Brauhaus "Zum Kranz"

Die Brauhäuser gehören zu Köln, wie das Kölsch zum "Halven Hahn", wie der Dom, der Klüngel und der Karneval. Ihre Zahl geht seit ihrer Entstehung im frühen Mittelalter bis heute in die Hunderte und die Namen sind so vielfältig wie originell. Manche kommen und gehen, wieder andere bleiben und einige, lange vergessene Brauhäuser werden viele Jahre später wiederbelebt. Eine solche "historische Wiederbelebung" ist das neue PETERS BRAUHAUS in der Mühlengasse Nr.1 direkt am Alter Markt. Hier im Schatten des Rathausturmes mit seinem Platzjabbeck und im Angesicht des Jan von Werth-Denkmals, wird nun von der Kölsch-Brauerei PETERS & BAMBECK ein altes Kapitel Kölner Brauhaus-Geschichte wieder neu aufgeschlagen: Die Wiedereröffnung des alten, historischen Brauhauses "Zum Kranz", Mühlengasse Nr.1. Hier, mitten in der Altstadt, wo am 11.11. der Karneval eröffnet wird, wo das kölsche Herz am höchsten schlägt, wird ein schönes Stück Alt-Köln wieder zum Leben erweckt. Doch um die Gegenwart zu verstehen, muß man die Vergangenheit kennen. So liegt es nahe, die lange Geschichte dieses Brauhauses, dieses Stadtviertels und des Kölsch-Bieres aus der Sicht seiner Historie einmal genauer zu betrachten.

Die heutige Kölner Altstadt, oder besser gesagt das neue Rheinviertel, war in römischer Zeit eine der Römersiedlung vorgelagerte Insel. Das Rheinufer verlief etwa in der Linie der römischen Stadtmauer von Unter Taschenmacher vorbei am Rathaus in Richtung Westseite des Heumarkts. Auf dieser Rheininsel lagerten die fremden Kaufleute und Händler, welche die Römer und ihre Hilfstruppen mit allerlei Waren und Dienstleistungen versorgten. Nach dem Abzug der Römer aus ihrer COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSISIUM (CCAA) und dem Einzug der Franken, mit der gleichzeitigen Verbreitung des Christentums, breitete sich die Stadt Köln immer mehr aus, die ehemalige Insel wurde in die Stadt integriert. Die weintrinkenden Römer machten Platz für die methliebenden Germanen. Die christliche Herrschaft der Franken begann. Unter der Regierung Karls des Großen wurde die Kunst des Bierbrauens von den Mönchen perfektioniert und auch dem einfachen Volke zur Kenntnis gebracht. Die Mönche zogen über Land und lehrten die Bevölkerung gutes Bier zu brauen. Denn Bier gehörte zu den Dingen des täglichen Bedarfs und war ein preiswertes, aus einfachen, überall erreichbaren Rohstoffen herstellbares Nahrungsmittel. Im Laufe der Zeit ging dann die Tätigkeit des Biermachens von den privaten Haushalten auf professionelle Brauer über, die für ihre engere Umgebung Bier gegen gute Entlohnung herstellten. Das Brauerhandwerk war geboren. In Köln organisierten sich die Brauer, ebenso wie die anderen Handwerker der Stadt auch, zu Interessengruppen. Nach der Jahrtausendwende entstanden in Köln die ersten Zünfte und Bruderschaften. Die Kölner Brauerzunft vereinigte sich in der St. Peter von Mailand Bruderschaft. St. Petrus Martyr (1205-1252), ein Dominikaner, ist bis heute der Patron einer der ältesten Hand- werkervereinigungen Deutschlands. Im Jahre 1164 wird erstmals ein Brauer in den Akten der Stadt Köln namentlich erwähnt. Es ist "HENRICUS, der Medebruwer (Methbrauer) von der Bechergasse". Eine lange Ahnenreihe der Kölner Brauer nahm hier in der Bechergasse zwischen Dom und Altermarkt ihren Anfang und führt nahtlos bis in unsere heutige Zeit.

Doch die Entwicklung der Kölnischen Stadtgeschichte ging nicht ohne heftige Kämpfe der einzelnen Gruppen um die Macht in der aufblühenden Stadt ab. In der Metropole am Rhein kämpften zuerst 1288 in der Schlacht bei Worringen der Adel und die Bürger gegen die Bischöfe und nach deren Neutralisierung die Kaufleute und Handwerker gegen den Adel um das Stadtregiment. Die selbstbewußten Bürger blieben am Ende Sieger und unterzeichneten 1396 gemeinsam den Verbundbrief, eine erste demokratische Stadtverfassung. Zweiundzwanzig Handwerks- und Kaufmannsgruppen, in Köln hießen sie Gaffeln, regierten nun fast 400 Jahre lang die Stadt am Rhein.

Im Schatten des Rathauses rund um den Alter Markt schlägt seit jeher das Herz der Stadt. Hier fanden die Märkte statt, hier trafen sich die Ratsherren zum Dämmerschoppen und die fremden Kaufleute von den Rheinschiffen boten ihre Waren an. Da war es nur natürlich, daß man an dieser Stelle Bier braute und auch in Brauhäusern ausschenkte. Eines dieser Brauhäuser am Alter Markt war das Haus "Zum Kranz", an der Nordseite des Platzes, Mühlengasse Nr.1 Es ist das heute wiedereröffnete PETERS BRAUHAUS. Die Stelle war besonders günstig, denn schon im Jahre 1238 errichtete der Erzbischof und Domplaner Konrad von Hochstaden im Nachbarhaus ein "Gruithaus", wo der Vorgänger des Hopfens, eine Kräutermischung zur Stabilisierung und Geschmacksverfeinerung des Bieres, hergestellt wurde.

Diese "Gruit" war lange Zeit ein Monopol der Erzbischöfe und ging dann durch Kauf über den Rat der Stadt an die Brauerzunft über. Das "Gruithaus" in der Mühlengasse wurde nach Verdrängung der "Gruit" durch den Hopfen als "Gebürhaus", eine Art Bezirksamt genutzt. In diesen Ämtern lagerten im Mittelalter die Schreinsbücher der Pfarreien. Das waren Katasterregister, in denen alle besitzrechtlichen und baulichen Veränderungen in der Stadt niedergeschrieben wurden, ihnen verdanken wir heute einen großen Teil unseres Wissens über die Vergangenheit.

Die Mühlengasse (lateinisch: platea molinendinorum) trug ihren Namen nach den mitten im Fluß verankerten Rheinmühlen. Diese Mühlen mahlten das Mehl für die Kölner Bevölkerung. Außer diesen Mühlen gab es noch mehrere Windmühlen auf der Stadtmauer (Bottmühle, Pantaleonsmühle, Ulrepforte/ Karthäusermühle und die Gereonsmühle). Bei Niedrigwasser des Rheins oder Windstille benutzte man von Pferden angetriebene Roßmühlen. Die "öffentliche Malzmühle am Malzbüchel wurde vom Wasser der in die Stadt fließenden Bäche bedient, ebenso wie die Walkmühlen der Weber am Griechenmarkt und die Lohmühlen der Färber und Gerber am Waidmarkt. Die aufwendigen Rheinmühlen hatten allerdings bereits kurz nach ihrer Einrichtung im Jahre 1158 an Bedeutung verloren, als sie von der Mühlengasse an den Bayenturm verlegt wurden und außerdem ihre Anzahl ständig verringert wurde. Ungeschützte Mühlen auf dem Wasser waren strategisch auch nicht zu verteidigen.

Die Mühlengasse aber behielt ihre Bedeutung. Sie war die Verbindung des Alter Marktes mit dem Hafen und den Stapelhäusern am Rhein, eine "äußerst wichtige Straße, da der Verkehr vom Hafen zu den Märkten und zum Rathaus hier vorbeikam. Sie war der Anfang der großen Kölner Ost-Westachse, über die via Große Budengasse, Breite- und Ehrenstraße die am Rhein angelieferten Waren geradewegs nach Westen transportiert wurden.

Das Ende der Straße zum Rhein hin war das Mühlengassentor in der Stadtmauer am Rheinufer. Das alte Stadttor, wie es auf der Stadtansicht von Woensam zu sehen ist, wurde 1558 abgerissen und durch ein neues ersetzt, das 1856 dem Hafenausbau weichen mußte. Der Zollhafen der Kaiserzeit war ein zusätzlicher "Anziehungspunkt" der Straße. Das Viertel um den Hafen zog alle möglichen Leute an, die hier direkt und indirekt beschäftigt waren.

In dieser Straße war der richtige Platz für das Brauhaus "Zum Kranz". Im Jahre 1544 wird es erstmals in den Steuerbüchern der Stadt erwähnt. Es setzte schon eine größere Menge von gebrautem Bier voraus, um in dieser Liste geführt zu werden. Somit galt es als eines der führenden Brauhäuser der Stadt. Sonst kannte man in der nächsten Umgebung nur noch das Brauhaus "Im Bart" auf dem Brand Nr.1/3 und "Zur Scheeren" in der Budengasse und das Brauhaus "Unter Taschenmacher".

Das Brauhaus "Zum Kranz" muß so bekannt gewesen sein, daß es im berühmten Tagebuch des Brauers, Weinhändlers, Ratsherrn und Historikers Hermann von Weinsberg aus dem 16.Jahrhundert mehrfach erwähnt wird. Dem Ratsherrn und Brauer Weinsberg verdankten die Kölner Brauer auch den Bau der "öffentlichen Malzmühle am Malzbüchel im Jahre 1572.

Das Haus "Zum Kranz" in der Mühlengasse wurde im Jahre 1564 von Engelbert Meinerzhagen neu erbaut und mehrfach erweitert. Einen ersten konkreten bildlichen Nachweis findet man auf dem Straßenplan von Franz Kreuter. Ein dreistöckiges Doppelhaus mit zwei Eingängen und breiter Fensterfront. Auch eine erste Fotografie aus der Zeit um die Jahrhundertwende ist erhalten geblieben. Sie zeigt das Brauhaus vom Rathausturm aus gesehen in der "äußersten Ecke des Alter Marktes.

Deutlich zu sehen ist noch die Beschriftung des Brauhauses. Auf einem Plan aus dem Jahre 1836/37 ist die Braustätte mit Fuhrwerken nur von der Neugasse aus zu erreichen. Diese Einfahrt wurde seit 1822 ebenfalls von der Baumwollspinnerei F. Brügelmann benutzt, die hier ab 1834 auch Dampfmaschinen einsetzte. Die Firma F. Brügelmann, heute ein Kölner Traditionsunternehmen, war so erfolgreich, daß der ursprüngliche Betrieb an der Großen Neugasse immer mehr erweitert wurde. Durch Zukauf entstand nach und nach ein immer größeres Firmengelände. In diesem ging auch das Brauhaus "Zum Kranz" auf. 1907 baute Brügelmann das repräsentative Gebäude in der Mühlengasse. Im 2.Weltkrieg wurde das Haus bis auf die heute wieder restaurierte Fassade zerstört. Hinter dieser verbergen sich nun schöne Wohnapartements mit einem lauschigen Innenhof. Bis Mitte 1994 befand sich im Parterre Mühlengasse Nr.1 der Gourmet-Tempel "Chez Alex" von Rachel Silberstein. Im Sommer 1994 ergriff dann die Monheimer Brauerei PETERS & BAMBECK die Initiative und machte das Haus "Zum Kranz" endlich wieder zu dem, was es über Jahrhunderte hinweg gewesen war, nämlich zu einem originalen und originellen Kölschen Brauhaus. Die Kölner Brauhaus-Kultur hat jetzt in der Mühlengasse wieder Einzug gehalten.

Als Brauer und Besitzer des Hauses "Zum Kranz" wird erstmals im Jahre 1780, also kurz vor Ende der reichstädtischen Zeit Wilhelm Lammertz genannt. Dann verschwindet die Brauerzunft in den Wirren der Französischen Revolution und ihrer Folgen. Auch die Namen der Brauer des Brauhauses "Zum Kranz" verschwinden. Sie tauchen erst wieder nach dem Einzug der Preußen ins Rheinland auf. Im Brauerregister aus dem Jahre 1838 findet man Andreas Groß (bis 1839) als Brauer und Eigentümer. Seine Familie betreibt ab 1841 bis 1876 in der benachbarten Mauthgasse Nr.17 die Brauerei "Im Anker". Das Brauhaus "Zum Kranz" übernimmt von 1839 bis 1841 Mathias Lölgen aus der bekannten Kölner Brauerfamilie. Ihm folgt bis 1869 Peter Simons und anschließend bis 1873 Josef Simons. Von 1873 bis 1889 führt Heinrich Weber die Brauerei, der sie an Philipp Bendheuer weitergibt. Die Zeit des großen Sterbens der kleinen Brauereien, bedingt durch die Gründung großer industrieller Braubetriebe, bringt auch das Ende des Traditions-Brauhauses "Zum Kranz". Ab 1898 wird hier kein Sud mehr gebraut. Eine 350-jährige Brauhaus-Tradition findet ein (vorläufiges) Ende. In Wilhelm Schebens Artikel im Kölner Sonntags-Anzeiger vom August 1888 erscheint der Name "Zum Kranz" als aktives Brauhaus zum letzten mal.

Um so mehr sollte es die vielen Freunde der Kölner Brauhaus-Kultur freuen, daß heute nach fast und Hanns Bambeck aus Monheim. Beide sind Mitglieder des Kölner Brauerei Verbandes und Mitunterzeichner der Kölsch Konvention von 1986. Seit Jahrzehnten fließt ihr Kölsch durch die Kehlen der Kölner. Besonders die junge Kundschaft schätzt dieses Bier und die attraktive Gestaltung der PETERS-Gastronomie. Im neuen Brauhaus am Altermarkt ist beides mit alter Kölner Brauhaus Tradition verbunden, ein Dreiklang, der dieser Gegend sicher zu noch größerer Anziehungskraft verhilft. (FM)

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de