz „Cola Jupp„ und Markus Zehnpfennig. mit Alt-Chef Peter Stüsser.
Ziehen ins Stüsser und stoßen schon mit Gaffel an: Prinz „Cola Jupp„ und Markus Zehnpfennig. mit Alt-Chef Peter Stüsser.

Kölsch-Revolution in der Kult-Kneipe: Auch Gaffel kommt

Revolution im Stüsser: Gaffel verdrängt Sion und obendrein bekommt das Traditionslokal einen neuen Chef - und zwar keinen geringeren als Ex-Prinz Josef Hermann (50).

Die Kölsch-Überraschung vom Agnesviertel - den Coup fädelte „Cola Jupp“ mit Gaffel-Chef Johannes Becker (56) bei einem Treffen in Hamburg ein. Becker hatte das Haus an der Neusser Straße gekauft und suchte jemanden, der das Stüsser wieder zu dem macht, was es seit 1904 war: eine derTop-Kneipen der Stadt.

Der Ex-Prinz schlug ein, nahm sich den erfahrenen Gastronomen Markus Zehnpfennig (35; „Brauhaus in der

Salzgass", „Wiener Steffie") als Partner. Teil der Vereinbarung, die schließlich die Mitbewerber ums Stüsser ausstach: Die Übernahme des ehemaligen „Cafe Füllenbach" (später „Che Bar") am Ebertplatz, wo Hermanns Frau Heike (40) und Tochter Natascha (30) am Sonntagabend den Mexikaner „Pancho Villa" eröffneten. Dabei auch viel Prominenz: CDU-Chef Walter Reinarz (50), Schauspieler Willi Herren (31), Medienmanager Günter Pütz (55) und natürlich Top-Karnevalisten wie Prinzen-Garde-Chef Kurt Stumpf (58) und Ex-Prinzenführer Helmut Urbach (60).

Auch im Stüsser, sollen die Jecken einen besonderen Platz haben. „Wir wollen ein echter Karnevalisten-Treff werden", so Josef Hermann, der zum erhofften Eröffnungstermin im Herbst sogar im Prinzenornat auftreten will - eigentlich streng verboten. In jedem Fall soll die Kleidung des Dreigestirns im Stüsser einen Ehrenplatz in einer Vitrine finden.

Alt-Chef Peter Stüsser (58), der das Lokal 1996 abgab, gestern: „Ich bin froh, dass sich endlich etwas tut und der alte Charme bleiben wird." Wie die Gäste nach Jahrzehnten mit Sion den Wechsel zu Gaffel aufnehmen werden? Stüsser optimistisch: „Das wird laufen."

20.05.2007: Drei Flaschen Kölsch am Bleigurt (Kölner Stadt-Anzeiger)

Zehn Grad Wassertemperatur können echte Taucher nicht schrecken.
Zehn Grad Wassertemperatur können echte Taucher nicht schrecken.

600 Teilnehmer aus ganz Deutschland steigen in die kalten des Rheins

Siegfried Becker hat es nicht weit zu den Poller Wiesen. Er lebt in der Südstadt, und als echter Kölner hat der Hobbytaucher drei Flaschen Kölsch an seinem Bleigurt über dem schwarzen Neopren-Anzug befestigt: „Für zwischendurch“. Dass es regnet beim 36. Rheinschwimmen an Christi Himmelfahrt, ist Becker egal. „Taucher haben in der Regel keine Angst vor Wasser“, sagt er schulterzuckend, während er sich die Taucherflossen über die Füße streift. Der zehn Grad kalte Rhein ist für ihn trotzdem ein starker Kontrast zum lauwarmen Wasser des Roten Meers, wo er am liebsten taucht.

Rund 600 Teilnehmer aus Tauchvereinen in ganz Deutschland und den Niederlanden sind am Vatertag zum Rheinufer gekommen, um in einer Stunde die etwa fünf Kilometer lange Strecke bis zum Rheinpark unter der Zoobrücke zu schwimmen. Der Deutsche Unterwasserclub Köln (DUC Köln) feiert mit dem traditionellen Rheinschwimmen sein 50-jähriges Bestehen. Seit zehn Jahren veranstaltet Sebastian Windbichler das Schwimmen und die anschließende Grillparty. „Das Ganze ist ein bisschen wie Karneval“, findet er. „Der Spaß steht an erster Stelle, wobei alle Teilnehmer sich im Wasser natürlich sicher bewegen müssen.“

So darf niemand sich weiter als 50 Meter vom Ufer entfernen, um nicht in die Fahrrinne der Schiffe zu geraten. 35 Mitglieder des DLRG sichern mit sechs Rettungsbooten die Schwimmergruppen ab. „Passiert ist noch nie etwas“, sagt Einsatzleiter Richard Bergsch. Auch er sieht im Rheinschwimmen eine „ruhige, traditionelle Spaßveranstaltung“.

Ein bisschen wie Karnevalisten sehen viele Taucher auch aus: Mit Perücken, Hüten, Trillerpfeifen und unzähligen Luftballons ausgerüstet, ziehen sie ihre Gummianzüge zurecht und sichern ihren Proviant, der meist flüssiger Art ist, in den aufblasbaren, bunten Inseln oder auf den Gummireifen, die sie im Wasser hinter sich herziehen. Die „Bergischen Sporttaucher“ aus Bergisch Gladbach haben aus drei Rettungsringen ein kleines Floß gebastelt. „Es besteht aus drei Modulen“, erklärt Sebastian Roth. „Wir haben ein Fässchen Bier dabei, dann einen CD-Spieler und unsere Kölschgläser.“ Während aus den Musikboxen „Pack die Badehose ein“ ertönt, zurrt sein Kumpel Michael Sahre die Verbindungsschnüre an den Reifen noch mal fest. „Das Ding lassen wir natürlich nicht aus den Augen - allein wegen des Biers.“ Doch es geht nicht nur um eine etwas andere Art, den Vatertag zu feiern. „Für mich ist das Schönste, das Stadtpanorama aus dieser ungewöhnlichen Perspektive zu sehen“, schwärmt Roselore Akyol, die extra aus Aschaffenburg angereist ist. „Und wenn ich kurz vor dem Dom bin, lasse ich mich ein bisschen von der Gruppe abtreiben, um den Blick ganz für mich allein genießen zu können - das ist wirklich wunderschön.“

19.05.2007: Zur Stärkung Kölsch (Kölnische Rundschau)

Prosit: Der Köbes versorgt die Spieler mit neuem Kölsch - alkoholfreies natürlich.
Prosit: Der Köbes versorgt die Spieler mit neuem Kölsch - alkoholfreies natürlich.

Footballer: Derby-Vorbereitung bei Gaffel

twas verloren wirken sie ja schon, die vier muskelbepackten Männer hinten links in der Ecke des Gaffel Hauses. Während die Männer vorne im Lokal vorwiegend den Vatertag genießen und von Cowboys und Indianern singen, bereiten sich die vier Footballer der Cologne Centurions in echt kölscher Umgebung auf das heutige große Derby gegen Rhein Fire vor.

Kevin House und Kevin Curtis, die bereits vor Saisonstart in Köln gelebt haben, sollen ihren beiden Mannschaftskollegen die kölsche Lebensartnäher bringen. Und so wirken John Saldi, 113 Kilogramm schwerer Linebacker, und Jason Hall, die bullige Nummer 94 der Centurions, schwer beeindruckt von der urigen Atmosphäre. „Gerade jetzt ist es wichtig, sich noch einmal bewusst zu machen, um was es am Samstag geht. Wir werden für die ganze Stadt spielen und versuchen, Düsseldorf mit einer Niederlage zurück zuschicken", betont Curtis. Zur Stärkung vor dem Derby ist Kölsch angesagt - alkoholfrei. Trotzdem herrscht eine ausgelassene Stimmung, es wird viel gelacht. Nebenbei berichtet Kevin House, dass der Vatertag in Amerika Mitte Juni ist und die Männer ihn, anders als in Deutschland mit der gesamten Familie verbringen.„Am amerikanischen Vatertag kannst du nicht entspannen", scherzt der 28-Jährige aus Florida, als er gerade das zehnte(!) Zuckerpäckchen in seinen Kaffee schüttet. Beim Essen ist Fleisch Trumpf - jeder der vier hat ein oder zwei prächtige Schnitzel auf dem Teller, gesunder Salat ist eher weniger gefragt. Doch mit dem letzten Bissen wird aus dem 26-Jährigen ein ruhiger Zeitgenosse.

Seine Augen schließen sich und erst nach zwei, drei Minuten nimmt er wieder am Gespräch teil. Stirnbandträger House ist da anders. Lässig trällert er den Klassiker „Been around the world and i,i,i" von Lisa Stansfield. Nach einem deftigen Apfelstrudel als Nachspeise bahnen sich die vier Kolosse ihren Weg nach draußen. Bleibt zu hoffen, dass sie auch heute Abend zielstrebig die Düsseldorfer Endzone finden.

14.05.2007: Kölner Gala-Gäste feiern "Jopie" (Kölnische Rundschau)

Zu Begeisterungstürmen hingerissen hat der 103-jährige Johannes„Jopie" Heesters die mit zahlreichen Weltstars besetzte Unesco-Benefizgala in Köln. Wieder einmal ging er „ins Maxim", trug seinen weißen Schal und nippte an einem frisch gezapften Kölsch. Nach den beiden live und mit sicherer Stimme vorgetragenen Liedern sprangen viele der 1000 geladenen Gäste von ihren Stühlen auf und jubelten Heesters zu, der von seiner Frau Simone Rethel (l.) auf die Bühne begleitet wurde. Der millionenschwere Erlös der von Unesco-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven organisierten Gala fließt in 330 Bildungsprojekte in 91 Ländern.

30.04.2007: Aktionär rettet Dom-Brauerei (Kölner Stadt-Anzeiger)

Der Abriss der Dom-Brauerei an der Altenburger Straße.
Der Abriss der Dom-Brauerei an der Altenburger Straße.

Einen scharfen Absatzrückgang musste 2006 die Dom-Brauerei AG hinnehmen. Während es für alle Kölsch-Brauer im Schnitt nur einen Ausstoßrückgang um 1,3 Prozent gab, brach der Absatz von Dom um weitere 10,1 (Vorjahr minus 5,7) Prozent ein. Beim Flaschenbier betrug der Rückgang 8,4 Prozent, beim Fassbier sogar 11,0 Prozent, teilt das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht mit. Für diese Entwicklung macht das Unternehmen unter anderem die geringe werbliche Präsenz im Handel und den Verlust einiger Gastronomie-Großobjekte (darunter das Dom-Brauhaus auf dem verkauften Betriebsgelände) verantwortlich. Der Getränkeumsatz ging sogar um 12,0 Prozent auf 12,4 (14,1) Millionen Euro zurück. Auch in den ersten beiden Monaten 2007 gab es einen weiteren Absatzrückgang um 6,0 Prozent.

Trotz der miserablen Zahlen weist die Dom-Brauerei AG einen Jahresüberschuss von 2,0 (Vorjahr minus 730 000) Euro aus. Möglich war das aber nur, weil Christian Graf Dürckheim-Ketelhodt für die Vertriebsgesellschaft deutscher Brauereien mbH (VdB) als Mehrheitsaktionär der Dom-Brauerei auf Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von 2,1 Millionen Euro verzichtet und (gegen einen Besserungsschein) Verbindlichkeiten gegenüber zwei Unterstützungskassen in Höhe von 2,2 Millionen Euro übernimmt.

Teuer ist für die Brauerei die Trennung vom ehemaligen Alleinvorstand Walter Baldus, der Ende Oktober 2006 „in bestem Einvernehmen“ - wie es im Geschäftsbericht heißt - aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Neben seinem Gehalt von 208 500 Euro für zehn Monate des Jahres 2006 erhielt er eine Tantieme von 80 000 Euro und zusätzlich 247 000 Euro für die Vertragsbeendigung. Neuer Alleinvorstand bei Dom ist seit einer Woche der bisherige Finanzchef Achim Zweifel, der vom Aufsichtsrat einen Vertrag bis Ende 2009 erhielt.

Obwohl sich die Liquiditätslage des Unternehmens (nach Grundstücksverkauf, dem Vergleich mit dem früheren Alleinvorstand Jochen Köhler sowie einer Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung) entspannt hat, bestehe weiterhin ein „Liquiditätsrisiko“ insbesondere durch die hohen Pensionszahlungen, heißt es im Geschäftsbericht. Jochen Köhler erhält seit Anfang 2007 wieder seine monatliche Pensionszahlung von 10 735 Euro, nachdem diese Zahlung während der gerichtlichen Auseinandersetzungen eingefroren worden war.

Die Geschäftsentwicklung der Dom-Brauerei wird auch vom Aufsichtsrat selbst als „schwierig“ eingestuft. Dennoch hält der Vorstand an seinen Plänen fest, eine neue Produktionsstätte aufzubauen. Seit Jahresanfang 2006 wird das Dom-Kölsch im Lohnauftrag von der Erzquell-Brauerei in Bielstein („Zunft-Kölsch“) produziert.

25.04.2007: Geehrt: Bundesminister Seehofer ist jetzt „Botschafter des Bieres" (Kölnische Rundschau)

Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) hat für ein Jahr einem neuen Ehrentitel: Der 57Jahre alte Politiker wurde von den deutschen Bierbrauern als„Botschafter des Bieres" ausgezeichnet. Seehofer habe in Zeiten von Lebensmittelskandalen die Gesundheit der Verbraucher immer an erste Stellegesetzt, begründeten die Brauer ihre Wahl. Er habe auch. schon einmal augenzwinkernd

vorgeschlagen, Bier in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu nehmen. Prominente frühere Bier-Botschafter waren unter anderem Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und Ex-Sozialminister Norbert Blüm (CDU).

05.04.2007: Einwände gegen Bebauung (Kölnische Rundschau)

Ein Blick über die Schönhauser Straße zur Dombrauerei: Brauhaus und Museum sollen auf jeden Fall erhalten werden.
Ein Blick über die Schönhauser Straße zur Dombrauerei: Brauhaus und Museum sollen auf jeden Fall erhalten werden.

Dom-Gärten sorgen im Bezirk weiter für Diskussionen

Die Pläne zur Umgestaltung des ehemaligen Dombrauerei-Geländes - dort soll das hochwertige Neubaugebiet „Dom-Gärten" mit 350 Stadthäusern Wohnungen, und Gewerbeeinheiten entstehen - waren in den vergangenen Monaten vorgestellt worden. In der Folge gingen acht schriftliche Einwendungen ein, außerdem gab es bei einer Informationsveranstaltung 24 mündliche Einsprüche.

Das Ergebnis der so genannte „Öffentlichkeitsbeteiligung" für das fünf Hektar große Plangebiet im Bereich der ehemaligen Dom-Brauerei beschäftigte zuletzt auch die Politiker: Stadtent- wicklungsausschuss wie Bezirksvertretung nahmen die Pläne ein weiteres Mal unter die Lupe. Der Stadtentwicklungsausschuss möchte eine breitere Grüntangente durch das Plangebiet verwirklicht sehen sowie den Bau eines Spielplatzes. Die Bezirks- vertretung forderte indes in einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und FDP/Kölner Bürger Bündnis zahlreiche weitere Änderungen ein. Im Wesentlichen betreffen sie die Kritikpunkte aus der Bürgerbeteiligung: So wird ein Verkehrsgutachten gefordert, eine Freifläche für den Wochenmarkt, der Erhalt des

Dom-Brauhauses sowie des Biergartens mit Brauerei-Museum, eine Lärmschutzuntersuchung zum Zugverkehr über die Südbrücke und eine Reduzierung der fünf geschossigen Bebauung entlang der Alteburger, Koblenzer und Schönhauser Straße.

Gesamtkonzept überprüfen

Dort soll nach dem Willen der Bezirksvertretung maximal viergeschossig gebaut werden. Auch das Gesamtkonzept will die BV nochmals überprüfen lassen. „Wir wollen keine Insellage", sagte Katharina Welcker (CDU). Die

Umgebung müsse beim Planungskonzept eine Rolle spielen. Und Eli Homann (SPD) mahnte an: „Wir müssen aufpassen, dass die alten Stadtteile lebens- und liebenswert bleiben." Kritisch äußerte sich auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Daniel: „Wir müssen versuchen, das Schlimmste zu verhindern.“

Die Bezirksvertretung stimmte dem Änderungsantrag zu - mit einer Ausnahme: Die Grünen wollten eine Erhöhung der Stellplätzen nicht mittragen. Pro Wohneinheit sind statistisch gesehen anderthalb Stellplätze plus ein halber für Besucher vorgesehen.

22.03.2007: Unser Bier ist die Nummer 1 in der Hofburg (Express)

Kölsch-Fan:Thomas Swieca, Chef des Radisson SAS Media Harbour Hotel
Kölsch-Fan:Thomas Swieca, Chef des Radisson SAS Media Harbour Hotel

Düsseldorfer Hotelier: Ich zapfe nur Kölsch

ie Düsseldorfer Jecken kommen auf den Geschmack. Thomas Swieca (43), der Chef des Radisson SAS, macht den Anfang. Statt Alt-Bier kommt in seinem Hotel Früh-Kölsch aus dem Hahn. Pikant: Seine Herberge ist seit der vergangenen Session sogar Hofburg der „verbotenen Stadt". Wenn’s ums Bier geht, hat Swieca eine klare Meinung: „Ich bin waschechter Kölner und habe außerdem nach der Hotelfachschule als Assistent der Geschäftsführung bei Früh gearbeitet. Kölsch ist mein Bier."

Deshalb war für ihn, als er im September 2005 das Radisson im Medienhafen als Gründungsdirektor eröffnete auch klar: Das kühle Blonde muss aus der Domstadt kommen!

Und es läuft im wahrsten Sinne des Wortes Woche für Woche werden aus Köln die frischen Fässer geliefert. Swieca: „Der Kölsch-Ausschank läuft super. Das leichte Bier passt auch zu der jungen Zielgruppe hier bei uns im Hafen. Alt wird hingegen kaum gefragt."

Wenn ein Gast an der Bar oder im Restaurant auf ein Alt (oder ein Pils) bestehe, dann bekomme er selbstverständlich auch eins, räumt der Hotel-Chef ein. Das gehöre zu einem guten Hotel-Service. Allerdings: Das dunkle Gebräu gibt’s - nicht stilecht - aus der Bügelflasche. In den Minibars auf den Zimmern hat wiederum Kölsch „Hausrecht".

Was sagen nun die Düsseldorfer Jecken zu dem Tabu-Bruch ausgerechnet in ihrer Hofburg? Swieca: „Die sehen das sehr gelassen. Natürlich machen sie ihre Witze. Aber selbst einige von ihnen konnten nicht widerstehen: Sogar Prinz Udo hat Kölsch getrunken!"

Und das hat dem Regenten offenbar auch gut geschmeckt. Im nächsten Jahr, so Swieca, werde sein Hotel wohl wieder Hofburg werden. Für ordentliches Bier ist gesorgt.

19.03.2007: Kölsch fließt auf Oktoberfest (Kölner Stadt-Anzeiger)

Neun Tage blau-weiße Supergaudi versprechen die Veranstalter des Oktoberfestes, das vom 28. September bis 7. Oktober im Festzelt auf dem Neumarkt stattfindet. Das Zelt bietet 3000 Menschen Platz, von den 28 Logen ist bereits mehr als die Hälfte verkauft. Münchner Wiesn-Bier wird es nicht geben, dafür schäumt Kölsch in eigens angefertigten 0,3 Liter Krügen. Das Programm bestreiten unter anderem Brings, Isartaler Hexen, Bruce Kapusta, Limbachtaler Musikanten, die jungen Zillertaler und Marita Köllner. Karten gibt es ab sofort bei Köln-Ticket (0221/2801), in den Kölntotal-Shops und am Flughafen Köln/Bonn. Die Logen sind buchbar bei W.S.B.S. Event (Telefon 02 2l/ 3 68 66 86).

15.03.2007: Bürger hängen am Brauhaus (Kölner Stadt-Anzeiger)

Ungewiss ist die Zukunft des historischen Dom-Brauhauses. Den Bürgern wäre es am liebsten, wenn es samt Biergarten erhalten bliebe.
Ungewiss ist die Zukunft des historischen Dom-Brauhauses. Den Bürgern wäre es am liebsten, wenn es samt Biergarten erhalten bliebe.

Politiker billigen Pläne für die Dom-Gärten mit Änderungswünschen

Auf dem ehemaligen Gelände der Dom-Brauerei entsteht ein neues Wohngebiet. Es soll sich durch die Nähe zur Stadt und viel Grün auszeichnen.

Bayenthal - Eine modernes Wohngebiet mit vielen individuellen Häusern soll es werden, die neue Anlage auf dem ehemaligen Gelände der Dom-Brauerei. Geht es nach dem Bauherren, der „Kölner Dom Gärten Projektentwicklungs GmbH“ (KDG), sollen auf den 44 000 Quadratmetern Fläche 350 Häuser, Wohnungen und Gewerberäume entstehen. Stadtnah und dennoch im Grünen.

Pläne, mit denen sich die Bezirksvertretung Rodenkirchen auf ihrer jüngsten Sitzung einverstanden erklärte. Einstimmig nahmen die Stadtteilpolitiker das Planungskonzept für die Dom-Gärten an, beantragten aber zugleich zahlreiche Änderungen, die Bürger in einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung geäußert hatten. Vor allem der mögliche Abbruch der nicht denkmalgeschützten Dombrauerei ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Zwar hatte der Vorstand der Dom-Brauerei zum Ausdruck gebracht, den Biergarten nebst Museum an der Schönhauser Straße fortzuführen, doch der Erhalt des historischen Dom-Brauhauses ist fraglich. Es sei sehr schwierig, die gewerblich genutzten Gebäude in eine Wohnnutzung zu übertragen, begründete Architekt Herbert Elfers.

Ganz im Sinne der Bürger dürfte hingegen die geplante Begrünung des Areals sein. Die Alteburger Straße, die das Gebiet in einen westlichen und einen östlichen Teil gliedert, soll zur Allee werden, um die „Grüntangente Süd“ fortzuführen, die sich nach Plänen der Stadt künftig von der Bonner Straße bis zum Bayenthaler Rheinufer erstrecken und die südliche Innenstadt begrünen soll. Und auch auf den Tiefgaragen soll, geht es nach der Bezirksvertretung, Raum für die Pflanzung von Bäumen und großen Sträuchern sein. Geparkte Autos werden aus dem Straßenbild verschwinden. Ziel der KDG ist ein weitgehend autofreies Plangebiet, das lediglich von der Feuerwehr, Krankenwagen oder der Müllabfuhr befahren werden darf. Das gibt zusätzlichen Raum für Rad- und Fußwege sowie Spielflächen, die sich Anwohner gewünscht hatten. Städtebaulich soll die im Gebiet bereits vorherrschende fünfgeschossige Bebauung an den Außenrändern des Gebietes aufgegriffen werden, im Innenbereich sieht die KDG zwei- bis viergeschossige Gebäude vor, die in das momentane Bild der vorhandenen Wohnhäuser integriert werden sollen. Den Bürgern sind fünf Geschosse jedoch deutlich zu viel. Sie befürchten ein „zweites Chorweiler inmitten der Stadt“.

03.03.2007: Eine Stütze für Lommerzheim (Kölnische Rundschau)

Das Nachbarhaus in der Deutzer Siegesstraße ist abgebrochen worden, die Gaststätte Lommerzheim musste zur Sicherheit abgestützt werden.
Das Nachbarhaus in der Deutzer Siegesstraße ist abgebrochen worden, die Gaststätte Lommerzheim musste zur Sicherheit abgestützt werden.

Gastronom Päffgen lässt legendäre Gaststätte aufwändig sanieren

Im Hochsommer 2006 ist der alte Herr hochbetagt gestorben, der im Nachbarhaus der Gaststätte Lommerzheim in Deutz lebenslanges Wohnrecht hatte. Anschließend ließ Rudolf Päffgen, der Eigentümer des Hauses wie auch der Gaststätte selbst ist, das Nachbarhaus abreißen. Das aber brachte für Päffgen, der das Gasthaus Lommerzheim sanieren will, Probleme mit sich: „Statisch war es für das Haus Lommerzheim ungemein schwierig. Daran war ja 50 Jahre lang nichts getan worden. Der Aufwand für die Restaurierung ist enorm", bestätigte Päffgen gegenüber der Rundschau.

Die alte Gaststätte bekam vorläufig eine Stützkonstruktion, damit den Bauarbeitern nichts passiert. Denn eines sei klar: „Nicht nur die Fassade bleibt erhalten, sondern auch der ganze Gastraum." Einen zeitlichen Fahrplan könne man allerdings nicht nennen: „Das ist fertig, wenn es fertig ist." Immerhin rechnet Päffgen fest mit einer Fertigstellung und Neueröffnung in diesem Jahr. Über die Person des Gastwirtes, den er für das bekannte Objekt im Auge hat, will er auch weiterhin vorerst schweigen.

02.03.2007: Bierabsatz steigt nach Jahren wieder an (Kölnische Rundschau)

Fußball-WM und heißer Sommer sorgen für Wachstum - Mischungen gefragt

Die Fußball-Weltmeisterschaft und das schöne Wetter haben den deutschen Brauereien 2006 einen kräftigen Schub gegeben. Der Absatz stieg um 1,4 Prozent auf 106,8 Millionen Hektoliter, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Statistikreihe 1997. In den vergangenen Jahren war der Bierabsatz meist zurückgegangen, im Jahr 2005 um 0,5 Prozent.

Biermischungen - etwa mit Limonade oder Fruchtsäften -verzeichneten besonders hohe Zuwächse. So stieg deren Absatz um 17,7 Prozent auf 3,5 Millionen Hektoliter. Insgesamt bleibt der Anteil der Biermischungen aber nur bei 3,3 Prozent. 86 Prozent des Bierabsatzes war für den Verbrauch im Inland bestimmt. Nach Einschätzung aus der Branche ist der Bierkonsum vor allem durch die Fußball-WM und die warmen Sommermonate Juni und Juli gestiegen. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2006 nach einer Schätzung des Deutschen Brauer-Bundes vom Januar diesen Jahres bei 117,8 Liter.

05.02.2007: Kölsches Veedel Berlin (Kölnische Rundschau)

300 Exil-Rheinländer sangen in der Ständigen Vertretung in Berlin 20 aktuelle Karnevalslieder.
300 Exil-Rheinländer sangen in der Ständigen Vertretung in Berlin 20 aktuelle Karnevalslieder.

Loss mer singe in der Ständigen Vertretung: Exil-Kölner bei Tommy Engel zu Tränen gerührt

Als Tommy Engels „Du bes Kölle" aufgelegt wurde und rund 300 Gäste in den Refrain einstimmten, da kullerten bei der Belegschaft der Wilmersdorfer Kölsch-Kneipe Tränen der Rührung. Spätestens jetzt glich die Bundeshauptstadt an der Spree einem kölschen Veedel, wie es ein Berliner Jeck auf seinem T-Shirt stehen hatte. Das Auswärtsspiel der Kölner Satigesgemeinde „Loss mer singe" in der „Ständigen Vertretung" erinnerte zahlreiche Exil-Rheinländer an ihr früheres Leben, als es selbstverständlich war, an jeder Ecke Karneval feiern zu können.

Während viele Kneipenbesucher auf die Textzettel mit 20 ausgewählten Sessions-Lie-dern schauen mussten, sangen die Mitglieder des Berliner Fanclubs „Ostermanns Erben" auch ohne Papier: Sie hatten sich die Texte schon vorher im Internet heruntergeladen und so gut wie auswendig gelernt.

Ob „Uns janze Stadt is en Riesenkamell von Brings, oder „He kütt dr Pittermann" von Martin Schopps: Am Ende waren alle Kölle, Und Tommy Engels’inoffizielles Motto-Lied „Du bes Kölle" lag auch in der Gunst des Berliner Publikums vorne. Die Höhner belegten mit „Da kölsche Pass" den zweiten Platz, was Moderator Georg Hinz schon zuvor vermutet hatte: „Berlin ist für die Höhner stets ein gutes Pflaster. " Auf Rang drei wählten die Spree-Jecken „Schön ist das Leben" von den Paveiern.

Während die Kneipenbesucher beseelt den Heimweg antraten, war die Mission des Loss-mer-singe-Teams noch nicht beendet: Am Gendarmenmarkt statteten sie noch den Gästen des Gaffel-Hauses einen feucht-fröhlichen Besuch ab - Heidewitzka!

30.01.2007: Bier mit Limo kommt gut an (Kölner Stadt-Anzeiger)

Deutsche Brauer erzielen 2006 ihr kräftigstes Wachstum seit 1994

Der schöne Sommer, die Fußball-WM und ein stärkerer Export trugen zum Erfolg bei.

Der Bierkonsum in Deutschland legte im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 196,8 Millionen Hektoliter (je 100 Liter) zu. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Steigerungsrate 2006 war so hoch wie seit 1994 (plus 3,2 Prozent) nicht mehr. In den vergangenen zwölf Jahren war der Bierkonsum in Deutschland insgesamt deutlich zurückgegangen. Angekurbelt wurde der Bierabsatz im vergangenen Jahr durch das lang anhaltende Sommerwetter, die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und den Export.

Besonders positiv entwickelte sich das noch relativ kleine Segment der Mixgetränke, bei denen Bier mit Limonade, Fruchtsäften, Cola oder anderen alkoholfreien Zusätzen vermischt wird. Sie halten am Gesamtbiermarkt zwar nur einen Anteil von 3,3 Prozent, legten 2006 aber um 17,7 Prozent zu. Bei „echtem“ Bier betrug das Plus lediglich 0,9 Prozent, melden die Statistiker.

Krombacher führt

Unter den zehn größten deutschen Biermarken steigerten Spitzenreiter Krombacher und Bitburger auf Platz zwei nach Angaben des Inside-Getränkemarkt-Magazins ihren Ausstoß 2006 um jeweils 2,7 Prozent. Ein noch deutlicheres Plus konnten demzufolge die Marken Beck’s (plus 11,5 Prozent) und Veltins (plus 8,2 Prozent) erzielen. Absatzeinbrüche mussten unter den größten deutschen Biermarken Warsteiner (minus 2,9 Prozent), Radeberger (minus 3,1 Prozent) und König (minus 4,5 Prozent) hinnehmen.

Eine Kölsch-Marke ist unter den Hektoliter-Millionären nicht vertreten. Die größte Marke unter den hellen Obergärigen ist Reissdorf mit gut 660 000 Hektolitern vor Früh und Gaffel mit jeweils knapp 500 000 Hektolitern. Die rund ein Dutzend Kölschbrauereien mit ihren insgesamt gut 20 Kölsch-Marken erzielen einen Gesamtjahresausstoß von 2,5 Millionen Hektolitern - und produzieren damit zusammen weniger Bier als Veltins alleine.

Nicht erfasst in der Inside-Markenliste sind zwei Billig-Bier-Anbieter, die auf dem deutschen Markt mehrere Bier-Marken und -Sorten anbieten. Hierbei ist zunächst der in den vergangenen Jahren stürmisch gewachsene Anbieter Oettinger zu nennen, der 2006 nur noch um rund zwei Prozent zulegte und auf einen Gesamtausstoß von 6,6 Millionen Hektoliter kommt. Das zu Radeberger (der Biersparte von Oetker) gehörende Billig-Segment Sternburg ist insbesondere in den neuen Bundesländern stark vertreten und verkauft insgesamt etwa 1,9 Millionen Hektoliter Bier - mehr als die Hauptmarke Radeberger des Oetker-Konzerns erzielt.

Vor allem wegen des Booms bei den Bier-Mischgetränken rechnet der Deutsche Brauer-Bund auch 2007 mit einem leicht steigenden Gesamtabsatz. Hoffnungen ruhen aber auch auf dem Export. Viele deutsche Brauer hätten den Export in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt, „weil das Inlandsgeschäft so gut lief“, sagt Kai Schürholt vom Deutschen Brauer-Bund: „Jetzt wird das Ausland wichtiger, von China bis Afrika.“

2006 entfielen noch 86 Prozent des gesamten Absatzes auf den deutschen Heimatmarkt. Hier betrug das Plus allerdings nur 0,6 Prozent. Dagegen legten die Ausfuhren von deutschem Bier im vergangenen Jahr viel kräftiger zu: Die Exporte in die EU-Länder stiegen um 6,3 Prozent, in Länder außerhalb der EU wurde sogar 8,5 Prozent mehr deutsches Bier geliefert.

12.01.2007: Auch Wiever wollen Kölsch (Express)

Glücklich mit Kölsch – aber das kriegen unsere Wiever nur im Foyer.
Glücklich mit Kölsch – aber das kriegen unsere Wiever nur im Foyer.

Schluss mit Weinzwang im Saal

Die durstige Diskussion um Kölsch im Saal geht in die nächste Runde: Jetzt fordern auch die jecken Wiever ihr Recht auf süffiges Obergäriges ein. Bislang gibt es nur auf der Herrensitzung die Ausnahme vom Weinzwang.

"Bei einer Sitzung geh’ ich im Schnitt alle 40 Minuten raus ins Foyer – ein Kölsch zischen. Auf unserem Tisch steht eine Flasche Wasser, für die Stimmung reicht mir das nicht. Und Wein ist ja unbezahlbar“, meint Hanne Spitzer (48), die mit sechs anderen Freundinnen bei der Blaue-funken-Mädchensitzung im Gürzenich feiert.

Hanne: „Das ist ungerecht. Wieso ist Kölsch auf Herrensitzungen möglich, bei uns Frauen aber nicht?“

Karneval, die Männerdomäne – auch beim Kölsch! Weil Mann (99 Prozent der Gesellschaften werden vom starken Geschlecht gelenkt) nicht daran denkt, dass Frau nicht nur Wasser und Wein schlürfen möchte.

Bürgergarde-Boss Markus Wallpott: „Vielleicht ist das ein Vorurteil, aber Frauen trinken lieber Wein und Prosecco, oder?“

Weit gefehlt – bei den Saalkellnern sind gerade die Damen für ihre Trinkfreudigkeit an der Theke bekannt. Und da gibt es ausschließlich Kölsch.

Besucherin Anja Leis (36): „Die Latscherei nervt. Ich verpasse die Hälfte des Programms. Aber Wein stillt keinen Durst auf Dauer.“ Sieht Doris Oebel (36) auch so: „Wir wollen auch Fässchen, wir wollen auch Kölsch.“ Der Wiever-Ruf nach Kölsch wird immer lauter…

10.01.2007: In Spendierlaune (Kölnische Rundschau)

Großzügig: Gerald Köble, Wirt des Kölner Wirtshauses Spitz (v.l.), und Wilfried Schwab von der Privatbrauerei Gaffel überreichten den Scheck an Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen.
Großzügig: Gerald Köble, Wirt des Kölner Wirtshauses Spitz (v.l.), und Wilfried Schwab von der Privatbrauerei Gaffel überreichten den Scheck an Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen.

Etwas abgeben, wenn es gut läuft - das ist für die Privatbrauerei Gaffel selbstverständlich. Und so zeigte sich der Kölner Brauer auch in diesem Jahr großzügig und spendete der Altenhilfe 7000 Euro. Wilfried Schwab von der Geschäftsleitung Vertrieb und Controlling der Brauerei und der Kölner Wirt Gerald Köble überreichten den Spendenscheck an Rundschau-Herausgeber Helmut Keinen. Damit gehört die Gaffel-Brauerei seit Jahrzehnten zu den treuen Spendern. Dabei hat Gaffel, wie die Brauerei mitteilt, ein sprunghaftes, wenngleich auch erfolgreiches 2006 hinter sich. Den heißen Monaten Juni und Juli mit der Fußball-WM folgte ein verregneter August. Doch die WM habe alles überstrahlt. Mit dem WM-Geschäft, aber auch mit dem Jahresabschluss sei die Gaffel-Brauerei zufrieden.

07.01.2007: Brauerei zeigte sich großzügig (Kölnische Rundschau)

Einen weiteren Beweis ihrer Großzügigkeit hat die Gaffel-Brauerei gleich zu Beginn dieses Jahres geliefert: Gaffel-Mitinhaber Johannes Becker erhöhte die Spende, mit der das Unternehmen die Rundschau-Altenhilfe DIE GUTE TAT traditionell bedenkt, auf 7000 Euro. Im Gaffel-Haus am Alter Markt überreichte er den Scheck an Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen, der sich im Namen der bedürftigen Menschen, denen das Geld zugute kommt, herzlich bedankte. Die Gaffel-Brauerei Becker & Co. ist der Altenhilfe seit Jahrzehnten eng verbunden.

Sie eröffnet dort ein neues Brauhaus. Mit der Fertigstellung sei frühestens Ende September zu rechnen, so Thomas Deloy, Produktmanager des Unternehmens. Dann wird es nicht nur das Brauhaus sondern auch einen Biergarten in exponierter Lage geben: auf dem Bahnhofsvorplatz mit Blick auf den Dom.

05.01.2007: Auch ein Fass Kölsch auf dem Altar (Kölnische Rundschau)

Festkomitee feierte Sessionsstart mit Kardinal Meisner im Dom

Auf großes Echo ist gestern Abend das Angebot an die Karnevalisten gestoßen, den Beginn der Session mit einem Pontifikalamt im Dom zu feiern. Zahlreiche Mitglieder von Karnevalsgesellschaften, Vertreter von insgesamt 38 Erwachsenen- und Kindertanzgruppen, unzählige Standartenträger, aber auch andere Kölner Bürger hatten sich im Dom versammelt, um mit Kardinal Meisner die heilige Messe zu feiern. Auch OB Fritz Schramma folgte der Einladung.

Auf vielfältige Weise wurden die Karnevalisten in das Messgeschehen einbezogen. So übernahm Festkomitee-Chef Markus Ritterbach die Lesung über die „Kinder Gottes“ (1. Johannesbrief), Kollegen sprachen die Fürbitten, darunter das kommende Dreigestirn, wobei Prinz Jacky I. für die Menschen betete, die „in diesem Dom ihren Dienst versehen für die Menschen: Schenke ihnen Freundlichkeit und Geduld und lohne ihnen einst ihr Mühen“.

Selbst die Verwendung der Kollekte bestimmten die Karnevalisten in eigener Regie. Das Geld kommt dem Projekt „Villa Kunterbunt" der Kölner Uniklinik zugute, in dem psychisch erkrankte Kinder behandelt und unterrichtet werden. Schließlich waren auch die Geschenke zur Gabenbereitung durch und durch kölsch: unter anderem eine Festkomitee-Kappe, ein Orden, Muuze als Symbol des kulinarischen Köln und ein Fässchen Dom-Kölsch.

Auf das Kölsch ging auch Kardinal Meisner in seiner Predigt ein. Von seinem Wesen her sei der Karneval mit dem Evangelium Christi gleichsam blutsverwandt, „lebt doch der Humor, der Mutterwitz, von dem Humus, also der Muttererde des Evangeliums“. Muttererde bedeute fruchtbares und fruchtbringendes Erdreich, von dem der Mensch leben kann. Sie gebe es in jedem Menschen, „weil doch jeder Mensch bestimmt ist zum Wachsen, zum Reifen und Fruchttragen“. Zur Fruchtbarkeit gehöre auch etwas Feuchtigkeit dazu, was ursprünglich das Wort Humor bedeute. „Hier muss man nicht gleich ans Kölsch denken.“ Die Frucht des Humors sei die Menschenwürde. „Achtung vor sich selbst und Achtung vor dem anderen ist das Ergebnis unseres Glaubens an die Menschwerdung Christi. Das ist der große Rahmen, in dem sich der Kölner und der rheinische Karneval abspielen sollten.“ Statt mit „Amen“ schloss Meisner mit „Kölle Alaaf!“.

05.01.2007: Ein Bild für die Götter (Kölner Stadt-Anzeiger)

„Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde„ überreichen vor der Wandlung Gaben wie ein Fässchen Kölsch.
„Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde„ überreichen vor der Wandlung Gaben wie ein Fässchen Kölsch.

Gänsehautstimmung pur war das, als Standartenträger und Tanzpaare in den Dom einzogen. Zum ersten Pontifikalamt als Start in die Session in der Geschichte der Hohen Domkirche kam wie erwartet eine große, bunte Masse. Karnevalisten erschienen im Kostüm zum Gottesdienst. Ein „Bild für die Götter“ waren auch das kleine und große Dreigestirn nebeneinander in einer Bank. Um der Kleiderordnung im Dom zu entsprechen, trugen Funkemariechen Capes und lange Stiefel zu ihren kurzen Röcken. Für alles andere wäre es auch zu kalt gewesen.

Die „Fastnacht“ entstand als Freudenfest, ehe der Ernst der Fastenzeit beginnt und die Länge einer Session richtet sich nach dem Oster-Termin. So predigte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner unter dem Motto „humus, humor, humanitas“ über die Wurzeln des Humors. „Karneval ist in der Kirche Christi geboren und bleibt nur Karneval, wenn er mit dem Kirchenjahr verbunden bleibt“, sagte er. Die Muttererde (Humus) sei tiefer Glaube an den „lebendigen Gott“. Wer Humor haben wolle, „der muss über den Dingen stehen, auch über sich selbst, indem er sich selbst auf den Arm nehmen kann“. Humor sei nicht käuflich und drücke sich in Lächeln, nicht Grimassen aus. Dann sei Humanität das Ergebnis. Jeder sei „von Gott“. An diese Auszeichnung reiche kein Orden heran. „Achtung vor sich selbst und Achtung vor dem anderen“ als Ergebnis des Glaubens sei der Rahmen, „in dem sich der Kölner und der rheinische Karneval abspielen sollte“. Festkomitee-Präsident und Ideengeber Markus Ritterbach trug die Lesung des Tages aus dem Ersten Brief des Johannes („Meine Kinder, lasst euch von niemand in die Irre führen! . . .“) vor. In den Fürbitten - gesprochen vom großen Dreigestirn - wurden auch die bedacht, die im und am Dom arbeiten sowie die Kinder und Jugendlichen, die sich im Schulkarneval engagieren. Auf Wunsch des Festkomitees kommt die Kollekte der „Villa Kunterbunt“ der Uniklinik für psychisch erkrankte Kinder zugute.

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de