Der Siegeszug des Kölsch

von Hans Sion

1. Von der kleinen Haus- zur Hightec-Brauerei


Bierkultur im Rheinland gibt es seit vielen Jahrhunderten. Doch das Bier von heute, das National- getränk der Kölner und ihrer Umlandbewohner, ist in der heutigen Form, sowohl was Qualität und Konsistenz angeht ein relativ junges Produkt. Denn mit dem Bier, was einst die erfinderischen Mönche brauten ist es nicht zu vergleichen. Zwar verstanden sie es, die Brautechnik nach und nach immer mehr zu verbessern, aber erst mit der Zeit entwickelte sich das städtische Leben und es entstanden die professionellen Zünfte mit ihren religiösen Abteilungen, den Bruderschaften. Anstatt Hefe benutzten die Brauer damals zum Gären die natürliche Luftgärung und gewürzt wurde mit einer Kräutermischung, der sogenannten "Grut", die das Bier haltbarer machen und geschmacklich verfeinern sollte. Etwa nach erst 1500 hält der Hopfen Einzug ins Kölner Braugewerbe. Bis in die 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts tut sich dann technisch nichts und in den Kölner Stadtmauern brauen so um die hundert Hausbrauereien still vor sich hin. Mit der Französischen Revolution wehte ein frischer Wind durch die lange Zeit geistig und wirtschaftlich verkrustete Gesellschaft, neue Ideen bringen Veränderungen auf allen Gebieten. Dann bricht der Sturm der Industrialisierung los: Es werden bahnbrechende Erfindungen gemacht, die das gesamte Braugewerbe revolutionieren. Dampfmaschine, Eisenbahn, und Kunsteiskühlung erlauben die Herstellung von Bier in großen Mengen. Doch die neuen Großbrauereien setzen auf die damals bevorzugten untergärigen Biere, wie Pils und Export. Diese Sorten werden um die Jahrhundertwende von fünfzehn Großbetrieben in der Stadt Köln und ihren Vororten produziert. Viele der kleinen Hausbrauereien überleben diesen Prozeß nicht. Von ehemals 100 sind 1907 nur noch 57 übrig. Aber auch durch diesen Aderlaß ist die Sorte Kölsch nicht zu erschüttern. Im Gegenteil, das obergärige jetzt "blanke" Kölsch, - inzwischen sind auch leistungsfähige Filteranlagen erfunden - findet immer mehr Freunde unter den Kölnern und ihren Gästen, ohne jedoch die untergärigen Sorten zu gefährden. Langsam, aber sicher erarbeitet sich das obergärige Kölsch, dank seiner geschmacklichen Attraktivität und Konsumenten-Nähe, wieder einen festen Platz im Kölner Biermarkt. Doch die Wirren des 2. Weltkrieges mit seinen Bombennächten dezimierten die Zahl der Kölner Brauereien auf ganze zwei im Jahre 1946. Doch dann begann ein Siegeszug ohne Beispiel. Die Zahl der Kölsch-Marken stieg wieder auf 24. In hochmodernen, aber auch in traditionellen Anlagen werden heute jährlich über drei Millionen Hektoliter Kölsch gebraut, das nun in und um Köln den Biermarkt beherrscht. Die Markenidee einer obergärigen, hellen und leicht bekömmlichen Bierspezialität hatte sich durchgesetzt: Kölsch in seinem 0,2 I Glas, der zylindrisch hohen, typischen Kölsch "Stange", blankes, pures Gold mit einer weißen, sahnigen Schaumkrone. Da lacht das Herz des Bierfreundes. Ob vom Faß oder aus der Flasche, Kölsch ist heute immer dabei. Ob im Karneval, ob in gemütlicher Runde oder beim Empfang von Königen und Präsidenten durch den Oberbürgermeister, man trinkt Kölsch mit Genuß - und aus Überzeugung. Es war ein langer Weg vom Meth, dem Anfang der Kölschen Bier-Entwicklung, bis an den weißgescheuerten Brauhaustisch von heute. Da bringt dann der Köbes ein frisch gezapftes, blankes Kölsch einem durstigen Gast zum Feierabend im Bräues oder der Szene-Wirt dem Touristen zum Wochenende in der Kneipe.


2.Die Kölsch-Konvention – oder Einigkeit macht Kölsch


Kölsch braut man da, wo man es auch spricht. Nämlich in Köln und seiner näheren Umgebung. Diese heimische Bier-Spezialität darf nur hier und nirgendwo anders hergestellt werden. Und das hat seinen guten Grund: Die Kölsch-Konvention. Schon sehr früh erkannten die Kölner Brauer die Zeichen der Zeit und schufen sich eine Wett-bewerbsregel, der sich alle Kölschbrauer freiwillig unterwarfen. Am 6. März 1986 unterzeichneten die Chefs der anwesenden 24 Kölsch-Brauereien feierlich im Beisein des Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger im Festsaal des Hotels Excelsior dieses für Köln und das Kölsch so wichtige Dokument. Begonnen hatte der weitsichtige Verbands-Vorstand bereits im Jahre 1963, als er durch das Landgericht Köln feststellen ließ, daß Kölsch nicht nur den Biertyp, sondern auch das Herkunftsgebiet auswies. Der zweite Schritt folgte 1 980. Siebzehn Jahre brauchte das Oberlandesgericht Köln, bis es sich der Auffassung der Vorinstanz anschloß. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. 1981 faßte der Kölner Brauerei-Verband den Beschluß, eine Konvention ausarbeiten zu lassen und setzte die in mühsamer Kleinarbeit ausformulierte Konvention bei allen Mitgliedern durch. 1985 wurde sie im Bundesanzeiger veröffentlicht und anderen Verbänden zur Prüfung vorgelegt. Es gab keine Einwände, und so wurde die Kölsch-Konvention am 29. Januar 1986 vom Bundeskartellamt anerkannt und durch die von allen Kölner Brauern geleistete Unterschrift am 6. März 1986 rechtswirksam. Im einzelnen legt der Inhalt (unter anderem) folgende wichtige Punkte fest: Kölsch wird nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut und das nur in dem ausgewiesenen Gebiet (Kölner Stadtgebiet und einige Umland-Brauereien). Kölsch ist ein obergäriges, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes Vollbier und die Stange soll das einzige, gebräuchliche Kölsch-Glas sein. Ein Ausschuß wacht über die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen, und ein Schiedsgericht entscheidet in Streitfragen. Soweit die trockenen, aber wichtigen Fakten. Doch die Konvention stellt für den Konsumenten klar, daß er jederzeit und von welcher Marke auch immer ein ganz spezielles, gleichbleibend gutes Bier erhält. Diese Garantie gibt es außer beim Kölsch nur noch bei Champagner, Bordeaux und Chianti. Die Fachleute und Bierexperten bezeichnen den Kölsch-Geschmack als leicht herbes Bier mit aromatischem Bittergeschmack bei einem Stammwürzegehalt von 11-13 %, der einen Alkoholgehalt von 4 % ergibt. Dem echten Kölsch-Freund ist das alles vielleicht ein wenig zu akademisch und er verläßt sich eher auf seine eigenen Geschmack. Trotz Kölsch-Konvention wird es immer Leute geben, die anderer Meinung sind - und das ist gut so. Denn Bier ist ein lebendiges Nahrungsmittel, das Gott sei Dank nicht immer gleich ausfällt. doch immer gleich gut schmecken soll.


3.Die "Kölschlandschaft" – oder Bier braucht Heimat


Vorab: Nichtkölner halten jeden, der mehr oder weniger stark "rheinisch" spricht, für einen Enkel des verstorbenen Willy Millowitsch, der das ganze Jahr mit Pappnase und Pritsche durch die Gegend läuft. Doch die Kölner sind zwar lustig und feiern gern, dazwischen jedoch liegt viel harte Arbeit, welche die Stadt Köln und sein Umland zu einer der attraktivsten Wirtschaftszonen Europas gemacht haben. Doch wie so oft im Leben stimmt da nur die Hälfte. Auch das Verbreitungsgebiet von Kölsch-Bier ist schwerer zu definieren, als es auf den ersten Blick scheint. Man kann es etwas umständlich so erklären: Es geht von Südrhein-Westfalen bis Nord-Rheinland-Pfalz. Im normalen Sprachgebrauch würde man sagen: Vom Niederrhein bis Neuwied und von Aachen bis zum Westerwald. Natürlich gibt es häufig auch da Kölsch, wo viele Kölner Urlaub machen. Auf Sylt und in Südtirol, in Bayern und auf den Balearen. Manche Kölschbrauer meinen, das müßte so sein. Nur auf Hawai, da gibt es noch immer kein Kölsch - und das muß auch nicht sein. Doch viele unserer holländischen, belgischen und anderen Nachbarn wissen das Nationalgetränk der Kölner sehr wohl zu schätzen, und wer einmal eine japanische Messegruppe im Brauhaus erlebt hat, der braucht sich um das Ansehen des Kölsch-Bieres in Fernost keine Sorgen mehr zu machen.

Sonst aber hat der alte Brauerspruch: "Bier braucht Heimat" besonders in Köln seinen Sinn, denn wie der Genever am besten in Holland und Fisch am besten am Meer schmeckt, so gehört auch zum Kölsch-Genuß ein Blick auf die Domtürme oder wenigstens eine ferne Ahnung davon. Kölsch wird aber vor allem in Köln getrunken, aber eben nicht nur dort. Diese obergärige Bier-Spezialität ist in der großen europäischen Bierfamilie eine ganz eigenständige Sorte, die auch ein ganz eigenständiges Verbreitungsgebiet hat, das sich manchmal der allgemeinen Logik entzieht. Es gibt da historische, sprachliche, und politische Aspekte, aber auch das Brauchtum und der Sport spielen eine Rolle. Selbst im freundlich befeindeten Düsseldorf macht das Kölsch erste Gehversuche. Doch auch der Kölner Karneval scheint eine gewisse Rolle zu spielen, obwohl man da schon die Altbiertrinker miteinbeziehen müßte, und dann wird die Sache wieder sehr ungenau. Bei der Religion wird die Angelegenheit dann wieder konkreter. Die Erzdiözese Köln und das Bistum Aachen sind fest in "Kölscher" Hand, obwohl sich an den Rändern dieses Territoriums auch die "Altbier-Brauer" ihr Quantum abzapfen.

Betrachtet man das Kölsch-Gebiet nach marketing-orientierten Gesichtspunkten, so ergeben sich drei unterschiedliche Regionen. Die erste ist das Kölner Stadtgebiet mit etwa 90 %, das weitere Einzugsgebiet, die Umlandkreise Bergheim, Grevenbroich (teilweise), Bonn, Rhein-Siegkreis, Gummersbach mit etwa 50 % Sortenanteil und drittens das Gebiet um Krefeld, Aachen, Düren, Euskirchen mit etwa 25 % Sortenanteil.


4. Die Markenvielfalt


Ausgeprägtestes Merkmal der heutigen Kölsch-Bierlandschaft ist die Vielzahl an geschmacklich und werblich verschiedenen Markenangeboten. Da gibt es insgesamt etwa 20 Kölsch-Marken, die alle ihre Kunden finden. Sie tragen dazu bei, daß der Name Kölsch im ganzen Land einen guten Klang hat. Der ständige harte Wettbewerb fördert die Kreativität und zwingt die Hersteller zu immer neuen Aktivitäten. Diese Situation ist in der ganzen Bierwelt einmalig und erregt die Bewunderung und das Interesse der gesamten Branche. In Zusammenhang mit der historisch gewachsenen Kölner Brauhaus-Kultur, dem Paradestück der Sorten-Präsentation bilden die einzelnen Marken, alle nach spezieller Rezeptur gebraut, ein eigenes Profil. Der Kölschfreund dankt es mit großer Markentreue. Eher wechselt man die Partei als die Kölsch-Marke. Diese Vielfalt hat ihre historisch bedingten Wurzeln in der eigenständigen Entwicklung der Kölner Brauereien im Laufe der letzten 100 Jahre. Nirgendwo gab es so viele kleine Hausbrauereien wie in Köln. Im Brauer-Kataster, einer Liste mit den Registrierungen aller Kölner Brauereien, hat es in Köln und seinen Vororten seit dem Jahre 1838, dem Beginn der Aufzeichnungen, 361 Braustätten gegeben, die im Durchschnitt fünfmal im Laufe ihres Bestehens den Besitzer wechselten. Das heißt im Klartext, in den letzten 160 Jahren gab es hier etwa 1800 verschiedene Brauereien. Doch diese Zahlenspielereien sagen im Grunde wenig aus über die Qualität und den Standard der heutigen Kölsch-Brauereien und ihr Produkt. Denn aus diesem doch sehr unordentlichen, durch Krisen, Krieg und Kapitalmangel immer wieder durcheinandergeschüttelten Markt ist heute eine blühende Bier-Landschaft entstanden. Die Einigkeit der Kölner Brauer, die sich in der Kölsch-Konvention auch juristisch dokumentiert, hat diesen neuen Markt geschaffen. Die Vielfalt der Marken als Angebot an den Konsumenten hat sich als äußerst wirksame Mar-keting-Strategie erwiesen, wenn auch hier der Zwang zur Konzentration seine Spuren hinterlassen hat.

Ein weiterer Vorteil ist mehr ästhetischer Natur. Viele Marken erfordern auch eine Konzentration von guten Markenausstattungen und intensivem Werbeaufwand. Immer neue Etiketten, Bierdeckel, Werbegeschenke, witzige Plakate und Slogans wetteifern um die Gunst des Kunden. Eine ständige Herausforderung an Produkt-Manager und Kreative. Man kann dies im Straßenbild unserer Stadt täglich in Augenschein nehmen. In den letzten Jahren ist außerdem eine ständige Vergrößerung des Anteils an Public Relations zu bemerken. Die Kulturstadt Köln wäre ohne das Engagement der Kölsch-Brauer wesentlich ärmer. Ob Karneval oder Klassik, Jazz, Rock, Pop, Theater, Kleinkunst, Literatur oder die bildenden Künste, modernes Mäzenatentum in Form von sich gegenseitig befruchtender Kooperation ist immer dabei. Das hilft der Kunst - und dem Kölsch. Aus dem historischen Fundus dieses Jahrtausende alten Kultur-Getränks ist ein modernes Produkt der Konsumgesellschaft geworden, das trotzdem nichts von seinem Charme und seiner Attraktivität verloren hat. Die Kölsch-Markenvielfalt leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de