Alte Kölner Brauhausnamen

In München steht ein Hofbräuhaus. . In Köln ist das ganz anders. Es gab zwar ein Brauhaus München an der Rechtssehule, aber das hieß nur München-Brauhaus, weil es von Mönchen, den Franziskanern von gegenüber, seinen Namen hatte. Die lebten im Minoritenkloster an der Ecke Rechtsschule und Richartzstraße, auf dem Grundstück, wo sich heute das ehemalige Wallraf Richartz Museum befand. Das Cölner Hofbräuhaus kennt jeder. Es ist das heutige Brauhaus. Die genaue Adresse lautet: Am Hof 12 und daher heißt es auch Hofbräuhaus. In Köln braute man nicht für den Hof (eines Königs oder Fürsten), man braute am Hof, dem Domhof ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Unterschiedlich waren auch die vielen Brauhausnamen. Nicht der Name des Brauers wurde angenommen, sondern der Name des Brauhauses, der den Familiennamen des Gründers oft um Jahrhunderte überlebt hat. 21 Brauhausnamen aus dem Jahre 1412 sind in den Magistratsakten enthalten. Sehr beliebt waren Tiere aller Art, vom kleinsten, dem "Eichhorn", bis zu den größten, dem Elephant und dem "Walfisch". Vögel waren als Zeichen besonders begehrt, von der "Krehen" (Krähe) über den "Raben", den "Schwanen", den "Hahnen", die "Henne", den "Falken" bis zum König der Lüfte, dem "Adler". Aber auch der König aller Tiere, der "Löwe" war vertreten gleich zweimal der rote und der goldene; ebenso wie auch das "Lamm". Die weniger geachteten Tiere, wie "Ochsen", "Esel" und "Stockfisch" gaben ihre guten Namen her. Raubtiere, wie "Bär" und "Wolf" wurden zu Brauhausnamen gezähmt. Das edle Wild war durch den "Hirsch" und den "Hasen" vertreten.

Wild und handfest ging es im Brauhaus "Zum wilden Mann", "Zur harten Faust" zu, ebenso wie in dem "Tollhaus", obwohl es sich hier wohl eher um das Zollhaus gehandelt hat. Ganz aus dem mittelalterlichen Leben entstammen die Namen "Zum Reuter", "Zum Ritter", "Zum Hufeisen" und zum "Sporenmacher". Am Firmament leuchteten das Brauhaus "Zum Himmelreich", "Zum goldenen Stern" und "Zum halben Mond". Mehr irdisch waren die Bezeichnungen, welche einfach den Standort, die Adresse angaben: "Zum hölzernen Steeg", "um St. Peter", "Zum Pütz" (Brunnen), "Zum langen Gang", "Oben Mauren", "Auf'm kleinen Kriegsmarkt" (Griechenmarkt), "Auf Rom", "Im Bollig", "Zur Spitzen", "Auf dem Berg" und etwas irritierend "Zum roten Brauhaus auf den weißen Frauen". Aber auch letztere Bezeichnung lässt sich leicht erklären. Die "weißen Frauen" waren die Nonnen des Klosters Maria im Capitol. Einfacher sind "Zum Kranz", "Zum Mühlenstein", "Zum Bart", "Zur Rübe" und "Zum Holz" zu verstehen.

In der preußischen Zeit ab 1815 wurden die Namen vaterländisch bzw. vaterstädtisch. Es gab "Germania'" oder "Rhenania", "Hansa", "Drei Kronen", "Colonia" und ein "Kaiser"- Brauhaus, allerdings nicht nach dem Preußenkaiser benannt, sondern nach seinem Besitzer Hubert Kaiser. Daneben gab es noch eine Brauerei "Zu den drei Kaisern", die auf das "Drei-Kaiser-Jahr" 1888, wahrscheinlich auch das Gründungsjahr der Brauerei am Chlodwigplatz. (FM)


"Rote Ochsen", "Lämmchen", "Hirschen", "Adler" und der "Dreckige Kaiser"

So vielfältig und bunt wie die deutsche Bierlandschaft ist auch die Zahl und Art ihrer Brauereien, die in fast 1500 Betrieben Biere für jeden Geschmack herstellen. Alle diese Brauereien haben natürlich Namen, über die es Kurioses und Wissenswertes zu berichten gibt. Besonders für die Kölner mit ihren vielen Brauereien im Stadtgebiet gehört der typische Geruch, der beim Brauen entsteht, zum täglichen Leben. Der Name der Brauerei, der meistens mit dem Markennamen identisch ist, vermittelt Zusammengehörigkeit und Identität. In Köln schwört man auf Gaffel oder Päffgen, Sion oder Sester, Küppers oder Richmodis, Gilden oder Giesler, Reissdorf oder Ganser, Zunft oder Rats, Dom oder Kurfürsten, Garde oder Früh, Malzmühlen oder Sünner, Severins oder Peters...., eben jeder nach seinem Geschmack. Die Marken-Namen sind ein Stück "Bier-Heimat" und somit Lebensqualitat. Zu jedem Bier gehört ein Name, der verschiedensten Ursprungs sein kann. Oft ist es der Name des Besitzers oder Gründers, aber auch viele andere Möglichkeiten findet man in der deutschen Bierszene.

Als Kaiser Napoleon im Jahre 1794 die Numerierung aller Kölner Häuser befahl, löschte er damit eine über tausendjährige Tradition aus, welche den einzelnen Gebäuden Namen und nicht Nummern gegeben hatte. Zwar hatte der Kölner Rat bereits im Jahre 1785 schon den Entschluß gefaßt, eine laufende Numerierung aller Häuser durchzuführen, jedoch im Laufe der vielen politischen Wirren der Zeit die Ausführung vergessen. Diese Maßnahme, die zwar organisatorisch sinnvoller, aber der Stadt, den Häusern und Straßen viel von ihrem Charme nahm, veränderte das gesamte Leben der damaligen 42 150 Einwohner Kölns in ihren 7404 Häusern. Da jedoch die zahlreichen Kirchen und Klöster, Abteien und Konvente, bewohnte Stadttore und andere ehemals öffentliche Gebäude nicht mit einer eigenen Nummer, sondern mit der Nummer 1/2 oder 1/3 des letzten vorhergegangenen Hauses versehen wurde, dürfte die Zahl weit über 7600 betragen haben. Die berühmteste Kölner Hausnummer war wohl die Nr. 4711 in der Glockengasse. Die Kölner Brauer hielten auch diesmal am Althergebrachten fest und das mit gutem Grund. Denn jeder Zecher kehrt doch lieber im Brauhaus "Zum grünen Kranze", als in Nr.17 ein. So hielten sich viele der alten Hausnamen bis in unser Jahrhundert als Brau- oder Wirtshausnamen.

In München steht ein Hofbräuhaus..., in Köln aber auch! Doch der Cölner Hofbräu bezieht sich nicht auf einen Fürstenhof, sondern nur auf die Straße "Am (Dom)Hof", nahe dem alten Hof des Erzbischofs. Das Cölner Hofbräuhaus kennt hier auch jeder, nämlich das heutige obergärige Brauhaus Peter Jos. Früh. In Köln braute man also nicht für den Hof eines Fürsten, man braute am Hof, dem Domhof - ein kleiner, aber feiner Unterschied. Es gab auch ein "Brauhaus München" in Köln an der Rechtsschule, aber das hieß nur München, weil es von Mönchen, nämlich den Franziskanern, die schräg gegenüber wohnten, seinen Namen hatte. Diese lebten im Minoritenkloster an der Ecke Rechtsschule und Richartzstraße, auf dem Grundstück, wo sich das ehemalige Wallraf-Richartz-Museum und heutige Museum für angewandte Kunst befindet.

Der erste Brauhausnamen in Köln wird nach Wilhelm Scheben im Jahre 1268 erwähnt. Es war das Brauhaus "Zum Hirschen", Cäcilienstr.32, das erst im letzten Krieg zerstört wurde. (Heute befindet sich dort ein BP-Parkhaus). 21 weitere Namen sind aus den städtischen Steuerlisten des Jahres 1412 in den Magistratsakten enthalten. Was waren das nun im einzelnen für Haus-Namen, welche die Giebel der Kölner Brauhäuser zierten? Beliebt waren Tiernamen aller Art, vom kleinen, dem "Eichhorn", bis zum größten, dem "Elephant".

Alles was fliegen konnte war als Zeichen besonders begehrt, von der "Krehen" (Krähe), schwarze, junge und alte "Raben", goldener "Schwanen", und der "Hahnen", die einfache "Henne", der schwarze "Falke" und der stolze "Adler". Von den großen Tieren war der König aller Tiere, der "Löwe" vertreten - gleich zweimal - der "rote" und der "goldene"; und auch das geduldige "Lamm" oder sein Kind, das "Lämmchen". Ebenfalls die weniger geachteten Tiere, wie "Ochsen", "Esel" und "Stockfisch" gaben ihre guten Namen her. Aber auch die wilden wie "Bär" und "Wolf" wurden damals zu Brauhausnamen gezähmt. Das Wild war durch "Hirsch" und "Hasen" vertreten. Sehr wild ging es zu im Brauhaus "Zum wilden Mann" und "Zur harten Faust", ebenso wie im "Tollhaus", obwohl es sich hier wohl um das nahegelegene Zollhaus im Stadttor gehandelt hat. Ganz aus dem mittelalterlichen Leben entstammen die Namen "Zum Ritter", "Zum Hufeisen" und zum "Sporenmacher". Am Firmament leuchteten das Brauhaus "Zum Himmelreich", "Zum goldenen Stern" und "Zum halben Mond". Mehr irdisch waren die Bezeichnungen, welche einfach den Standort, die Adresse angaben: "Zum hölzernen Steeg", "Zum Pütz", "Zum langen Gang", "Oben Mauren" hieß das Brauhaus oberhalb der römischen Stadtmauer, "Auf'm kleinen Kriegsmarkt" (Griechenmarkt), und "Auf dem Berg" und - etwas irritierend - "Zum roten Brauhaus auf den weißen Frauen". Aber auch letztere Bezeichnung läßt sich leicht erklären. Die "weißen Frauen" waren die frommen Schwestern des Klosters Maria im Kapitol. Einfacher sind "Zum Kranz", "Zum Mühlenstein", "Zum Bart", "Zur Rübe" und "Zum Holz" zu verstehen.

Aus französischer Zeit sind uns keine Brauhausnamen erhalten, denn hier endete die Tradition der Hausnamen und ab dem Einzug der Preußen schmückten neue Bezeichnungen Biere und Brauhäuser. Ab 1815 wurden die Namen vaterländisch bzw. vaterstädtisch. Es gab "Germania" oder "Rhenania", "Hansa", "Drei Kronen", "Colonia", "Zum Kaiser" und sogar ein Brauhaus "Zu den drei Kaisern" am Chlodwigplatz. Das Brauhaus "Zum Kaiser" war allerdings nicht nach einem Preußenkaiser benannt, sondern nach seinem Besitzer Hubert Kaiser. Auch der berühmte "Dreckige Kaiser" in der Ehrenstraße war keine Majestätsbeleidigung, sondern hieß ursprünglich "Zum Kaiser Franz", aber wegen seiner "ländlichen" Kundschaft, der Kappesbure, die ihre Waren nach Köln auf den Neumarkt gebracht hatten, war er eben der "dreckige" Kaiser.

Im "Hilligen Köllen" fehlten aber auch die religiösen Motive nicht. Fromme Namen, wie der bekannte "Allerheiligenbräu" auf dem Eigelstein und das "Brauhaus zum Engel" sind Beispiele dafür. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn gab einem Brauhaus am Buttermarkt seinen Namen. Die "Dombrauerei" , das ehemalige Sion "Dom-Bräues" bezog sich allerdings nur auf seine Domnähe. Die heutige Dombrauerei gibt es erst seit 1938. Das "Kirchen-Brauhaus" auf dem Rothenberg war ganz weltlich. Es gab "Balsam" für den "Durst", beides Brauereien in Köln.

Eine große Zahl von Braustätten mit ihren vielen mehr oder weniger originellen Namen kamen und gingen. Nur ein Begriff fällt etwas aus der Rolle: die Brauhäuser "Zum Oertchen". Man fand früher mehrere davon mit diesem Namen in allen Teilen der Stadt (Ehren- und Severinstraße, Griechenmarkt). Lange hat man an diesem Namen gerätselt und verschiedene mehr oder weniger intelligente Deutungen vorgeschlagen. Die Erklärung finden wir, wie so oft, beim Historiker und Brauer Wilhelm Scheben, dem wir viele großartige Studien über die Kölner Brauer verdanken, in seinem 1875 erschienenen Buch "Die Zunft der Brauer". Das Wort "Oertchen" (Dialekt: Öhtche) ist eine Verkleinerungsform des lateinischen Wortes "ordo" = Ordnung, Reihe. Es bezeichnete das erste Haus in einer Strasse, das Eckhaus. Die "Oertchen" waren jeweils die Nummer eins in einer Straße.

Die vielen Kölner Braustätten, es gab seit Anfang des 19.Jahrhunderts bis heute allein 361, sind Zeugnis einer Stadtkultur, die in Europa wohl einmalig ist. Auch die heutige Zahl von etwa zehn im Stadtgebiet ist noch beachtlich. Auch wenn die Namen heute profaner sind.

Im Süddeutschen, wo die meisten der kleinen, mittelständischen Brauereien gleichzeitig auch Gasthof waren findet man heute noch die meisten Brauereien. Sie tragen meistens die traditionellen Namen wie "Zur Post", "Zum Turm" , "Zur Krone", "Zum Ober- und zum Unterwirt". Doch auch hier im Süden sind es vor allem Tiernamen, die als Brauhaus-namen vorkommen. Der beliebteste von allen ist der Löwe. Ihn findet man allein 33 mal, gefolgt vom Adler (23), Hirsch (18) und dem Lamm (14). Bekanntester Löwe ist wohl der vom Münchner Löwen-Bräu, denn dieser Löwe brüllt sogar heute fast täglich in unserem Werbefernsehen. Aber auch Goldene Gänse und elf Schwäne sind zu finden. Farblich gibt es "Rote" Ochsen (Nördlingen)," Blaue" Löwen (Höchststadt), "Schwarze" Bären (Staffelstein) und "Weiße" Rösser (Lampheim). Gefiedert sind der Auerhahn (Schlitz), der bekannte "Kauzen"- (Ochsenfurt) und der "Pfauen' Bräu (Tuttlingen). Die Waldtiere sind sehr stark vertreten: "Zum Biber" (Bieberach), "Im Füchschen" (Düsseldorf), das Eichhorn (Hallstadt), Hasen-Bräu (Augsburg), Dachs-Bräu (Weilheim) und die Wolf Brauerei (Karlsruhe). Warum wohl das Wildschwein fehlt, leuchtet dem Biertrinker nicht ganz ein.

Die Hinweise auf den Einfluß der Mönche in der Braukunst sind auch in vielen Brauerei-Namen zu finden. Kloster-Brauereien gibt es noch dreißig Stück in Deutschland. Die bekannteste ist wohl die Weihenstephan Klosterbrauerei, jetzt Braufakultät der Uni München. Ansonsten gibt es Paulaner (München), Benediktiner (Ottobeuren), Karmeliter (Straubing), Franziskaner (München). Mönchshof Bier (Kulmbach), Stiftsbräu (Dortmund) und Probst (Villingen) vervollständigen die ansehnliche Reihe. Nur die Kölner "Dom" Brauerei hat keinen religiösen Hintergrund, die hieß außerdem früher einmal Hirsch-Brauerei. Ebenso weltlich ist's bei der Hamburger St.Pauli Brauerei.

Aber auch der deutsche Adel mischt im Braugeschäft tüchtig mit, wie das gräfliche Brauhaus Arco (Schwandorf), die fürstl. Fürstenberg Brauerei (Donaueschingen) und drei fürstl. Brauereien Thurn und Taxis, die herzogl. Brauerei Max von Bayern (Tegernsee), die Brauerei Fürst Fugger (Babenhausen) und die frhrl. Voit von Voithenberg'sche Brauerei (Herzogau). Dagegen sind die Ritter- Brauerei (Dortmund) und die König Brauerei (Duisburg) rein bürgerlichen Geblüts.

So unterschiedlich wie die Biere sind auch die Brauerei-Namen: Da gibt's Späth-Bräu (Lohberg) und Früh-Kölsch, Süß-Bräu (Ottensoos) und Sauer-Bier (Röttenbach), "Zum Mondschein" (Ichenhausen) und elfmal "Zur Sonne", Schwartz (Köln) und Weiß (Erdingen). Die Gegensätze haben zumindest aber eins gemeinsam: Sie brauen alle gutes Bier.

Beschließen wir unsere Betrachtung mit einigen Kuriositäten: Der Traubenbräu (Krumbach) macht natürlich kein Bier aus Trauben und der Besitzer des Nassauer Löwenbräu (Nassau) ist keinesfalls durch seinen Geiz bekannt, sondern eher durch die Qualität seines Bieres. Über allem wacht der sagenumwobene König des Bieres, Gambrinus, von der gleichnamigen Brauerei in Nagold. (FM)

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de