10 Fragen an die Kölner Brauer

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...Einer Ihrer Standardsätze lautete Bier braucht Heimat. Wie würden Sie die Heimat des Kölsch definieren?


"Kölsch braut man da, wo man es auch spricht. Nämlich in Köln und seiner näheren Umgebung. Diese heimische Bierspezialität darf deshalb nur hier und nirgendwo anders hergestellt werden. Und das hat seinen guten Grund: die Kölsch Konvention.


...Wie kam es zu der heute so wichtigen Kölsch-Konvention?


"Der Erfolg hat viele Väter, und so ist es ebenfalls mit der Kölsch Konvention gewesen. Im Endeffekt aber waren ja auch alle Kölschbrauer durch ihre Unterschrift daran beteiligt. Deshalb ist es ein Erfolg für das gesamte Kölner Braugewerbe. Der Grundgedanke war, das nach dem Krieg mit viel Mühe erreichte gesetzlich abzusichern. Man wollte kein Kölsch aus Dortmund, Düsseldorf oder Frankfurt. Schon sehr früh erkannten wir die Zeichen der Zeit. Es wurden deshalb Regeln geschaffen, der sich alle Kölschbrauer freiwillig unterwarfen: Am 6. März 1986 war es dann so weit, alle Chefs der 24 Kölsch-Brauereien unterschrieben feierlich und im Beisein des Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger im Festsaal des Hotels Excelsior die "Kölsch-Konvention", dieses für Köln und das Kölsch so wichtige Dokument. Begonnen hatte es damit, dass bereits 1963 durch das Landgericht Köln festgestellt wurde, dass Kölsch nicht nur der Biertyp, sondern auch die Herkunftsbezeichnung ist. Der zweite Schritt folgte 1980. Das Oberlandesgericht schloss sich durch rechtskräftiges Urteil der ständig vertretenen Auffassung der Erstinstanzen an und bestätigte die geschützte geographische Herkunftsbezeichnung. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. 1981 beschloss der Kölner Brauerei-Verband, eine Konvention ausarbeiten zu lassen und setzte das in mühsamer Kleinarbeit ausformulierte Vertragswerk bei allen Mitgliedern durch. 1985 wurde sie im Bundesanzeiger veröffentlicht, nachdem andere beteiligte Kreise, insbesondere Verbände, keine Einwendungen hiergegen hatten. Durch die von den Kölner Brauern geleisteten Unterschriften bekannten diese sich bindend zu ihrer Konvention. Im Einzelnen legt der Inhalt folgende wichtige Punkte fest:

- Kölsch wird nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut, und das nur von Brauereien im Kölner Stadtgebiet und einigen besonders bestimmten Brauereien mit Besitzstand in der Umgebung.
- Kölsch ist ein obergäriges, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes Vollbier.
- Die Stange ist das einzige gebräuchliche Kölsch-Glas.
- Ein Ausschuss wacht über die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen und ein Schiedsgericht entscheidet in Streitfragen. Bei Zuwiderhandlungen kann das Gericht Vertragsstrafen bis zu 125.000.- EUR verhängen.

Soweit die trockenen, aber wichtigen Fakten. Doch die Konvention stellt für den Konsumenten klar, dass er jederzeit und von welcher Marke auch immer ein ganz spezielles, gleichbleibend gutes Bier erhält. Diese Garantie gibt es außer beim Kölsch nur noch bei Champagner und einigen, bekannten Weinregionen. Die Fachleute und Bierexperten bezeichnen Kölsch als frischherbes Bier mit aromatischem Bittergeschmack. Dem echten Kölschfreund ist das alles vielleicht ein wenig zu akademisch und er verlässt sich eher auf seine Tagesform. Denn das Bier, speziell das Kölsch, ist ein lebendiges Nahrungsmittel, das Gott sei Dank nicht immer gleich ausfällt und doch immer gleich gut schmeckt.


...Wie sehen Sie den Trend zu "neuen" Bieren auf dem Markt, die auch den Kölsch-Sektor berühren könnten?


"Sie meinen damit den momentanen Trend zu "Light" und "Alkoholfrei". Eine Tendenz, wie sie jetzt in der letzten Zeit (1990) aufgetaucht ist. Um ein "Light-Bier" herzustellen, muss ich ein Schankbier (die unterste Stufe in der Bierqualität mit nur 6 - 7 % Stammwürze und 0,5 –2,5 % Alkohol) herstellen. Das lehne ich vollkommen ab. Ich war immer stolz darauf, auch in meiner Präsidentenzeit im Bundesverband, dass das Schankbier auch endlich in Bayern verschwand. Schankbier ist ein minderprozentiges Bier, das hat natürlich auch einen geringeren Alkoholgehalt, hat aber auch Steuervorteile, enorme. Und da besinnen sich jetzt einige drauf. Ich halte das nicht für glücklich. Wenn schon, dann sollte man dem Bier den Alkohol entziehen, aber nicht Schankbier. Man will vorbeugen, dass die Leute sagen: Das ist doch kein "richtiges" Bier. Die Leute wissen nämlich nicht, was Schankbier eigentlich ist. Und die kennen auch die Hintergründe vom Schankbier nicht. Das einzige Schankbier, das wir noch hatten, waren die sogenannten Malzbiere. Die hießen ja deshalb Malzbiere, weil sie "kein" Malz enthielten. Diese sogenannten "Ammenbiere", das war in Wirklichkeit nur reiner Zucker.


...Wie finden sie denn die heutigen Bierpreise (1990), sind die angemessen?


"Einer, der nimmt jetzt für ein Bier über 1,00 EUR, weil man bei ihm, wenn man Glück hat, vielleicht den Außenminister treffen kann. In einem anderen Club, früher war das eine normale Wirtschaft, verkehrt hin und wieder ein bekannter Tennis-Star, da kostet das Kölsch jetzt 3,50 EUR. Früher gab es in den Kölner Nachtbars "Kölsch im Silberbecher". Das sind natürlich Ausnahmen, der normale Kölsch-Preis ist so, dass sich jeder ein paar Kölsch leisten kann, auch und besonders der "einfache Mann". Allerdings ist Kölsch heute so akzeptiert und integriert, dass auch die "besseren Kreise" ihre Liebe zum Kölsch entdeckt haben.


...Wie wird das denn im Ausland geregelt?


"Im europäischen Ausland sind die Bierpreise im Schnitt viel höher als bei uns, das merken die Leute vor allem, wenn sie dort im Urlaub sind, auch wenn das Geld dann etwas lockerer sitzt. Die Italiener, die ja mehr Wein trinken, haben etwas ganz interessantes mit dem Bier gemacht. Sie haben das Bier und zwar vor allem belgisches Starkbier, zum absoluten Luxus-Artikel erklärt. Da kostet ein Fläschchen leicht zwischen 3,- und 5,- EUR und die Leute zahlen das. Hier ist in den letzten Jahren der Anteil von Bier von 20 auf 35% gestiegen. Auch die Iren und Engländer haben den italienischen Markt entdeckt. In Italien wird die einheimische Bierproduktion streng überwacht. Da steht der Zöllner in Uniform während des Brauprozesses mit der Pistole bewaffnet im Sudhaus. Und wenn der Brauprozess abends zu Ende ist, ich habe das bei mehreren Besichtigungsfahrten selbst erlebt, versiegelt der Zöllner das Sudhaus. Um es besser zu schildern, wir haben hier ca. 100 Mio. Hektoliter Bier im Jahr und vielleicht 40 oder 50 Mio. Hektoliter Wein und drüben ist es umgekehrt, die haben vielleicht 20 Mio. Hektoliter Bier aber dafür 150 Mio. oder noch mehr an Wein. Die Sternbrauerei hatte jahrelang in Albano einen Großhändler. Der hat manchmal 10.000 Hektoliter Büchsen Bier abgenommen, auf einmal. Wenn es dann dem Ende des Jahres zuging, haben die Italiener das, was stehen geblieben ist, eingesammelt und zur Sternbrauerei zurückgebracht.


...Heute verzapfen ja nicht nur deutsche Wirte unser Bier, seit die Gastronomie immer internationaler geworden ist. Welchen Einfluss hat dies auf die Bier- und die Schankqualität?


"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten ausländischen Gastwirte sich damit schwer tun, ich möchte sagen und das hat nichts mit Rassismus zu tun, die Deutschen haben mit dem Bier mehr Gefühl. Die Ausländer, die ja bestimmt gute Gastronomen sind, für die ist Bier zapfen, wie eine Kiste Limo rausschmeißen. Das Bier hat aber mehr Pflegebedürftigkeit, das Bier braucht einfach um optimal zu schmecken mehr Liebe. Die Gastwirte müssten tatsächlich fachlich besser ausgebildet werden. Das haben ja auch manche Brauereien angefangen. Es gibt Großbetriebe, die seit Jahren schon ein tolles Servicenetz aufgebaut haben. Davon profitieren sie im Endeffekt. Sicher, das Problem mit dem trüben Bier ist weg, aber so eine Eiweißtrübung hängt manchmal mit Dingen zusammen, die man gar nicht beeinflussen kann. Ich habe schon einmal scherzhaft gesagt, wir sind bei der Atomwissenschaft angekommen, aber die Chemie der Eiweißstoffe ist uns nach wie vor unbekannt. Innerhalb der leitenden Braumeister ist diese Frage auch noch nicht einheitlich geklärt.


...Wie gut und wie hygienisch kommt das Kölsch denn heute in die Gläser?


Die Anschaffung moderner Zapfanlagen kostet die Brauereien zwar sehr viel Geld, aber die Anlagen sind ein Mittel, um Verunreinigungen aus dem Wege zu gehen. Man darf nicht vergessen, der normale Gastwirt ist ja in der Regel kein Berufsgastwirt. Wenn er im Keller seine Anlage selbst sauber machen soll, das tut er auch, aber ob er das auch immer richtig macht, das lasse ich mal dahingestellt. Man hat natürlich heute auch Firmen, die das Reinigen der Zapfanlagen besorgen. Wenn am Tag zwei, drei Fässer Bier angeschlagen werden, sticht er es aus dem einen raus und in dem andern rein. Da geht zigmal gut, aber auf einmal ist doch etwas drin. Dann ist das immer die Brauerei schuld. Zum Glück zapfen heute ja viele Kölner Kneipen direkt vom Fass, da stellt sich die Frage ja dann überhaupt nicht.


...Wie ist denn heute die Lage der Pils-Brauer hier im Kölner Raum?


"Nachdem hier in Köln das Pilsbrauen eingestellt wurde, brauten wir ja alle nur Kölsch. Und sie können im ganzen Gebiet sehen, wo Kölner Wochenendhäuser haben. Das kann man genau sehen. Da wird nämlich Kölsch getrunken. Doch der Schwerpunkt ist die Stadt Köln. Das Kölsch hat hier im Stadtgebiet über 90% Marktanteil und im Umland immerhin mindestens 50%. Je weiter man aber nach Süden oder Norden kommt wird der Marktanteil aber immer weniger. Die Bitburger haben heute hier im Bezirk etwa 400.000 Hektoliter Bier. Dazu gehört natürlich Köln, Bonn, Leverkusen, Opladen, Langenfeld, usw. alles dazu. Was die anderen machen, weiß ich nicht genau, die Bitburger sind aber hier, auch aufgrund ihrer jahrzehntelangen Verbindungen die stärksten. Die beliefern natürlich die ganze Eifel und sogar die sogenannten belgischen Ostkantone. Wenn man sieht, wie stark die Bitburger da sind, fragt man sich, warum sind die Kölner nie dahin gegangen. Es gab einen Großhändler in Blankenheim, der hat auch die Niederlassung von Sester übernommen. Die haben sich aber im Laufe der Jahre davon getrennt. Das hängt damit zusammen, dass solche Geschäftsführer in mittleren Betrieben, oft nur am Schreibtisch sitzen. Die wollen nicht raus verkaufen. Wir fuhren jede Woche einen Tag nach Aachen oder in die Eifel und haben dort die Kunden besucht. Wenn heute einer als Manager eine Brauerei leitet und das sind mittelständische Betriebe, dann ist er nach außen der "Herr Direktor" und der vergleicht sich mit einem Vorstand einer Großbrauerei.


...Sie haben eine Stiftung geplant, die sich mit der Erforschung und Dokumentation der Kölner Brauerhistorie befasst, was soll die denn machen?"


Es sind da schon mehrere Dinge in Arbeit (1990), eine Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte und ein weiteres interessantes Projekt, das bis Ende des nächsten Jahres anlaufen soll, der Kölner Brauhaus Wanderweg, eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt. Es gibt da nämlich viele ehemalige Brauhäuser in Köln, z. B. der Walfisch, oder der "Rheingarten" am Buttermarkt, das frühere Brauhaus "Zum verlorenen Sohn". Wir haben da etwas erfunden, was bisher einmalig ist, einen Kölner Brauhaus-Wanderweg. Man wird von einem kundigen Führer durch die Altstadt geführt, bekommt Interessantes über Kölner Brauer-Geschichte erzählt, besucht die Brauhäuser und kann dort während der Wanderung das Kölsch auch "sinnlich" erfahren.


...Wie sehen Sie die Personalentwicklung der Brauereien von heute?


Es kann ja heute nicht jeder den Beruf wählen, den er gerne möchte. Auf der anderen Seite sind die handwerklichen Berufe nicht sehr gefragt. Wenn ich sehe, jeder will heute Abitur machen, weil die Leistungsschwelle sehr niedrig ist. Dazu sind auf den Gymnasien viele Hindernisse zu überwinden, Lehrermangel, Stundenausfall und unübersichtliche Lernformen. Aus den Gesamtschulen kommen dann Schüler mit Einser-Noten, die kommen dann in der neuen Schule leistungsmäßig überhaupt nicht mit, die müssen dann an das neue Niveau herangeführt werden und halten die anderen auf. Also es herrscht ein völlig falscher Maßstab, das bringt das ganze Ausbildungssystem durcheinander. Ich sage immer, wir haben zu viel Studierende, wobei ich aber einschränken muss, es können nicht genug junge Leute gut ausgebildet werden. Aber die können ja nicht alle studieren, für die haben wir ja gar keine Positionen in den Betrieben. Früher wurde ein Diplom-Kaufmann Geschäftsführer, er ist erst Assistent geworden. Aber heute, wenn heute einer sein Studium als Betriebswirt fertig hat, möglichst noch mit einer sozialen Komponente drin, weil er sagt, eventuell werde ich noch Personalchef, der wird dann Hauptabteilungsleiter und hat überhaupt noch keine Berufserfahrung. Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, in welcher Situation wir heute leben. Das ist dann oft so, dass die Betriebe darunter leiden, auch wegen der Kostenstruktur und dem Gehaltsgefüge. Auch durch die vielen Zusammenschlüsse haben manche Firmen auf einmal vier Verkaufsleiter. Man kann die aber nicht direkt loswerden und dadurch gibt es oft Krach oder sie kosten hohe Abfindungen. Manchmal sitzen die Entscheidungsträger auch weit ab in der Konzernzentrale und haben keine Situation vor Ort. Bei den Bitburgern hat man sich gefragt, wie ist das so schnell gewachsen, wie sind die so groß geworden. Die saßen doch da oben in der Eifel weit ab vom Schuss und haben ihr Bier jahrelang nur in ihrem engeren Umkreis verkauft. Und das Bier, was sie brauten, das war ein preiswertes, aber gutes Bier. Das haben die aber in den letzten Jahrzehnten bestimmt nicht mehr gemacht. Die Bitburger unterstützen die Großhändler ja auch mit Ausrüstungsgegenständen. Wenn da Kirmes ist, stellen die Großhändler zum Teil die Kühlwagen in einem eigenen Betrieb, obwohl das von den einheimischen Wirten ja sehr kritisch gesehen wird. Denn meistens gibt es in den kleinen Orten viele Vereine, und wenn die z.B. ihre Kirmes ausrichten, dann verdienen die das Geld, aber die Wirte gehen leer aus. Doch manchmal sind auch die Wirte zu faul, um das alles zu organisieren, oder können es auch gar nicht.

Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig aus meinem Leben, meiner Erfahrung und meiner Liebe für das Kölsch und seine Bedeutung für uns Kölner übermitteln konnte. Ich wünsche mir dass die Arbeit, das Engagement und das Stehvermögen derjenigen, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die Weichen gestellt haben, weiterhin reiche Früchte trägt, und ich bin sicher, dass die heutigen Entscheidungsträger unser Erbe treuhänderisch verwalten werden, zum Wohle Kölns, zum Wohle der Kölner und letztendlich zu ihrem eigen Wohle.

05.11.2012: Dunkle Alternative zum Kölsch (ksta.de)

15.10.12

Ein dunkles Bier im Gaffel am Dom? Keine Angst, hier handelt es sich nicht um Altbier, sondern eine neue Kreation der Kölner Brauerei: Das Mondhopfen-Bier wird nur saisonal produziert.


Von Martin Boldt


Köln


Das wird doch nicht etwa ein Altbier sein? In einem Kölner Brauhaus? Wer das neue Bier, das bernsteinfarbene Mondhopfen der Gaffel-Brauerei, zum ersten Mal vor sich sieht, ist leicht irritiert. Ein kräftiger Schluck vom dunklen Bräu, das in einem weiten 0,4- Liter-Glas serviert wird, hinterlässt nach dem ersten Schock einen guten Eindruck: Es schmeckt überraschend süffig, hat kaum bittere Nuancen, dafür aber eine leichte Brombeernote. Auch nach mehreren Gläsern bleibe es leicht bekömmlich, versichert Gaffel-Chefbrauer Rainer Radke. „Das liegt am Galaxy-Hopfen mit seiner angenehmen Würze.“ Angebaut wird der Rohstoff, der dieser Bierkreation seine Seele verleiht, im australischen Tasmanien.


Erntezeit bei Vollmond


Die richtige Mixtur für das neue Getränk, das mit 4,2 Prozent Alkohol etwas leichter als ein klassisches Kölsch ausfällt, sei gar nicht so einfach gewesen: „15 Versuche waren schon nötig, um zur richtigen aromatischen Komposition zu gelangen.“ Den poetischen Namen verdankt das Mondhopfen übrigens keinem Werbetexter, sondern der traditionellen Erntezeit seiner Hauptzutat: Die Ernte beginnt alljährlich mit der ersten Vollmondnacht im März. In Australien ist dann Herbst.

Den Grund für das Experiment erläutert Gaffel-Marketingleiter Thomas Deloy: „Der Biermarkt ist seit Jahren rückläufig. Eine Gegenmaßnahme ist, sich breit aufzustellen.“ Das Mondhopfen-Bier solle „als klare Alternative zum Kölsch“ positioniert werden. „Solange ein Produkt zu unserem Haus passt und keine Panscherei ist, ist dies ein Schritt, den wir glaubwürdig verkaufen können.“ Und der erste Eindruck bei den Kunden? „Niemand kommt bislang zu uns nur wegen des Mondhopfens“, räumt Deloy ein, „aber viele probieren ein Glas zwischendurch.“


Noch nicht in Flaschen


Wer das neue Bier testen möchte, sollte nicht zu lange damit warten. Lediglich 300 Hektoliter wurden gebraut, und der Ausschank findet ausschließlich im Gaffel am Dom statt. Eine Flaschenproduktion ist vorerst noch nicht geplant. „Wir müssen bei dem Thema des saisonalen Biers erst einmal ein Gespür dafür entwickeln, wie es von den Kunden angenommen wird“, sagt Deloy. Ausgeschlossen sei eine offizielle Markteinführung allerdings nicht.


Quelle: www.ksta.de

05.11.2012: JUBI(ER)LÄUM! - So wurde vor 170 Jahren das erste Pils der Welt erfunden (BILD.DE)

05.10.2012 — 13:48 Uhr

ERST GAB ES EINEN AUFSTAND, DANN DIE BIER-REVOLUTION


Als Josef Groll am 5. Oktober 1842, also vor 170 Jahren, zum ersten Mal die Sudpfanne im böhmischen Pilsen anschmeißt, revolutioniert er auf einen Schlag die Bierkultur. Im Alter von 31 Jahren erfindet der niederbayerische Braumeister das erste Pils der Welt! Die kuriose Geschichte dahinter: Es ist das Jahr 1838. In der westböhmischen Metropole Pilsen gibt es ein Brauhaus und durstige Bürger. Das Problem: die ortsansässigen Brauer produzieren nur obergäriges Bier, welches den Bürgern nicht schmeckt.


Es kommt zu einem regelrechten Bier-Aufstand. Wohl wütend, um ihr schmackhaftes Feierabend-Bier gebracht zu werden, stürmen die Böhmer die Braustätten, klauen das Bier und kippen die Plörre auf den Marktplatz oder in den Fluss. Dem Pilsner Magistrat bleibt nichts anderes übrig, als die Bürger zu beruhigen, indem er ihnen ein neues Brauhaus baut und verspricht, die Sudpfannen von nun an einem Experten zu überlassen. Der Niederbayer Josef Groll soll es richten und wird 1842 aus dem heimischen Betrieb in Vilshofen abgeworben. Dort hatte der junge Groll schon öfter mit Sudpfannen experimentiert und probiert, mit Zutaten und Zubereitungsart zu spielen. In Bayern war der untergärige Brauprozess zwar schon bekannt, doch was Josef Groll im Oktober 1842 machte, war gänzlich neu. Statt des üblichen dunklen Malzes nahm Groll nur leicht geröstetes und sehr helles Malz. Außerdem profitierte er vom weichen und salzarmen böhmischen Wasser. Seine Geheimzutat: der lokale Saazer Hopfer.


Das Ergebnis muss die Böhmer Wutbürger mehr als zufriedengestellt haben: Statt des schalen, trüben und vermutlich viel zu süßen Bieres aus vergangenen Zeiten kredenzte Groll ihnen ein ungetrübtes und gold-gelbes Bier mit Schaumkrone und fein-herber Geschmacksnote.

Das auf den Namen Pilsener Urquell getaufte Brau-Wunder verweilte nicht lange in den böhmischen Gebieten. Schnell sprach sich die Zubereitungsart und der besondere Genuss herum und eroberte ab 1863 Deutschland, Großbritannien und Nordamerika. Die Marke Pilsener Urquell hat sich bis heute gehalten, seit 1999 gehört die Brauerei zum südafrikanischen Bier-Multi SAB Miller. Produziert wird aber nach wie vor im heute tschechischen Pilsen, wo rund 2500 Mitarbeiter jährlich etwa zehn Millionen Hektoliter brauen.


Quelle: www.bild.de

22.10.2012: Interview: „Deutschland fehlen authentische Biere“ (ksta.de)

Von Rainer Nolte, 28.06.2012

Wie kommen Sie dazu, von einer neuen Bierkultur zu sprechen?

FRITZ WÜLFING In den USA hat Craft-Bier eine große Vielfalt an Bieren hervorgebracht - weg vom neutralen Biergeschmack. Dort hatte sich nach der Prohibition ein Markt mit ausschließlich neutralen, geschmacksarmen Bieren entwickelt. Seit den frühen 80ern ändert sich das, und es gibt heute nirgendwo auf der Welt eine so vielfältige Bierkultur wie in den USA.

Was ist eigentlich Craft-Bier?

WÜLFING Der Name hat einen amerikanischen Ursprung. Kleine Brauereien wollten sich von den großen Industrie-Brauereien abgrenzen, eine neue Bierkultur schaffen. Craft heißt übersetzt Handwerk und hat nichts mit der deutschen "Kraft" zu tun. Es hat auch nicht zwingend einen höheren Alkoholgehalt. Für Craft-Bier dürfen nur natürliche Zutaten und kein Chemie verwendet werden. Auch dürfen keine Dinge benutzt werden, die den Geschmack vermindern. Wer Craft-Bier produziert, darf maximal drei Millionen Hektoliter im Jahr brauen. Der zweitgrößte Hersteller "Sierra Nevada" kommt beispielsweise auf 600 000 Hektoliter, das ist kleiner als die Reissdorf-Kölsch-Brauerei.

Und der US-Markt nimmt das Angebot an?

WÜLFING Der Marktanteil wächst in den vergangenen Jahren ganz rasant. Derzeit sind es fünf Prozent des Brauvolumens. Der Umsatzanteil liegt schon bei sieben Prozent, weil die Craft-Biere hochpreisiger verkauft werden. In den USA gibt es mittlerweile mehr als 2000 Braustellen, die Sorten im fünfstelligen Bereich produzieren. Genau kann man die Zahl nicht sagen, weil es sich täglich ändert - das ist das Schöne daran und zeigt die Vielfalt. Es gibt keine Konstanz, sondern immer neue Ideen. Es wird nie langweilig.

Wenn nur Naturprodukte verwendet werden, sind die Biere dann quasi nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut?

WÜLFING Nein, nicht explizit. Die meisten sind wohl nach dem Reinheitsgebot, bei dem nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe benutzt werden darf, gebraut, aber es ist nicht nötig, um ein gutes Bier zu machen. In Amerika werden alle Biersorten gebraut, die international vorkommen. Dort ist man nicht an eine Bierkultur gebunden, die Bevölkerung und damit die Bierstile sind deswegen so vielschichtig. Zum Beispiel werden alte deutsche Biersorten wiederaufgelegt, wie das "Gose". Aber es werden auch ganz neue Stile gegründet. Mittlerweile gibt es rund 100 Sorten wie Kölsch, Pils, Alt - nicht Marken.

Kann man in Europa den Craft-Trend auch ausmachen?

WÜLFING Ja. Je weniger in einem Land die eigene Bierkultur ausgeprägt ist, desto mehr schlägt das Craft-Bier ein. Am intensivsten ist es derzeit in Italien. Auch in den Niederlanden ist es zu spüren. In den Ländern werden Craft-Biere überdurchschnittlich viel importiert, aber auch gebraut. Wo jedoch die stärkste Bierkultur herrscht, ist die Verbreitung am schlechtesten: Deutschland und Belgien.

Ist in Deutschland denn zumindest ein kleiner Funke zu erkennen?

WÜLFING Ja, es sickert allmählich durch. Die deutschen Brauer haben es erkannt, aber meiner Meinung nach noch nicht richtig verstanden. Es fehlt noch eine gewisse Authentizität. In anderen Ländern sind es kleine Heimbrauer, die das Bier herausbringen und das Handwerk authentisch leben. Hier bei uns ist es groß angelegt, gesteuert mit Marketing, es wird ein schickes Outfit gemacht, das Produkt ist extrem hochpreisig. Das Unwesentliche ist hierbei leider das Bier. Es ist zwar schon wesentlich besser und interessanter, aber ganz authentisch ist es nicht. Es läuft dann nicht unter "handwerklich", sondern unter "luxuriös". Der größte Braukonzern, die Radeberger-Gruppe, hat mit "Braufaktum" (Anm. d. Red.: siehe S. 8) etwas aus der Taufe gehoben, das sich an Craft-Bier anlehnt. Da steckt zwar eine große Kampagne hinter, die das Bier in gehobenen Supermärkten anbietet, aber das könnte ein Wegbereiter für die Craft-Bier-Welle in Deutschland sein.

Kann man in Deutschland auch authentische Biere kaufen, beispielsweise von einer amerikanischen Brauerei?

WÜLFING Ja. Es wird importiert. Die besten Chancen hat man, über das Internet Craft-Bier zu bestellen, zum Beispiel beim Onlinehandel "Bierkompass". Im normalen Getränkeladen ist es aber schwierig, da muss man schon suchen.

In den USA werden Crafts auch in Dosen vertrieben. Passt das zusammen?

WÜLFING Ja. Rund 130 Brauereien füllen ihr Produkt in Dosen. Der Anteil ist zwar gering, aber wächst erstaunlich schnell. Die Hersteller merken, dass das Bier qualitativ besser in der Dose aufgehoben ist. Es ist luft- und lichtdicht verpackt und sehr praktisch für den Transport und die Kühlung. Der Geschmack wird auch nicht beeinflusst. Die ökologischen und ethischen Vorbehalte sind in den USA nicht so stark ausgeprägt wie bei uns. Das ist aber eine politische Sache. Aus der Sicht des Bier-Sommeliers muss ich sagen: Die Dose ist technisch gesehen eine gute Verpackung für Bier. Aus vielerlei Hinsicht besser als die Flasche. Aus ethischer Sicht ist die Flasche natürlich schöner bei einer Verkostung zum Essen.

Craft-Brauereien sind ja schon klein, aber es geht noch kleiner: Nano-Brauereien.

WÜLFING Ja, das ist eine neue Bewegung innerhalb des Craft-Biers. Jeder Craft-Brauer war auch mal ein Nano-Brauer. Das sind Heimbrauer, die auf ihren kleinsten Anlagen kommerziell Bier herstellen. In Deutschland ist das jedoch schwierig, weil je nach Region die Auflagen für eine Zulassung einer Hausbrauerei sehr hoch sind. Das Gypsy-Brauen ist daher eine Lösung: Man hat keine eigene Brauerei, sondern mietet sich woanders ein, wo Kapazitäten frei sind, und braut dort sein Bier nach eigenem Rezept. So mache ich das auch mit meinem Bier, dem "Fritzale", das ich im Siegburger Brauhaus und in der "Braustelle" in Köln-Ehrenfeld fertige. In letzterer um Braumeister Peter Esser ist derzeit in Deutschland der Nabel für die neue Bierkultur. In der "Braustelle" bricht man schon seit Jahren mit Konventionen, denn es gibt dort ein "Ehrenfelder Alt".

Was könnte man am Kölsch-Geschmack verändern?

WÜLFING Beim Kölsch können Brauer nicht so sehr mit den Malzen spielen, weil es ja hell sein muss. Man kann dafür aber viel mit Hopfen-Aromen machen. Zum Beispiel ist dann ein leichter Zitrusgeschmack vorhanden oder es schmeckt nach Pinienaromen oder schwarzer Johannisbeere.

Wird sich in Deutschland die neutrale Bierkultur gegenüber den Innovationen weiterhin behaupten?

WÜLFING Nein. Weil die deutschen Brauer sehr konservativ sind, wird es wohl etwas länger dauern. Die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird sich einiges getan haben. Ein wichtiger Punkt ist, dass 2016 das Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird. Dieses Jubiläum wird wahrscheinlich von der Vermarktung noch einmal richtig ausgeschlachtet, und Veränderungen werden eher zurückgehalten. Aber danach wird es rasant losgehen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE RAINER NOLTE

Quelle: www.ksta.de

22.10.2012: Kölner Brauerei-Verband (express.de)

18.05.2012 - 08:07 Uhr

Verjüngungskur: Machtwechsel beim Vorstand

Beim Kölner Brauerei-Verband kündigt sich ein Machtwechsel an: In einem Brief an den Vorsitzenden Heinrich Becker schlug Erzquell-Brauerei-Chef Axel Haas vor, dass der bisherige Vorstand im kommenden Jahr nicht mehr antreten solle.

„Wir sollten der jungen Generation Platz machen“, so Haas. Zudem seien die Kölsch-Brauer durch die Ermittlungen vom Bundeskartellamt wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen ins Gerede gekommen. Heinrich Becker: „Ich stimme der Verjüngungskur zu.“ Kandidaten für den neuen Vorstandsposten sind Heinrich Becker junior oder Melanie Schnell von der Malzmühle.

Quelle: www.express.de

23.04.2012: Zum Weltwassertag - Dat Wasser vun Kölle is Kölsch (express.de)

21.03.2012 - 21:30 Uhr


Der Frühling ist da! Darauf ein Kölsch, sagte sich Sina (21). Die Kölner Studentin machte es sich am Mittwoch bei strahlender Sonne am Rhein bequem.

Was sie und wohl die meisten Kölner nicht wissen: Für die Herstellung eines einzigen Kölschs (0,2) gehen 60 Liter Wasser drauf. Diese Menge verteilt sich auf Regenwasser für Hopfen und Malz und den gesamten Produktionsprozess.

Für ein Kilo Rindfleisch sind sogar 15.000 Liter Wasser nötig. Zum Weltwassertag nennt EXPRESS weitere beeindruckende Zahlen: 70 Milliarden Liter werden in Köln jährlich verbraucht.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 160 Litern täglich, wobei der größte Teil durch Baden, Duschen und Toilettenbenutzung entsteht. Unser Kölner Trinkwasser stammt aus einem der neun Wasserwerke im Umkreis. Beste Qualität, sagt die Rheinenergie. Dem schließen sich die Brauer an: Auf ein Kölsch ist Verlass!


Quelle: www.express.de

22.03.2012: Wer braut wo und wieviel in Westfalen: Der große Bier-Atlas (bild.de)

19.03.12 00:08h


NRW – Wir sind besser als die Bayern – beim Bier-Trinken! In NRW wurden 2011 23,94 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Fast zwei Millionen mehr als in Bayern (22,06).

BILD erklärt – rechtzeitig zum Start der Biergarten-Saison – wer wo was in der Region braut, und wie die Zukunft aussieht.

Gut ein Viertel des deutschen Bier-Gesamtabsatzes wird in NRW hergestellt.

Die Brauereien-Landschaft hierzulande ist vielfältig. 46 sogenannte Traditions-Brauereien (Gründung vor 1985) versorgen uns mit Pils (75,1 Prozent), Kölsch (13,7 %) und Alt (8,17 %). Dazu kommen noch rund 150 Gastronomie- und Kleinbrauereien, die sozusagen für den Hausbedarf produzieren: u.a. Urfels (Duisburg), Borbecker (Essen), Bergmann (Dortmund) oder Boente (Recklinghausen).

Wie können diese Kleinen im Konzert der Großen wie Krombacher, Veltins und Warsteiner mitmischen?

Durch einzigartige Braukunst oder Rezepturen, sagt Brauer Dirk Weber (44) von Boente: „Wir müssen unser Bier nicht durch Filtration haltbarer machen. Bei uns bleiben alle Geschmacksstoffe im Bier, es schmeckt besser.”

Hans-Christian Bosch (34), Chef der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe und in 11. Generation Brauer: „Mit unseren alten westfälischen Rezepten machen wir ein echtes Handwerks-Bier. Die Menschen schätzen es, dass wir mit der Region verwurzelt sind.”

Also, eine bierselige Zukunft?

„Leider nein”, sagt Bierexperte Georg Lechner (Biermuseum Oelde). „Am Ende bleiben nur die Großen übrig. Der Mittelstand hat keine Chance, weil er mit viel höheren Kosten produziert.”

Allerdings werde diese Entwicklung erst in den nächsten Jahrzehnten greifen. (toki, wit, tk, sama, dom)

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Quelle: www.bild.de

22.03.2012: Bierseminare in Rhein-Sieg - Heute mal Kakaobier statt Kölsch (rundschau-online.de)

09.03.12 12:18h


Filip Dedeurwaerder-Haas gibt am Freitag und Samstag ein Bier-Seminar an der VHS Rhein-Sieg. Lutz Blumberg sprach mit dem 42-jährigen gebürtigen Belgier, der eigentlich Sprachdozent ist.

Woher stammt die Idee zu einem Bierseminar?
Ich habe vor acht Jahren selbst ein Wein-Seminar bei der Volkshochschule besucht und mir gedacht: Das muss doch auch für Bier funktionieren. Jetzt gebe ich seit acht Jahren Bierseminare. Außerdem bin ich natürlich Bierliebhaber.

Wie läuft so ein Seminar ab?
Wir verkosten sechs bis sieben Sorten Bier, und die Teilnehmer können für sich entscheiden, ob ihnen das Bier schmeckt.

Woran orientiert sich denn die Auswahl der Biere?
Es gibt immer ein Oberthema, dieses Mal ist es die Wallonie, der französischsprachige Teil Belgiens. Wir hatten auch schon "königliche Biere" und "biblische Biere".

Gibt es bei den Bieren der Wallonie ein verbindendes Element im Geschmack, wie beispielsweise beim Kölsch?
Nein, ganz und gar nicht. Das verbindende Element ist, wie bei praktisch allen Bieren aus Belgien, ihre Unterschiedlichkeit.

Wie finden Sie die Biersorten?
Vor Ort und manchmal per Zufall. Für diesen Kurs habe ich einen Urlaub in den Ardennen genutzt und ein paar sehr interessante Biere gefunden. Das "Saison" zum Beispiel, das wurde ursprünglich für Saisonarbeiter gebraut und ist sehr haltbar. Es wird im Winter gebraut und im Sommer getrunken. Dann haben wir Weißbier und ein Bier, das dem Ale verwandt ist. Außerdem gibt es ein Bier mit Kakao ...

Oh, oh, oh. Das klingt, gelinde gesagt, gefährlich.
Keine Angst, also es ist kein Bier, in das Kakao mit Milch gemixt wird, sondern Bier, das mit Kakao gebraut wurde. Die Kakaobohne ohne Zucker gibt eine bittere Note, das schmeckt gar nicht süß.

Das Seminar wird zweimal angeboten: Heute und morgen, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Es gibt Restplätze, Anmeldung: 0 22 41/30 97-0. Teilnahmegebühr: 30 Euro (davon 15 Euro für das Bier).

Quelle: www.rundschau-online.de

22.03.2012: Kölschfest - Kölsch ohne Ende (rundschau-online.de)

03.02.12 17:44h


Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Der Eintritt ist kostenlos.

Kölsch- und Schlager-Fans kamen hier auf ihre Kosten: Gestern abend wurde das Kölschfest eröffnet, das im vierten Jahr in einem Zelt am Südstadion stattfindet. Zum Programm gehören diesmal unter anderem Schlagersänger Olaf Henning die Kölschfraktion, die Vajabunde und das Orchester Helmut Blödgen. Die Roten Funken gaben mit ihrem Auftritt den Startschuss für das diesjährige Kölschfest. Neben der „After-Zoch-Party“ am Rosenmontag soll es am 10. Februar erstmals die „Pink Nose“-Party mit Künstlern aus der schwul-lesbischen Szene geben.

Neu ist in diesem Jahr auch ein Balkon, auf dem etwa 400 Feierlustige dem Fest in luftiger Höhe beiwohnen können. Über 5000 Besucher fasse das Zelt, sagt Pressesprecher Manfred Damaschke. „An Weiberfastnacht zum Beispiel, haben wir aber mehr Security und Sanitäter, so dass wir die volle Kapazität des Zeltes ausschöpfen können - das sind mehr als 6000 Leute!“ Die insgesamt neun Veranstaltungen in der Karnevalszeit sind auch diesmal kostenlos für Karnevalisten - und solche, die es werden wollen. Bis zum 20. Februar wird das Festzelt am Südstadion durchgehend geöffnet sein. Und bis dahin werden vermutlich - wie auch in den Jahren zuvor - wieder viele Liter Kölsch geflossen sein. Der Eintritt ist kostenlos, wer jedoch einen sicheren Sitzplatz möchte, muss reservieren, was mit dem Kauf eines Getränke- oder Verzehrgutscheins von 20 Euro verbunden ist. Angeboten werden unter anderem Frikadellen oder Krüssje Gulasch, das Kölsch kostet 1,90.

Quelle: www.rundschau-online.de

01.03.2012: Neues Leben im alten Bahnhof (ksta.de)

05.02.12 15:49h

Von Christel Thiemann


Bei der Eröffnung vom „Alten Bahnhof Frechen“ ging zeitweise nichts mehr, weil sich die Menschen drinnen dicht an dicht drängten – sei es, um ein Bier zu trinken und das Essen zu testen oder aus purer Neugier.

Die Ansage der Herren von der Security war eindeutig: „Wir können nur Gäste einlassen, wenn andere das Lokal verlassen.“ Positive Kommentare und strahlende Gesichter gab es genug sowohl vor als auch hinter der Theke. „Es war ein rundum gelungener Einstieg“, zog Inhaber Ralph Trunz, der mit seinem Vater Peter und Bruder Thomas bereits bis Silvester die Urstoff-Schänke in Hücheln betrieben hatte, Bilanz. „So ein Brauhaus hat in Frechen gefehlt“, urteilte Besucherin Maria Meyer und fügte noch hinzu: „Es ist einfach klasse hier.“ „Das Ambiente ist sehr urig und gemütlich“, fand auch Kirsten Heger. Sie lobte die „niveauvolle Einrichtung“ mit alten und antiken Stücken. „Eine Bereicherung für die Umgebung“, lautete ihr Kommentar. Theo Heger schloss sich der Meinung seiner Frau an und blickte gleich noch in die Zukunft: „Wir freuen uns schon auf den Biergarten-Saison.“

Treue Gäste sind Stefanie und Wilfried Schäfer aus Weiden, die schon zu Urstoff-Zeiten mit Fahrrädern nach Hücheln radelten. „Das Lokal ist super-genial, schwärmte Stefanie Schäfer. „Das wird ein voller Erfolg werden bei der Lage“, prophezeite ihr Mann. Selbst ihr vierjähriger Sohn Felix war glücklich. „Er freut sich, dass es auch hier Brot mit Knoblauch-Creme gibt“, erklärte die Kölnerin. „Wir hatten schon mit einem großen Andrang gerechnet, aber das so viele kommen würden, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Braumeister Peter Trunz. Zeitweise tummelten sich nach seinen Schätzungen 250 bis 300 Leute in dem Lokal. Bereits vor der Eröffnung hatten schon zahlreiche Stammkunden ihr Kommen angekündigt. „Der Rest war dann Mundpropaganda“, vermutete Thomas Trunz. „Wir hoffen auch weiterhin auf ein volles Haus am neuen Standort“, sagte der 68-jährige Peter Trunz. In Hücheln seien er und seine beiden Söhne an ihre Grenzen gestoßen: „Im Urstoff wurde es langsam zu eng, und außerdem gab es draußen kaum Parkplätze.“

Peter Trunz’ Reich und sein ganzer Stolz ist das Sudhaus im hinteren Bereich des Lokals. Von allen Seiten verglast und in blaues Licht getaucht, ist die kompakte Brauerei ein richtiger Hingucker. Die Gebrüder Trunz hatten das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude und das 5000 Quadratmeter große Areal von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) gekauft. Nach den Sommerferien 2011 begannen sie mit den Bauarbeiten für die Brauereigastronomie mit Biergarten. Ein großer und drei kleine Räume mit 180 Sitzplätzen stehen den Gästen zur Verfügung.

Quelle: www.ksta.de

13.01.2012: Frechener Bahnhof - Das erste Bier wird gebraut (rundschau-online.de)

07.01.12, 07:03h

Von Bernd Rosenbaum


Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an. In vier Wochen soll das erste Bier fließen.

Frechen - Jetzt wird es langsam ernst für Braumeister Peter Trunz und seine beiden Söhne Thomas und Ralph: Am Freitagnachmittag setzten sie die erste Maische im neuen Sudhaus am Frechener Bahnhof an.

In vier Wochen, am 3. Februar, soll hier ab 20 Uhr zur feierlichen Eröffnung des neuen Brauhauses das erste Bier fließen. Ausgeschenkt werden dann das naturtrüb ungefilterte Bier „Lokstoff“ und das nur noch mit einer leichten Hefetrübung versehene „Finchen“. Beides sind obergärige Sorten, die Braumeister Peter Trunz, der 44 Jahre in der Hüchelner Urstoff-Brauerei tätig war, eigens für das Brauhaus kreiert.

Bis zum fertigen Gerstensaft gibt es aber noch viel zu tun. Im Gastraum des aufwändig sanierten Bahnhofsgebäudes muss noch der Holzboden verlegt werden, auch die Theke fehlt noch. Doch dafür hängen noch ein paar Erinnerungsstücke aus vergangenen Tagen als Dekoration an den Wänden, darunter auch Peter Trunz' alter Meisterbrief.

Auch auf den erfahrenen Bierbrauer wartet noch Arbeit. Nach der Hauptgärung, die etwa zehn Tage dauert, muss er noch das richtige Mischungsverhältnis der Zutaten finden, damit das neue Bier seinen eigenen, typischen Geschmack bekommt. Insgesamt etwa vier Wochen dauert es, bis aus der Maische das fertige Bier geworden ist.


Quelle: www.rundschau-online.de

13.01.2012: Der Bier-Sommelier kennt sich aus (ksta.de)

10.12.11 10:19h

Von Annika Leister


Neu-Kölner erfahren bei einer Brauhausführung nicht nur viel über die rheinländische Brauerei-Tradition, sondern knüpfen auch Kontakte und erzählen, was sie hier schon erlebt haben. Die perfekte Veranstaltung für Imis.


Innenstadt - Ein Imi in Köln hat es wahrlich nicht leicht: Nicht nur die Sprache der Eingeborenen ist unverständlich und selbst nach jahrelanger Übung kaum zu erlernen, auch an die kulturellen Eigenheiten muss man sich erst einmal gewöhnen. "Bei uns kann man an Karneval auch ohne Verkleidung vor die Tür gehen. Hier ist das unmöglich", erzählt Carsten Schulten den anderen Imis im Brauhaus "Zur Malzmühle" von seiner ersten Begegnung mit dem größten kölschen Brauchtum, dem Karneval. Vor drei Jahren ist er aus dem Münsterland nach Köln gezogen - der Liebe wegen. Seine Freundin Katja studierte hier. Der Gas/Wasser-Installateur suchte sich eine neue Stelle und zog ebenfalls um.


Eine Frau, die neben den beiden sitzt, wagt den Praxistest: Sie fragt den Köbes, ob sie noch ein Kölsch haben darf. "Dat kommt von alleine, dat weißte doch." Nein, das wisse sie nicht. "Na, dann weißt' es jetzt." Dabei ist das kein Imi, der die herzlich-raue Abfuhr erteilt bekommt. Claudia Heithorst ist mit Köln allzu gut vertraut. Bis auf zwei Jahre, die sie in der Nähe von Mainz gewohnt hat, hat sie ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zwei Jahre reichten, um ihr zu zeigen, wie schwer es in einer anderen Stadt sein kann, Kontakte zu knüpfen: "Wir hatten nette Kollegen und Nachbarn. Aber in andere Kreise hineinzukommen, war sehr schwer." Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie in diesem Jahr die Gründung eines Vereins, der die "Integration von Neukölnern", so die Selbstdarstellung, fördert. Die "Rheinland-Agentur" will von nun an regelmäßig Imis und Alteingesessene zu Führungen, Kulturveranstaltungen oder geselligen Abenden zusammenbringen. Am Premierenabend geht es ins Brauhaus. "Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen. Aber sie sollen auch etwas zu sehen und erleben haben", so Heithorst.


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Kölner Braukunst seit dem 15. Jahrhundert

Deswegen führt der Biersommelier Detlef Rick Carsten, Katja und 20 andere Besucher durch die Produktionshallen der angeschlossenen Brauerei. Von ihm erfahren sie, dass die Braukunst im Rheinischen schon seit dem 15. Jahrhundert existiert und dass sich durch den Kölner U-Bahn-Bau die Qualität des Grundwassers so verschlechtert hat, dass das Wasser fürs Bier nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen, sondern aus der Wasserleitung kommt. Doch das Wasser spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle im 21 Tage währenden Gärprozess des Bieres. Wichtiger sind die anderen Zutaten: Erst das Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Hefe sorgt für den typisch herben Geschmack, erläutert Rick. Die Imis werden von der Eingangstür bis zu den Abfüllbändern durch die Brauerei geführt, vorbei an riesigen Metallbehältern. Sie dürfen einen Blick in den Maischbottich werfen, aus dem es stickig riecht, und von Station zu Station Fragen stellen. Die Frage "Was ist Alt?" lässt Ricks Augenbrauen zwar in die Höhe schießen. Dennoch erklärt er bereitwillig, dass das Düsseldorfer Konkurrenzgetränk ganz einfach aus dunklerem Malz hergestellt wird. Auf diese Weise kommt die verschiedene Färbung der obergärigen Biersorten zustande. Gemeinsam haben beide außerdem einen Feind: "Beim Abfüllen verdirbt Sauerstoff den Geschmack. Deswegen werden die Fässer vorher mit Kohlenstoffdioxid ausgespült."


Neue Bekanntschaften zwischen Kölsch und halvem Hahn

Nach einer Stunde ist die fachkundige Führung vorüber und der zweite Teil des Abends beginnt: Imis und Alt-Kölner nehmen am Tisch in der Schänke Platz. Die Karnevalslieder kann Carsten Schulten inzwischen alle auswendig, erzählt er. Besucher, die mit den hiesigen Sitten nicht vertraut sind, weisen er und seine Freundin Katja lieber auf die Eigenheiten in der Gastronomie hin, bevor sie ausgehen. "Damit sie wissen, dass auch ohne Bestellung Nachschub kommt. Und dass die Köbesse nicht immer freundlich sind", so der 33-Jährige. Zwischen Kölsch und halvem Hahn schließen Carsten und Katja neue Bekanntschaften. Zum Beispiel mit Lucienne Willems, die nach 25 Jahren kaum noch als Imi zu bezeichnen ist. Einige Dinge in Köln waren ihr von Anfang an vertraut: "Ich komme aus der Nähe von Maastricht. Da ist der Menschenschlag ähnlich. Die Leute sind einfach fröhlich und feiern gern." Die 60-jährige Niederländerin kann sich jedoch nur allzu gut daran erinnern, wie verzweifelt sie am Anfang im Straßenverkehr war: "Diese Brücken! Selbst mit Karte bin ich regelmäßig falsch gefahren und war - schwups - auf der anderen Rheinseite", erzählt sie lachend. Eigentlich ist auch sie der Liebe wegen nach Köln gezogen. Die Ehe ist inzwischen geschieden, die Liebe zu Köln aber ist geblieben: "Ich gehe zum Beispiel regelmäßig ins Hänneschen-Theater", verrät Lucienne, während sie auf ihre Bestellung wartet: Himmel un Ääd.


Kostenfreie Veranstaltung am 12. Januar 2012

Die nächste Veranstaltung der Rheinland-Agentur findet kostenfrei am 12. Januar um 17.30 Uhr statt. Imis und Altkölner besichtigen das historische Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensperger Platz und die ehemalige Oberpostdirektion. Um verbindliche Anmeldungen per E-Mail wird gebeten.


Quelle: www.ksta.de