Kölnische Bierwirtschaften um 1900

Bier-, Wein- und Kaffeewirtschaften erfreuen sich in Köln einer großen Blüte und sind zahlreich vertreten, obgleich andererseits von einem Überfluß besonders großstädtischer Lokale hier nicht gesprochen werden kann. Den größten Anteil bilden die sogenannten Kölnischen Bierwirtschaften, durchschnittlich Häuser, welche nach uralten Überlieferungen heute noch eingerichtet sind, und in welchen Bürger aller Stände friedlich neben einander verkehren. Das Getränk, welches in diesen Wirtschaften zum Ausschank kommt, ist ein besonderes Kölnisches Bier, leicht, obergärig gebraut, mit vorherrschendem Hopfengeschmack, besonders im Sommer erfrischend zu trinken und gewiß noch so beschaffen, wie es unsere Väter vor Hunderten von Jahren tranken. Wie schon bemerkt, knüpfen diese Kölnischen Wirtschaften alle in Einrichtung und Betrieb an alte Überlieferungen an, weshalb sie ziemlich gleichartig sind und eine den Typus, welcher in dem beistehenden Grundrisse festzustellen versucht wurde, für alle gibt.

Auch ist die fotografische Aufnahme eines noch erhaltenen Vorflures einer Wirtschaft am Frankenwerft Nr. 3 dargestellt, welche aus dem 17. Jahrhundert stammt und noch ganz erhalten ist. Man tritt von der Straße in einen Vorraum, in welchem sich das hauptsächlichste Geschäft abwickelt. Hier wird das Bier für die ganze Wirtschaft vom Fasse verzapft; hier laufen die Bediensteten der Nachbarn vor Essenszeit in Scharen heran, um den Mittags- oder Abendtrunk zu holen; hier werden die Stehschoppen getrunken, und hier müssen alle Gäste passieren, um in die Wirtschaftsräume zu gelangen, sofern sie es nicht vorziehen, in dem Vorraume gleich Platz zu nehmen, oder in der oft abgesonderten, hinter oder gegenüber der Theke gelegenen sogenannten "Härestuff" (Herrenstube) sich niederzulassen. Der so wichtige Vorraum steht den ganzen Tag unter Aufsicht des Wirtes, zu welchem Zwecke zwischen dem Vorraume und dem großen Wirtschaftszimmer ein Sitz, die sogenannte "Theke" angeordnet ist, welche zugleich als Kasse dient, und nach außen mit einem schrankartigen, meist runden Glasabschluß versehen ist. Der Theke gegenüber befindet sich die "Schänk" (Schenke), der Platz, wo die kleinen Fässer, das "Gemöß" (Gemäß) und die kupfernen Spülkübel aufgestellt sind.

Befindet sich die Wirtschaft in einem alten Hause, so hat der Vorplatz häufig ein sehr malerisches Gepräge; der Raum ist meist hoch, so daß die dahinter liegenden Gelasse in der Höhe nochmals geteilt sind und so das bekannte Kölner "Hängestübchen" entsteht, zu welchem und den oberen Geschossen dann häufig eine im Raume liegende schöne Wendeltreppe führt. Eine Madonna, davor ein "Ewiges Lämpchen", etliche alte Bilder und Krüge etc. schmücken das Ganze mitsamt der alten geputzten Balkendecke oft aufs Anziehendste. Die Bedienung der Gäste findet in diesen Wirtschaften durch die Brauknechte und Lehrlinge, Zapfjungen genannt, statt. welche durch ihre eigenartige Gewandung, gestrickte blaue Jacke mit kurzer, um den ganzen Leib gehender blauer Schürze, ebenso typisch sind wie die Wirtschaften selbst. Die Zeichen zum Zapfen gibt die in der Theke hängende Schelle, die bei starkem Verkehr daher gar nicht zur Ruhe kommt und an welche man sich erst gewöhnen muß. Häufig schließt sich an den Betrieb der Schenke gleich die Brauerei, die, meist klein von Dimension, in ursprünglichster Brauweise den Bierbedarf zu decken sucht; indessen gibt es unter den Kölnischen Brauereien auch solche, welche in großartiger Weise angelegt sind und große Mengen Bieres in die Umgegend versenden.

Fritz Hönig gibt in seinen Skizzen aus dem Kölner Leben, abgedruckt in der Festschrift zur 21. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure, eine launige Schilderung des Verkehres in Wein- und Bierwirtschaften, welche wir hier zum Teil wiederholen. Das alte Köln war reich an Schenklokalen, in denen seine lebenslustigen Einwohner stets fröhliche Kumpane trafen, um nach getaner Arbeit den Abend gesellig zu verbringen.

Viele dieser Wirtschaften haben sich noch bis in die neueste Zeit erhalten, und verdient die originelle Art einiger ihrer Benennungen hier angeführt zu werden. So hieß es z. B. "Em leckere Mümpfelche", "Em lange Gang", "Em Zuckerpuckel", "En der iwige Lamp", "Em Weihkessel" u.s.w., Namen, welche teils die des Hauses sind (denn im Mittelalter hatte jedes größere Haus eine besondere Benennung) oder die durch irgend eine Absonderlichkeit des Wirtes, z. B. "Em decken Tommes", durch einen guten Witz oder ein sonstiges Ereignis in der Wirtschaft entstanden waren, z.B. "Em Bleche Dragoner", "Em dreckelige Kochlöffel" etc. Die Lokale waren durchgehend in der primitivsten Weise ein gerichtet. Die meisten derselben hatten weißgescheuerte hölzerne Tische, Bänke und Stühle, an denen, wie man zu sagen pflegte, die harte Seite nach oben lag.

Die Wirtsstuben der Brauer hatten eine besondere Einrichtung, wie man sie wohl anderswo wenig vorfindet. Gleich neben der Tür des Gastzimmers befand sich ein großer zweisitziger Glaskasten, der meist zur Hälfte in den Hausflur hineinreichte und dem Brauer und dessen besserer Hälfte als Unterkommen diente, um, von einem etwas erhöhten Sitze aus, sowohl den Ausschank im Vorflur als auch die ganze Wirtsstube überschauen zu können. Dieser sogenannten Theke zunächst hatten meistens die Stammgäste, die manche Vorrechte genossen, ihren bestimmten Tisch. Der Brauer sowie seine Burschen und Schenkjungen erschienen in gestrickten wollenen Jacken und blauen Schürzen. Auf die stets bereite Frage des Zapfjungen: "Wat es gefällig, ihr Häre"? folgten der Gäste stereotype Antworten: "E Glas Wieß, Jung"! - oder "Halv un Halv"! und "E Röggelche met Kies"! Warme Speisen gab es in diesen Loka1en nicht.

Ein ganz besonderes Ereignis im Brauhausleben war alljährlich der Anstich des Märzbieres. Jeder Bierkenner machte zu dieser Zeit eine Rundreise durch das heilige Köln, um festzustellen, wo das beste heurige Lagerbier zum Ausschank kam, und mancher Brauer mußte das strafende Urteil hinnehmen: "Dat Gesöff soll mer keinem Esel en et Ohr schödde"! Der Brauer, welcher es jedoch über sich gewinnen konnte, seinem Pumpenwasser nicht allzu reichlichen Lauf in die Braupfanne zu lassen, dagegen Malz und Hopfen dem Sud in richtigem Verhältnisse zu gönnen, durfte auf so reichlichen Zuspruch rechnen, daß er vorzeitig genötigt wurde, dem Lagerbierbestände durch Beimischen von frischem Gebräu oder durch eine Naturalanleihe bei seinem weniger glücklichen Zunftgenossen eine längere Dauer zu verschaffen.

An Kirmestagen und bei anderen festlichen Gelegenheiten, besonders zu Neujahr wurden den Gästen "Zitroneschievcher un Beschot" (Muskatnuß) zum Biere gereicht, wofür dem Schenkungen ein Trinkgeld zufiel. Der Wirtshausbesuch beschränkte sich beinahe ausschließlich auf die Männerwelt, denn der Kölner Bürger handelte nach dem Sprichwort: "Wer sing Frau leev hät, liet se zo Hus un brängk se nit en et Gedräng". Es ist als eine Errungenschaft der neuesten Zeit zu betrachten, daß man den Frauen und züchtigen Jungfrauen den Besuch der Wirtschaften vergönnt. (Der Besuch der Bierwirtschaften ist jedoch in der Regel nur an Sonn- und Feiertagen seitens der Arbeiter und kleinen Handwerkerfamilien üblich.) Der Grund für den Ausschluß des Weiblichen mochte wohl zum Teil in der Beschaffenheit der betreffenden Lokale zu suchen sein, welche sich nicht zum Besuche von Damen eigneten. Die niederen Stuben, die mit Tabakrauch gefüllte Atmosphäre, die allgemeine lebhafte Unterhaltung, insbesondere die burschikosen Witze der Stammgäste machten den Aufenthalt in den Wirtsstuben für das zartere Geschlecht zur Unmöglichkeit. Dafür ging die Lust um so höher in den Familien her, deren Zusammenkünfte stets das Gepräge der größten Gemütlichkeit trugen. Als eine besondere Eigentümlichkeit verdient bemerkt. zu werden, daß man sich früher, selbst in den besten Bürgerklassen, fast ausschließlich in Kölner Mundart unterhielt, ein Gebrauch, der sich teilweise noch bis heute erhalten hat.

23.04.2012: Zum Weltwassertag - Dat Wasser vun Kölle is Kölsch

21.03.2012 - 21:30 Uhr


Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.

Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.

Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!


Quelle: www.express.de

22.03.2012: Wer braut wo und wieviel in Westfalen: Der große Bier-Atlas

19.03.12 00:08h


NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).

BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.

Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.

Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).

Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?

Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”

Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”

Also, eine bierselige Zukunft?

„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”

Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)

Mehr aktuelle News aus Ruhrgebiet und Umgebung lesen Sie hier auf ruhrgebiet.bild.de.

Quelle: www.bild.de

22.03.2012: Bierseminare in Rhein-Sieg - Heute mal Kakaobier statt Kölsch

09.03.12 12:18h


Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.

Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.

Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.

Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".

Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.

Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...

Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.

Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).

Quelle: www.rundschau-online.de

22.03.2012: Kölschfest - Kölsch ohne Ende

03.02.12 17:44h


Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.

Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.

Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.

Quelle: www.rundschau-online.de

01.03.2012: Neues Leben im alten Bahnhof

05.02.12 15:49h

Von Christel Thiemann


Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.

Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“

Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“

Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.

Quelle: www.ksta.de

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de